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BÜNDNIS 90 – Entwicklungen in einer grünen Partei

Título: BÜNDNIS 90 – Entwicklungen in einer grünen Partei

Tesis (Bachelor) , 2005 , 53 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Carsten Socke (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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Der Zusammenbruch der DDR hat Deutschland, mit der deutsch-deutschen Vereinigung vor fünfzehn Jahren, vor eine enorme Herausforderung gestellt. Diese Vereinigung war allumfassend politisch, ökonomisch, gesellschaftlich und machte natürlich auch vor dem Parteiensystem nicht halt. Schnell übernahmen die etablierten Parteien des Westens die Führungsrolle im politischen Meinungsbildungsprozess, der in der Praxis bald ähnlich ablief, wie dies im „Referenzsystem Bundesrepublik“ der Fall war.
Abgeschlossen wurde dieser Prozess mit der Vereinigung von Bündnis 90 und den Grünen im Jahre 1993. Dabei sollte es sich, im Gegensatz zu den anderen Ost-West-Parteivereinigungen, nicht um eine bloße Übernahme des Ost-Partners handeln, sondern eine Vereinigung zweier gleichberechtigter Parteien stattfinden. Alle anderen westdeutschen Parteien hatten sich bereits vor der Wiedervereinigung mit ihrem ostdeutschen Pendant vereinigt, und waren schon zur ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 gemeinsam angetreten. Erst einen Tag später haben sich die Grünen mit ihrer ostdeutschen „Schwesterpartei“ vereinigt. Man vollzog also in knapp drei Jahren gleich zwei Vereinigungen mit ostdeutschen Parteien. Jürgen Hoffmann spricht in diesem Zusammenhang auch von der „doppelten Vereinigung“. Zudem waren die Grünen die einzigen, die bereit waren, ihren Namen im Verlauf des Vereinigungsprozesses zu ändern.
Die Ausgangssituation, die sich den Grünen in Ostdeutschland Anfang der Neunziger bot, schien viel versprechend. Schließlich bestand das Bündnis 90 personell aus einer Vielzahl von Aktivisten der Bürgerbewegung, die bei der ostdeutschen Bevölkerung ein hohes Ansehen besaßen, so dass man sich eine sichere Wählerschicht im Osten erhoffte. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Vereinigung aus Bündnis 90, den Grünen und den Ost-Grünen als ein Paradebeispiel für ein erfolgreiches, gleichberechtigtes Zusammengehen von Ost und West zu werten ist.
In wie weit dieser erste Eindruck richtig oder falsch ist, soll sich im Verlauf dieser Arbeit klären. Sind Bündnis 90/Die Grünen wirklich die Verschmelzung zweier gleichberechtigter Partner, oder ist das Bündnis 90 zwölf Jahre nach der Fusion in Wirklichkeit nicht nur noch Teil des Namens und innerparteilich abgemeldet?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Forschungsstand

