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Tabakkonsum in Deutschland. Die Anwendung wissenschaftlicher Forschung durch die Politik anhand ausgewählter Modelle von Carol Weiss am Fallbeispiel analysiert

Título: Tabakkonsum in Deutschland. Die Anwendung wissenschaftlicher Forschung durch die Politik anhand ausgewählter Modelle von Carol Weiss am Fallbeispiel analysiert

Trabajo Escrito , 2016 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Johannes Schäfer (Autor)

Sociología - Conocimientos e Información
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Im Jahr 2013 sind in Deutschland 121000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums gestorben. Nach Einschätzung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung ist dies das „größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit“. Rauchen hat als gesellschaftliches Phänomen eine lange Geschichte hinter sich. Dabei hat es in jüngster Zeit einen enormen Imagewandel gegeben. Während der Marlboro-Mann in den 70er Jahren noch der Inbegriff der Jugendlichen Coolness war, werden heute zahlreiche politische Kampagnen in den meisten westlichen Industrienationen gefahren, um die „Raucherkultur“ einzudämmen.

Wie kam es zu einem solchen Wandel in der Wahrnehmung von Tabakkonsum? Auf welche Weise wird dabei wissenschaftliche Forschung von der Politik eingesetzt? In dieser Arbeit soll der Verlauf der gesellschaftlichen Debatte anhand der Fragestellungen - mit Schwerpunkt auf letzterer - nachgezeichnet werden. Insbesondere wird dabei das Verhältnis wissenschaftlicher Forschung und Politik mithilfe des Aufsatzes „The Many Meanings of Research Utilization“ von Carol Weiss betrachtet.

Weiterhin wird aufgezeigt, dass sich die ursprünglich auf sozialwissenschaftliche Forschung gezielte Theorie auch auf naturwissenschaftliche Beispiele übertragen lässt. Dabei liegt der Fokus auf den drei für das Fallbeispiel wesentlichen Bildern von Weiss; dem „Political Model“, dem „Enlightenment Model“ und dem „Problem Solving Model“. Zunächst erfolgt ein grober historischer Überblick über das Rauchverhalten der Deutschen. Danach werden die drei genannten Modelle von Weiss definiert und erläutert. Im Hauptteil werden zu jedem Modell einige ausgewählte Beispiel angeführt, die Verbindung zwischen Politik und Wissenschaft kommentiert und auf das jeweilige Modell übertragen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rauchen in Deutschland - Ein historischer Überblick

2. Carol H. Weiss: The Many Meanings of Research Utilization (1979)

2.1 Modell I: Das „Problem-Solving Model“

2.2 Modell II: Das „Political Model“

2.3 Modell III: Das „Enlightenment Model“

3. Die Übertragung der Modelle auf das Fallbeispiel Tabakkonsum

3.1 Beispiele für das „Problem-Solving Model“

3.2 Beispiele für das „Political Model“

3.3 Beispiele für das „Enlightenment Model“

3.4 Beispiel für Mischformen

4. Ausblick und weiterführende Forschungsfelder

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Politik und Wissenschaft anhand des Tabakkonsums in Deutschland, wobei sie die theoretischen Modelle von Carol H. Weiss zur Nutzung von Forschungsergebnissen auf ein konkretes Fallbeispiel anwendet und analysiert.

  • Analyse des gesellschaftlichen und politischen Umgangs mit dem Tabakkonsum im Zeitverlauf.
  • Übertragung der theoretischen Forschungsmodelle nach Carol H. Weiss („Problem-Solving“, „Political“, „Enlightenment“) auf naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Rauchen.
  • Untersuchung der Rolle von Interessenverbänden, Forschungseinrichtungen und politischer Steuerung.
  • Kritische Bewertung der Wirksamkeit wissenschaftlicher Evidenz im politischen Entscheidungsprozess.

Auszug aus dem Buch

3.1 Beispiele für das „Problem-Solving Model“

Gründungen institutionalisierter Forschungseinrichtungen sind ein wichtiges Indiz für das „Problem-Solving Model“.

