Globale Ungleichgewichte, Ursachen und wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten


Hausarbeit, 2018
18 Seiten, Note: 2,3
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Globale Ungleichgewichte
2.1 Zahlungsbilanz
2.2 Leistungsbilanz versus Kapitalbilanz

3. Empirische Beobachtungen

4. Ursachen weltweiter Ungleichgewichte

5. Korrekturmechanismen

6. Wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Nach dem „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“, welches 1967 in Kraft getreten ist, haben Bund und Länder hinsichtlich ihrer Wirtschaftspolitik „[...] die Bedingungen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu berücksichtigen [...]“ (Bundeszentrale für politische Bildung 2016 a). Eines der festgehaltenen Ziele der staatlichen Wirtschaftspolitik ist unter anderem ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht. (Bundeszentrale für politische Bildung 2016 a)

Entgegen dieser Zielsetzung entwickelten sich ab den 1990er Jahren sehr große wirtschaftliche Ungleichgewichte. Betroffene Länder sind die Vereinigten Staaten von Amerika als größtes Defizitland und ihnen gegenüberstehend China, Deutschland und Japan als größte Länder mit Überschuss. Den Höhepunkt dieser Ungleichgewichte findet man im Jahre 2008. Oft wird diesem Ungleichgewicht eine wesentliche Schuld für die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 bis 2009 zugetragen. Im europäischen Raum toben seit Jahren heftige Debatten über regionale Ungleichgewichte innerhalb der Euro-Zone, welche die Währungsunion vor große Herausforderungen stellt. Der globale Handel mit Gütern und damit einhergehenden Kapital ist häufig Thema politisch-wirtschaftlicher Debatten. Schon bei der Gründung des Bretton-Woods-Systems 1944 bis hin zu den G-20-Gipfeln der heutigen Zeit, sind mögliche wirtschaftliche Reformen hinsichtlich der Probleme der außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte immer wieder an der Tagesordnung. (Priewe 2011: 6 f.)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit diesen globalen wirtschaftlichen Ungleichgewichten. Dazu wird in Kapitel Zwei die allgemeine Theorie zur Zahlungsbilanz abgehandelt und betrachtet, wie sich ihre Teilbilanzen aufeinander auswirken. Im dritten Kapitel werden empirische Beobachtungen aufgezeigt, bevor in Kapitel Vier die Ursachen weltweiter Ungleichgewichte und in den Kapiteln Fünf und Sechs die Korrekturmechanismen globaler Ungleichgewichte sowie wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten zum Umgang damit aufgeführt werden. Am Ende wird ein Fazit zu den gesammelten Fakten und Feststellungen gezogen.

„Die Frage, ob Volkswirtschaften größere Überschüsse oder Defizite in ihren Leistungsbilanzen haben dürfen oder gar haben sollten, gehört seit Jahrzehnten zu den großen kontroversen Fragen der Wirtschaftstheorie […]“ (Priewe 2011: 6).

2. Globale Ungleichgewichte

„Ein zentrales Konzept, welches jedem Stud[ierenden] der internationalen Makroökonomik schnell bewusst wird, besagt, dass bei vollständiger Erfassung der entsprechenden Transaktionen die Zahlungsbilanz [Hervorhebung im Original] eines Landes stets ausgeglichen sein muss [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 589).

Das hat zur Folge, dass entweder die Teilbilanzen der Zahlungsbilanz alle selbst ausgeglichen sind oder, dass diese einzeln betrachtet einen Überschuss oder ein Defizit aufweisen, sich aber gegenseitig ausgleichen und in der Summe eine Null aufweisen.

Ungleichgewichte werden in der EU-Verordnung lediglich sehr ungenau definiert. Dort heißt es, ökonomische Ungleichgewichte „[...] are adversely affecting, or have the potential adversely to affect, the proper functioning of the economy [...]“ (European Commission 2017: 1 f.). Damit wird nur ein alltagssprachliches Verständnis aufgegriffen, „[...] dass in der Wirtschaft eine >nachhaltige Störung< vorliege, die ja eigentlich den Effekt des Ungleichgewichtes beschreibt [...]“ (Schweighofer 2012: 2).

