Entwicklung des Crowdfundings in Deutschland


Projektarbeit, 2016
25 Seiten, Note: 1,3
Verena Bartlmann (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Crowdfunding
2.1 Definition Crowdfunding
2.2 Die vier Arten des Crowdfundings

3 Ursprung des Crowdfundings

4 Entwicklung des Crowdfundings

5 Crowdfunding Plattformen
5.1 Equity-Based- Plattformen
5.2 Lending-Based Crowdfunding-Plattformen
5.3 Rewarded-Based Crowdfunding- Plattformen

6 Zukunft des Crowdfundings

7 Vor- und Nachteile des Crowdfundings

8 Beispiele für erfolgreiches Crowdfunding
8.1 Bragi
8.2 Panono GmbH

9 Fazit

III Literaturverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Marktvolumen der alternativen Finanzierungsart in Deutschland (2013-2015)

Abb. 2: Verteilung der alternativen Finanzierungsform in Deutschland (2013 - 2015)

Abb. 3: Die Entwicklung des Crowdfundigs

Abb. 4: Crowdfinanzierung ohne finanzielle Gegenleistungen in Deutschland

Abb. 5. Projektübersicht von Kickstarter (2016)

Abb. 6: The Dash von Bragi

Abb. 7: Der Kameraball der Panono GmbH

1 Einleitung

"Effective crowdfunding is not about relying on the kindness of strangers, it’s about relying on the kindness of your crowd. There’s a difference." [1] - so lautet ein Zitat von der TED Sprecherin, Crowdfunding Pionier und Künstlerin Amanda Palmer.

Mit Hilfe von Kickstarter konnte sie im Jahr 2012 1,2 Millionen US-Dollar für ihr Soloalbum einsammeln.[2]

Crowdfunding hat sich mittlerweile zur alternativen Finanzierungsform entwickelt. Mittlerweile ist sie auch in Deutschland angekommen. Ein berühmtestes Beispiel: Die Crowdfinanzierung der TV-Serie „Stromberg“ Ende 2011. Insgesamt erreichte das eingesammelte Kapital eine Million Euro.[3]

Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema Crowdfunding. Zunächst wird der Begriff definiert, um anschließend auf die vier verschiedenen Arten des Crowdfundings näher einzugehen. Zudem werden weiterführende Begriffe im Zusammenhang mit der alternativen Finanzierungsform aufgezeigt.

Obendrein wird grob dargestellt, wo der Ursprung des Crowdfundings liegt, ebenso wie die Entwicklung in Deutschland bis heute verlaufen ist. Auch zukünftige und politische Ebenen werden in der Projektarbeit erörtert.

Im Anschluss werden die Vor- und Nachteile sowie Beispiele für erfolgreiche Crowdfunding-Projekte in Deutschland vorgestellt. Abgeschlossen wird die Projektarbeit mit einem Fazit.

2 Crowdfunding

In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Begriffe des Crowdfundings erläutert. Zunächst erfolgt eine Definition, um die vier Arten des Crowdfundings verstehen zu können.

2.1 Definition Crowdfunding

Mit dem gemeinsamen Kauf eines Geburtstagsgeschenkes lässt sich der Begriff Crowdfunding verständlich erklären: Es schließen sich Personen zusammen, um einer beschenkten Person einen Wunsch zu erfüllen. Die Geschenkidee wird vorgestellt, wobei sich jeder, der sich beteiligen möchte einen Betrag beisteuern kann.

Genau dieses Prinzip gilt auch für die Planung und Verwirklichung von Crowdfunding-Projekten im Internet.

„Crowdfunding ist [dementsprechend] ein gemeinsames Streben von Menschen, die sich zusammentun und Geld über das Internet einsammeln, um im Vorhaben anderer Menschen beziehungsweise Organisationen zu investieren oder sie zu unterstützen.“[4]

Dabei fungiert der Gründer als Initiator, der sein Projekt oder seine Idee finanzieren lassen möchte. Zielgruppe ist die Crowd, eine Gruppe von Menschen, welche das Kapital, unter der Bedingung, dass sie die Idee für interessant und unterstützenswert finden, bereitstellt.[5] Dabei sind die Investoren meist Privatpersonen.[6]

Im Gegenzug erhalten die Investoren oftmals kreative Gegenleistungen bei einer erfolgreicheren Umsetzung des Projektes, obwohl die Gegenleistung nicht vertraglich garantiert ist. Öfters erhalten Investoren aber auch ein fertiges Produkt bei einer klassischen Vorfinanzierung.[7]

Die Angebote (Ideen) und die Nachfrage (an den Ideen Interessierte) werden auf einem Marktplatz, und zwar einer Crowdfunding-Plattform zusammengebracht.[8]

2.2 Die vier Arten des Crowdfundings

Insgesamt existieren vier Arten von Crowdfunding. Jede Art unterscheidet sich von der Fokussierung und vom Investing der Crowd.

