Mobilitätserziehung in der Grundschule. Ein Praxisbeispiel


Ausarbeitung, 2018

8 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

In dieser Ausarbeitung möchte ich mich mit dem Thema ״Mobilitätserziehung in der Grundschule“ auseinandersetzen. Passenderweise habe ich im Sommersemester 2017 ein interdisziplinäres Projekt im Rahmen der Universität belegt, welches die nachhaltige Mobilität von Schülerinnen und Schülern in der Umgebung der Nordbahntrasse behandelte. Innerhalb dieses Seminars habe ich zusammen mit meiner Gruppe einen Flyer als Infomaterial für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, sowie auch für Eltern entwickelt. Dieser stellt die Norbahntrasse als alternativen Weg der Fortbewegung dar, indem Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung im Umkreis der Grundschule ״Am Mirker Bach“ gekennzeichnet und erläutert werden. Dadurch soll auf die Nordbahntrasse aufmerksam gemacht werden. Ebenso wir die Trasse auch als alternativer Schulweg für Schülerinnen und Schüler der Grundschule ״Am Mirker Bach“ vorgestellt, um den Kindern Wege der nachhaltigen Mobilität aufzuzeigen. Da es sich anbietet, im Rahmen dieser Ausarbeitung auf das Projekt zurückzugreifen, werde ich das Projekt und die daraus resultierenden Ergebnisse im Folgenden genauer erläutern.

Im Fokus des Projektes steht die Nordbahntrasse, denn sie bietet in Wuppertal die Möglichkeit, das Auto Zuhause stehen zu lassen und auf alternative Fortbewegungsmittel zurückzugreifen. Die Nordbahntrasse erstreckt sich von Westen nach Osten über 23 Kilometer quer durch Wuppertal (siehe Internet 1). Sie verbindet die verschiedenen Stadtteile Wuppertals nahezu kreuzungsfrei und ebenerdig. Mit Freigabe der Nordnahtrasse Ende 2014 wird erstmals eine fast kreuzungsfreie Verbindung für nicht motorisierten Verkehr durch Wuppertal ermöglicht (siehe Internet 1). Entlang des Streckenverlaufs befinden sich zahlreiche Attraktionen sowie Sehenswürdigkeiten, über mehrere Zugänge ist die Trasse barrierefrei erreichbar. Die Trasse ist in erster Linie ein auto freier Verkehrsweg, sie soll aber auch ein Ort der Begegnung sein (siehe Internet 1). Doch vielen Wuppertalem ist die Nordbahntrasse offensichtlich nicht als Strecke zur Fortbewegung bekannt. Mit Hilfe des entwickelten Flyers sollte zum einen auf die Nutzung der Nordbahntrasse als Schulweg aufmerksam gemacht werden. Zum andem sollte die Nordbahntrasse als Möglichkeit der Freizeitgestaltung dargestellt werden, in dem verschiedene Stationen auf, beziehungsweise in Nähe der Trasse, präsentiert wurden, welche im kleinen Radius mnd um die Gmndschule ״Am Mirker Bach“ zu erreichen sind. Die Nordbahntrasse soll als eine Alternative der Fortbewegung anerkannt werden, als eine Möglichkeit zur Umsetzung nachhaltiger Mobilität.

