Das Internet ist aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Wurde sein Vorgänger nur zu militärischen Zwecken genutzt, hat es seit seiner Öffnung für die kommerzielle Nutzung außerhalb des militärischen Umfelds vor über zwanzig Jahren die Welt stetig verändert. Hätte man unserer Großelterngeneration in ihrer Kindheit erklärt, dass es in der Zukunft möglich sein wird, Texte, Bilder und Videos innerhalb von Sekunden an Orte weltweit zu versenden, beziehungsweise von diesen zu empfangen, wäre ihre Antwort wahrscheinlich ein lautes und ungläubiges Lachen gewesen. Was in den 1960er und 1970er Jahren noch als Science-Fiction bezeichnet wurde, ist in den letzten zwanzig Jahren stetig real geworden. Der dauerhafte Weiterentwicklungsprozess der Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, beeinflusst unser Leben in vielen Bereichen. Zu diesen Bereichen gehört zweifelsfrei auch die Art und Weise, wie wir unsere Einkäufe tätigen. Gab es früher (vom Kataloghandel einmal abgesehen) keine anderen Möglichkeiten, als Artikel wie z.B. Bekleidung und Unterhaltungselektronik im stationären Einzelhandel zu erwerben, werden seit der Entstehung des E-Commerce in den frühen 1990er Jahren immer mehr Waren im Internet angeboten.
Einleitend wird die Verbreitung und Nutzung des Internets und des E-Commerce innerhalb der Europäischen Union anhand der aktuell zur Verfügung stehenden Nutzerkennzahlen der jeweiligen Staaten analysiert. Das Ziel besteht darin, räumliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Entwicklung des E-Commerce innerhalb der Europäischen Union charakterisieren zu können. Im Anschluss wird eine Untersuchung der wichtigsten wirtschaftlichen Kenndaten des E-Commerce vorgenommen, um neben den zuvor gewonnen Erkenntnissen der Nutzerstruktur einen Einblick in den wirtschaftlichen Stand der Entwicklung des E-Commerce in den Mitgliedsländern der Europäischen Union erhalten zu können. Die ersten beiden Teilbereiche bilden die Grundlage für den dritten vergleichenden Teil der Arbeit. Auf der Grundlage der festgestellten räumlichen Muster werden drei Staaten ausgewählt, die hinsichtlich ihrer Demographie und Ökonomie näher untersucht werden, um mögliche Gründe für die räumlichen Verbreitungs- und Nutzungsmuster innerhalb der Europäischen Union feststellen zu können. Im letzten Teil der Arbeit werden einzelne wichtige Themenschwerpunkte gesondert vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitende Worte, Aufbau der Arbeit und angewandte Methoden
2) Räumliche Diffusion des Internets und E-Commerce in Europa
2.1) Die Entwicklung und Verbreitung des Internets als Basis des E-Commerce
2.2) Räumliche Verbreitung und Entwicklung der Nutzung des E-Commerce
2.3) Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse
3) Das wirtschaftliche Potential des E-Commerce in Europa: Ein Ländervergleich
3.1) Wirtschaftliche Kenndaten des E-Commerce in Europa: Analyse räumlicher Zusammenhänge und Unterschiede
3.2) Die Bedeutung des E-Commerce in Rumänien: Strukturen und Ursachen
3.3) Die Bedeutung des E-Commerce im Vereinigten Königreich: Strukturen und Ursachen
3.4) Die Bedeutung des E-Commerce in Deutschland: Strukturen und Ursachen
4) E-Commerce Binnenhandel in Europa
5) Bedeutende Unternehmen des E-Commerce in Europa – Die umsatzstärksten Unternehmen und ihre Herkunftsländer
6) Fazit und Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den E-Commerce innerhalb der Europäischen Union aus geographischer Perspektive, um räumliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Verbreitung und wirtschaftlichen Bedeutung dieser Handelsform zu identifizieren und zu charakterisieren.
- Raumzeitliche Diffusionsprozesse des E-Commerce in Europa
- Wirtschaftliche Kenndaten und Performance-Analyse im Ländervergleich
- Demographische und ökonomische Einflussfaktoren auf das E-Commerce-Nutzungsverhalten
- Herausforderungen und Strukturen des E-Commerce-Binnenhandels
- Dominanz und Strategien der umsatzstärksten europäischen E-Commerce-Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.2) Die Bedeutung des E-Commerce in Rumänien: Strukturen und Ursachen
Die Analysen der Nutzerstruktur und des wirtschaftlichen Umfangs des E-Commerce in dieser Arbeit (siehe Kapitel 2.2 und 3.1) haben gezeigt, dass Rumänien im europäischen Vergleich sowohl über den niedrigsten Nutzeranteil der E-Commerce-Nutzer an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2016 (12%) verfügt (siehe Tabelle 2), als auch über einen der niedrigsten generierten durchschnittlichen Umsätze je Nutzer (736,84€) im Jahr 2015 (siehe Tabelle 3). Dadurch wird deutlich, dass der E-Commerce in Rumänien eine vergleichsweise niedrige Bedeutung aufweist. Doch welche möglichen Erklärungen gibt es dafür, dass der E-Commerce sich in Rumänien noch nicht etablieren konnte?
