Klinisches Risikomanagement in Krankenhäusern in Deutschland und Österreich


Ausarbeitung, 2018

9 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Literaturverzeichnis

Einführung und grundlegende Definitionen
Risiko
Risikomanagement
Motive für Risikomanagement
Operativer Risikomanagementprozess
Klinisches Risikomanagement in Deutschland
Situation in Deutschland

Klinisches Risikomanagement am Beispiel der Medizinischen Hochschule Hannover
Risikoidentifikation
Risikoanalyse und Risikobewertung
Risikohandhabung
Risikoüberwachung/ Risikocontrolling
Effekt des klinischen Risikomanagements

Literatur

Bibliographie

Website

Einführung und grundlegende Definitionen

Im Rahmen dieser Arbeit werden wir uns mit dem Thema klinisches Risikomanagement auseinandersetzen. Wir wollen erörtern wie Risikomanagement in Krankenhäusern funktioniert, welche Gründe es unbedingt notwendig machen und ob Unterschiede bezüglich des Risikomanagements in verschiedenen Spitälern vorherrschen, genauer wollen wir dieser Thematik einen Ländervergleich zwischen Österreich und Deutschland unterziehen.

Dazu werden zunächst einige zentrale Begriffe, wie etwa Risiko oder Risikomanagement, genau definiert. Im Anschluss soll aufgezeigt werden, warum das Risikomanagement von solch immenser Bedeutung ist und welche grundlegenden Aspekte hier zu beachten sind. Im letzten Teil dieser Arbeit wird der Fokus auf jeweils ein Krankenhaus in Deutschland und Österreich beziehungsweise generell auf Unterschiede der zwei Länder gelegt. Wir wollen ermitteln, wie diese Einrichtungen in der Frage des Risikomanagements vorgehen und inwiefern sie sich voneinander unterscheiden.

Risiko

„Risiko kann als potenziell negative, unerwünschte und ungeplante Abweichung von den Zielsystemen beschrieben werden (Brühwiler 2001: 8, zitiert nach Schmola/Rapp 2016: 300) .“ Schmola und Rapp definieren in diesem Fall Risiko als Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb und außerhalb eines Krankenhauses, die sich negativ auf die Erreichung der Unternehmensziele auswirken. (Vgl. ebd.)

Allgemein betrachtet ist es möglich, den Begriff Risiko in vier verschiedene Arten aufzuteilen:

1. „Objektives Risiko“: Dabei handelt es sich um die Analyse eines Ereignisses, wobei die Nachprüfbarkeit, die Objektivität und der Einsatz gewisser Methoden, wie etwa mathematischer Verfahren, gewährleistet sein muss (Vgl. Grossmann/Kulmhofer 2004: 11).
2. „Subjektives Risiko“: Darunter versteht man die intuitive Wahrnehmung oder Beurteilung eines bestimmten Ereignisses, wobei nicht auf eine objektiv nachvollziehbare Bewertung Wert gelegt wird (Vgl. ebd.: 11f).
3. „Grenzrisiko“: Hierbei handelt es sich um ein gerade noch vertretbares Risiko eines speziellen Vorganges oder Zustandes. Von besonderer Bedeutung ist hier das stetige Überwachen des Prozesses (Vgl. ebd.).
4. „Restrisiko“: Dieses wird in zwei Arten unterschieden. Zum einen das „Deskriptive Risiko“, das sich aus bewusst akzeptierten und falsch beurteilten Risiken sowie aus nicht erkannten Gefahren zusammensetzt. Zum anderen das „Normative Risiko“, das ein gesellschaftspolitisch akzeptiertes Risiko darstellt (Vgl. ebd.: 13).

Risikomanagement

Unter diesem Schlüsselbegriff ist folgendes zu verstehen: „Risikomanagement ist die zielgerichtete Planung, Koordination, Ausführung und Kontrolle von Maßnahmen, mit dem Ziel, dass Risiken nicht wirksam werden und die Systemziele wie vorgegeben erreicht, sowie der Fortbestand des Unternehmens dauerhaft gesichert werden können.“ (Middendorf, 2006: 59, zitiert nach Schmola/Rupp 2016: 303)

Vereinfacht gesagt beschäftigt sich Risikomanagement also mit der systematischen Abwehr, beziehungsweise der Minimierung von Risiken und ist als Gesamtheit aller Maßnahmen, die Gefahren identifizieren können, zu sehen (Vgl. ebd.).

