Die Bachelorarbeit mit dem Titel „Digitale Spielwiese der Nonsens-Meute“ soll dazu dienen, ein weitgehend unerforschtes kulturelles Phänomen vorzustellen, zu analysieren und aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive näher zu beleuchten: Den Flashmob (englisch: „Blitz-Meute“, „Blitz-Pöbel“, „Nonsens-Meute“).
Seit dem allerersten Flashmob im Jahre 2003 hat sich diese verhältnismäßig junge Erscheinung virusartig rund um den Globus verbreitet. Diese Schnelligkeit und Anonymität wurde erst durch neue Kommunikationstechnologien und Entwicklungen wie die des Smartphones, Tablets und den sozialen Plattformen wie Facebook, Instagram, Youtube & Co ermöglicht, was auch die Wahl des Titels „Digitale Spielwiese“ begründet.
Auch vom Marketing – und PR-Sektor wurde relativ schnell sein enormes Potential entdeckt, und in Folge dessen gewann der Flashmob als kostengünstiges und sehr effektives Marketinginstrument rasant an Bedeutung. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, seine Entwicklung aus den verschiedenen Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts bis hin zum strategisch geplanten Marketingspektakel zu erforschen, zu typologisieren mit dem Fokus auf dessen kulturhistorischer Transformation.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass aus Gründen der Lesbarkeit und Praktikabilität in der vorliegenden Arbeit nicht immer gesprochen, sondern die kürzeste Form verwendet wird. Sämtliche personenbezogenen Bezeichnungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT - ERSTENS KOMMT ES ANDERS....
EINLEITUNG
GLIEDERUNG
AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND
ETYMOLOGIE & GEBURTSSTUNDE DES FLASHMOBS
ZUR KULTURHISTORISCHEN VERORTUNG DES FLASHMOBS - DADA, FLUXUS & CO - DIE VERRÜCKTEN GROẞELTERN DER NONSENS_MEUTE
ERSCHEINUNGSFORMEN & CHOREOGRAPHIEN
SMART MOB - KOLLEKTIVE INTELLIGENZ DURCH TECHNISCHE KONVERGENZ
CARROT MOB - KONSUMATION FÜR DEN KLIMASCHUTZ
STUPIDMOB
DER SPAẞORIENTIERTE SINNENTLEERTE KLEINE BRUDER DES SMART MOBS
LOVE RUG
EIN LIEBESTEPPICH ERREGT WELTWEIT DIE GEMÜTER
FREEZE MOB
EIN TABLEAU VIVANT MITTEN IN DER GRAND CENTRAL STATION
DANCE MOB - WENN DIE MASSE TRÄLLERT, APPLAUDIERT UND RÄDER SCHLÄGT...
MEDIALISIERUNG & METAMORPHOSE DES ÖFFENTLICHEN RAUMS
SMARTPHONE, DIGICAM & WEB 2.0 - DIE „DIGITALE SPIELWIESE“ ÖFFNET IHRE PFORTEN
URBANE ÖFFENTLICHKEIT VS. VIRTUELLE ÖFFENTLICHKEIT
DER FLASHMOB ALS PR-INSTRUMENT - „FLASH FOR CASH“ ODER „HOW TO CATCH THE MOB“
RESUMEE UND WEITERFÜHRENDE FORSCHUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Flashmobs aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive, wobei der Fokus auf seiner kulturellen Transformation, Medialisierung sowie seiner zunehmenden Instrumentalisierung durch den Marketing- und PR-Sektor liegt.
- Kulturhistorische Einordnung und Etymologie des Flashmobs
- Typisierung verschiedener Erscheinungsformen (Smart Mob, Carrot Mob, Stupidmob)
- Analyse der Medialisierung durch Web 2.0 und mobile Technologien
- Konfliktfeld zwischen urbaner und virtueller Öffentlichkeit
- Kommerzielle Nutzung von Flashmobs als Marketing-Instrument
Auszug aus dem Buch
ETYMOLOGIE & GEBURTSSTUNDE DES FLASHMOBS
Der Ausdruck Flashmob setzt sich aus den beiden Substantiven „flash“ und „mob“ zusammen, wobei interessanterweise beiden Wörtern eine Vielheit an Bedeutungen innewohnt. Für beide Begriffe existieren verschiedenste Übersetzungen, welche jedoch allesamt in gewisser Weise auf den Flashmob zutreffen. Der Begriff „flash“ kommt aus dem Englischen und wird unter anderem Schein, Blitz und Augenblick übersetzt.
Dieser Ausdruck weist auf die Überraschung und Kurzlebigkeit des Massentrends hin. Genauso schnell wie sich die Menschenmenge versammelt, löst sie sich wieder auf und hinterlässt (in den meisten Fällen) keinerlei Spuren. Der Ausdruck „mob“ kommt ursprünglich vom lateinischen Wort „mobilis“. Einerseits wird es mit schnell, flink, beweglich übersetzt, andererseits steht „mobilis“ jedoch auch für unbeständig, wankelmütig und sogar heftig.
