2017, ein ganz besonderes Jahr. Wir feiern nämlich nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern man gedenkt und erinnert vor allem in der Schweiz einem großen Heiligen aus dem 15. Jahrhundert. Niklaus von Flüe.
Geboren ist der „lebendige Heilige“ 1417 als Sohn eines wohlhabenden Bergbauers in Flüe. 1444 heiratete er Dorothea Wyss und hatte zehn Kinder mit ihr. Als Soldat und späterer Hauptmann nahm er an mehreren Kriegen teil. Seine Hände waren von schwerer Arbeit gezeichnet und sein Leben war früh von mystischen Visionen geprägt. Mit der Einwilligung seiner Frau begab er sich mit 50 Jahren zu Gott in die Einsamkeit. Ab diesem Zeitpunkt spricht man von Bruder Klaus. Seinen Frieden fand er nach einer kurzen, schmerzhaften Krankheit am 21. März 1487.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Quellenkundliche Einordnung der Edition
3 Aussagekraft der Quellenedition in Bezug auf die Frömmigkeitsgeschichte
3. 1 Heiligkeit im Mittealter und Askese
3. 2 Pilgerfahrten
3. 3 Schenken und Stiften
3. 4 Fazit Aussagekraft zur Frömmigkeitsgeschichte
4 Einordnung der Edition in den Forschungskontext
4. 1 Vergleichbare Quellen in anderen Landschaften
4. 2 Nutzung der Quellenedition in der Forschung
5 Interpretation eines Quellenauszuges
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die quellenkundliche Bedeutung der Quellenedition von Dr. Robert Durrer über Bruder Klaus (Niklaus von Flüe) und analysiert deren Aussagekraft für die Frömmigkeitsgeschichte des späten Mittelalters, wobei sie gleichzeitig in einen breiteren Forschungskontext eingeordnet wird.
- Quellenkundliche Einordnung der Edition von Robert Durrer
- Analyse der Frömmigkeitsgeschichte (Heiligkeit, Askese, Pilgerfahrten, Stiftungen)
- Vergleich der Quellenlage zu Niklaus von Flüe mit Jeanne d’Arc
- Bedeutung der Quellenedition für die moderne Forschung
- Interpretation eines ausgewählten bischöflichen Mandats zur Prüfung des Eremiten
Auszug aus dem Buch
VII. 1469, Anfang April. Bischof Hermann von Konstanz gibt seinem Weihbischof Thomas, Bischof von Agothopolis, den Auftrag, die wunderbare Enthaltsamkeit des Bruder Klaus zu prüfen.
Hermann (von Gottes und des apostolischen Stuhles Gnaden Bischof von Konstanz), dem ehrwürdigen in Christo Vater und Herrn, Herrn Thomas von gleichen Gnaden Bischof von Agothopolis, unserem Genelarvikar in geistlichen Dingen Gruss im Herrn und Anempfehlung getreuer Besorgung des Auftrages. Schon in verflossenen Tagen wurde zu unsern Ohren gebracht, wie in Unterwalden und fast im ganzen Gebiete der Eidgenossen ein nachhaltiges Gerücht, unbekannt durch welche Machenschaften oder Verursachung, entstanden sei und durch das Zeugnis vieler daselbst bestätigt werde, dass ein gewisser Laie, Nikolaus von Fluocht genannt, ein Mann von lobenswertem Lebenswandel bei Gott dem Allmächtigen so viel durch seine Tugendwerke erlangt und zu stande gebracht, dass dieser glorreiche Gott, dem alles bekannt und möglich, diesen Nikolaus
mit latente et dilatata existit, quod plures sexus utriusque homines circumcirca moram habentes et spirituales et seculares, illi fidem adhibentes diatim et alias captata oportunitate, ipsum Nicolaum et eius habitacionis locum frequentent et illic concursum habeant magnum, estimantes eum esse virum sanctum et se cam eo aliquid premij consequi scilicet non parva beneficia inde reportare.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Niklaus von Flüe als Nationalheiligen und die Zielsetzung der Arbeit dar, die auf der Quellenedition von Dr. Robert Durrer basiert.
2 Quellenkundliche Einordnung der Edition: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau und die Bedeutung der von Robert Durrer herausgegebenen Quellenedition, welche die Grundlage für die Analyse bildet.
3 Aussagekraft der Quellenedition in Bezug auf die Frömmigkeitsgeschichte: Hier wird untersucht, wie die Edition verschiedene Aspekte der Frömmigkeit wie Askese, Pilgerfahrten und Schenkungen/Stiftungen beleuchtet.
4 Einordnung der Edition in den Forschungskontext: Das Kapitel vergleicht die Quellenlage von Bruder Klaus mit der von Jeanne d’Arc und bewertet die Nutzung der Edition durch die moderne Forschung.
5 Interpretation eines Quellenauszuges: Dieses Kapitel interpretiert ein bischöfliches Schreiben aus dem Jahr 1469, das die Überprüfung der Nahrungslosigkeit des Bruder Klaus zum Gegenstand hat.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die anhaltende Relevanz der Quellen zu Niklaus von Flüe für die heutige Forschung.
Schlüsselwörter
Bruder Klaus, Niklaus von Flüe, Frömmigkeitsgeschichte, Quellenedition, Robert Durrer, Askese, Wallfahrt, Mittelalter, Heiligenverehrung, Jeanne d'Arc, Stiftungen, Bistum Konstanz, Nahrungslosigkeit, Forschungskontext, Historische Quellen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historisch-kritische Quellenedition von Robert Durrer über Niklaus von Flüe und untersucht deren Relevanz für die Erforschung der Frömmigkeit im späten Mittelalter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Askese, dem spätmittelalterlichen Wallfahrtswesen, der Praxis des Schenkens und Stiftens sowie der Funktion von Heiligen in der Gesellschaft.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den wissenschaftlichen Wert der Quellenedition von Durrer aufzuzeigen und zu prüfen, wie sich Bruder Klaus in einen übergeordneten historischen Forschungskontext einordnen lässt.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es wird eine quellenorientierte Analyse durchgeführt, die durch den Vergleich mit anderen historischen Persönlichkeiten wie Jeanne d’Arc und die gezielte Interpretation eines ausgewählten Quellentextes ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Hausarbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die quellenkundliche Einordnung, die Untersuchung frömmigkeitsgeschichtlicher Aspekte und die Einordnung der Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Bruder Klaus, Frömmigkeitsgeschichte, Quellenedition, Askese, Wallfahrtswesen und Heiligenverehrung.
Warum wird im Kapitel 5 ein bischöfliches Mandat von 1469 genauer untersucht?
Das Dokument dient als konkretes Fallbeispiel, um die bischöfliche Skepsis und die kirchliche Sorge vor Aberglauben im Zusammenhang mit der angeblichen Nahrungslosigkeit des Eremiten zu illustrieren.
Welchen Stellenwert nimmt der Vergleich mit Jeanne d’Arc in der Arbeit ein?
Dieser Vergleich dient dazu, die Einzigartigkeit von Niklaus von Flüe zu verdeutlichen und methodische Unterschiede in der jeweiligen Quellenlage aufzuzeigen.
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- Stephanie Mütterlein (Author), 2017, Bruder Klaus und die Frömmigkeit im späten Mittelalter. Leben und Einfluss des seligen Nikolaus von Flüe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434398