Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten im Wertpapiergeschäft


Hausarbeit, 2017

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten

3 Strukturierte Produkte in der Übersicht
3.1 Angebotsvielfalt der strukturierten Produkte im Wertpapiergeschäft
3.2 Ausgewählte Produkte im Fokus – Beispiele
3.2.1 Discount-Zertifikate
3.2.2 Aktienanleihen

4 Motive für Emittenten und Käufer
4.1 Chancen und Risiken der Kapitalanlage
4.2 Bedeutung im Kundengeschäft

5 Abschließende Betrachtung
5.1 Reflexion
5.2 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anstieg der Anzahl strukturierter Produkte am Beispiel der SIX

Abbildung 2: Discount-Zertifikate und Aktien im Vergleich

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Diese Ausarbeitung ist als eine Einführung zum Thema strukturierte Produkte zu verstehen und bietet einen ersten Einblick in den Aufbau, die Funktionsweise und die wichtigsten Produkttypen der Gattung strukturierte Produkte. Außerdem werden die Chancen und Risiken der Kapitalanlage mittels strukturierter Produkte beleuchtet und die derzeitige Bedeutung im Kundengeschäft untersucht.

Das Engagement an den internationalen Kapitalmärkten scheint in Zeiten eines historisch niedrigen Zinsniveaus als interessante Option das Kapital dennoch möglichst gewinnbringend anzulegen. Hierbei sehen sich Anleger immer wieder dem Zielkonflikt zwischen Rendite auf der einen Seite und Sicherheit auf der anderen Seite ausgesetzt. Doch der zinspolitische Kurs der Europäischen Zentralbank sowie anderer internationaler Notenbanken und die damit einhergehenden ökonomischen Entwicklungen an den Zinsmärkten[1], haben auch die Vielfalt und Entwicklung neuartiger Finanzprodukte stimuliert. In diesem angespannten Umfeld konnte sich eine neue Produktgattung schnell am Markt etablieren: Die strukturierten Produkte.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlageprodukten erlauben strukturierte Produkte einen deutlich flexibleren Einsatz an den Märkten und können somit eine attraktive Alternative für die Geldanlage darstellen. Mit strukturierten Produkten können nahezu alle erdenklichen Erwartungshaltungen des Anlegers zur zukünftigen Marktentwicklung abgebildet werden. So bestehen je nach Produkttyp Renditechancen bei steigenden, stagnierenden und auch bei fallenden Kursen.[2]

Da die Wertentwicklung der meisten Produkttypen von einem zugrunde liegenden Basiswert abgeleitet wird, können Anleger mit ihrer Investition auch ganze Branchen abdecken oder kostengünstig in Rohstoffe, Währungen und Zinsentwicklungen investieren. Zudem sind auch Investments in Aktien oder Indizes möglich und unterstreichen die Vielseitigkeit dieses Investmentprodukts.

2 Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten

Strukturierte Produkte sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen eines Emittenten, also in der Regel der das strukturierte Produkt herausgebenden Bank.

In rechtlicher Hinsicht sind die strukturierten Produkte mit herkömmlichen Obligationen vergleichbar.[3]

Besonderes Augenmerk sollte daher auf die Wahl des Emittenten gelegt werden, da sich oftmals ein erhöhtes Emittentenrisiko im Bereich der strukturierten Produkte konstatieren lässt, bedingt durch zwei Faktoren. Auf der einen Seite besteht ein Insolvenzrisiko des Emittenten selbst und auf der anderen Seite besteht dieses Risiko einer Zahlungsunfähigkeit auch für das Unternehmen, dessen Wertpapiere eventuell den Basiswert des strukturierten Produkts darstellen. In beiden Fällen kann es zu einem Totalverlust des investierten Kapitals kommen. Die Chancen und Risiken dieser Anlagemöglichkeit werden in Abschnitt 4.1 näher betrachtet.[4]

