Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Geschichte des Scheichtums Kuwait, das 1961 als souveräner Staat von Großbritannien unabhängig wurde.
Ziel der Hausarbeit ist, den Entwicklungsweg Kuwaits von der Etablierung als semi-autonome proto-staatliche politische Einheit im 18. Jahrhundert bis in die Anfänge der Öltransformation bis zum II Weltkrieg zu analysieren. Die Analyse erfolgt im Rahmen der Rentierstaatstheorie und der Kollaborationstheorie von Ronald Robinson. Ferner wird die Geschichte Kuwaits nicht aus einer nationen-zentrierten Perspektive, sondern in seiner Interdependenz mit den regionalen Ereignissen analysiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Theoretischer Rahmen
1.1 Charakteristika eines spezifischen Staatstypus: (Öl-)Rentierstaaten
1.1.2 Innenpolitische Folgen der hohen Außenabhängigkeit von (Öl-)Rentierstaaten
1.2 Modernisierungs- und Dependencia-Theorie
1.3 Staatskonzept, Imperialismus und Kollaboration
1.3.1 Imperialismus und Kollaboration
2. Einbindung der Golfregion und Kuwaits ins Weltwirtschaftssystem
3. Die Gründung Kuwaits
3.1 Die Formation der Gesellschaftsstruktur Kuwaits in Zusammenhang der ökonomischen Entwicklung bis ins 20. Jahrhundert
3.2 England, Kuwait und die Machtverhältnisse in der Golfregion im 18. Jahrhundert
3.3 England, Kuwait und die Machtverhältnisse in der Golfregion im 19. Jahrhundert
4. Kuwait im 20. Jahrhundert bis zur Öltransformation
4.1 Kuwait unter Mubarak dem Großen
4.2 Kuwait bis zur Uqair Konferenz 1922
4.2.1 Die Uqair Konferenz 1922
4.3 Kuwait in den 1920er und 30er Jahren
4.4 Die Majlis-Bewegung und das Scheitern des eingeleiteten Demokratisierungsprozesses
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die historische Entwicklung Kuwaits von einer proto-staatlichen Einheit im 18. Jahrhundert bis zur Öltransformation nach dem Zweiten Weltkrieg zu analysieren, wobei die staatliche Formation im Kontext der Rentierstaatstheorie und Kollaborationstheorie untersucht wird.
- Historische und sozio-ökonomische Analyse der Staatsbildung Kuwaits.
- Anwendung der Rentierstaat- und Kollaborationstheorie auf die kuwaitische Geschichte.
- Untersuchung der Machtverhältnisse im Kontext des britischen Imperialismus und der Golfregion.
- Analyse des Scheiterns der Majlis-Bewegung als gescheiterter Demokratisierungsprozess.
- Zusammenhang zwischen Ölressourcen, ökonomischer Abhängigkeit und politischer Stabilität.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Formation der Gesellschaftsstruktur Kuwaits in Zusammenhang der ökonomischen Entwicklung bis ins 20. Jahrhundert
Hauptcharakteristikum des Leben auf der arabischen Halbinsel bestand seit Jahrhunderten, bedingt durch die ökologischen Gegebenheiten, in einer nomadischen Lebensweise. Feste Siedlungen und größere Städte entwickelten sich vornehmlich an Oasen im Inland (Karawanenrouten) und an den Küsten (Seehandel). Sie waren Handelsknotenpunkte für den Fernhandel zwischen Indien, Afrika und Europa.
Seit dem frühen 18. Jahrhundert, im Zuge der dauerhaften Niederlassung der neu formierten Bani Utub, bildete sich in Kuwait auf der Basis der (Perlen-)Fischerei und des Seehandels eine differenzierte und hierarchisch strukturierte Gesellschaft heraus.
Mit der Wahl Sabah I 1752 zum ersten Scheich Kuwaits, beschränkten sich die Al-Sabah auf die politischen Funktionen wie Administration, Steuern/Zölle, Diplomatie, Sicherheit und Streitschlichtung. Die anderen Familien der Bani Utub etablierten sich als die Wirtschaft dominierende und entsprechend einflussreiche Händlerschicht und bildeten in der Folge sogar ein bis heute nachwirkendes Klassenbewusstsein aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Rahmen: Einführung in die Rentierstaatstheorie und die Kollaborationstheorie von Ronald Robinson zur theoretischen Fundierung der Analyse.
2. Einbindung der Golfregion und Kuwaits ins Weltwirtschaftssystem: Analyse der historischen Einbindung Kuwaits in den globalen Handel seit dem 16. Jahrhundert.
3. Die Gründung Kuwaits: Untersuchung der Entstehung Kuwaits im 18. Jahrhundert durch die Bani Utub und der Entwicklung der gesellschaftlichen Strukturen.
4. Kuwait im 20. Jahrhundert bis zur Öltransformation: Darstellung der politischen Entwicklungen, des britischen Einflusses und der wirtschaftlichen Krisen, die in der Majlis-Bewegung kulminierten.
Schlüsselwörter
Kuwait, Rentierstaat, Kollaborationstheorie, Öltransformation, Britischer Imperialismus, Bani Utub, Al-Sabah, Majlis-Bewegung, Staatsbildung, Golfregion, Perlenindustrie, Politische Partizipation, Demokratisierung, Abhängigkeitsverhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Scheichtums Kuwait von der Gründung im 18. Jahrhundert bis zur Transformation durch das Öl im 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Staatsbildung unter Einbeziehung von Rentierstaatstheorie, die Rolle des britischen Imperialismus am Golf und die sozialen Machtkämpfe zwischen Herrscherhaus und Händlerelite.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erforschung des Entwicklungsweges Kuwaits als proto-staatliche Einheit und die Erklärung der Entstehung autokratischer Strukturen trotz modernisierender Einflüsse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine politisch-historische Analyse, die auf der Rentierstaatstheorie und der Kollaborationstheorie von Ronald Robinson basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung, die regionale Einbindung Kuwaits in die Weltwirtschaft, die Gründungsgeschichte und den politischen Wandel durch Öl und die Majlis-Revolte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rentierstaat, Kollaboration, Majlis-Bewegung, Öltransformation und britische Einflussnahme beschreiben.
Warum wird die Majlis-Bewegung als gescheiterter Demokratisierungsprozess bezeichnet?
Die Bewegung konnte aufgrund mangelnder Unterstützung durch die Briten, innerer Spaltungen und der Kooptation der Händler durch Ölrenten ihre Ziele nicht dauerhaft etablieren.
Welche Rolle spielte das Öl bei der Machtverteilung?
Das Öl ermöglichte dem Scheich eine von der Händlerklasse unabhängige externe Einkommensquelle, wodurch er seine politische Macht absolut festigen konnte.
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- Coskun Tözen (Author), 2003, Kuwait. Analyse eines Scheichtums in sozio-ökonomischer und historisch-politischer Perspektive vom 18. Jahrhundert bis zur Öltransformation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43332