Mobilität lässt viele Definitionen zu; die Bundesregierung beispielsweise beschreibt Mobilität als die ״Verkehrsbeweglichkeit von Menschen und Gütern, unabhängig vom Verkehrsmittel und der zurückgelegten Distanz“ (Die Bundesregierung 2002, s. 177). Mobilität beschreibt also die Möglichkeiten der Fortbewegung (Vgl. Hunecke 1968, s. 9). Nicht zu vertauschen ist die Mobilität mit dem Verkehr, welcher die ״tatsächlich durchgefìihrte Ortsveränderung von Menschen und Gütern“ darstellt (Die Bundesregierung 2002, s. 177). Mobilität gilt seit jeher als das ״Basisprinzip moderner Gesellschaften“ und ist nicht nur Ausdruck des menschlichen Bedürfnisses nach Beweglichkeit, sondem auch Voraussetzung für die Funktions fahigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft (Hunecke 1968, s. 2). Die Gestaltung von Mobilität steht im Spannungsfeld von ökonomischen, sozialen und ökologischen Interessen und stellt damit eine zentrale Herausforderung für ihre Institutionen und Mitglieder dar (Vgl. Hunecke 1968, s. 2). Die räumliche Mobilität ist eng verbunden mit der Wahl eines Verkehrsträgers (Vgl. Borchardt 2012, S. 1). Die Nutzung eines Verkehrsmittels ist ein Resultat von Entscheidungs­Prozessen, bei der Wahl eines Verkehrsmittels werden jedoch nicht alle potentiellen Verkehrsaltemativen gegeneinander abgewogen. Ganz im Gegenteil, die Verkehrs­mittelnutzung ist im Normalfall sogar von Gewohnheiten beeinflusst. Ebenso hat der Habitus einen Einfluss auf die Nutzung (Vgl. Hunecke 1968, s. 34). Der Personenverkehr in Deutschland ist geprägt von einer Dominanz des Personenkraftwagens. Das ist insbesondere seiner stetigen Verfügbarkeit und der Ungebundenheit an Zeiten und Strecken geschuldet. Zwar stellt das Autofahren aus Nutzerperspektive die komfortabelste Art der Fortbewegung dar, jedoch zieht es zahlreiche ökologische, ökonomische, soziale Begleiterscheinungen mit sich (Vgl. Borchardt 2012, s. 1). Sowohl in Deutschland als auch weltweit hat das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Bedeutung (Vgl. Leal Filho 2017, S. 2). Der Begriff Nachhaltigkeit verbindet allgemein gesagt das Wissen um die Begrenztheit von Ressourcen mit der Forderung, von den Erträgen der Ressourcen zu leben und nicht von der Substanz (Vgl. Altmeppen et al. 2017, s. 9). Nach dem heutigen Verständnis umfasst der Begriff ökologische, ökonomische sowie soziale Nachhaltigkeit, auch bekannt als ״das Drei-Säulen-Modell“ (Altmeppen et al. 2017, s. 8). Demnach wird es immer wichtiger, auf Nachhaltigkeit zu achten und das sollte schon den Schülerinnen und Schülern in der Grundschule vermittelt werden.

Bezogen auf das interdisziplinäre Projekt kann man hier erste Schlüsse ziehen. Viele Kinder sind es gewohnt, morgens von einem Eltemteil mit dem Auto zur Schule gefahren zu werden. Wieso? - Zu Fuß dauert es zu lange und Fahrradfahren ist aufgrund des bergigen Landes nicht möglich. Doch hier stellt man sich die Frage: Wieso nutzen die Kinder nicht die Nordbahntrasse als Schulweg? Oft ist die Trasse als alternativer Weg zur Fortbewegung unbekannt. Dass sie an der Grundschule ״Am Mirker Bach“ entlang führt, dürfte vielen Eltern nicht bekannt sein. Aus Gewohnheit bringen diese ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule. Um die Nordbahntrasse als Fortbewegungsmöglichkeit attraktiver zu gestalten, sollten wir bereits in der Grundschule den Schülerinnen und Schülern die Trasse als alternative Route vorstellen. Es ist wichtig, das Thema nachhaltige Mobilität bereits in der Grundschule einzuftihren. Bildung ist unerlässliche Voraussetzung zur Förderung nachhaltiger Entwicklung (Vgl. Grundmann 2017, s. 2). Umso wichtiger ist eine strukturelle Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schulen (Vgl. Grundmann 2017, s. 3). Schulen tragen eine besondere Verantwortung im Kontext der Bildung nachhaltiger Entwicklung, denn sie sind ״die einzige Bildungsinstitution, die - zumindest in Deutschland - fast alle Menschen erreicht“ (Grundmann 2017, s. 4). In keiner anderen Bildungseinrichtung verbringen Menschen so viel Zeit ihrer Ausbildung wie in der Schule; gerade in einer besonders prägenden Phase des Lebens (Vgl. Grundmann 2017, s. 4).

