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Konzept der lebensweltorientierten Jugendhilfe

Titre: Konzept der lebensweltorientierten Jugendhilfe

Dossier / Travail , 2017 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Melanie Strittmatter (Auteur)

Sociologie - Enfants et Adolescence
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Besonders interessant an dem Konzept der Lebensweltorientierung ist, dass sie keine Theorie im klassischen Sinne beinhaltet. Vielmehr begründet sich das Konzept auf vier theoretische Säulen aus unterschiedlichen Bereichen. An erster Stelle verfolgt die Lebensweltorientierung die hermeneutisch-pragmatische Traditionslinie der Erziehungswissenschaften,wie sie u.a. von Dilthey, Nohl und Weniger im Laufe des 20. Jahrhundert etabliert wurden. Diese beinhaltet die alltägliche Praxis des Verstehens und dem daraus resultierten Handeln. Die zweite Säule stellt das phänomenologisch-interaktionistische Paradigma da, wo der Alltag und die Lebenswelt analysiert wird.

Dabei wird die alltägliche Lebenswelt der Betroffenen rekonstruiert,um die alltäglichen Verhältnisse zu beleuchten, von denen sie zum einen geprägt werden, aber auch gleichzeitig Einfluss nehmen können. Als nächstes folgt der kritische Ansatz der Alltagstheorie, die das dritte Fundament der Lebensweltorientierung bildet. Hierbei geht es in erster Linie darum Ressourcen im Alltag aufzudecken und gleichzeitig Destruktives abzubauen, damit eine selbstständige Alltagsbewältigung ermöglicht werden kann. Als letzten Punkt bezieht die Lebensweltorientierung die Analyse gesellschaftlicher Strukturen, die die Lebenswelt des Menschen umfassen. Für die Lebensweltorientierung sind die Ressourcen innerhalb der Lebenswelt sowie die Untersuchungen zur gesellschaftlichen und sozialen Bestimmung von Lebensmustern relevant.

Diese Merkmale und Handlungsstrategien sollen in der vorliegenden Hausarbeit im Einzelnen kurz vorgestellt werden, da sie das Fundament des lebensweltorientierten Ansatzes bilden. Anschließend wird anhand eines Praxisbeispiel erörtert, wie das Konzept der Lebensweltorientierung Anwendung in der Praxis finden kann. Abschließend wird bezugnehmend auf die Professionalisierungsdebatte der Sozialen Arbeit anhand des Praxisbeispiel kurz erläutert, wie wichtig fundiertes Wissen in diesem Fall ist. Ziel ist es, dadurch zu verdeutlichen, inwiefern die Soziale Arbeit die Berechtigung erhalten sollte, sich eine Profession nennen zu dürfen, auch wenn sie nicht die klassischen Kriterien erfüllt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehung der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch

2.1 Konzept der Lebensweltorientierung nach Thiersch

2.2 Das Selbstverständnis der Lebensweltorientierung und ihre Handlungsmaxime

2.3 Hermeneutisch-pragmatische Tradition nach Nohl

2.4 Die Theorie der Lebenswelt als Basis für die lebensweltorientierte Arbeit

3 Das Konzept einer lebensweltorientierten Jugendhilfe

3.1 Lebensweltorientierte Jugendhilfe in der Praxis

3.2 Professionalisierung in der Offenen Jugendarbeit

4 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das theoretische Konzept der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch und dessen Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Jugendhilfe, um die Notwendigkeit einer fachlichen Professionalisierung in diesem Arbeitsfeld zu begründen.

  • Theoretische Fundierung der Lebensweltorientierung
  • Die hermeneutisch-pragmatische Tradition
  • Methodische Ansätze in der Offenen Jugendarbeit
  • Bedeutung von Partizipation und Alltagsorientierung
  • Professionalisierungsdebatte in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.1 Konzept der Lebensweltorientierung nach Thiersch

„Die Realität des gelebten Lebens“ (Thiersch et al. 2000 : 166) wird bei der Lebensweltorientierung in den Vordergrund gestellt und beleuchtet das alltägliche Leben individuell (vgl. ebd.: 166). Die Lebensweltorientierung sieht die Adressaten_innen in ihrem Leben bestimmt durch die Auseinandersetzung mit ihren alltäglichen Lebensverhältnissen, mit ihren Problemen und Ressourcen und mit ihrer Freiheit und Einschränkungen, aufgrund von individuellen materiellen Bedingungen als auch allgemeinen politischen Rahmenbedingungen. (vgl. Otto/Thiersch 2011: 854).

Das führt bei den Menschen zu widersprüchlichen Situation, nämlich zwischen den verfügbaren Ressourcen und problematisch belastenden Lebensverhältnis, die zu gelingenden und nicht gelingenden Bewältigungsleistungen führt und schließlich in Resignation und Hoffnung münden (vgl. ebd.: 854). Sie begibt sich in ihren Alltag und schaut sich detailliert die Probleme an, die eine Bewältigung des Alltags verhindern und konzentriert sich dabei auf die Ressourcen. Oftmals führt das Scheitern zu einer Selbsttäuschung, dies es gilt aufzudecken und ein Scheitern zu verhindern. Dabei steht dennoch im Vordergrund die Annahme, dass die Adressaten_innen die Fähigkeit besitzt den Alltag alleine zu bewältigen. Der Eingriff dient lediglich zur Unterstützung (vgl. ebd.: 854).

