Arten und Erscheinungsformen der Preisdifferenzierung


Hausarbeit, 2014
19 Seiten, Note: 2,0
Verena Bartlmann (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Preisdifferenzierung

3. Die Arten der Preisdifferenzierung
3.1 Preisdifferenzierung ersten Grades nach Arthur Cecil Pigou (1877 – 1959)
3.2 Preisdifferenzierung zweiten Grades nach Arthur Cecil Pigou (1877 – 1959)
3.3 Preisdifferenzierung dritten Grades nach Arthur Cecil Pigou (1877 – 1959)

4. Die Erscheinungsformen der Preisdifferenzierung
4.1 Personelle/personenbezogene Preisdifferenzierung
4.2 Zeitliche/leistungspolitische Preisdifferenzierung
4.3 Räumliche Preisdifferenzierung
4.4 Sachliche Preisdifferenzierung
4.5 Quantitative Preisdifferenzierung
4.6 Qualitative Preisdifferenzierung
4.7 Mengenmäßige/mengenbezogene Preisdifferenzierung
4.8 Leistungsbezogene Preisdifferenzierung

5. Marktbedingungen/Voraussetzungen und Ziele

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Unvollkommene Preisdiskriminierung ersten Grades

Abbildung 2: Preisdiskriminierung zweiten Grades

Abbildung 3: Preisdifferenzierung dritten Grades

1. Einleitung

Eine Untersuchung des Deutschen Reiseverbundes (DRV) im Jahre 2007, welche verschiedene Linien-und Billigflieger untersuchte, fand heraus, dass sich Flugpreise sehr stark unterscheiden. Bis zu 4000 Euro Unterschied konnte ein und derselbe Flug kosten. Der Deutsche Reiseverbund äußerte sich wie folgt: „Die Preisdifferenzierung erscheint willkürlich, denn es ist kein Zusammenhang der Preisunterscheidung mit Strecken und Vorausbuchungsfristen zu erkennen“ (Spiegel 2007).

Wie man an der Untersuchung feststellen kann, taucht das Thema Preisdifferenzierung in unserem Alltag immer wieder auf, ohne dass wir dieser großartig Beachtung schenken. Wir wissen, dass Vergünstigungen in bestimmten Bereichen vorhanden sind, oder, dass es unterschiedliche Preise für vermeintlich homogene Güter gibt.

Diese Arbeit befasst sich mit der Theorie der Preisdifferenzierung beziehungsweise Preisdiskriminierung unter monopolistischem Aspekt. Die Thematik fungiert als ein Teil der fünf Instrumente der preispolitischen Strategien der allgemeinen Preistheorie.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen Einblick in die Preisdifferenzierung zu erhalten.

Zunächst wird der Begriff „Preisdifferenzierung“ grob erklärt. Im nächsten Kapitel werden die Arten sowie im darauffolgendem Kapitel die Erscheinungsformen der Preisdifferenzierung mit kleinen Beispielen vorgestellt. Danach werden die unterschiedlichen Marktbedingungen wie auch die Ziele der Preisdifferenzierung erläutert.

Im letzten Kapitel werden im Fazit die wichtigsten Punkte zu diesem Thema nochmal zusammengefasst.

2. Definition von Preisdifferenzierung

„Von Preisdifferenzierung wird gesprochen, wenn ein Anbieter sein Produkt zu unterschiedlichen Preisen verkauft und sich die Preisunterschiede nicht bzw. nicht gänzlich durch Kostenunterschiede begründen lassen“ (Wied-Nebbeling 2009, Seite 40).

Das heißt, dass für unterschiedliche Einheiten eines homogenen Gutes verschiedene Preise gelten (Endres 2000, Seite 90) und somit unterschiedliche Nachfragekurven vorliegen (Kampmann & Walter 2010, Seite 142).

Dennoch beruhen diese Preisabweichungen nicht auf höheren oder geringeren Kosten (Helmedag 2001, Seite 1), wie beispielsweise Produktionskosten oder Logistik-/Trans-portkosten. Diese werden nach Walter Kortmann „[…] in solchen Fällen […] in verschiedenen Aufmachungen angeboten, um die vorgenommene Preisdifferenzierung vor den Kunden zu rechtfertigen“ (Kortmann 2002, Seite 499).

