Die „Bürokultur“ zieht viele an, besonders schöne und kultivierte Menschen. Im Büro wird kein Geburtstag vergessen, kein Jubiläum ausgelassen. Fünfundzwanzig Jahre in der Kantine zu essen, verdient Anerkennung.
Höhepunkt jeder Bürokultur ist das jährliche Betriebsfest. Ein bisschen Spaß muss sein.
Übrigens: Büromaterial und Büroangestellte sind nicht identisch.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Arbeit - Wie es anfing
3 Büromenschen sind auch nur Menschen
4 Was Büromenschen antreibt
5 Arbeitsfreude
6 Büromenschen sind einzigartiger
7 Büromenschen denken positiv
8 Macher
9 Hotline für Bewerber – Fragen und Antworten
10 Bewerberauswahl: Geht es gerecht zu ?
11 Nennen Sie uns Ihren Gehaltswunsch?
12 Die Liebe zur Arbeit
13 Dankbarkeit: Bekenntnisse eines Erfolgreichen
14 Das Großraumbüro – das irdische Paradies
15 Das originelle Betriebsfest
16 Vom preisverdächtigen Kantinenessen
17 Empathie
18 Entscheidungen: Kopf oder Bauch
19 Erfolg
20 Erfolgfaktor Lächeln
21 Flow oder das Glück durch Arbeit
22 Sprache: Gehobene und abgehobe
23 Gerechtigkeit
24 Gespräch Gehaltserhöhung
25 Talent und Erfolg
26 Häuptling kann nicht jeder werden – Was tun?
27 Was ist Glück?
28 Hofnarren
29 Mahlzeit
30 Müßiggang – aller Laster Anfang?
31 Blaublütige Führungskräfte
32 Ruhestand
33 Epikurs Garten
34 Scheitern
35 Schöne und kultivierte Menschen
36 Sprache: Verständlich und anschaulich formulieren
37 Das Selbstgespräch
38 Traum von der Stille
39 Zelig: Das menschliche Chamäleon
40 Wikipedia – die Online -Enzyklopädie
41 High Potentials
42 Selbsterforschung
43 Stellensuche: Pförtner sucht neue Aufgabe
44 Träume
45 Traumberuf
46 Vorbilder
47 Authentisch sein: Offen, ehrlich, echt
48 Selbstinszenierung
49 Selbstverwirklichung
50 Das Leben gestalten
51 Karriere
52 Auszubildende
53 Bewerbung Zoodirektor
Zielsetzung & Themen
Das Werk beleuchtet den Mikrokosmos "Büro" aus einer humorvoll-philosophischen Perspektive und untersucht die Verhaltensweisen, Mythen und den Alltag von "Büromenschen". Dabei wird hinterfragt, wie Arbeit, Erfolg, Streben und zwischenmenschliche Dynamiken den modernen Büroalltag prägen und welche Rolle Konzepte wie Selbstverwirklichung oder "positives Denken" dabei spielen.
- Die Kultur und Psychologie der Büroarbeit
- Erfolgsstrategien und Selbstdarstellung im beruflichen Umfeld
- Die Rolle von Sprache, Kommunikation und Empathie im Büro
- Philosophische Reflexionen über Arbeit, Muße und das "glückliche" Leben
- Humorvolle Auseinandersetzung mit Bewerbungsverfahren und Karriere
Auszug aus dem Buch
10 Bewerberauswahl: Geht es gerecht zu?
Napoleon soll seine Unteroffiziere nach der Nasengröße ausgesucht haben. Diese Methode ist – soweit das bekannt ist – heute nicht mehr üblich. Aber es soll noch Personalchefs geben, die sich auf die Konfiguration der Sterne verlassen, andere lassen die Handschrift von einem Grafologen analysieren, um etwas über den Charakter und die Eignung zu erfahren. Größere Unternehmen setzen bei der Auswahl auf eignungsdiagnostische Verfahren mit dem Anspruch, den Berufserfolg vorauszusagen. Mit wissenschaftlichen Methoden soll der Eindruck vermittelt werden, dass es möglich ist, durch Messung von Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen, mit Stichproben, Skalen und Koeffizienten Gewissheit zu erzeugen. Sie begründen das damit, dass diese Verfahren objektiv, valide und reliable (zuverlässig) sind.