Präziser definiert werden weltweite wirtschaftliche Ungleichgewichte als „[...] größere Leistungsbilanzüberschüsse b[eziehungsweise] -defizite zwischen verschiedenen Ländern und Ländergruppen [...]“ (Priewe 2011: 6). Vor allem fortgeschrittene Volkswirtschaften mit hohem Industrieanteil verzeichnen hohe Leistungsbilanzüberschüsse. Gründe dafür sind, dass der zunehmende Welthandel stark vom Warenverkehr geprägt ist und hinzukommend das Aufholen der Schwellen- und Entwicklungsländer seit dem Anfang der 2000er Jahre, womit dort ein Investitionsboom einhergeht. (Priewe 2011: 7 f.)

2.1 Zahlungsbilanz

Die Leistungsbilanz ist ein Teilbereich der Zahlungsbilanz. Weitere Bestandteile der Zahlungsbilanz sind die Kapitalbilanz und die Vermögensübertragungsbilanz. Die Zahlungsbilanz umfasst alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen dem In- und dem Ausland. Das betrifft also „[...] Käufe und Verkäufe von Waren und Dienstleistungen sowie Geld-, Kredit- und sonstige Kapitalbewertungen [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 589). Die Leistungsbilanz umfasst Handelsströme, also „[...] Im[porte] und Exporte von Waren und Dienstleistungen, Erwerbs- und Vermögenseinkommen sowie laufende unentgeltliche Leistungen [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 589). Sie ist eine statistische Gegenüberstellung aller Bewegungen von Waren und Dienstleistungen, die im- oder exportiert werden. Die Bewegungen von Waren sind in einer ihrer Teilbilanzen, der Handelsbilanz, aufgelistet, während die Dienstleistungen in ihrer weiteren Teilbilanz, der Dienstleistungsbilanz, erfasst sind. Weiterhin listet sie auch Erwerbs- und Vermögenseinkommen, also beispielsweise Arbeitsentgelte, Kapitalerträge und Übertragungen, zum Beispiel Heimatüberweisungen ausländischer Arbeitnehmer oder Entwicklungshilfezahlungen, auf. Daneben werden noch Transportleistungen, Patent- und Lizenzgebühren sowie Ausgaben und Einnahmen aus dem Tourismus in ihr ausgewiesen. (Bundeszentrale für politische Bildung 2016 b)

Die Kapitalbilanz erfasst „[...] sämtliche Transaktionen, welche die Veränderung von finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 589) sind, also Kapitalmarktströme. Diese treten meist als „[...] Direktinvestitionen, dem Kauf oder Verkauf von Unternehmens- und Staatenleihen sowie Aktien […] [und] auch in Form von Veränderungen von Bankguthaben [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 589 f.) auf. Die Vermögensübertragungsbilanz beinhaltet „[...] einmalige Transfers wie [zum Beispiel] Schuldenerlasse oder Vermögensmitnahmen von Ein- und Auswanderern“ (Frenkel/Tudyka 2012: 589 f.).

Für Industrieländer hat diese Teilbilanz jedoch eine eher geringere Bedeutung, weshalb sie in dieser Arbeit kein näherer Betrachtungsgegenstand ist und die Annahme vertreten wird, dass sie einen Saldobetrag von null aufweist.

Weiterhin wird in der Fachliteratur manchmal noch zusätzlich in eine Devisenbilanz unterteilt, die Veränderungen von Währungsreserven der Zentralbank betrachtet. Nach der verwendeten Zahlungsbilanzstruktur der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank ist die Devisenbilanz bereits Teil der Kapitalbilanz. (Frenkel/Tudyka 2012: 589 f.)