Das sogenannte Lending-Based Crowdfunding garantiert den Investoren feste monatliche Zinsen und Tilgungsraten während einer festgelegten Laufzeit.[9] Das Synonym lautet Crowdlending und lässt sich in Peer-to-Peer Consumer Lending und Peer-to-Peer Business Lending differenzieren:

Beim ersten fungieren Privatpersonen sowohl als Kreditnehmer als auch als Kreditgeber. Beim Peer-to-Peer Business Lending agieren Privatpersonen nur als Kreditgeber. Kreditnehmer sind in diesem Fall Unternehmen.[10]

Dabei fokussiert sich Crowdlending auf Privatpersonen, Startups und Kleine-und Mittelständische Unternehmen (KMUs).[11]

Auch das Equity-Based Crowdfunding fokussiert sich auf Startups, aber auch auf Immobilie-Projekte. In diesem Fall erhalten Investoren keine festen Zinsen und Tilgungsraten, sondern werden am Eigenkapital beziehungsweise am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Es erfolgt somit eine finanzielle Gegenleistung, weshalb es auch als Crowdinvesting bezeichnet wird.[12]

Sind Investitionen nur spendenbasiert, ohne Erwartungen von jeglichen Gegenleistungen, spricht man von einem Donation-Based Crowdfunding oder auch kurz Crowddonation. Meist erhält man jedoch eine Spendenquittung, wenn beispielsweise gemeinnützige Projekte, worauf der Fokus liegt, unterstützt werden.[13]

Die letzte Art des Crowdfunding legt ihren Fokus auf kreative, soziale und nachhaltige Projekte. Das Rewarded-Based Crowdfunding erhält von den Investoren finanzielle Unterstützung. Als Gegenleistungen dienen meist materielle Gegenleistungen, dies können Sachleistungen sein, die geringer oder höher sind als der unterstützende Geldbetrag.[14] Ein Beispiel wäre, wenn ein Investor 100 € für ein Projekt/ eine Idee spenden würde und im Gegenzug Handschuhe mit dem Unternehmenslogo des Initiators erhält.

2.3 Weitere Begriffe im Zusammenhang mit Crowdfunding

2.3.1 Crowdfunding Kampagne

Eine Crowdfunding Kampagne ist unabdingbar, um Investoren zu finden. Es wird zunächst eine feste Laufzeit vom Initiator festgesetzt, in der die Crowd von dem Projekt überzeugt werden soll. Es sollte so konzipiert werden, dass die Chancen auf Unterstützung der Plattformbesucher so hoch wie möglich sind.

Dabei spielt die Aufmerksamkeit eine erhebliche Rolle: Sei es durch Social-Media-Kanäle und Aktivitäten. Eine gute Kommunikation ist wichtig, dazu sollten Videos, Mitteilungen zum Status Quo und zu den Updates des Projektes, verwendet werden.

Es sollte eine Vertrauensbasis zwischen Crowd und Initiatoren herrschen, dies motiviert beide Seiten und fördert das Engagement der Crowd.[15]

2.3.2 Fundingsschwelle

Der Begriff Fundingschwelle meint die Mindestsumme, die erreicht werden muss, damit ein Investment zustande kommt. Es wird auch als Mindestfinanzierungsschwelle bezeichnet.

Das heißt also, dass ein Projekt beziehungsweise eine Startup Gründung erst zu Stande kommt, wenn eine bestimmte Schwelle erreicht ist. Geschieht dies nicht, weil zu wenig Geld investiert wurde, erhalten die bisherigen Investoren ihr Geld zurück. Hier gilt das Alles-oder-Nichts- Prinzip.[16]

2.3.3 Fundinglimit

Das Fundinglimit zeigt die maximal mögliche Fundingsumme auf, die insgesamt investiert werden kann. Es „[…] ist die obere Grenze der Investments, bis zu der das Startup Kapital einsammeln möchte.“[17] Bei Erreichung der Fundingsumme kann das Funding entweder beendet werden, oder vom Startup erhöht werden.

Wichtig dabei ist, dass die Investoren nur zu einem festgelegten Zeitraum, der Finanzierungsrunde, investieren können. Nach Erreichung des Limits, und des damit endenden Fundings, können keine weiteren Investitionen getätigt werden, sofern das Fundinglimit nicht nochmals erhöht wird.[18]

3 Ursprung des Crowdfundings

Als erste Crowdfunding-Plattform gilt das im Jahr 2003 gegründete ArtistShare. Interessanterweise funktionierte dies auf dem Prinzip wie wir es heute kenne. Dennoch wurde der Begriff Crowdfunding an sich noch nicht verwendet. Erst die Plattform SellaBand im Jahr 2006 benutzte diesen Begriff.