Geht es gerecht zu bei der Bewerberauswahl? Hat jeder Bewerber die gleiche Chance, eine Einladung zum Interview zu bekommen? Das fängt schon bei der Vorauswahl anhand der Bewerbungsunterlagen an. Von sechzig Bewerbern werden höchstens acht eingeladen. Das ist Willkür. Kann es dabei überhaupt Gerechtigkeit geben? Auch die Natur ist nicht gerecht. Es gibt Privilegien, die die Natur hervorbringt. Ludwig Marcuse schreibt (Philosophie des Unglücks, 1981):
Weniger hat man bedacht, dass die Natur, nicht weniger blind als die Gesellschaft, Privilegien produziert. Sie sind natürlicher, nicht menschlicher; das hat der große Rousseau übersehen. Schönheit, Stimme, Vitalität, Gesundheit sind ererbt, wenn auch auf anderem Wege als ein Name und ein Konto und schaffen dieselben Oben und Unten. Natürliche Privilegien schaffen nicht mehr "Recht" als gesellschaftliche. Man kann die Ungerechtigkeit aus der Welt schaffen, wenn man die natürlichen Privilegien nicht honoriert. Gerecht ist, dass kein ererbter Rang prämiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Eine Einführung in die spezielle Lebenswelt des Büros, in der Arbeit oft als sinnstiftender Lebensraum und nicht nur als Last empfunden wird.
2 Arbeit - Wie es anfing: Eine Betrachtung der biblischen und historischen Wurzeln der Arbeit als "Fluch" oder "Last", die den modernen Drang zur Tätigkeit in Frage stellt.
3 Büromenschen sind auch nur Menschen: Eine biologische und ethische Einordnung des Büroangestellten als soziales Wesen, das sich durch Zivilisiertheit von seinen tierischen Verwandten abhebt.
4 Was Büromenschen antreibt: Eine Analyse der inneren und äußeren Motive, die Büromitarbeiter zu Höchstleistungen bewegen, wobei das Verhältnis zum Vorgesetzten eine zentrale Rolle spielt.
5 Arbeitsfreude: Eine Reflexion darüber, wie durch eine bewusste Einstellung, inspiriert von Konzepten wie dem "Fish!"-Modell, Freude am Arbeitsplatz entstehen kann.
Schlüsselwörter
Bürokultur, Arbeitswelt, Karriere, Selbstverwirklichung, Erfolg, Empathie, Kommunikation, Bewerbung, Motivation, Philosophie der Arbeit, Flow, Selbstdarstellung, Gerechtigkeit, Humor, Führungskräfte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Es ist eine humoristische und philosophische Glossen-Sammlung, die den modernen Büroalltag, seine Rituale und die psychologischen Aspekte der Arbeitswelt beleuchtet.
Was sind die zentralen Themenfelder des Werkes?
Das Buch deckt ein breites Spektrum ab, von der Stellensuche und Bewerbungsgesprächen über zwischenmenschliche Dynamiken im Büro bis hin zu philosophischen Fragen über Glück, Muße und den Sinn des Lebens.
Was ist das primäre Ziel des Autors?
Der Autor möchte den Leser unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken über die Absurditäten der Arbeitswelt und unser Verständnis von Erfolg und Glück anregen.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?
Das Buch integriert Ansätze aus der Psychologie (z.B. Flow, Empathie), Soziologie, Philosophie (u.a. Stoizismus, Epikureismus) und verknüpft diese mit unternehmensspezifischen Phänomenen.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil ist in einzelne, thematisch abgeschlossene Glossen unterteilt, die Aspekte wie "Macher", "Blaublütige Führungskräfte", "Hofnarren" oder die "Sprache im Büro" untersuchen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Bürokultur, Karriere, Arbeitsethos, moderne Arbeitswelt, philosophische Reflexion und satirische Gesellschaftskritik.
Warum spielt das Thema "Lächeln" eine so große Rolle für den Autor?
Der Autor identifiziert das Lächeln als "Erfolgsfaktor" im modernen Geschäftsleben, der oft als Instrument zur Selbstvermarktung genutzt wird, und kontrastiert dies mit Berufsgruppen, die diese Fassade nicht wahren.
Wie bewertet der Autor das Konzept des "positiven Denkens"?
Er sieht es einerseits als moderne Management-Technik, verweist jedoch kritisch auf die antiken, stoischen Wurzeln und hinterfragt, ob Erfolg tatsächlich eine reine Frage der Einstellung ist.
Welche Bedeutung haben die "Hofnarren" in modernen Unternehmen laut dem Buch?
Der Autor schlägt die Wiedereinführung von "Hofnarren" in Führungsetagen vor, um das Privileg zu etablieren, ungestraft die Wahrheit sagen zu dürfen – als Korrektiv zur oft glatten Unternehmenssprache.
Was ist der Kern der "Selbsterforschung" in Kapitel 42?
Dieses Kapitel fungiert als eine Art psychologischer Test oder Spiegel für den Leser, indem es essenzielle Fragen zur eigenen Lebensführung, Zufriedenheit und den persönlichen Werten stellt.
- Citar trabajo
- Karl-Heinz List (Autor), 2018, Das originelle Betriebsfest, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434780