Die Preisdifferenzierung wird im wettbewerbspolitischem Sprachgebrauch auch als „Preisdiskriminierung“ (englisch: price discrimination) bezeichnet. Allerdings findet dieser kaum Verwendung, da es zu negativ klingt (Wied-Nebbeling 2009, S.41).

„Ausgangspunkt zur Preisdifferenzierung ist das Vorhandensein von unterschiedlichen individuellen Nutzen, Grenznutzen, Preisbereitschaften und Elastizitäten der Kunden“ (Koppers 2010, Seite 17).

Heutzutage findet sie zwischen unterschiedlichen Absatzgebieten im Inland, aber auch zwischen In- und Ausland statt. Des Weiteren stößt man genauso bei Groß-und Einzelhändler auf Preisdifferenzierung. Dennoch betreiben gegenwärtig nur eine Minderheit von Unternehmen keine Preisdifferenzierung (Wied-Nebbeling 2009, Seite 41).

3. Die Arten der Preisdifferenzierung

Nach Arthur Cecil Pigou existieren drei Arten von Preisdifferenzierung. Die Preisdifferenzierung ersten Grades wird auch als vollständige oder perfekte Preisdifferenzierung bezeichnet. Bei dem zweiten Grad der Preisdifferenzierung werden den Nachfragern mengenmäßige Vergünstigungen angeboten. Der dritte Grad der Preisdifferenzierung entsteht durch eine sogenannte Marktsegmentierung.

Die Grade der Preisdifferenzierung wurden früher in der deutschsprachigen Literatur als deglomerative Preisdifferenzierung (erster und zweiter Grad) und agglomerative Preisdifferenzierung (dritter Grad) bezeichnet (Wied-Nebbeling 2009, Seite 41).

Diese unterschiedlichen Grade werden in den Kapiteln 3.1 bis 3.3 vertieft vorgestellt.

Weitestgehend wird die Preisdifferenzierung auch in eine vertikale und horizontale Preisdifferenzierung aufgesplittet:

Bei einer vertikalen Preisdifferenzierung ist die Aufteilung von Märkten schon vorgegeben. Beispiele dafür sind In- und Auslandsmärkte oder Regionalmärkte im Inland. Dabei hat jeder Markt unterschiedliche Nachfragefunktionen (Domschke & Scholl 2000, Seite 198).

Der vertikalen gegenüber steht die horizontale Preisdifferenzierung: Märkte werden von dem Unternehmen durch Preisfestlegung eingeteilt (Domschke & Scholl 2000, Seite 199). Die horizontale Preisdifferenzierung wird zusätzlich in zeitliche, räumliche und mengenmäßige Preisdifferenzierungen aufgeteilt (Domschke & Scholl 2000, Seite 199 f.), auf welche im Kapitel 4 näher eingegangen wird.

Unterschieden wird obendrein zwischen einer echten und unechten Preisdifferenzierung. Ersteres trifft zu, wenn tatsächlich für das gleiche Produkt unterschiedliche Preise verlangt werden, wie bei unterschiedlichen Preisen beim Schwimmbadbesuch. Das zweite findet man, wenn unterschiedliche Preise durch mehr oder weniger gleiche Produktvariierungen wie bei der Normal-, Economy- und Business Class verlangt werden. In diesem Beispiel werden der eigentliche Flug durch Komfort und Service differenziert (Wildmann 2010, Seite 200).

3.1 Preisdifferenzierung ersten Grades nach Arthur Cecil Pigou (1877 – 1959)

Bei der Preisdifferenzierung ersten Grades wird die Ware dem Kunden zu einem Reservationspreis angeboten, das heißt, derjenige Preis, für den der Kunde bereit ist am meisten zu zahlen. Dieser Grad der Preisdifferenzierung wird auch vollständige oder perfekte Preisdiskriminierung genannt (Wied-Nebbeling 2009, Seite 42).