Somit stehen sowohl die Probleme als auch die Chancen mit den dazugehörigen Schwächen und Stärken des Adressaten bei der Lebensweltorientierung im Vordergrund und bieten die Grundlage für das pädagogische Arbeiten. Das Handeln richtet nach den vorhandenen individuellen Lebensverhältnisse und folgert daraus die passende Methode (vgl. Thiersch 2000: 161). Die gegenwärtigen Lebenssituation des Betroffenen wird zunächst bis ins Detail beobachtet und respektiert. Die Beobachtungen werden anschließend ausgewertet, um chancenreiche Potenziale aufzudecken (vgl. ebd.: 164). Anstatt defizit-orientiert zu arbeiten, versucht die Lebensweltorientierung die Stärken zu finden und zu etablieren. Gemeinsam mit dem Betroffenen werden Hilfepläne entworfen. Dabei fördert die starke Zusammenarbeit und die Partizipation an den Handlungsentwürfen das Vertrauen ineinander sowie in sich selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit als Profession und führt in das Konzept der Lebensweltorientierung als praxisnahen Ansatz ein.

2 Entstehung der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Wurzeln, das Selbstverständnis sowie die hermeneutischen und phänomenologischen Grundlagen der Lebensweltorientierung.

3 Das Konzept einer lebensweltorientierten Jugendhilfe: Hier wird die Anwendung des Konzepts in der Praxis der Offenen Jugendarbeit sowie die Notwendigkeit methodischen, professionellen Handelns dargestellt.

4 Resümee: Das Resümee fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und bekräftigt die Bedeutung der professionellen Beziehungsarbeit für die Förderung der Selbstbestimmung bei Kindern und Jugendlichen.

Schlüsselwörter

Lebensweltorientierung, Hans Thiersch, Soziale Arbeit, Jugendhilfe, Offene Jugendarbeit, Professionalisierung, Hermeneutik, Partizipation, Alltagstheorie, Lebensverhältnisse, Pädagogischer Bezug, Ressourcenorientierung, Sozialpädagogik, Alltagsbewältigung, Handlungsmaxime.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch und untersucht, wie dieses Konzept in der Jugendhilfe praktisch angewendet wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die theoretische Herleitung der Lebensweltorientierung, die Prinzipien der Offenen Jugendarbeit sowie die Professionalisierungsdebatte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Berechtigung der Sozialen Arbeit als anerkannte Profession zu verdeutlichen und die Bedeutung fundierten Fachwissens in der Praxis zu unterstreichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Theorien der Erziehungswissenschaften und der Sozialen Arbeit sowie auf die hermeneutisch-pragmatische Tradition.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Im Hauptteil werden das Konzept der Lebensweltorientierung, die Rolle des pädagogischen Bezugs nach Nohl und konkrete Praxisbeispiele aus der Offenen Jugendarbeit analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lebensweltorientierung, Partizipation, Professionalisierung, Ressourcenorientierung und die hermeneutische Tradition.

Warum ist das Konzept der Lebensweltorientierung für die Jugendhilfe besonders geeignet?

Es ist geeignet, weil es individuell auf die verschiedenen Lebenslagen Jugendlicher eingeht und Hilfe zur Selbsthilfe bei der Alltagsbewältigung leistet.

Welche Rolle spielt die Partizipation in der Offenen Jugendarbeit?

Partizipation bildet die Grundlage der Arbeit, da Kinder und Jugendliche die Themen und Aktivitäten selbst bestimmen und dadurch ihre Selbstverantwortung stärken.

Inwiefern beeinflussen gesellschaftliche Strukturen die Lebenswelt der Adressaten?

Gesellschaftliche Strukturen bilden den Rahmen, in dem sich Lebensverhältnisse entwickeln; bei Verunsicherungen in der Gesellschaft entstehen oft individuelle Probleme, die in der Sozialen Arbeit beachtet werden müssen.

Warum ist eine Professionalisierung der Jugendarbeit notwendig?

Die Komplexität der Alltagsprobleme Jugendlicher erfordert methodisches Handeln und fundiertes theoretisches Wissen, um qualitativ hochwertige Unterstützung zu gewährleisten.

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Résumé des informations

Titre
Konzept der lebensweltorientierten Jugendhilfe
Université
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Note
1,7
Auteur
Melanie Strittmatter (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
18
N° de catalogue
V434889
ISBN (ebook)
9783668760516
ISBN (Livre)
9783668760523
Langue
allemand
mots-clé
konzept jugendhilfe
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Melanie Strittmatter (Auteur), 2017, Konzept der lebensweltorientierten Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434889
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Extrait de  18  pages
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