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Wissenschaft und Rassenideologie in Artur Dinters 'Die Sünde wider das Blut'

Título: Wissenschaft und Rassenideologie in Artur Dinters 'Die Sünde wider das Blut'

Trabajo , 2004 , 27 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Benjamin Schäfer (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Verarbeitung rassenideologischer Diskurse mit literarischen Mitteln soll im Folgenden am Beispiel von Artur Dinters Roman „Die Sünde wider das Blut“ untersucht werden. Das 1918 veröffentlichte Werk wurde in den 20er und 30er Jahren zu einem wahren ‚Bestseller‘. Das ‚Sündenmotiv‘ baute Dinter mit den folgenden, weniger erfolgreichen Romanen „Die Sünde wider den Geist“ (1921) und „Die Sünde wider die Liebe“ (1922) schließlich zu einer Trilogie unter dem Titel „Die Sünden der Zeit“ aus.

Die Person Dinters ist Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Arbeiten geworden, die sich jedoch vornehmlich Biographie und ideologischen Ansichten widmen. Während letztere inzwischen sehr gut rekonstruiert wurden, erfolgt die Darstellung der Lebensgeschichte Dinters zumeist in stark geraffter Form und führt nur selten zu neuen Erkenntnissen. Eine an den Texten Dinters orientierte Analyse lässt sich jedoch nur bei Josef Schmidt und James M. Ritchie konstatieren.

Da unmittelbar der Themenstellung entsprechende Abhandlungen nicht vorliegen, soll ihre Erarbeitung in Anlehnung an die von Christine Maillard und Michael Titzmann6 entwickelten Forschungsschwerpunkte für das Projekt „Literatur und Wissen(schaften) in der Frühen Moderne“ erfolgen. Zu Anfang gilt es die historische Entwicklung der Rassenlehre und die kulturelle Situation, in welcher die „Sünde wider das Blut“ entstand, nachzuzeichnen. Da die Persönlichkeit des Autors in diesem Fall eine nicht unwichtige Rolle spielt, soll anschließend die Biographie Artur Dinters knapp umrissen werden. Um einen hilfreichen Überblick über die langatmige Erzählung des Romans zu geben und eine Orientierung für die späteren Ausführungen zu bieten, werden im folgenden Abschnitt die Haupthandlungsstränge noch einmal kurz resümiert. Danach soll die Frage nach dem wissenschaftlichen Diskurs, welcher dem Roman zugrunde liegt, behandelt werden. Wie dieser, d.h. mit welchen Mitteln, literarisch verarbeitet wird und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vergleich zu anderen literarischen Werken der Frühen Moderne zu bilanzieren sind, untersucht der letzte Abschnitt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Die Entwicklung der Rassenlehre

1.2 Artur Dinter, „Die Sünde wider das Blut“

1.2.1 Der Lebenslauf Artur Dinters

1.2.2 Die Haupthandlungsstränge in „Die Sünde wider das Blut“

2. Der wissenschaftliche Diskurs in „Die Sünde wider das Blut“

2.1 ‚Arier‘ vs. ‚Juden‘ – Rassischer Diskurs

2.2 Von Gott und Geistern – Theologischer und mystischer Diskurs

2.3 Zwischenergebnisse – Konkurrenz zweier ‚Religionen‘

3. Literarische Verarbeitung des Wissenschaftsdiskurses

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verarbeitung rassenideologischer Diskurse mit literarischen Mitteln im Roman „Die Sünde wider das Blut“ von Artur Dinter und analysiert, wie der Autor zeitgenössische wissenschaftliche Theorien und Weltanschauungen in eine quasi-experimentelle erzählerische Struktur überführt.

  • Analyse der rassenideologischen Grundlagen und des Diskurses der Jahrhundertwende.
  • Untersuchung der Verbindung von Biographik, Ideologie und literarischer Gestaltung.
  • Erforschung der quasi-experimentellen Struktur und der Instrumentalisierung der Romanform.
  • Bilanzierung der Wechselbeziehung zwischen Wissenschaft, Literatur und gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Auszug aus dem Buch

1.2.2 Die Haupthandlungsstränge in „Die Sünde wider das Blut“

Die Leidens- und Lebensgeschichte des ‚Protogermanen‘ Hermann Kämpfer stehen im Zentrum der „Sünde wider das Blut“. Er muss verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen, bis er am Ende seine ‚wahre‘ Bestimmung erkennt: „Dem Geiste den Sieg zu bringen über den Stoff, die ringende Menschheit ihrer göttlichen Bestimmung entgegenzuführen... Dazu beizutragen, diese Erkenntnisse in seinen Deutschen Volksgenossen zu wecken, sie anzufeuern zum Kampfe gegen jene Höllenmächte [die Juden – Verf.], das war die unzweideutige Aufgabe, die Gott ihm zugewiesen hatte...“

Doch Hermann hat einige Hürden auf seinem Weg zur ‚rassischen Erkenntnis‘ zu bewältigen. Das Glück seiner Kindheit wird zerstört, als sein Vater, ein kleiner, aber fleißiger Landwirt, auf einen jüdischen Wucherer herein-fällt und sich das Leben nimmt. Hermanns Mutter geht an „Kummer und Gram“ über das unglückliche Familienlos zugrunde, die kleine Schwester bringt sich um, nachdem sie als werdende Mutter von ihrem „Verführer“ verlassen wurde und die beiden Brüder verlieren sich in der Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel verortet das Forschungsprojekt im Kontext der Literatur und Wissenschaft in der Frühen Moderne und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die biographischen Hintergründe des Autors.