Die Permanenz der bestehenden, anhaltenden Leistungsbilanzüberschüssen und -defiziten legt nahe, in diesen wirtschaftliche Ungleichgewichte zu sehen (Grömling 2013: 1). Hohe Defizite in der Leistungsbilanz gelten als potentielle Krisenverursacher, da sie ein Solvenzproblem auslösen können, welches Liquiditätsprobleme oder gar eine Währungskrise nach sich ziehen kann (Winkler 2007: 728). Der Saldo der Leistungsbilanz gilt als „[...] wichtige Größe zur Bewertung der ökonomischen Leistungsfähigkeit […]“ (Bundeszentrale für politische Bildung 2011). Priewe beurteilt:

„Je größer und länger anhaltend die Ungleichgewichte sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit von Gefahren, insbesondere[,] wenn sich die Nettovermögenspositionen gegenüber dem Ausland in den Überschuss- und Defizitländer immer weiter spreizen [...]“ (Priewe 2011: 91).

2.2 Leistungsbilanz versus Kapitalbilanz

Dieses Unterkapitel beschäftigt sich mit den Kausalitäten zwischen Leistungs- und Kapitalbilanz.

Erfassungen von Transaktionen innerhalb der Zahlungsbilanz unterliegen dem Prinzip der doppelten Buchführung. Der Buchung auf einer Aktivseite liegt eine wertmäßig gleich hohe Buchung auf der Passivseite gegenüber. Zur Verdeutlichung wird das am Beispiel eines Warenexportes gezeigt: Beim Warenexport selbst entsteht ein Eintrag auf der Aktivseite der Leistungsbilanz, welcher „[...] bei einer entsprechenden Überweisung des Käufers zum Erwerb eines Guthabens bei einer Bank im Ausland […] führt [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 590), also dem Eintrag auf der Passivseite der Kapitalbilanz. So ergibt sich für die gesamte Zahlungsbilanz immer ein Saldo von null, was nicht auf ihre einzelnen Teilbilanzen zutrifft. Wenn es in einem Jahr zu mehr Güterimporten als Exporten kommt, weist die Leistungsbilanz ein Handelsdefizit auf. Lässt man mögliche sonstige Posten außer Acht, muss die Kapitalbilanz einen Überschuss identischer Höhe aufweisen, was als Kapitalabfluss beziehungsweise Kapitalexport bezeichnet wird. Die kumulierten Salden der Leistungs- sowie Kapitalbilanz ergeben die so genannte Nettoauslandsposition, die die Nettoverschuldung oder das Nettovermögen eines Landes gegenüber dem Ausland erfasst. (Frenkel/Tudyka 2012: 590)

Mit Fokus auf den internationalen Handel ist oft die Rede von einer „befehlenden“ Leistungsbilanz, ausgelöst durch hohen Konsum, und einer „folgenden“ Kapitalbilanz. Mit den immer stärker international integrierten Kapitalmärkten und den damit grenzüberschreitenden Kapitalströmen lässt sich aber auch die Kapitalbilanz als „befehlend“ bezeichnen. Internationale Investoren „[...] auf der Suche nach einer optimalen Rendite und einem entsprechend diversifiziertem Portfolio [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 589) nehmen hier die Rolle als treibende Kraft ein. (Frenkel/Tudyka 2012: 589 f.)

Zu den Ansätzen, die von einer dominierenden Wirkung der Handelsströme, also der Leistungsbilanz, ausgehen, zählt das „[...] keynesianische reine Gütermarktmodell [Hervorhebung im Original]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 591). Nach diesem Modell führt ein Anstieg des Einkommens zu einem Anstieg der Nachfrage nach inländischen und ausländischen Gütern. Weiter führt hier eine Aufwertung der heimischen Währung zu mehr Importen. Je nach Situation bildet sich ein entsprechender Leistungsbilanzsaldo. Entsteht ein Defizit, so wirken nach diesem Modell die Kapitalströme rein passiv zur Finanzierung und zum Ausgleich des Leistungsbilanzdefizits. (Frenkel/Tudyka 2012: 591)

