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Anna Atkins' "British Algae: Cyanotype Impressions". Über den bildgebenden Kontaktdruck und ästhetischen Eindruck

Title: Anna Atkins' "British Algae: Cyanotype Impressions". Über den bildgebenden Kontaktdruck und ästhetischen Eindruck

Term Paper , 2015 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Laura Kowalewski (Author)

Art - Photography and Film
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Der Botanik-Diskurs des 19. Jahrhunderts verhandelt Fragen der Klassifizierung und Illustration von Spezien. In wechselseitiger Befruchtung entstehen zur Hochphase des Diskurses zwischen 1830 und 1850 zahlreiche Publikationen in verschiedensten Darstellungsweisen. Dazu zählt auch Anna Atkins umfangreiche, fotografische Publikation der Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions, die in ihrer Form die erste sein soll. Trotzdem erhielt sie keine langfristige Anerkennung im Bereich der Botanik und wurde schließlich als fotografisches Artefakt zum Gegenstand kunstwissenschaftlicher Untersuchungen wie der vorliegenden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2. Die botanische Illustration

2.1 Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions

2.2 Diskrepanzen zwischen dem Kontaktdruck und Eindruck der British Algae

3. Zeichen, Bezeichnen, Repräsentieren

3.1 Das fotografische Verfahren der Cyanotypie und ihre Reproduzierbarkeit

3.2 Authentifikation und Selbstreflexion der British Algae-Cyanotypien

3.3 Über die Indexikalität der British Algae

4 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions" von Anna Atkins im Kontext des botanischen Diskurses und der Geschichte der Fotografie. Ziel ist es, die spezifische Ästhetik, die Problematik der Authentizität durch den Kontaktdruck sowie die mediale Selbstreflexion der Cyanotypien zu analysieren.

  • Die Rolle der Cyanotypie als künstlerisches und wissenschaftliches Medium
  • Spannungsfeld zwischen exakter botanischer Illustration und ästhetischem Eindruck
  • Die Bedeutung von Indexikalität und Mimesis in der frühen Fotografie
  • Dekonstruktion botanischer Klassifizierungssysteme durch das Werk von Atkins

Auszug aus dem Buch

3.2 Authentifikation und Selbstreflexion der British Algae-Cyanotypien

Da Atkins selbst bereits für die Übersetzung von Jean-Baptiste de Lamarck’s Genera of Shells (Abb.16) außerordentliche Zeichnungen angefertigt hat, mag ihr medialer Wechsel zur Cyanotypie verwundern. Er wirft die Frage nach Unterschieden oder gar Vorteilen der fotografischen Methode gegenüber der Handzeichnung auf, die damit auch eine Frage nach der Funktion der Darstellung impliziert, die an dieser Stelle unter der Linse der »Ähnlichkeit« beleuchtet werden.

In Anbetracht einer Malerei und Zeichnung der Renaissance legt Francesco Petrarca das Leitprinzip künstlerischer Nachahmung vor, der »imitatio«. Er fordert in einem Brief an Giovanni Boccaccio von 1366 ausdrücklich, dass eine künstlerische Darstellung „ähnlich, aber nicht identisch“ sein dürfe. Petrarca beruft sich dabei auf eine Ausstrahlung (»aerem«), die von der nachahmenden Darstellung ausgehen soll und die Betrachter_innen an die Vorlage aus der Natur erinnert. Doch genau diese nicht-identische Ähnlichkeit mit dem Objekt aus der Natur wird im 19. Jahrhundert für naturwissenschaftliche Illustrationen diskreditiert. In der Kunst jedoch bleibt sie – als künstlerischer Ausdruck durch die Hand – conditio sine qua non. Die Hegel’sche Ästhetik, die auch diesem Leitprinzip folgte, sprach daher dem technischen Reproduktionsverfahren der Fotografie keinen ästhetischen Wert zu. Es fehlte schlichtweg der Bezug zur menschlichen Hand und eben diese sollte ihr Genie und nicht die „Genauigkeit der Wiedergabe eines Vorbilds“ unter Beweis stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung verortet das Werk im botanischen Diskurs des 19. Jahrhunderts und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Ästhetik und Indexikalität des Werkes.