Nach Fertigstellung des Flyers entschieden meine Gruppe und ich uns dafür, den Flyer der Grundschule ״Am Mirker Bach“ zur Verfügung zu stellen, damit diese ihn in der Schule verteilen oder auslegen können. Der Flyer ist zum einen als Informationsmaterial für die Eltern gedacht, zum anderen ist er kindgerecht gehalten, damit selbst Schülerinnen und Schüler ihn problemlos lesen und verstehen können. Ziel des Flyers ist es, die Nordbahntrasse bei den Kindern und ihren Eltern bekannter zu machen. Sie soll als alternative Route gesehen werden und damit zur Nutzung anderer Verkehrsmittel abgesehen von Personenkraftwagen anregen. Das bringt nicht nur Abwechslung in den Alltag, sondern wirkt der Lärmbelästigung, Verkehrsunfällen, Luftschadstoffemissionen und Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen entgegen (Vgl. Borchardt 2012, s. 1)·

Mithilfe des interdisziplinären Projektes sollte eine nachhaltige Lebensweise gefördert werden. Die wichtigste Zielgruppe stellen dabei die Schülerinnen und Schüler dar. Bereits in der Schule müssen die Kinder über den Begriff der Nachhaltigkeit und über einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen etc. aufgeklärt werden. Der Flyer, der für die Grundschule ״Am Mirker Bach“ entwickelt wurde, präsentiert die Nordbahntrasse als nachhaltige alternative Route. Dabei ist der Flyer kindgerecht gestalten und perfekt in der Grundschule einsetzbar. Den Schulkindern wird damit eine nachhaltige Fortbewegung ans Herz gelegt; denn zum einen gibt es auf der Trasse genügend Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung, zum anderen ist die Trasse als Schulweg nutzbar. Durch Herstellung des Flyers erhoffe ich mir, den Kindern eine bewusste Lebensweise nahe zu bringen, ebenso natürlich auch deren Eltern.

Aus den oben genannten Gründen komme ich zu dem Entschluss, dass die Mobilitätserziehung in der Grundschule meiner Meinung nach sehr hoch zu gewichten ist. Denn die Bildung einer nachhaltigen Entwicklung ist sehr wichtig und um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, muss die Thematik der Nachhaltigkeit bereits bei Kindern verankert werden. Die Schule als grundlegende Institution ist der geeignetste Ort dafür, die Kinder über eine nachhaltige Lebensweise aufzuklären. Mit der Einschulung beginnt ein neuer Abschnitt im Leben der Kinder und schrittweise nehmen sie auch eigenständig am Verkehrsgeschehen teil. So müssen meiner Meinung nach die Verkehrserziehung sowie die Mobilitätserziehung in der Schule früh einsetzen. Wichtig finde ich dabei sowohl das Schulwegtraining als auch die Radfahrausbildung, um die Schülerinnen und Schüler erst einmal in die unmittelbare Verkehrsumgebung einzuführen. Hierbei soll die Bewegungs-, Wahmehmungs-, und Verständigungsfahigkeit von Kindern gefördert werden (vgl. Internet 2).

Mobilitätserziehung teilt sich in vier verschiedene Kategorien auf. Zum einen gibt es die sicherheitsorientierte Mobilitätserziehung; Ziel der sicherheitsorientierten Mobilitäts­erziehung ist es, ״Mobilitätskompetenz zu vermittelt und die Schülerinnen und Schüler zu beiahigen, durch ihre Kenntnisse, durch ihre Einstellung und durch ihr Verhalten in Bezug auf Mobilität und Verkehr einen Beitrag zu ihrer eigenen Verkehrssicherheit und zur Verkehrssicherheit anderer Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu leisten“ (Internet 3). Hier sollen nicht nur Kompetenzen, sondern auch richtige Strategien vermittelt werden. Im Rahmen der Mobilitätserziehung als Sozialerziehung lernen die Kinder, sich als Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll und mitverantwortlich zu verhalten. Dabei werden wichtige soziale Kompetenzen erworben. Die Mobilitätserziehung als Gesundheitserziehung soll Kindern die verkehrsbedingten Risiken für die Gesundheit vermitteln und dadurch ein gesundheitsbewusstes Mobilitätsverhalten fördern (vgl. Internet 3). Die Kinder sollen alternative, gesundheitsverträgliche und bewegungsfördemde Mobilitätsformen kennen lernen und zu schätzen wissen.

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Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Mobilitätserziehung in der Grundschule. Ein Praxisbeispiel
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Didaktik der Geographie
Note
2,3
Jahr
2018
Seiten
8
Katalognummer
V434872
ISBN (eBook)
9783668762312
Dateigröße
782 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mobilitätserziehung, grundschule, praxisbeispiel
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Mobilitätserziehung in der Grundschule. Ein Praxisbeispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434872

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