Dem entgegen gibt es einige Ansätze, die von einer dominierenden Wirkung der internationalen Kapitalströme ausgehen.1 Sie vertreten die Annahme, dass Kapitalmarktströme Ergebnis der Suche von Investoren nach Portfolioallokationen sind. Die Veränderung innerhalb der Kapitalbilanz entstehen demnach durch „[...] Spar- und Investitionsentscheidungen [Hervorhebung im Original] auf globaler Ebene und reflektieren das Gleichgewicht auf den internationalen Kapitalmärkten [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 591). Bei diesen Ansätzen ist die einzige Motivation der Akteure zur Handlung die Erzielung einer hohen Rendite. So kann die Kapitalbilanz gänzlich unabhängig von den Handelsströmen einen Überschuss oder ein Defizit hervorbringen und wird damit „dominierend“. Der Saldo von null in der gesamten Zahlungsbilanz entsteht somit durch ein passives Verhalten der Leistungsbilanz. Bezüglich des Leistungsbilanzdefizits der Vereinigten Staaten von Amerika lässt sich argumentieren, dass dieses durch die hohe Attraktivität des dortigen Marktes für Kapitalanlagen, welcher „[...] in vielen Anlageklassen den weltweit liquidesten Markt [Hervorhebung im Original] darstellt [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 592), begünstigt wird. Ebenfalls für eine Dominanz der Kapitalbilanz gegenüber der Zahlungsbilanz spricht das sehr hohe Transaktionsvolumen des internationalen Kapitalmarktes, welches das des internationalen Handels um ein vielfaches übersteigt. (Frenkel/Tudyka 2012: 591 ff.)

Frenkel und Tudyka ziehen bezüglich der Kausalität von Kapital- und Leistungsbilanz folgendes Fazit:

„[Es] lässt sich pauschal keine einfache Antwort bezüglich der Fragestellung geben […], ob nun die Kapitalbilanz befiehlt und die Leistungsbilanz folgt oder umgekehrt. Vielmehr [zeigt sich], dass insbesondere bei einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtungsweise in der mittleren Frist eine Interaktion [Hervorhebung im Original] der zwei Bilanzen stattfindet [...]“ (Frenkel/Tudyka 2012: 593 f.).

3. Empirische Beobachtungen

Als Risikofaktor für die globale Wirtschaft gilt die „[...] sich verstärkende Asymmetrie der globalen Leistungsbilanzstrukturen [Hervorhebung im Original] […]“ (Kempa 2007: 412). Ein unkontrollierte Korrektur dieser Ungleichgewichte begünstigt starke Verwerfungen an den internationalen Devisen- und Finanzmärkten. Auf politischer Ebene wird befürchtet, dass protektionistische Maßnahmen getroffen werden, die eine „[...] substanzielle Gefahr [...]“ (Kempa 2007: 412) für die globale Wirtschaft und ihrem Wachstum darstellen.

Die Ungleichgewichte umfassen grundlegend drei verschiedene Ländergruppen. Die erste Gruppe machen ärmere Entwicklungsländer aus, die große Defizite aufweisen. Sie verursachen etwa 25 % der globalen Defizite. Ihr folgt die USA als zweite Gruppe mit ihrem Defizit, was circa 44 % der globalen Defizite beträgt, und zuletzt die starken Ungleichgewichte, die sich innerhalb der Europäischen Union finden lassen. (Priewe 2011: 38)

Abbildung 1: Globale Leistungsbilanzsalden im Jahr 2012 in Milliarden US-Dollar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 zeigt die hauptsächlich betroffenen Akteure. Dabei handelt es sich um die Vereinigten Staaten vom Amerika mit einem starken Leistungsbilanzdefizit von 487 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012. Dem gegenüber steht eine Reihe von Volkswirtschaften mit Leistungsbilanzüberschüssen. Dazu zählen aufstrebende asiatische Volkswirtschaften, erdölexportierende Nationen und einige europäische Länder. Ihr Leistungsbilanzüberschuss im Jahre 2012 beträgt zusammen 1.063 Milliarden US-Dollar. In den 1990er Jahren betrug das Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten von Amerika drei Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes. Bereits hier war nach der Sicht einiger Autoren eine „[...] kritische Marke erreicht [...]“ (Kempa 2007: 412). Bis zum Anfang der 2000er Jahre ist es um circa 800 Milliarden US-Dollar auf circa sieben Prozent gestiegen. Die Überschüsse der Erdölexportländer machten zu diesem Zeitpunkt circa 50 % des amerikanischen Leistungsbilanzdefizits aus. Die asiatischen Volkswirtschaften lagen hier bei 30 % und allein Japans Anteil am Defizit beträgt 20 %. Der Euroraum konnte als Ganzes gesehen eine nahezu ausgeglichene Zahlungsbilanz vorzeigen. (Kempa 2007: 412)