Die Preisdifferenzierung ersten Grades kann nur in einem unvollkommenen Wettbewerbsmarkt geschehen, da laut Pindyck und Rubinfeld „[…] eine vollkommene Preisdiskriminierung ersten Grades [in der Praxis] fast nie möglich [ist][…]“ (Pindyck & Rubinfeld 2009, Seite 512), da man jeden einzelnen Kunden unterschiedliche Preise berechnen muss. Zudem ist es nicht möglich den Reservationspreis jedes Kunden zu kennen (Pindyck & Rubinfeld 2009, Seite 512).

„[…] [Ein unvollkommene Wettbewerb] liegt vor, wenn einzelne Anbieter über einen gewissen Spielraum bei der Preisgestaltung ihrer Produkte verfügen […]“ (Natrop 2006, Seite 222). Der Extremfall im unvollständigen Wettbewerb stellt das Monopol dar, welches wörtlich übersetzt „Alleinanbieter eines Gutes“ (Natrop 2006, Seite 222) bedeutet. Eine sogenannte Unterkategorie ist der monopolistische Wettbewerb. In diesem Fall produzieren eine große Anzahl von Anbieter heterogene Güter. Durch die unterschiedlichen Präferenzen und Produkte beeinflussen die Unternehmen in kleinen Maßen die Preisbildung.

Nun stellt sich die Frage, zu welchen Preis das Unternehmen produzieren will beziehungsweise welcher der optimale Preis (Cournot´sche Punkt) ist. Das kurzfristige Gewinnmaximum ist dann erreicht, wenn der Grenzerlös (Marginal Revenue (MR)) gleich den Grenzkosten (Marginal Cost (MC)) ist.

Die Preis-Absatz-Funktion lautet p = f(x) und die Erlösfunktion E= x*p. Ersteres wird in die Erlösfunktion eigesetzt: E= x* f(x). Somit entspricht der Durchschnittserlös der Preis-Absatz-Funktion: E/x = f(x).

Nach Wied-Nebbeling „[…] besteht nun der Erlös aus der gesamten Fläche unter der Nachfragekurve, denn es wird ja jede Mengeneinheit zu dem zugehörigen auf der Nachfragekurve abzulesenden Preis verkauft […]“ (Wied-Nebbeling 2009, Seite 42).

Der Erlös besteht aus einem Integral bis zur Sättigungsmenge xs:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dies entspricht der Fläche unter der Nachfragekurve bis zum Sättigungspunkt xs.

Die Ableitung von E/x = f(x) nach x ergibt dE/dx= f(x). Somit stimmen der Durchschnittserlös und der Grenzerlös überein. Dies bedeutet, dass die Preis-Absatz-Funktion und der Grenzerlös gleich sind.

Die Zielfunktion aller (gewinnorientierten) Unternehmen lautet: Gewinn gleich Erlös minus Kosten. Somit ergibt sich die Formel: G(x) = E(x) – K(x). Diese soll maximal werden. Formt man die Gleichung um, beziehungsweise setzt man für E(x) ein, erhält man die Gleichung , welche man nach x ableitet und dann gleich Null setzt, um es maximal werden zu lassen:

dG/dx = f(x) – dK/dx= 0. Daraus resultiert, dass der Preis p gleich die Grenzkosten GK ist und das in diesem Punkt die gewinnmaximale Monopolmenge liegt. Zudem drückt es aus, dass der Monopolist so viel produzieren wird, bis die letzte Produkteinheit gerade noch die Grenzkosten deckt (Wied-Nebbeling 2009, Seite 42f.).

Abbildung 1: Unvollkommene Preisdiskriminierung ersten Grades

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Pindyck & Rubinfeld, Seite 512

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Arten und Erscheinungsformen der Preisdifferenzierung
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V434426
ISBN (eBook)
9783668758520
ISBN (Buch)
9783668758537
Dateigröße
1403 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Preisdifferenzierung
Arbeit zitieren
Verena Bartlmann (Autor), 2014, Arten und Erscheinungsformen der Preisdifferenzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434426

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