2. Entstehung und Entwicklung der Grünen in der BRD

2.1. Ursprung – außerparlamentarische Opposition der Siebziger

2.2. Gründung der Partei „Die Grünen“

2.3. 1980 - 1989 turbulente grüne Jahre

2.4. „Burgfrieden“ der Neunziger

3. Entstehung und Entwicklung des Bündnis 90

3.1. DDR-Opposition als Keimzelle

3.2. Der revolutionäre Herbst 1989

3.3. Bündnis 90 – von der Bewegung zur Partei

3.3.1. Wahlbündnisse als erste Schritte zur Partei

3.3.2. Vom Wahlbündnis zur Bundespartei

4. Der Zusammenschluss zum Bündnis 90/Die Grünen

4.1. Zusammenschluss als einzige Option

4.2. Meinungsverschiedenheiten im Verhandlungsprozess

4.2.1. Weltanschauliche Differenzen

4.2.2. Inhaltliche Differenzen

4.2.3. Verhältnis zwischen Bündnis 90 und Ost-Grünen

4.2.4. Widerstand im Bündnis 90

4.3.Verhandlungsergebnisse und Assoziationsvertrag

4.3.1. Grundkonsens

5. Bündnis 90 als Teil von Bündnis 90/Die Grünen

5.1 . Schneller Einflussverlust des Bündnis 90

5.2. Zurück zu grünen Werten

5.3. Mangel an profilierten Persönlichkeiten

6. Bündnis 90/Die Grünen in Ostdeutschland

6.1. Mitgliederzahlen

6.2. Wahlergebnisse der Grünen in Ostdeutschland

6.3. Gründe der Erfolglosigkeit im Osten

6.3.1. Fehlen der traditionellen Wählerschichten im Osten

6.3.2. PDS als Konkurrenz

6.3.3. Falsche Themensetzung

6.4. Sind die Grünen eine Regionalpartei des Westens?

7. Resümee & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Vereinigung von Bündnis 90 und den Grünen im Jahr 1993 tatsächlich als Fusion zweier gleichberechtigter Partner zu bezeichnen ist oder ob das Bündnis 90 in der gesamtdeutschen Partei faktisch an politischem Einfluss verloren hat und marginalisiert wurde.

  • Entstehung und historischer Kontext beider Parteien
  • Analyse des Vereinigungsprozesses und des Assoziationsvertrages
  • Untersuchung der innerparteilichen Entwicklung nach der Fusion
  • Gründe für den mangelnden politischen Erfolg in Ostdeutschland
  • Status von Bündnis 90/Die Grünen im ostdeutschen Parteiensystem

Auszug aus dem Buch

3.1. DDR-Opposition als Keimzelle

Ähnlich wie bei den Grünen, findet man die Wurzeln des Bündnis 90 in systemkritischen, oppositionellen Gruppen, wenn auch in einem anderen Staat und unter anderen Voraussetzungen. Dennoch kann man den Ursprung beider Organisationen in der außerparlamentarischen Opposition, als einen gemeinsamen Schnittpunkt betrachten.

Opposition gegen das SED-Regime gab es zu jedem Zeitpunkt der DDR-Geschichte. Zu Beginn recht spektakulär, erinnert sei hier nur an die Arbeiterproteste der Fünfziger Jahre, später, aufgrund der massiven Präsenz der Staatssicherheit, eher im Geheimen. In den Sechziger, Siebziger und Achtziger Jahren verlagerten sich die unabhängigen politischen Bestrebungen mehr und mehr in den Schutzraum der Kirchen, sowie in das Milieu der sozialistisch geprägten Intellektuellen. Die Kirche war dabei bis Mitte der Achtziger Jahre der einzige Raum, in dem intellektuelle Protestgruppen entstehen konnten. Dabei handelte es sich meist um informelle Gruppen, die untereinander kaum vernetzt, und deren Interessen oft unterschiedlich gelagert waren (Umwelt-, Menschenrechts-, Friedensgruppen). Interessant ist auch, dass die oppositionellen Gruppen der Achtziger Jahre, weder personell noch ideologisch, nahezu keine Berührungspunkte mit den Oppositionellen der ersten drei Jahrzehnte der DDR besaßen. In den neuen informellen Gruppen dominierten subkulturelle Orientierungen und eine große Distanz zu jeder Form formaler Organisation. Von daher war ihr Einfluss auch nur sehr begrenzt und nicht vergleichbar mit den großen oppositionellen Organisationen der Nachbarländer, wie der Charta 77 in der CSSR oder der Solidarnosc in Polen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der politischen Vereinigungsprozesse nach der deutschen Wiedervereinigung ein und formuliert die Forschungsfrage zur gleichberechtigten Verschmelzung von Bündnis 90 und den Grünen.

2. Entstehung und Entwicklung der Grünen in der BRD: Das Kapitel zeichnet den langen Entwicklungsprozess der Grünen von der außerparlamentarischen Opposition bis zur Etablierung im Parteiensystem der Bundesrepublik nach.