Der hohe Leistungsbilanzüberschuss der Ölländer zeigt, dass die Wirtschaftsstruktur und die Rohstoffausstattung Überschüsse bedingen kann. Im Jahr 2008 umfassten die Überschüsse zu 80 % auf nur drei Länder: China, Deutschland und Japan. Die globalen Defizite verteilten sich in diesem Jahr zu 44 % auf die USA. Zusammen mit acht weiteren Defizitländern machen das 75 % am Gesamtdefizit aus. Das restliche Viertel war verteilt auf die 94 ärmsten Länder. (Priewe 2011: 38)

Abbildung 2: Leistungsbilanzsalden der Länder des Euroraums 2012 bis 2014 in % des Bruttoinlandsprodukts[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Innerhalb Europas stehen die Länder Deutschland, Irland, Luxemburg, Niederlande und Österreich mit hohen Leistungsbilanzüberschüssen Ländern mit Defiziten gegenüber, zu denen unter anderem Estland, Griechenland und Zypern zählen.

Besonders häufig in der Kritik ist Deutschland mit seinen hohen Überschüssen. Deutschlands Überschüssen stehen spiegelbildlich die Defizite anderer Länder gegenüber. Der Vorwurf gegenüber Deutschland lautet, dass es mit seiner Wirtschaftspolitik anderen Mitgliedern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion mit einer „[...] Beggar-thy-neighbour-Politik […]“ (Busch/et. al 2011: 4) schadet und für eine Auseinanderentwicklung innerhalb Europas gesorgt hat. (Busch/et. al 2011: 4)

Abbildung 3: Leistungsbilanzsalden in der EU von 1995 bis 2014 in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Bundesministerium der Finanzen 2013)[3]

Bis zum Jahre des Beginns der Wirtschaftskrise 2007 waren die Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite geprägt von einem immer stärkeren Auseinanderklaffen. Danach zeigt sich eine gegensätzliche Entwicklung der Annäherung, was hauptsächlich in einem Rückgang der Negativsalden der Defizitländer liegt. (Bundesfinanzministerium 2013)

Für die europäischen Überschussländer ergibt sich eine massive Unterbewertung des realen Euro-Wechselkurses und für die Defizitländer eine Überbewertung. Durch die Ungleichgewichte wird das Wirtschaftswachstum der Währungsunion gebremst. Ein Niedergang der des Euros hätte starke, weltweite Folgen.(Priewe 2011: 92)

[...]


1 Hierzu zählen unter anderem die Modelle der ungedeckten Zinsparität, des Portfolioansatzes sowie des Chartistenansatzes.

[2] Bei den Zahlen von 2014 in Abbildung 2 handelt es sich lediglich um Schätzung, die 2013 angestellt wurden.

[3] Die Zahlen zu 2014 in Abbildung 3 sind wie in Abbildung 2 Schätzungen, die 2013 angenommen wurden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Globale Ungleichgewichte, Ursachen und wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,3
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V435162
ISBN (eBook)
9783668766068
Dateigröße
671 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
volkswirtschaft, volkswirtschaftslehre, wirtschaftskrisen, globale, ungleichgewichte, zahlungsbilanz, leistungsbilanz, kapitalbilanz, wirtschaftspolitik, leistungsbilanzüberschuss, leistungsbilanzdefizit
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Globale Ungleichgewichte, Ursachen und wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435162

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