Die institutionalisierte Tabakkonsumforschung auf naturwissenschaftlicher Ebene hatte in den 1970er Jahren einen Aufschwung erlebt. Ein prägnantes Beispiel für das Aufkommen naturwissenschaftlicher Forschung ist die von der Politik unterstützte Gründung des Deutschen Krebsforschungszentrums, das eine wichtige Rolle in der heutigen Tabakforschung einnimmt. Dabei leistet es einen großen Beitrag zur Tabakkontrolle bzw. Prävention in Deutschland. In Kooperation mit der WHO werden Konferenzen für Fachwissenschaftler abgehalten, um die internationale Tabakforschung zu koordinieren.

Speziell für die Politik werden Empfehlungsschreiben konzipiert, die wirksame Strategien zur Tabakprävention erläutern. Des Weiteren dienen Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen dazu, Expertenwissen in die politischen Fachausschüsse zu bringen, um politische Entscheidungen zu beeinflussen.

Auf internationaler Ebene ist die WHO aktiv. Der Rahmenvertrag FCTC (Framework Convention on Tobacco Control) sieht im Artikel 20 vor, dass die teilnehmenden Staaten sich verpflichten, die eigene Forschung zu unterstützen.

„Under Article 20, Parties undertake to develop and promote national research and to coordinate research programmes internationally, as well as to establish and strengthen surveillance for tobacco control and to promote exchange of information in relevant fields.“

Weiterhin berücksichtigt die Politik dank der institutionalisierten Forschung die sozialen Phänomene, die sich mit dem Rauchen verknüpfen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellte mithilfe einer Studie im Jahre 2001 fest, dass die Raucherquote bei Jugendlichen in den neunziger Jahren wieder angestiegen war. Aufgrund dessen wurde im Jahr 2002 die Kampagne „rauchfrei“ ins Leben gerufen, die sowohl vom Bundesgesundheitsministerium als auch vom Verband der Zigarettenindustrie (VDC) finanziell getragen wird. Die Ziele dieser Jugendkampagne sind, „den Einstieg in das Rauchen [zu] verhindern und den Ausstieg [zu] fördern.“ Dazu wurden verschiedene crossmediale Inhalte produziert, die beispielsweise als Anzeigen in Jugendzeitschriften oder als TV-Spot publiziert wurden. Um den Erfolg dieser Maßnahmen zu überprüfen, wurden zahlreiche sozialwissenschaftliche Studien in Rahmen einer umfassenden Qualitätssicherung in Auftrag gegeben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsthema vor, erläutert die Relevanz des Tabakkonsums und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand der Modelle von Carol H. Weiss.

1. Rauchen in Deutschland - Ein historischer Überblick: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Tabakkonsums in Deutschland von der Einführung als Heilpflanze bis hin zum heutigen gesellschaftlichen Umdenken und der Regulierung nach.

2. Carol H. Weiss: The Many Meanings of Research Utilization (1979): Hier werden die drei für die Analyse zentralen Forschungsmodelle von Carol H. Weiss – das Problem-Solving, das Political und das Enlightenment Model – theoretisch definiert und erläutert.

2.1 Modell I: Das „Problem-Solving Model“: Vorstellung des Modells, bei dem Forschung gezielt zur Lösung definierter gesellschaftlicher Probleme eingesetzt wird.

2.2 Modell II: Das „Political Model“: Beschreibung des Modells, in dem wissenschaftliche Studien als Munition dienen, um bereits feststehende politische Einstellungen zu stützen.

2.3 Modell III: Das „Enlightenment Model“: Erläuterung des Modells, nach dem Forschungsergebnisse sich langsam und diffus in das gesellschaftliche Bewusstsein und damit in politisches Handeln einsickern.

3. Die Übertragung der Modelle auf das Fallbeispiel Tabakkonsum: In diesem Hauptteil werden die zuvor definierten theoretischen Modelle praktisch auf das Beispiel des Tabakkonsums und der entsprechenden politischen Maßnahmen angewandt.

3.1 Beispiele für das „Problem-Solving Model“: Analyse staatlich geförderter Forschungseinrichtungen und Kampagnen zur Eindämmung des Tabakkonsums basierend auf wissenschaftlichen Daten.

