Innovationsmanagement in Unternehmen. Das Betriebliche Vorschlagswesen und der Kontinuierliche Verbesserungsprozess im Vergleich


Projektarbeit, 2016
25 Seiten, Note: 1,3
Verena Bartlmann (Autor)

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW)
2.1 Definition des BVW
2.2 Ziele des BVW
2.3 Vergütung im BVW
2.4 Das BVW in der Praxis
2.5 Vor- und Nachteile des BVW

3 Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP)
3.1 Definition des KVP
3.2 Ziele des KVP
3.3 Vergütung im KVP
3.4 Der KVP in der Praxis
3.5 Vor- und Nachteile des KVP

4 Bewertung des Einsatzes beider Strategien

5 Fazit - Empfehlung einer Strategie

III Literaturverzeichnis

IV Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Vorteile von Innovation für Unternehmen
Abb. 2: Vorgehensweise BVW
Abb. 3: Der PDCA-Zyklus
Abb. 4: KVP-Prinzipien oder das Yin und Yan des KVP
Abb. 5: Herkömmliches Denken vs. KVP-Denkweise

1 Einleitung

„Fresh thinking that creates value”[1] (Wertschöpfende, frische Denkweisen) – so lautet eine von diversen Definitionen zum Begriff „Innovation”. Innovationen sind der Treiber für die Weiterentwicklung von Gesellschaften. Sie erhöhen die Wohlfahrt, die Qualität und den Standard unseres Lebens und steigern den Erfolg des gesellschaftlichen Lebens. Im Fokus von Innovationen stehen Unternehmen, aus denen diese Neuerungen hervorgehen. Sie sind das Labor, in denen Innovationen entwickelt werden und die neue Erfindungen auf den Markt bringen und somit den Gesellschaften auf lange Sicht einen Mehrwert bieten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Tempo der Innovationsentwicklung rasant beschleunigt.[2] Elektronikanbiete Sony, zum Beispiel, bringt jährlich bis zu 5000 neue Produkte auf den Markt und die Entwicklungszeit von neuen Medikamenten hat sich im Laufe der letzten Jahre von einer Durchschnittsdauer von zehn auf vier Jahre verkürzt.[3] Diese Geschwindigkeit erhöht den auf den Unternehmen liegenden Druck, innovativ zu sein, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Prognosen besagen, dass nur Unternehmen, die auf Innovationen setzen, auf lange Sicht konkurrenz- und marktfähig bleiben können.[4]

Innovativ zu sein, stellt für Unternehmen vor große Herausforderungen, aber gleichzeitig auch vor vielfältige Möglichkeiten. Die Abbildung zeigt, welche Vorteile innovative Unternehmen aus Neuentwicklungen mitnehmen können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Vorteile von Innovation für Unternehmen

Quelle: InnoSupport [2009], o.S..

Innovation kann durch die Erschließung und den Aufbau neuer Märkte stattfinden. Innovation kann die Rentabilität, die Wettbewerbsfähigkeit, den Marktanteil und das Marktwachstum steigern und die Produktionskosten senken. Außerdem kann Beschäftigung generiert werden, etc. Die Liste der Vorteile ist lang, allerdings bedarf ein innovatives Unternehmen auch einer spezifischen Planung und besonderes Systeme, um neue Produkte, Prozesse oder Optimierung zu fördern.

Innovationen basieren auf Ideen, also auf dem schöpferischen Denken von Menschen. Für Unternehmen stellen die Mitarbeiter mit ihren Vorschlägen und Ideen also eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Neuerungen dar. Es gilt das kreative Potenzial der Mitarbeiter zu erkennen und für sich zu nutzen.[5] Die Möglichkeiten Ideen zu fördern und zu managen sind vielfältig und die Wissenschaft und unternehmerische Praxis zeigt zahlreiche Möglichkeiten und Modelle auf, die für verschiedene Unternehmen unterschiedlich gut geeignet sind: Jedes Unternehmen hat eigene Prozesse, Ideologien und Kulturen für die verschiedene Systeme gut passend sind.[6]