Den Ursprung findet das Crowdfunding also im Jahr 2006 in den USA. Dort galt es lange Zeit als alternatives Finanzmittel für Kreativ- und Wohltätigkeitsprojekte. Von dort aus schwappte es langsam nach Europa über.[19]

Schließlich bediente sich Kickstarter an dem Begriff ab 2009. Sie ist bis heute einer der erfolgreichste amerikanischen Crowdfunding Plattformen.[20]

Durch die Etablierung in den USA, nahm auch die Aktivität seit Anfang 2011 in Deutschland zu.

Dennoch war der Begriff Crowd schon im Jahre 2006 populär, als der Blogger Jeff Howe den Ausdruck Crowdsourcing prägte. Das Wort leitete sich dabei aus Crowd, also die Menge an Menschen, und Outsourcing, „[…] [das] Zurückgreifen auf externe Dienstleister für bestimmte Aufgaben […]“[21] ab.

Ein bekanntes Beispiel für die Umsetzung dieses Prinzips ist Wikipedia, eine frei zugängliche Enzyklopädie.

4 Entwicklung des Crowdfundings

Eine Studie der Universität Cambridge analysierte die Entwicklung der europäischen Crowdfunding-Szene. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 5,4 Milliarden Euro an Fundingvolumen investiert. Dies ist ein Wachstum von circa 92 % (2014).[22] Zu beachten ist jedoch, dass es über die verschiedenen Crowdfunding-Arten verteilt gewesen ist.

Ein Großteil des vermittelten Fundingvolumens belegt Großbritannien mit 81 %, da sind circa 4,412 Milliarden Euro. Doch auch der französische (319 Millionen Euro) und deutsche Markt (249 Millionen Euro) wachsen, wenn auch nur sehr langsam im Gegensatz zu Großbritannien.[23]

In folgender Abbildung wird das Marktvolumen der alternativen Finanzierungsform von den Jahre 2013 bis 2015 aufgezeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Marktvolumen der alternativen Finanzierungsart in Deutschland (2013-2015)

Quelle: University of Cambridge [2016], S.55

In der Abbildung ist deutlich zu erkennen, dass das Wachstum abgenommen hat. Während das Wachstum vom Jahr 2013 mit 65 Millionen Euro 115 % betrug, betrug das Wachstum von 2014 auf 2015 lediglich 78 %.

Wie vorhin vorgestellt, betrug das Fundingvolumen in Europa 55,4 Milliarden Euro. Davon hat die deutsche Crowd einen Anteil von 249 Millionen Euro, verteilt über die verschiedenen Crowdfunding-Arten. Wie sah nun die Verteilung für die Jahre 2013 bis 2015 aus?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Verteilung der alternativen Finanzierungsform in Deutschland (2013 - 2015)

Quelle: University of Cambridge [2016], S.55

[...]


[1] Vgl. Goodreads [o.A.]

[2] Vgl. The Guardian [2012].

[3] Vgl. Orthwein [2014], S. 7.

[4] Schramm & Carsten [2014], S. 6

[5] Vgl. Shramm & Carsten [2014], S. 6

[6] Vgl. Hüfner [2016]

[7] Vgl. Fuer-gruender.de [2015], S.1

[8] Vgl. Schramm & Carsten [2014], S. 6

[9] Vgl. Doberstein [o.A.]

[10] Vgl. Sixt [2014], S. 57

[11] Vgl. Sixt [2014], S. 57

[12] Vgl. Sixt [2014], S. 57

[13] Vgl. Fuer-gruender.de [2015], S.2

[14] Vgl. Sixt [2014], S. 57

[15] Vgl. Table of Visions [o.A(a)]

[16] Vgl. Auxmoney [2015]

[17] Vgl. Seedmatch [o.A.(a)]

[18] Vgl. Seedmatch [o.A.(a)]

[19] Vgl. Sixt [2014], S. 58

[20] Vgl. Table of Visioins [o.A.(b)]

[21] Sterblich, et al. [2015], S. 11

[22] Vgl. University of Cambridge [2016], S.24

[23] Vgl. Seedmatch [2016]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Entwicklung des Crowdfundings in Deutschland
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V434402
ISBN (eBook)
9783668761438
ISBN (Buch)
9783668761445
Dateigröße
1262 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung, crowdfundings, deutschland
Arbeit zitieren
Verena Bartlmann (Autor), 2016, Entwicklung des Crowdfundings in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434402

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