Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Quartiersmanagement und der Forschungsfrage, ob Quartiersmanagement mehr als eine Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit ist. Diese These wird unterstützt durch die Betrachtung der Theorie der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch in Bezug auf das Seminar Theorien Sozialer Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Konzept des Quartiersmanagements
2.1 Die Entstehung des Quartiersmanagements
2.2 Aufgaben und Handlungsfelder
2.3 „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“
2.4 Qualifikationen von Quartiersmanager*innen
2.5 Gemeinwesenarbeit: eine Kernkompetenz im Quartiersmanagement
2.6 Voraussetzungen für ein erfolgreiches Quartiersmanagement
3 Quartiersmanagement als präventive Sozialpolitik
4 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch und Quartiersmanagement
4.1 Das Konzept der Lebensweltorientierung
4.1.1 Historischer Kontext
4.1.2 Traditionslinien
4.1.3 Alltag bzw. Lebenswelt
4.2 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit mit Betrachtung des Quartiersmanagementkonzeptes
4.2.1 Ziele
4.2.2 Dimensionen
4.2.3 Struktur- und Handlungsmaxime
4.2.4 Aufgaben
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Quartiersmanagement als raumbezogene Methode der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Quartiersmanagement lediglich als Weiterentwicklung der klassischen Gemeinwesenarbeit zu verstehen ist oder einen eigenständigen, integrativen Ansatz darstellt, der durch die Verbindung mit der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach Hans Thiersch neue Qualitäten in der Stadtteilentwicklung ermöglicht.
- Einordnung des Quartiersmanagements in die Soziale Arbeit
- Analyse des Programms „Soziale Stadt“ als präventive Sozialpolitik
- Verbindung von Quartiersmanagement und Lebensweltorientierung
- Anforderungen an Quartiersmanager*innen und deren Arbeitsweisen
- Vergleich zwischen klassischer Gemeinwesenarbeit und moderner Quartiersentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.5 Gemeinwesenarbeit: eine Kernkompetenz im Quartiersmanagement
Im Zuge der Entstehung des Programms „Soziale Stadt“ wurde es zum zentralen Anliegen der Stadtentwicklung, das eigenständige Stadtteilleben wieder aufzubauen, den sozialen Verbund wieder herzustellen, alle vorhandenen örtlichen Potenziale zu stärken und die Bewohner*innen zu motivieren, in Initiativen und Vereinen mitzuwirken und sich dauerhaft selbst zu organisieren. Durch diese Betrachtung soll erreicht werden, dass die Stadtteile schrittweise wieder als selbstständige Gemeinwesen funktionieren.
Übernimmt nun Quartiersmanagement die Aufgaben, für die früher Gemeinwesenarbeit eingesetzt worden ist? Die Aufgabe eine „Soziale Stadt“ zu entwickeln, ist eine große Chance für Gemeinwesenarbeiter*innen hier ihre spezifische, fachliche Kompetenz einzubringen (vgl. LAG 2004, 32).
Die Gemeinwesenarbeit entstand in Deutschland Ende der 60er und in den 70er Jahren, mit der Entstehung sog. Brennpunkte wie z.B. Obdachlosenquartieren, Sanierungsgebieten und Trabantensiedlungen. Um den Menschen in diesen Gebieten zu helfen führte die Bundesrepublik Deutschland einen Arbeitsansatz ein, der als Gemeinwesenarbeit bezeichnet wurde. Es wurde zum Anliegen dieser, aus benachteiligten Wohngebieten lebendige Stadtbereiche zu entwickeln. Leitziel der Gemeinwesenarbeit ist die „Aktivierung und Unterstützung der Menschen und die Förderung der materiellen, infrastrukturellen Ausstattung des Gebietes“ (LAG 2004, 34). Um dieses Leitziel umzusetzen orientierte sich die Gemeinwesenarbeit an der Lebenswelt ihrer Klient*innen (ebd., 35).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Quartiersmanagement mehr ist als eine Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit, und legt den Fokus auf die Verknüpfung mit der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit.
2 Das Konzept des Quartiersmanagements: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, Aufgaben, Handlungsfelder und Voraussetzungen des Quartiersmanagements im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“.
3 Quartiersmanagement als präventive Sozialpolitik: Der Abschnitt betrachtet das Potenzial des Quartiersmanagements, durch frühzeitige Interventionen soziale Notlagen zu verhindern und Investitionen in die Zukunft zu tätigen.
4 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch und Quartiersmanagement: Das Kapitel verknüpft das Konzept der Lebensweltorientierung nach Thiersch mit der Praxis des Quartiersmanagements und leitet daraus professionelle Anforderungen ab.
5 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage, indem es Gemeinwesenarbeit als essenzielle Kernkompetenz in einem breiteren, strategischen Quartiersmanagement-Ansatz identifiziert.
Schlüsselwörter
Quartiersmanagement, Gemeinwesenarbeit, Lebensweltorientierung, Soziale Stadt, Sozialraumorientierung, Partizipation, Empowerment, Prävention, Stadtteilentwicklung, Bewohnerorganisation, Soziale Arbeit, Verwaltungsstrukturen, Stadtteilbüro, Handlungsfelder, Interdisziplinarität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Quartiersmanagement als raumbezogene Methode und setzt diese kritisch in Bezug zur klassischen Gemeinwesenarbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Soziale Stadt, Methoden der Quartiersentwicklung, präventive Sozialpolitik sowie die theoretische Fundierung durch die Lebensweltorientierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob Quartiersmanagement als eigenständige, komplexe Strategie zu begreifen ist, die über die Ansätze der Gemeinwesenarbeit hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Konzepte der Sozialen Arbeit auf das praxisorientierte Handlungsfeld des Quartiersmanagements anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Quartiersmanagement-Konzepts, die Rolle als präventive Sozialpolitik und die detaillierte Verknüpfung mit Hans Thierschs Theorie der Lebensweltorientierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialraumorientierung, Empowerment, Partizipation und Stadtteilentwicklung geprägt.
Inwiefern unterscheidet sich das Quartiersmanagement laut Autorin von der Gemeinwesenarbeit?
Die Autorin hebt hervor, dass Quartiersmanagement strategischer, meist zeitlich befristet für 3-5 Jahre angelegt ist und über signifikante Finanzmittel verfügt, während Gemeinwesenarbeit stärker als langjähriger Bottom-Up-Prozess fungiert.
Warum ist das "Tandem"-Modell für das Quartiersmanagement relevant?
Das Modell ist relevant, weil es eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen planerischen und sozialen Berufen ermöglicht, um die breiten Qualifikationsanforderungen optimal abzudecken.
- Citar trabajo
- Jessica Carl (Autor), 2018, Ist Quartiersmanagement mehr als eine Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435100