2. Die botanische Illustration: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung und Struktur von "British Algae" und thematisiert die Diskrepanzen zwischen dem Anspruch auf exakte Dokumentation und dem ästhetischen Eindruck.

3. Zeichen, Bezeichnen, Repräsentieren: Der Hauptteil analysiert das Verfahren der Cyanotypie, die Frage der Authentizität, die Selbstreflexion des Mediums und die Bedeutung von Indexikalität in Atkins Arbeit.

4 Schluss: Das Fazit fasst Atkins Beitrag zur Dekonstruktion botanischer Klassifizierungen zusammen und würdigt ihr Werk als Aufbrechen zeitgenössischer Illustrationsmodelle.

Schlüsselwörter

Anna Atkins, British Algae, Cyanotypie, Kontaktdruck, Botanische Illustration, Fotografiegeschichte, Indexikalität, Mimesis, Klassifizierung, Ähnlichkeit, Wissenschaftshistorie, Repräsentation, Bildgebung, Viktorianisches Zeitalter, Botanik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Publikation "Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions" von Anna Atkins und untersucht deren Rolle an der Schnittstelle zwischen naturwissenschaftlicher Dokumentation und künstlerischer Fotografie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der botanischen Illustration, die spezifischen Eigenschaften der Cyanotypie, das Verhältnis von Fotografie und Malerei sowie semiotische Fragen zur Repräsentation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie Anna Atkins mit ihrem fotografischen Verfahren bestehende wissenschaftliche Klassifizierungssysteme hinterfragt und wie das Werk als mediale Selbstreflexion verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunstwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung relevanter Fachliteratur (wie z.B. von Carol Armstrong, Larry Schaaf, Roland Barthes und Rosalind Krauss) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet das fotografische Verfahren der Cyanotypie, die Authentifizierung durch den Kontaktdruck, die philosophischen Dimensionen der Indexikalität sowie die Dekonstruktion botanischer Ordnungssysteme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Cyanotypie, botanische Illustration, Indexikalität, Mimesis, Anna Atkins und Repräsentation.

Warum spielt das Vorwort von Anna Atkins eine so wichtige Rolle für das Verständnis?

Das Vorwort zeigt die Spannungen zwischen Atkins Anspruch auf eine exakte botanische Erfassung und ihrer eigenen, unwillentlichen Abweichung von wissenschaftlichen Normen auf.

Wie unterscheidet sich Atkins Werk von anderen zeitgenössischen Formen der botanischen Illustration?

Atkins nutzt die kameralose Fotografie (Cyanotypie), die im Gegensatz zu herkömmlichen Zeichnungen oder Herbarbelegen eine besondere "natürliche" Spur des Objekts durch direkten Kontakt hinterlässt.

Welche Bedeutung hat das "Preußischblau" in diesem Kontext?

Das Blau der Cyanotypie ist nicht nur ästhetisches Merkmal, sondern auch ein Indikator für die indexikalische Qualität der Abbildung, die als unmittelbares Abbild der Natur fungiert.

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Details

Title
Anna Atkins' "British Algae: Cyanotype Impressions". Über den bildgebenden Kontaktdruck und ästhetischen Eindruck
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Philosophie und Kunstwissenschaft)
Course
Das Meer. Elemente einer Kunst- und Mediengeschichte
Grade
1,0
Author
Laura Kowalewski (Author)
Publication Year
2015
Pages
34
Catalog Number
V433510
ISBN (eBook)
9783668753389
ISBN (Book)
9783668753396
Language
German
Tags
Fotografie Botanik Cyanotypie Reproduzierbarkeit indexikalität index illustration repräsentation kontaktdruck darstellung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Kowalewski (Author), 2015, Anna Atkins' "British Algae: Cyanotype Impressions". Über den bildgebenden Kontaktdruck und ästhetischen Eindruck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433510
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