Im englischsprachigen Raum wiederum steht der „mob“ auch für Meute, Herde oder Pöbel, während „to mob sombody“ mit „jemanden bedrängen/umringen“ übersetzt wird. Ins Deutsche könnte man die Kombination der beiden Wörter mit Blitzherde oder Blitzmeute übersetzen, wobei sich keiner dieser Ausdrücke durchgesetzt hat und auch in deutschsprachiger Literatur eigentlich ausschließlich vom Flashmob die Rede ist.
Zusammenfassung der Kapitel
VORWORT - ERSTENS KOMMT ES ANDERS....: Der Autor schildert den persönlichen Findungsprozess und die Entwicklung des Forschungsinteresses während der Erstellung der Arbeit.
EINLEITUNG: Es wird das Forschungsfeld Flashmob als weitgehend unerforschtes, kulturelles Phänomen eingeführt und die Zielsetzung der Arbeit dargelegt.
GLIEDERUNG: Ein kurzer Überblick über den Aufbau der Arbeit und die thematische Strukturierung wird gegeben.
AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND: Der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Literatur zu Flashmobs wird beleuchtet, wobei das Defizit an expliziter Fachliteratur betont wird.
ETYMOLOGIE & GEBURTSSTUNDE DES FLASHMOBS: Die sprachlichen Wurzeln des Begriffs sowie die Entstehungsgeschichte durch Bill Wasik in New York werden analysiert.
ZUR KULTURHISTORISCHEN VERORTUNG DES FLASHMOBS - DADA, FLUXUS & CO - DIE VERRÜCKTEN GROẞELTERN DER NONSENS_MEUTE: Die historische Herleitung des Flashmobs von künstlerischen Strömungen wie Dada, Happening und Fluxus wird nachvollzogen.
ERSCHEINUNGSFORMEN & CHOREOGRAPHIEN: Verschiedene Ausprägungen wie Smart Mobs, Carrot Mobs und diverse künstlerische oder humorvolle Flashmob-Varianten werden vorgestellt.
MEDIALISIERUNG & METAMORPHOSE DES ÖFFENTLICHEN RAUMS: Der Einfluss digitaler Medien und die Verschiebung der Grenzen zwischen physischer und virtueller Öffentlichkeit stehen hier im Mittelpunkt.
DER FLASHMOB ALS PR-INSTRUMENT - „FLASH FOR CASH“ ODER „HOW TO CATCH THE MOB“: Die Kommerzialisierung des Flashmobs durch Marketing- und PR-Experten wird kritisch hinterfragt.
RESUMEE UND WEITERFÜHRENDE FORSCHUNG: Die zentralen Erkenntnisse werden zusammengefasst und Potenziale für künftige wissenschaftliche Untersuchungen aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Flashmob, Smart Mob, Carrot Mob, Medialisierung, Aktionskunst, Happening, Fluxus, Öffentlichkeit, Web 2.0, Marketing, PR-Instrument, digitale Spielwiese, soziale Dynamik, Bill Wasik, Performance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen Flashmob von seinen künstlerischen Ursprüngen bis hin zur modernen Nutzung als Marketing-Instrument.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der kulturellen Einordnung, den verschiedenen Erscheinungsformen, der Rolle des Internets sowie der kommerziellen Instrumentalisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Transformation des Flashmobs von einer spontanen, künstlerischen Ausdrucksform zu einem strategisch geplanten Marketing-Spektakel zu erforschen und zu typisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kulturwissenschaftliche Analyse sowie eine Literaturrecherche durchgeführt, um das Phänomen medien- und kommunikationswissenschaftlich zu verorten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung, die Vorstellung von Subkategorien wie Smart oder Carrot Mobs sowie die kritische Betrachtung der Medialisierung und Kommerzialisierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Flashmob, Medialisierung, Aktionskunst, Happening, Öffentlichkeit und Marketing beschreiben den Kerninhalt der Arbeit am treffendsten.
Welche Rolle spielten künstlerische Strömungen für den Flashmob?
Der Flashmob wird in der Arbeit als zeitgenössische Weiterführung von Konzepten wie Fluxus und Happening verstanden, die ebenfalls die Grenzen zwischen Kunst und Alltag auflösen wollten.
Wie hat sich die Wahrnehmung des Flashmobs verändert?
Von einer als sinnlos belächelten Jugendkultur hat sich der Flashmob zu einem anerkannten PR-Instrument gewandelt, das gezielt zur Markeninszenierung genutzt wird.
- Citar trabajo
- Katharina Sophia (Autor), 2015, Medialisierung performativer Kunst. Eine temporäre Metamorphose des öffentlichen Raums im Wandel der Zeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433169