Nach einem Artikel von welt.de gehen immer mehr Fluggesellschaften pleite. Die Akquisition in der Luftfahrtindustrie ist zu einer bedeutsamen Thematik in der Branche geworden. Der Wettbewerb war vor einigen Jahren durch eine stark zersplitterte Marktsituation und durch viele Anbieter die einen scharfen Wettbewerb ansteuerten gezeichnet. Mittlerweile konzentriert sich die Branche verstärkend darauf, Fusionen und Partnerschaften mit anderen Gesellschaften zu pflegen. Aufgrund dieser Beziehungen wird die eigene Marktposition gestärkt, da durch die Oligopolstruktur in der Luftfahrtindustrie viele Nachfrager nur wenigen Anbietern gegenüberstehen. Durch das Erweitern der bestehenden Allianzen kann ein vereinbarter hoher Standard zwischen den beteiligten Fluggesellschaften dem Kunden angeboten werden. Aufgrund des erhöhten Preisdrucks in der Luftfahrtbranche sowie durch strategische Fehlentscheidungen und dem wachsenden Wettbewerbsdruck der Low-Cost-Carrier gehen immer mehr Fluggesellschaften insolvent. Das führt dazu, dass andere Gesellschaften in Betracht ziehen die insolventen Gesellschaften zu übernehmen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob es sinnvoll für Fluggesellschaften ist, in diese Branche zu investieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Marktposition
2.2 Akquisition
2.3 Branchen
3 Branchenstrukturanalyse
3.1 Vorstellung der Theorie
3.2 Rivalität unter den bestehenden Unternehmen
3.3 Verhandlungsstärke der Lieferanten
3.4 Verhandlungsmacht der Abnehmer
3.5 Bedrohung durch neue Konkurrenten
3.6 Bedrohung durch Ersatzprodukte und -dienste
4 Bewertung der Branchenstrukturanalyse anhand der Lufthansa
4.1 Unternehmensprofil der Lufthansa
4.2 Konzernstrategie der Lufthansa
4.3 Rivalität unter den bestehenden Unternehmen
4.4 Verhandlungsstärke der Lieferanten
4.5 Verhandlungsmacht der Abnehmer
4.6 Bedrohung durch neue Konkurrenten
4.7 Bedrohung durch Ersatzprodukte und -dienste
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Konsolidierungswelle in der Luftfahrtindustrie mithilfe der Branchenstrukturanalyse nach Porter, um zu bewerten, ob Akquisitionen für die Deutsche Lufthansa AG im Hinblick auf ihre Konzernstrategie strategisch sinnvoll sind.
- Analyse des Wettbewerbsdrucks und der Marktposition in der Luftfahrt.
- Theoretische Fundierung durch das Five-Forces-Modell von Michael E. Porter.
- Übertragung der Branchenstrukturanalyse auf die Deutsche Lufthansa AG.
- Bewertung strategischer Vorteile durch Akquisitionen (z.B. Erwerb von Slots).
- Kritische Würdigung der Risiken bei der Integration übernommener Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Vorstellung der Theorie
Die Branchenstrukturanalyse wurde von Michael E. Porter, Professor und Leiter des Institute for Competitiveness and Strategy an der Harvard Business School, im Jahre 1979 vorgestellt. Ein Modell, um die Wettbewerbssituation zu bestimmen und damit aus Sicht eines Unternehmens die Attraktivität der Branche zu bewerten. Durch die Bestimmung der Attraktivität ist es dem Unternehmen möglich, Maßnahmen zu ergreifen, um in der jeweiligen Branchenbeschaffenheit eine langfristige und profitable Positionierung zu erreichen.
Das Modell untersucht die Marktstruktur, die das strategische Verhalten der Marktteilnehmer und den daraus resultierenden Erfolg auf dem Markt für das Unternehmen bestimmt. In jeder Branche werden die Regeln des Wettbewerbs in fünf Wettbewerbskräfte, auch Five Forces genannt, unterschieden. Anhand dieser Kräfte lassen sich die Wettbewerbsintensität und das Gewinnpotenzial in einer Branche festlegen.
