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Gerechte Leistungsbewertung aus Schülersicht

Empirische Untersuchung des Gerechtigkeitsempfinden hinsichtlich der Leistungsbewertung

Title: Gerechte Leistungsbewertung aus Schülersicht

Master's Thesis , 2013 , 73 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jenni Steckel (Author)

Education - Educational Tests & Measurements
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Die Bewertung schulischer Leistung ist eine der wichtigsten Aufgaben der Lehrpersonen in der Schule. Ihre Bewertung wird in der Schule über das Verteilen von Noten beschrieben.

„Zensuren oder Schulnoten … dienen der Abbildung von Erfolgen bei den Lehr-/Lehrbemühungen in unterschiedlichen Domänen (Unterrichtsfächern). Sie sollen interindividuelle Unterschiede und intraindividuelle Veränderungen er- kennbar machen“.

Noten entstehen über einen zweistufigen Beurteilungsprozess, dem die Leistungsmessung vorangeht und die eigentliche Bewertung durch die Lehrperson erfolgt, die dem Schüler und der Schülerin der Leistung entsprechend eine Note zuteilt. Die Bewertung einer erbrachten Leistung erfolgt über die Anwendung von Vergleichsstandards oder auch Bezugsnormen, mit denen diese verglichen wird. Die Vergleichsstandards können dabei Kriterien, das Leistungsniveau der Klasse oder der individuelle Leistungsverlauf sein und werden auch als sachliche/kriteriale, soziale und individuelle Bezugsnorm bezeichnet.

Eine gleiche Leistung kann daher, je nachdem welche Bezugsnorm zur Interpretation einer Leistung durch die Lehrperson herangezogen wird, unterschiedlich bewertet werden. Die Noten und damit verbunden die Bewertung der individuellen schulischen Leistung sind daher für die Schüler und Schülerinnen von großer Bedeutung im schulischen Alltag und die Lehrpersonen tragen damit eine große Bürde mit sich, da sie über den Unterrichtserfolg und damit über die Zukunft der Schüler und Schülerinnen mitentscheiden. Zu den Ansichten eines gerechten Bewertungsschemas durch Lehrpersonen beschäftigen sich bereits viele Studien, doch Schüler und Schülerinnen fühlen sich in der Bewertung ihrer individuellen schulischen Leistung durch die Lehrpersonen oft ungerecht behandelt. Es stellt sich daher die übergeordnete Frage und damit das Thema der vorliegenden empirischen Arbeit, welche Ansichten Schüler und Schülerinnen von einer gerechten Bewertung schulischer Leistung besitzen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Einführung der Konstrukte zur Überprüfung der Frage nach einer gerechten Leistungsbewertung aus Schülersicht

2.1.Leistungsbegriff

2.2.Schulisches Selbstkonzept

2.3.Bezugsnormen

2.4.Feststellung und Beurteilung von Leistung

2.5.Bewertungskriterien schulischer Leistung

2.6.Das Problem der Gerechtigkeit bei der Bewertung schulischer Leistung

2.7.Hypothese und Fragestellungen

3. Beschreibung des Fragebogens zur Überprüfung der Fragestellungen und Hypothesen hinsichtlich einer gerechten Leistungsbeurteilung

3.1.Variablen

3.2.Durchführung

3.3.Auswertung

4. Ergebnisse der Fragebogenauswertung zur Überprüfung der Hypothese und Fragestellungen einer gerechten Leistungsbewertung

4.1.Deskriptive Ergebnisse zu der Frage nach gerechten Bewertungskriterien

4.2.Bivariate Analyseergebnisse und Mittelwertsunterschiede zu dem Konstrukt des Gerechtigkeitsempfindens hinsichtlich der Bezugsnormen und Einflüsse auf dieses

5. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Gerechtigkeitsempfinden von Gymnasiasten der 10. Klassenstufe hinsichtlich der Leistungsbewertung. Das primäre Ziel ist es, Ansichten von Schülern zu gerechten Bewertungskriterien und Bezugsnormen zu erheben, um ein tieferes Verständnis für die subjektive Wahrnehmung von schulischer Fairness zu entwickeln.

  • Gerechtigkeitsempfinden bei der Leistungsbewertung
  • Einfluss von Bezugsnormen (sachlich, sozial, individuell)
  • Rolle des schulischen Selbstkonzepts
  • Zusammenhang zwischen Zeugnisnoten und Gerechtigkeitsempfinden
  • Fächervergleich (Mathematik, Deutsch, Englisch)

Auszug aus dem Buch

2.6. Das Problem der Gerechtigkeit bei der Bewertung schulischer Leistung

Bevor das Problem der subjektiven Leistungsbeurteilungsverfahren und des Notensystems in Bezug auf die Gerechtigkeit diskutiert werden, muss geklärt werden, was in der Schule und der Erziehung mit Gerechtigkeit gemeint ist. So sagt Rawls (1972, S. 3), dass die Gerechtigkeit die oberste Tugend sozialer Institutionen ist: „Justice is the first virtue of social institutions, as truth is of systems of thought.”