Diese Arbeit stellt zwei Strategien bzw. Systeme für Unternehmen vor, die genutzt werden können, um die Kreativität der Mitarbeiter zu nutzen, um Innovationen in Unternehmen voranzutreiben und zu entwickeln. Zuerst wird das „Betriebliche Vorschlagswesen“ (BVW) und anschließend der „Kontinuierliche Verbesserungsprozess“ (KVP) vorgestellt. Es werden die Vorgehensweise und die Ziele des jeweiligen Systems erläutert. Anschließend wird erklärt, inwieweit die von den Mitarbeitern hervorgebrachten Ideen vergütet werden. Desweiteren wird beleuchtet, wie die beiden Systeme in der Praxis tatsächlich angewendet werden und die Vor- und Nachteile beider Strategien gegenübergestellt. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird dargestellt, ob und wie sich die beiden Herangehensweisen auch in Kombination benutzen lassen. Abschließend wird versucht sich einer Handlungsempfehlung für Unternehmen zu nähern.

2 Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW)

Das Ideenpotenzial der Mitarbeiter zu nutzen, hat seinen Ursprung im späten 19. Jahrhundert. Hier fanden – insbesondere in großen Industrieunternehmen – die Vorschläge der Mitarbeiter bereits systematisch ihren Weg in den Unternehmensprozess. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entdeckten auch andere Branchen die Vorteile der Ideennutzung.[7] In diesem Kapitel wird zunächst das Betriebliche Vorschlagswesen, kurz BVW, vorgestellt. Der erste Abschnitt befasst sich mit der Definition dieser Strategie, bzw. mit der Erklärung des konkreten Vorgehens. Außerdem wird auf die Ziele des BVW eingegangen und dargestellt und wie Mitarbeiter für ihre Ideen vergütet werden. Im vierten Teil dieses Abschnittes wird darauf eingegangen, wie sich das BVW in der Praxis schlägt und wo es an seine Grenzen stößt. Als letztes werden zusammenfassend die Vor- und Nachteile des Systems gegenübergestellt.

2.1 Definition des BVW

Das Betriebliche Vorschlagswesen ist ein Teil des Ideenmanagements in Unternehmen und ist darauf ausgerichtet, die Ideen und die Kreativität der eigenen Mitarbeiter in die Organisation mit einzubinden und das Potenzial dieser für das Unternehmen zu nutzen. Es beschränkt sich also auf interne Ideen, die zu jeglicher Art von Verbesserung oder Neuerung führen können. Die Mitarbeiter werden angehalten ihre Vorschläge einzureichen und werden für erfolgreich umgesetzte Ideen meist monetär prämiert.[8] Man spricht auch von interner oder „closed innovation“, da sich der Innovationsfindungsprozess ausschließlich oder zumindest bis zu einem gewissen Grad innerhalb des Unternehmens stattfindet.[9] Die Strategie des BVW mag in der praktischen Umsetzung von Unternehmen zu Unternehmen variieren, aber dennoch gibt es einen groben Leitfaden für die Vorgehensweise, wie sie in vielen Unternehmen durchgeführt wird. Die Abbildung zeigt den modellhaften Ablauf, von der Ideeneinreichung der Mitarbeiter bis hin zur Umsetzung der Idee.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Vorgehensweise BVW

(Quelle: BGW Online [2013], o.S.)

Im ersten Schritt reicht ein Mitarbeiter eine Idee ein – er macht einen Vorschlag. Dieser wird von einem BVW-Beauftragten gesichtet und an eine Kommission weitergeleitet, die den Vorschlag prüft und eine Empfehlung ausspricht, welche letztlich von der obersten Leitung angenommen oder abgelehnt wird. Diese ordnet – bei gutheißen der Idee - die Umsetzung dieser an. Der BVW-Beauftragte teilt dem Mitarbeiter mit, ob sich sein Vorschlag durchgesetzt hat und der Mitarbeiter wird mit einer Prämie vergütet (mehr dazu in Abschnitt 2.3).