Neben den Konkurrenten wird die Branchenrentabilität auch von den Lieferanten, Abnehmern, potentiellen neuen Konkurrenten und Ersatzprodukten beeinflusst. Der Unternehmenserfolg kann durch die Kombination dieser fünf Kräfte kontinuierlich bedroht werden. Durch die Wettbewerbsintensität gibt es sowohl schwache Branchen, deren Gewinnpotenzial eher gering ausfällt, da sie keine Erträge erwirtschaften, als auch starke Branchen mit hohen Erträgen bzw. Gewinnpotenzial. Die Wettbewerbsintensität wird durch die Kräfte nicht gleichermaßen beeinflusst, sondern durch den stärksten Faktor. Eine Veränderung dieses Faktors ist in der jeweiligen Branche möglich. Es wird nur eine Kraft benötigt, um die Branchenattraktivität zu beeinträchtigen.
Mit Hilfe der Branchenstrukturanalyse soll es dem Unternehmen gelingen, die eigene Marktposition zu analysieren, sowie die Entwicklung der Branche voraussehen zu können. Das ermöglicht dem Unternehmen die Wettbewerbsstruktur eine Branche zu verändern, um daraus zu Profit erzielen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Insolvenzwelle in der Luftfahrtbranche und definiert die Forschungsfrage, ob Investitionen in diesem Sektor für Fluggesellschaften sinnvoll sind.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe Marktposition, Akquisition und Branche definiert, um das methodische Fundament für die Untersuchung zu legen.
3 Branchenstrukturanalyse: Dieses Kapitel stellt das theoretische Modell der Five Forces von Michael E. Porter ausführlich vor und erläutert dessen Bedeutung für die Bewertung von Branchenattraktivität.
4 Bewertung der Branchenstrukturanalyse anhand der Lufthansa: Hier findet ein Praxistransfer statt, bei dem die Wettbewerbskräfte aus dem Porter-Modell konkret auf die Deutsche Lufthansa AG und ihre spezifische Marktsituation angewendet werden.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Akquisitionen trotz struktureller Herausforderungen zur Stärkung der Marktposition für die Lufthansa sinnvoll sind.
Schlüsselwörter
Luftfahrtindustrie, Lufthansa, Branchenstrukturanalyse, Five Forces, Michael E. Porter, Akquisition, Konsolidierung, Wettbewerbsintensität, Marktposition, Fluggesellschaften, Strategisches Management, Markteintrittsbarrieren, Übernahme, Air Berlin, Flughafenslots.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die aktuelle Konsolidierungswelle in der Luftfahrtbranche und bewertet, inwiefern die Übernahme von Wettbewerbern eine sinnvolle Strategie für die Deutsche Lufthansa AG darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Branchenstrukturanalyse nach Porter, die strategische Bedeutung von Unternehmensakquisitionen und die Anwendung dieser Konzepte auf die spezifische Wettbewerbssituation der Lufthansa.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der fünf Wettbewerbskräfte nach Porter zu ergründen, ob ein weiteres Investment in Form von Akquisitionen im Einklang mit der Konzernstrategie der Lufthansa steht und ökonomisch vorteilhaft ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Branchenstrukturanalyse (Five-Forces-Modell) von Michael E. Porter als methodisches Instrument zur Untersuchung des Wettbewerbsumfelds.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung der Porter-Analyse und deren anschließende praktische Anwendung auf die Lufthansa, inklusive einer Diskussion der Machtverhältnisse gegenüber Lieferanten, Abnehmern und Wettbewerbern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Luftfahrtindustrie, Akquisition, Branchenstrukturanalyse, Wettbewerbsintensität und Marktposition charakterisiert.
Warum sind die sogenannten "Slots" in dieser Arbeit von Bedeutung?
Slots an Flughäfen sind wertvolle, nicht-materielle Vermögenswerte. Die Arbeit verdeutlicht, dass die Übernahme von Konkurrenten primär auch der Sicherung dieser Slots dient, um Marktanteile zu festigen und Konkurrenz auf wichtigen Strecken zu verdrängen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Lufthansa?
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Akquisitionen trotz komplexer Integrationsanforderungen und notwendiger struktureller Anpassungen für die Lufthansa ein probates Mittel sind, um die eigene Marktposition auszubauen und langfristige Gewinne zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Jana Islakar (Autor:in), 2018, Ausbau der eigenen Marktposition durch Akquisition am Beispiel der Luftfahrtindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434675