Die Auszahlung von strukturierten Produkten richtet sich nach der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes, somit hat jedes Produkt ein individuelles Auszahlungsprofil, welches in den Produktinformationen detailliert beschrieben wird. Die strukturierten Produkte lassen sich daher den derivativen Finanzinstrumenten zuordnen, da ihnen ein Basiswert zugrunde liegt, von welchem sich die Wertentwicklung des einzelnen Produkts ableitet (lat. derivare „ableiten“)[5]. Durch die Kombination einzelner Basisbausteine kann ein den Investorenwünschen entsprechendes Produkt mit den verschiedensten Ausstattungsmerkmalen generiert werden. Nach der Zusammenstellung der unterschiedlichen Finanzprofile entsteht ein einzigartiges Einzelprodukt, die Produkttypen kann man grundsätzlich in der Gattung der strukturierten Produkte zusammenfassen.[6]

Das Produktspektrum z. B. bei Zertifikatstypen reicht von Garantie-Zertifikaten, bei denen der Kapitalerhalt gesichert ist, bis hin zu hochspekulativen Hebelzertifikaten. Die damit einhergehenden unterschiedlichen Produktprofile sollen in Abschnitt 3.2 anhand zweier ausgewählter Beispiele konkretisiert und verdeutlicht werden.

3 Strukturierte Produkte in der Übersicht

3.1 Angebotsvielfalt der strukturierten Produkte im Wertpapiergeschäft

Durch die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Basiswerte mit derivativen Komponenten können im Grunde alle erdenklichen Szenarien und Basiswertkombinationen abgedeckt werden. Dementsprechend fällt auch das Angebot der strukturierten Produkte, insbesondere im Privatanleger-Segment, sehr vielfältig aus und weist eine breit angelegte Diversifizierung auf (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Anstieg der Anzahl strukturierter Produkte am Beispiel der SIX

Quelle: Neue Zürcher Zeitung (Hrsg.): Strukturierte Produkte an der SIX Structured Products Exchange (2017).

Zu den strukturierten Produkten zählen beispielsweise:

- Zertifikate (Index-, Discount-, Bonus-, Express-, Kapitalschutz-, Garantie-, Hebel-, Tracker-, Outperformance-Zertifikate)[7]
- Anleihen (Aktienanleihen mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen)
- Optionsscheine (Knock-ins, Knock-outs)
- Zinspapiere (Floating Rate Notes, Step-up Notes)[8]

Bereits dieser schematische Überblick verdeutlicht die beschriebene Vielfalt des Angebots sowie die diversen Leistungsmöglichkeiten der einzelnen Produkte. Hierbei sorgen jedoch nicht zuletzt die unterschiedlichsten Produktbezeichnungen der Emittenten für einen erschwerten Produktvergleich für die Anleger.

3.2 Ausgewählte Produkte im Fokus – Beispiele

3.2.1 Discount-Zertifikate

Zertifikate gehören zu den strukturierten Produkten und weisen ein besonderes Risikoprofil auf. Sie bestehen aus der Kombination einer Schuldverschreibung mit einem oder mehreren Finanzinstrumenten (Underlyings oder Basiswerte). Der Emittent eines Zertifikats verpflichtet sich nicht zur Rückzahlung des Nennwertes, sondern leistet bei Fälligkeit am Laufzeitende eine Zahlung, die von der Entwicklung eines bestimmten Basiswertes abhängt.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 : Discount-Zertifikate und Aktien im Vergleich

Quelle: Böhms DAX-Strategie (Hrsg.): Discountzertifikate (2017).

Bei einem Discount-Zertifikat handelt es sich um eine unverzinsliche Schuldverschreibung, die das Wahlrecht des Emittenten verbrieft, bei Fälligkeit eine bestimmte Aktie (Basiswert) oder einen bestimmten Gelbetrag vom Emittenten zu erhalten. Der Erwerb des Zertifikats erfolgt mit einem Preisabschlag (Discount), somit liegt der Kaufpreis unterhalb des aktuellen Börsenkurses des zugrunde liegenden Basiswertes. Hierdurch erhöhen sich gewissermaßen auch die Renditechancen des Anlegers. Gleichwohl ist die Auszahlung am Laufzeitende durch einen Höchstbetrag (Cap) begrenzt und der Anleger kann von Kurssteigerungen der Aktie nur bis zu diesem vorher festgelegten Höchstbetrag profitieren, wohingegen er von den Kursverlusten in unbegrenzter Höhe betroffen ist (siehe Abbildung 2).