3. Entstehung und Entwicklung des Bündnis 90: Hier werden die Wurzeln des Bündnis 90 in den ostdeutschen Bürgerbewegungen sowie der Transformationsprozess von der informellen Bewegung zur eigenständigen Partei beleuchtet.

4. Der Zusammenschluss zum Bündnis 90/Die Grünen: Dieses Kapitel analysiert die Verhandlungen zur Parteienfusion, die weltanschaulichen und inhaltlichen Unterschiede sowie die Faktoren, die letztlich zum Assoziationsvertrag führten.

5. Bündnis 90 als Teil von Bündnis 90/Die Grünen: Der Text beschreibt den Prozess des Einflussverlustes der Bürgerrechtler innerhalb der neuen Gesamtpartei und die Abkehr von ursprünglich bürgerbewegten Schwerpunkten.

6. Bündnis 90/Die Grünen in Ostdeutschland: Das Kapitel untersucht das Dilemma der Partei in den neuen Bundesländern, insbesondere die geringe Mitgliederbasis, mangelnde Wahlerfolge und die starke Konkurrenz durch die PDS.

7. Resümee & Ausblick: Diese Zusammenfassung zieht ein kritisches Fazit über die gescheiterte Vision einer gleichberechtigten Fusion und bewertet die heutige Situation der Partei als westdeutsch geprägte Organisation.

Schlüsselwörter

Bündnis 90, Die Grünen, Parteienvereinigung, Ostdeutschland, Bürgerbewegung, DDR-Opposition, Assoziationsvertrag, Wahlergebnisse, PDS, politischer Einfluss, Transformation, Westdeutsche Regionalpartei, Wiedervereinigung, Parteiensystem, Fundi-Realo-Kontroverse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Prozess und die Folgen der Vereinigung von Bündnis 90 und den Grünen zu einer gemeinsamen Partei im Jahr 1993.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Entstehungsgeschichten beider Organisationen, die Dynamik ihres Fusionsprozesses sowie die politische Situation der Bündnisgrünen in Ostdeutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, ob die Vereinigung eine Verschmelzung zweier gleichberechtigter Partner darstellte oder ob das Bündnis 90 in der Realität an den Rand der politischen Bedeutungslosigkeit gedrängt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Wahlergebnissen, Mitgliederstatistiken und historischen Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der Vorgeschichte in den beiden deutschen Staaten über die Verhandlungsprobleme bei der Fusion bis hin zur kritischen Bestandsaufnahme der Parteientwicklung im Osten zwölf Jahre nach dem Zusammenschluss.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Parteienvereinigung, Bündnis 90, DDR-Opposition, Assoziationsvertrag und politischer Einflussverlust.

Warum konnte sich Bündnis 90 nach der Fusion nicht gegen die Grünen durchsetzen?

Dies lag primär am extremen Größenverhältnis von 1:15 sowie an der mangelnden Anpassung der ostdeutschen Bürgerrechtler an die für sie fremde Parteienkultur der westdeutschen Grünen.

Welche Rolle spielt die PDS für den Misserfolg der Bündnisgrünen in Ostdeutschland?

Die PDS konnte sich im Osten als die regionale Interessenvertretung etablieren, die viele Themen, für die eigentlich die Grünen stehen, erfolgreich besetzte und somit den Raum für eine grüne Partei blockierte.

Final del extracto de 53 páginas  - subir

Detalles

Título
BÜNDNIS 90 – Entwicklungen in einer grünen Partei
Universidad
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Calificación
2,0
Autor
Carsten Socke (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
53
No. de catálogo
V43414
ISBN (Ebook)
9783638412155
ISBN (Libro)
9783638706575
Idioma
Alemán
Etiqueta
BÜNDNIS Entwicklungen Partei
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Carsten Socke (Autor), 2005, BÜNDNIS 90 – Entwicklungen in einer grünen Partei, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43414
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