1.1 Die Entwicklung der Rassenlehre: Der Abschnitt zeichnet die historische Genese rassenideologischer Konzepte von Linné über Gobineau bis hin zu Chamberlain und dem Sozialdarwinismus nach.

1.2 Artur Dinter, „Die Sünde wider das Blut“: Einleitend werden Leben und politische Aktivität des Autors dargestellt, gefolgt von einer detaillierten Rekapitulation der Haupthandlungsstränge des Romans.

2. Der wissenschaftliche Diskurs in „Die Sünde wider das Blut“: Hier wird die Verknüpfung des Romans mit zentralen Motiven der Rassenlehre sowie mit theologischen und mystischen Weltbildern analysiert.

3. Literarische Verarbeitung des Wissenschaftsdiskurses: Das Kapitel untersucht, wie Dinter wissenschaftliche Konzepte als „Bausteine“ für ein gezieltes Propagandainstrument instrumentalisiert und eine quasi-experimentelle Romanstruktur aufbaut.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass der Roman als radikales Propagandamittel fungierte und mit seinen Legitimationsmustern den Nationalsozialisten den Weg bereitete.

Schlüsselwörter

Artur Dinter, Die Sünde wider das Blut, Rassenideologie, Antisemitismus, Literatur und Wissenschaft, Frühe Moderne, Rassische Reinheit, Quasi-experimentelle Struktur, Völkische Weltanschauung, Nationalsozialismus, Eugenik, Jüdische Weltverschwörung, Volkskirche, Sozialdarwinismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Artur Dinter rassenideologische Diskurse der Frühen Moderne mittels literarischer Mittel in seinem Roman „Die Sünde wider das Blut“ verarbeitet und popularisiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Rassenlehre, der Instrumentalisierung von Literatur für ideologische Zwecke sowie der Verknüpfung von Rassismus mit theologischen und spiritistischen Motiven.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Wissenschaft und Weltanschauung in eine Romanhandlung einfließen und welche Rolle die literarische Form bei der Verbreitung antisemitischer Ideologien spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Hausarbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text im Kontext zeithistorischer und ideologiegeschichtlicher Diskurse sowie unter Einbeziehung biographischer und wirkungsgeschichtlicher Quellen untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Haupthandlungssträngen, dem rassischen und theologischen Diskurs innerhalb des Romans sowie der spezifischen, quasi-experimentellen Struktur der Erzählung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Neben dem Autor und dem Buchtitel sind Begriffe wie Rassenideologie, Antisemitismus, Literatur und Wissenschaft, Quasi-experimentelle Struktur sowie Völkische Weltanschauung zentral.

Wie definiert Dinter im Roman das „Judentum“?

Der Roman definiert das Judentum durch biologistische und antisemitische Kategorien, wobei das Blut als entscheidendes Merkmal zur Zugehörigkeit sowie als „Teufelsrasse“ instrumentalisiert wird.

Warum wird die Struktur des Romans als „quasi-experimentell“ bezeichnet?

Der Autor führt Charaktere mit unterschiedlicher ‚rassischer Reinheit‘ in eine Handlungsanordnung ein, die wie in einem Laborversuch darauf abzielt, die Thesen der Rassenlehre scheinbar zu beweisen.

Welche Rolle spielt die „Sünde wider das Blut“ für die Nationalsozialisten?

Der Roman bot Legitimationsmuster und inhaltliche Vorlagen, auf die der Nationalsozialismus in den 1930er und 1940er Jahren bei seiner Judenpolitik und Propaganda zurückgreifen konnte.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Wissenschaft und Rassenideologie in Artur Dinters 'Die Sünde wider das Blut'
Universidad
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Curso
Literatur und Wissenschaft in der Fruehen Moderne 1890-1935
Calificación
1,0
Autor
Benjamin Schäfer (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
27
No. de catálogo
V43345
ISBN (Ebook)
9783638411660
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wissenschaft Rassenideologie Artur Dinters Sünde Blut Literatur Wissenschaft Fruehen Moderne
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Benjamin Schäfer (Autor), 2004, Wissenschaft und Rassenideologie in Artur Dinters 'Die Sünde wider das Blut', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43345
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