Erreicht die Aktie den Cap oder einen festgelegten Kursstand nicht, so liefert der Emittent die entsprechende Aktie am Laufzeitende.[10]

Der gewährte Discount auf den Kaufpreis erklärt sich durch zwei wesentliche Komponenten. Einerseits stehen dem Anleger die während der Laufzeit ausgeschütteten Dividenden sowie andere Anrechte aus dem Basiswert (z. B. Stimmrechte) nicht zu, andererseits ergibt sich durch das vereinbarte Cap-Niveau eine weitere Verdienstmöglichkeit für den Emittenten. Discount-Zertifikate bieten sich für Anleger an, die von einer konstanten oder leicht positiven Kursentwicklung während der Zertifikatslaufzeit ausgehen. Durch den Preisnachlass lassen sich auch bei einer unveränderten Kursentwicklung im Vergleich zum Laufzeitbeginn Gewinne erzielen. In einer Marktphase nur leicht schwankender Börsenkurse bietet das Discount-Zertifikat eine solide Alternative zu einem Direktinvestment in den Basiswert. Mit einem Discount-Zertifikat kann der Anleger von einer hohen Seitwärtsrendite profitieren.[11]

Der konkreten Ausgestaltung der einzelnen Discount-Zertifikate sind nahezu keine Grenzen gesetzt. So ist es beispielsweise möglich, durch die Veränderung des Cap-Niveaus (hoher Cap, Cap in der Nähe des Emissionskurses, tiefer Cap) das Chance-Risiko-Verhältnis zu beeinflussen. Anleger können verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Gewinnobergrenzen im Sinne der eigenen Anlagementalität wählen.

Außerdem gibt es zahlreiche Sonderformen der Discount-Zertifikate, wie z. B. ein „Doppel-Discount-Zertifikat“ auf zwei Basiswerte.[12] Auch die Produktbezeichnungen weichen erheblich voneinander ab und sorgen für mangelnde Transparenz sowie eine erschwerte Vergleichbarkeit für den Anleger bei der Auswahl eines Zertifikats.

[...]


[1] Vgl. European Central Bank: Monetary Policy (2017).

[2] Vgl. Grill/Perczynski: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 50. Auflage, Köln 2016, S. 271.

[3] Vgl. Wiedemann: Financial Engineering. Bewertung von Finanzinstrumenten (2007), S. 219.

[4] Vgl. Grill/Perczynski (2016), S. 273.

[5] Vgl. Heldt: Derivate (2017).

[6] Vgl. Wiedemann (2007), S. 219.

[7] Vgl. Doll: Aktien-Zertifikate. Anlagestrategien, Gewinnprofile, Zusammenhänge, Wiesbaden 2009, S. 7-11.

[8] Vgl. Wiedemann (2007), S. 219.

[9] Vgl. Grill/Perczynski (2016), S. 269.

[10] Vgl. Ettmann/Wolff/Wurm: Kompaktwissen Bankbetriebslehre, Köln 2015, S. 304 f.

[11] Vgl. Doll (2009), S. 88.

[12] Vgl. ebenda, S. 91.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten im Wertpapiergeschäft
Hochschule
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V434633
ISBN (eBook)
9783668790360
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Strukturierte Produkte, Wertpapiere, Zertifikate, Wertpapiergeschäft, Emittenten, Käufer, Discount-Zertifikat, Aktienanleihe, Kapitalanlage, Kundengeschäft, Cap, Gewinnbegrenzung, Finanzbranche, Bankwesen, Vertrieb, Aktien, Fonds, Zinsniveau, Kupon, Laufzeit, Derivate, Währung, Rohstoffe, Investment, Optionsschein, Zinspapiere, Direktinvestment, Floating Rate Notes, DAX, Dow Jones, Contingent Convertible Bonds, Convertible Bonds, Spekulation, Risiko, Markt, Börse, Gewinnmarge, Swiss Exchange, Emittentenrisiko, Basiswert, Wertentwicklung, Investoren
Arbeit zitieren
Fynn Petzold (Autor), 2017, Konstruktion und Funktionsweise von strukturierten Produkten im Wertpapiergeschäft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434633

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