Um diese Frage beantworten zu können erscheint es sinnvoll, sich die generellen demographischen und ökonomischen Eigenschaften dieses Landes anzuschauen, und diese in den folgenden Unterkapiteln mit denen anderer Länder zu vergleichen.
Die Tabelle 4 stellt aktuelle ausgewählte demographische und ökonomische Daten Rumäniens dar. In Rumänien lebten im Jahr 2016 ca. 20 Mio. Menschen, der Verstädterungsgrad betrug im Jahr 2015 54,6%. Die Bevölkerung Rumäniens ist verhältnisweise jung, was bei der Betrachtung der vier größten Altersklassen deutlich wird. Die Altersklasse mit den meisten Menschen stellen die 45 bis 49-jährigen dar (1.635.199), gefolgt von den 35 bis 39-jährigen (1.539.105), den 40 bis 44-jährigen (1.515.385) und den 25 bis 29-jährigen (1.357.286). Der weibliche Bevölkerungsanteil überwiegt insgesamt betrachtet leicht dem männlichen Bevölkerungsanteil. Die Wirtschaftsleistung Rumäniens liegt weit unter dem EU-Durchschnitt, was durch die Betrachtung des Indexwertes für das BIP pro Kopf in KKS deutlich wird. Dieser liegt bei einem Wert von 59 und weicht damit um 41 Punkte vom EU-Durchschnitt ab (EU28 = 100). Dies wirkt sich unmittelbar auf die Löhne innerhalb des Landes aus. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2015 betrug 13645€ und ist damit im gesamteuropäischen Vergleich niedrig (siehe Kapitel 3.3 und 3.4). Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,9%.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitende Worte, Aufbau der Arbeit und angewandte Methoden: Einführung in die Relevanz des E-Commerce aus geographischer Perspektive sowie Erläuterung der methodischen Herangehensweise und des Untersuchungsraums.
2) Räumliche Diffusion des Internets und E-Commerce in Europa: Untersuchung der raumzeitlichen Verbreitungsprozesse von Internetnutzung und E-Commerce, um ein grundlegendes Verständnis für regionale Unterschiede zu schaffen.
3) Das wirtschaftliche Potential des E-Commerce in Europa: Ein Ländervergleich: Analyse wirtschaftlicher Kennzahlen und ein detaillierter Vergleich der demographischen sowie ökonomischen Hintergründe anhand von Fallbeispielen (Rumänien, Vereinigtes Königreich, Deutschland).
4) E-Commerce Binnenhandel in Europa: Untersuchung der grenzüberschreitenden Verkaufsaktivitäten von Unternehmen und Analyse von Hindernissen sowie Potenzialen im EU-Binnenmarkt.
5) Bedeutende Unternehmen des E-Commerce in Europa – Die umsatzstärksten Unternehmen und ihre Herkunftsländer: Analyse der Marktakteure, ihrer Strukturen und der Herkunftsregionen, die den europäischen E-Commerce maßgeblich prägen.
6) Fazit und Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse hinsichtlich des regionalen Entwicklungsgefälles und Ausblick auf die zukünftige Dynamik des Sektors.
Schlüsselwörter
E-Commerce, Europa, Internetnutzung, räumliche Diffusion, Ländervergleich, Onlinehandel, Binnenhandel, Wirtschaftsleistung, demographische Faktoren, ökonomische Faktoren, Unternehmensstrukturen, Umsatz, Innovationsrückstand, Digital Natives, Europäische Union
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des E-Commerce in Europa unter besonderer Berücksichtigung der räumlichen Verbreitung und der wirtschaftlichen Bedeutung in verschiedenen Ländern der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die Untersuchung von Diffusionsprozessen, der wirtschaftliche Vergleich von Mitgliedsstaaten, die Analyse des Binnenhandels sowie die Rolle der führenden E-Commerce-Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, regionale Unterschiede in der E-Commerce-Entwicklung aufzudecken und zu erklären, warum bestimmte Staaten im Vergleich zu anderen beim Onlinehandel unterschiedlich erfolgreich sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende quantitative Analyse aktueller Datenreihen sowie auf eine vergleichende Untersuchung demographischer und ökonomischer Standortfaktoren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Verbreitung des Internets und des E-Commerce analysiert, gefolgt von einem detaillierten Ländervergleich anhand von Fallbeispielen und einer Untersuchung des Binnenhandels sowie der Unternehmenslandschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie E-Commerce, räumliche Diffusion, Wirtschaftsleistung, Onlinehandel, EU-Binnenhandel und regionale Entwicklungsunterschiede charakterisiert.
Welche Faktoren machen Rumänien zu einem speziellen Fall im Vergleich zum Vereinigten Königreich?
Rumänien zeigt als ländlich geprägtes Land mit einem niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen eine deutlich schwächere E-Commerce-Durchdringung als das hochgradig verstädterte und wirtschaftlich stärkere Vereinigte Königreich.
Welche Bedeutung kommt dem Unternehmen EMAG in der Analyse zu?
EMAG wird als "Hidden Champion" aus Rumänien angeführt, um zu illustrieren, dass auch in Regionen mit aktuell geringer E-Commerce-Bedeutung eine zunehmende Marktdynamik und Entwicklungspotenzial vorhanden sind.
- Citar trabajo
- Stefan Strauß (Autor), 2017, E-Commerce in Europa. Umfang und Bedeutung in ausgewählten europäischen Ländern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434724