3.2 Beispiele für das „Political Model“: Untersuchung, wie politische Akteure wissenschaftliche Argumente selektiv nutzen, um eigene Positionen zur Tabakpolitik zu legitimieren.

3.3 Beispiele für das „Enlightenment Model“: Darstellung des langfristigen, subversiven Wandels der öffentlichen Wahrnehmung von Tabak durch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen.

3.4 Beispiel für Mischformen: Analyse von komplexen Fällen, wie der NS-Nichtraucherkampagne, die sich nicht eindeutig einem einzigen Modell zuordnen lassen.

4. Ausblick und weiterführende Forschungsfelder: Das Kapitel identifiziert aktuelle Entwicklungen und schlägt weitere Forschungsrichtungen vor, die sich aus der Analyse ergeben haben.

5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und analytische Bewertung, wie erfolgreich sich die Modelle von Carol H. Weiss auf das Fallbeispiel übertragen lassen.

Schlüsselwörter

Tabakkonsum, Carol Weiss, Research Utilization, Problem-Solving Model, Political Model, Enlightenment Model, Gesundheitspolitik, Tabakprävention, Forschungsmodelle, Politikberatung, Wissenschaftstransfer, Deutschland, Tabakindustrie, Nichtraucherschutz, Gesellschaftliche Debatte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel zwischen wissenschaftlicher Forschung und politischem Handeln am konkreten Beispiel des Tabakkonsums in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Rauchens, die Anwendung von Forschungswissen in der Politik sowie die theoretische Fundierung durch Modelle zur Forschungsnutzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie politische Akteure wissenschaftliche Erkenntnisse verwenden, und zu prüfen, inwieweit die Modelle von Carol H. Weiss diesen Prozess erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis von Carol Weiss' Aufsatz „The Many Meanings of Research Utilization“ und wendet diese deduktiv auf das Fallbeispiel Tabakkonsum an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Beispiele für jedes der drei von Weiss beschriebenen Modelle – Problem-Solving, Political und Enlightenment Model – anhand von Tabakstudien und politischen Dokumenten erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Research Utilization, Politikberatung, Tabakprävention und gesellschaftlicher Wandel.

Wie beurteilt der Autor die Rolle des „Political Models“ in diesem Zusammenhang?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das „Political Model“ bei diesem Fallbeispiel an Einfluss verloren hat, da mittlerweile ein breiter gesellschaftlicher Konsens über die Schädlichkeit des Rauchens besteht.

Welche Bedeutung kommt dem „Enlightenment Model“ bei?

Dieses Modell erklärt, wie sich das negative Bild des Tabakkonsums über lange Zeiträume und verschiedene Kanäle hinweg durchgesetzt hat und wie Interessenverbände hierbei eine wesentliche Rolle spielen.

Inwiefern beeinflussten historische Umstände, wie die Zeit des Nationalsozialismus, die Tabakforschung?

Die Arbeit weist darauf hin, dass die NS-Zeit ein spezielles, komplexes Fallbeispiel darstellt, in dem wissenschaftliche Forschung zur Krebsvorsorge mit ideologischer Propaganda verknüpft wurde.

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Detalles

Título
Tabakkonsum in Deutschland. Die Anwendung wissenschaftlicher Forschung durch die Politik anhand ausgewählter Modelle von Carol Weiss am Fallbeispiel analysiert
Universidad
University of Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Curso
Verwissenschaftlichte Politik?! Zur politischen Funktion wissenschaftlicher Expertise
Calificación
1,0
Autor
Johannes Schäfer (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
20
No. de catálogo
V434857
ISBN (Ebook)
9783668763586
ISBN (Libro)
9783668763593
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tabak Rauchen Nikotin Schädlich Gesundheit Drogen Carol Weiss
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Johannes Schäfer (Autor), 2016, Tabakkonsum in Deutschland. Die Anwendung wissenschaftlicher Forschung durch die Politik anhand ausgewählter Modelle von Carol Weiss am Fallbeispiel analysiert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434857
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