Als Vorschlag gilt generell jeder konkrete Denkanstoß, der über den normalen Arbeitsbereich eines Mitarbeiters hinausgeht, da man davon ausgeht, dass Ideen die den eigenen Arbeitsbereich betreffen bereits mit dem Gehalt abgegolten sind. Ideen die darüber hinausgehen, sollen aber separat im Rahmen des BVW vergütet werden.[10] Ein Vorschlag für das BVW sollte inhaltlich ein Vorschlag ein Produkt oder einen Prozess, Methoden oder Verfahren optimieren, beschleunigen oder sicherer machen bzw. einen Lösungsansatz für ein konkretes Problem darstellen. Er kann auch dazu beitragen Fehler zu vermeiden, Kosten zu senken oder die Effizienz bestimmter Vorgänge zu steigern.[11] Außerdem sollte ein Vorschlag durchführbar, also realistisch sein und präzise formuliert sein.[12]

2.2 Ziele des BVW

Generelle Voraussetzung für ein erfolgreiches und zielgerichtetes Vorschlagswesen ist die Transparenz der Vorgänge, Bewertung und Vergütung, sowie eine zügige Bearbeitung, damit Mitarbeiter zur Einreichung von Vorschlägen motiviert bleiben.[13]

Die Ziele die mit dem BVW verfolgt werden sind vielfältig und können sich durch sämtliche Geschäftsbereiche ziehen. Die Vorschläge der Mitarbeiter sollen generell zu einer Verbesserung auf unterschiedlichen Ebenen verhelfen. Umfassend lässt sich sagen, dass die Vorschläge „zur Verbesserung der Produktivität, Qualität und Arbeitszufriedenheit sowie zur Standort- und Beschäftigungssicherung“[14] beitragen sollen. Die Ziele des BVW lassen sich in ökonomische und mitarbeiterbezogene Ziele unterteilen, welche hier beispielhaft aufgelistet sind. Zu den wichtigsten ökonomischen Zielen gehören:

- Prozess- / Produktionsoptimierung
- Ressourcenverbrauch senken / effizient gestalten
- Gewinn- / Umsatzsteigerungen
- Qualitätsverbesserung von Produkten / Dienstleistungen
- Umweltschonenderes Arbeiten

Neben diesen quantifizierbaren Zielen, die für das Unternehmen und seine Prozesse wichtig sind, gibt es auch weichere Ziele, die sich eher auf die qualitative Beziehung zwischen Unternehmen und Mitarbeiter fokussieren. Zu den wichtigsten mitarbeiterbezogenen Zielen gehören:

- Mitarbeiter aktiv ins Unternehmen einbinden
- Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen steigern
- Prozesse mitgestalten können
- Zusammenarbeit und Kommunikation fördern
- Verantwortung verteilen[15]

[...]


[1] Lyons [2007], S. 4.

[2] Vgl. InnoSupport [2009.], o.S..

[3] Vgl. A CSC White Paper [2007], S.6.

[4] Vgl. InnoSupport [2009], o.S..

[5] Vgl. Schönherr [2012], o.S..

[6] Vgl. Barth [2013], o.S..

[7] Vgl. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege – BGW [2008], S. 12.

[8] Vgl. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege – BGW [2008], S. 8.

[9] Vgl. Noé [2013], S. 21.

[10] Vgl. Jentgens / Kamp [2004], S.30.

[11] Vgl. Arbeitsratgeber [2015], o.S..

[12] Vgl. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege – BGW [2008], S. 21.

[13] Vgl. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege – BGW [2008], S. 8.

[14] Jentgens / Kamp [2004], S. 24.

[15] Vgl. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege – BGW [2008], S. 8f.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Innovationsmanagement in Unternehmen. Das Betriebliche Vorschlagswesen und der Kontinuierliche Verbesserungsprozess im Vergleich
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V434411
ISBN (eBook)
9783668758261
ISBN (Buch)
9783668758278
Dateigröße
2407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Innovationsmanagement, Innovation, Betriebliches Vorschlagswesen, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP, BVW
Arbeit zitieren
Verena Bartlmann (Autor), 2016, Innovationsmanagement in Unternehmen. Das Betriebliche Vorschlagswesen und der Kontinuierliche Verbesserungsprozess im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434411

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