Motive für Risikomanagement

Diverse Gründe machen Risikomanagement in Krankenhaus erforderlich. So fordern die Versicherungen zum Beispiel ein funktionierendes Risikomanagement. Dieses führt nämlich dazu, dass die Krankenhäuser durch eine geringere Schadensanzahl, sowie niedrigere Schadenshöhen weniger Kosten bei der Haftpflichtversicherung haben. Risikomanagement bewirkt also, dass Kliniken auch in Zukunft Versicherungsschutz zu einem leistbaren und vernünftigen Preis erhalten. (Vgl. ebd.: 291f)

Ein weiteres Motiv besteht darin, dass sowohl Mitarbeiter als auch Patienten bestmögliche Sicherheit erwarten. Angestellte wollen einen sicheren Arbeitsplatz, an dem Maßnahmen zum Arbeitsschutz und zur Gesundheitsförderung umgesetzt werden, um Mitarbeiter nicht unnötigen Risiken auszusetzen. Patienten dagegen bestehen selbstverständlich auf eine bestmögliche Versorgung, mit dem Ziel die Fehleranzahl auf ein Minimum zu reduzieren. (Vgl. ebd.: 292)

Zu guter Letzt bedeuten medizinische Behandlungsfehler auch immense Kosten und Folgen. Auf der einen Seite entstehen horrende Kosten durch Schadensersatzforderungen und gestiegenen Haftpflichtversicherungen, auf der anderen Seite kommt es zu gravierenden Vertrauensverlusten der Patienten, was einen starken Belegungsrückgang zur Folge hat, der wiederum drastische Auswirkungen im ökonomischen Bereich nach sich zieht. (Vgl. ebd.)

Operativer Risikomanagementprozess

In diesem Prozess werden stets die folgenden vier Phasen durchlaufen:

1. „Risikoidentifizierung“: Hier ist das Ziel die Sammlung aller Risiko- und Gefahrenpotenziale eines Krankenhauses. Ohne eine effektive Risikoerkennung ist kein erfolgreiches Risikomanagement möglich, da nicht erkannte Risiken nicht weiter analysiert werden können (Vgl. ebd.: 306).
2. „Risikoanalyse“: Das Ziel hierbei ist es, Risiken zu verstehen und ihre Ursachen sowie Wirkungszusammenhänge zu erkennen (Vgl. ebd.: 307).
3. „Risikobewertung“: In diesem Schritt geht es darum, das tatsächliche Ausmaß der identifizierten Risiken zu ermitteln. Wichtig ist hier einerseits Risiken nach ihrer Dringlichkeit zu beurteilen und andererseits die Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit zu unterteilen (Vgl. ebd.: 307f).
4. „Risikobewältigung“: Diese Phase kann wiederum in vier Strategien aufgeteilt werden. Bei der „Risikovermeidung“ werden Risiken umgangen, indem bestimmte Leistungen vom Krankenhaus nicht angeboten werden. Im Rahmen der „Risikoverminderung“ wird versucht, das Risiko auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Bei einem „Risikotransfer“ werden die Risiken auf einen Dritten, etwa eine Versicherungsgesellschaft, übertragen. Beim vierten Punkt, der „Risikovorsorge“, gehen Krankenhäuser Risiken bewusst sein und sind im Notfall auch bereit für eventuelle Kosten zu haften (Vgl. ebd.: 309).

Klinisches Risikomanagement in Deutschland

Obwohl Methoden des Risikomanagements schon seit längeren bekannt sind, kamen diese bis Mitte der 1990er Jahre fast ausschließlich in Industrie- und Dienstleistungsbereichen, wie z.B. bei Kernenergiegewinnung, zum Einsatz. In Deutschland kam der Gedanke, Risikomanagement auch im klinischen Bereich als „eine Maßnahme zur präventiven Steuerung unsicherer Handlungen“ zu etablieren, erst vor ca. 18 Jahren auf. (Vgl. Gausmann 2010: 9)

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Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Klinisches Risikomanagement in Krankenhäusern in Deutschland und Österreich
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Soziologie)
Note
3,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
9
Katalognummer
V434853
ISBN (eBook)
9783668759589
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
klinisches, risikomanagement, krankenhäusern, deutschland, österreich
Arbeit zitieren
Christoph Kemperle (Autor), 2018, Klinisches Risikomanagement in Krankenhäusern in Deutschland und Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434853

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