Von den Lehrerpersonen wird im Rahmen der Gerechtigkeit „erwartet, daß sie alle Kinder fördern und im Auge behalten, daß sie keine Lieblinge haben, keinen Schüler ablehnen. Vor allem aber sollen sie gerecht zensieren. Für die Schüler ist das die gerechte Bewertung oft sogar wichtiger als die Qualität des Unterrichts: daß die Lehrer in ihrem Verhalten und in ihrem Urteil ‚gerecht‘ sind“ (Flittner 1985, S. 5).

Doch genau da liegt das Spannungsverhältnis, dem die Schule ausgesetzt ist.

Soll die Schule nämlich „allen Schülern einer Klasse oder eines Jahrgangs das gleiche [bieten], so wird man nur einen Teil von ihnen damit fördern, andere Teile eben bei Laune zu halten oder mitzuschleifen versuchen, einige schließlich übergehen und durch Nichtversetzung oder Überweisung in eine andere Schule aussondern …“ (Flittner 1985, S. 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der schulischen Leistungsbewertung und stellt die Forschungsfrage nach den Ansichten von Schülern zu einer gerechten Bewertung.

2. Theoretische Einführung der Konstrukte zur Überprüfung der Frage nach einer gerechten Leistungsbewertung aus Schülersicht: Es werden die theoretischen Grundlagen zu Leistungsbegriff, Selbstkonzept und Bezugsnormen sowie deren Relevanz für das Gerechtigkeitsempfinden dargelegt.

3. Beschreibung des Fragebogens zur Überprüfung der Fragestellungen und Hypothesen hinsichtlich einer gerechten Leistungsbeurteilung: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, die Stichprobe und das Instrumentarium der empirischen Untersuchung.

4. Ergebnisse der Fragebogenauswertung zur Überprüfung der Hypothese und Fragestellungen einer gerechten Leistungsbewertung: Hier werden die deskriptiven und bivariaten Analyseergebnisse zur Bewertung der schulischen Leistung durch die Schüler präsentiert.

5. Diskussion: Das Kapitel interpretiert die Ergebnisse, reflektiert die Limitationen der Studie und zieht Schlussfolgerungen für die schulische Praxis.

Schlüsselwörter

Leistungsbewertung, Schülersicht, Gerechtigkeitsempfinden, Bezugsnormen, schulisches Selbstkonzept, Notengebung, Gymnasiasten, Leistungsgesellschaft, Schulalltag, pädagogische Diagnostik, Leistungsvergleich, Fairness, Unterrichtsqualität, akademisches Selbstkonzept, Schulerfolg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Schüler der 10. Jahrgangsstufe am Gymnasium schulische Leistungsbewertungen wahrnehmen und unter welchen Bedingungen sie diese als gerecht empfinden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Bewertungskriterien, verschiedenen Bezugsnormen (sachlich, sozial, individuell) und dem akademischen Selbstkonzept der Schüler.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Gerechtigkeitsempfinden von Schülern zu entwickeln, um Lehrern bei der Gestaltung transparenter und fairerer Bewertungsprozesse zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Arbeit, die einen Fragebogen einsetzt, der sowohl offene als auch standardisierte Fragen enthält.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung der Konstrukte, die Beschreibung der methodischen Instrumente und die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Leistungsbewertung, Gerechtigkeitsempfinden, Bezugsnormen, Schülersicht und schulisches Selbstkonzept.

Wie bewerten Schüler die sachliche Bezugsnorm im Vergleich zu anderen?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die sachliche Bezugsnorm von Schülern in den untersuchten Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch tendenziell als am gerechtesten wahrgenommen wird.

Gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Zeugnisnote und dem Gerechtigkeitsempfinden?

In der vorliegenden Studie konnte kein signifikanter direkter Zusammenhang zwischen der Note eines Schülers und dessen Gerechtigkeitsempfinden bezüglich der angewandten Bezugsnormen nachgewiesen werden.

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Details

Title
Gerechte Leistungsbewertung aus Schülersicht
Subtitle
Empirische Untersuchung des Gerechtigkeitsempfinden hinsichtlich der Leistungsbewertung
College
University of Wuppertal
Grade
1,3
Author
Jenni Steckel (Author)
Publication Year
2013
Pages
73
Catalog Number
V434879
ISBN (eBook)
9783668760530
ISBN (Book)
9783668760547
Language
German
Tags
gerechte leistungsbewertung schülersicht empirische untersuchung gerechtigkeitsempfinden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenni Steckel (Author), 2013, Gerechte Leistungsbewertung aus Schülersicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434879
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