Eröffnet der Einstieg in den Online-Vertrieb den Unternehmen mehr Chancen als Risiken? Muss man Multi-Channel-Handel betreiben um konkurrenzfähig zu bleiben? Was ist der zukünftige Trend im Handel? Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Chancen und Risiken des Multi-Channel-Handels, unter besonderer Berücksichtigung der Online-Absatzkanäle „Commerce“, zu analysieren und dessen Potential zu ermitteln.
In den letzten Jahren durchlebt der deutsche Einzelhandel eine Veränderung der Wettbewerbssituation. Verändertes Kundenverhalten, die fortschreitende Digitalisierung und das damit verbundene Wachstum des Online-Handels, bedrängen den klassischen Einzelhandel und stellen ihn vor neue Herausforderungen. Immer mehr Händler nehmen diese Herausforderung an und wagen mit einem eigenen Onlineshop den Einstieg in den Online-Vertrieb.
Durch den Vertrieb über das Internet, der ohne Frage mit einigen Risiken verbunden ist, eröffnen sich dem Händler neue Chancen. In Zeiten, in denen die stationären Umsätze weiter stagnieren, können neue Umsätze generiert werden und auf die veränderten Kundenbedürfnisse vielseitig eingegangen werden. Um die Bedürfnisse der Kunden zu befrieden, reicht es heute nicht mehr aus nur im Internet, also als Internet Pure-Player zu agieren. Der Kunde von heute zeigt immer mehr ein multioptionales Kaufverhalten – er möchte zwischen verschiedenen Absatzkanälen wählen und diese kombinieren können. Informationssuche im Internet und anschließender Kauf im stationären Einzelhandel ist ebenfalls ein Charakteristikum des multioptionalen Kaufverhaltens. Besonders durch die rasante Verbreitung von mobilen Endgeräten, wie Smartphones und Tablet-PCs, nährt M-Commerce das mobile Einkaufen und die gesteigerten Kundenerwartungen auf „anybody. anytime. anywhere“. „Wir müssen dort sein, wo der Kunde uns erwartet“, ist eine von vielen Top-Managern getroffene Aussage, die die gesteigerten Ansprüche des Kunden und die Anforderungen an die Absatzkanalstruktur des Einzelhandels wiederspiegelt. Multi-Channel-Händler – Händler, die Offline- und Online-Kanäle kombinieren, – tragen den gesteigerten Ansprüchen des Kunden, nach Kanalwechsel/Channel-Hopping Rechnung und können gegenüber klassischen Einzelhändlern einen Wettbewerbsvorteil generieren.7 Aufgrund dieser Entwicklungen liegt es nun an den Unternehmen, die noch keinen Online Strategie verfolgen, ihre Distributionsstrategie zu überdenken und an die Entwicklungen anzupassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
1.1 Gang der Arbeit
2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Grundlagen Marketing
2.2 Begriffsbestimmung Distributionspolitik
2.3 Begriffsbestimmung Absatzkanal
2.4 Begriffsbestimmung Multi-Channel-Handel
3 Multi-Channel-Handel
3.1 Absatzkanäle des Multi-Channel-Handel
3.1.1 Offline Absatzkanäle
3.2 Online Absatzkanäle
3.2.1 E-Commerce
3.2.1.2 Chancen E-Commerce
3.2.1.3 Risiken des E-Commerce
3.2.1.4 Bestandsaufnahme und Potential E-Commerce
3.2.2 M-Commerce
3.2.3 S-Commerce
3.3 Formen des Multi-Channel-Handels
3.4 Chancen und Risiken des Multi-Channel-Handels
3.5 Herausforderungen im Multi-Channel-Handel
4 Multi-Channel-Handel am Beispiel der Otto Group
4.1 Otto Group
4.2 Entwicklung des Multi-Channel-Handels
4.2 Bedeutung des Multi-Channel-Handel für die Otto Group
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Chancen und Risiken des Multi-Channel-Handels unter besonderer Berücksichtigung der Online-Absatzkanäle, um das Potenzial für Unternehmen zu ermitteln und Strategien für eine erfolgreiche Kanalintegration aufzuzeigen.
- Grundlagen des Marketings und der Distributionspolitik
- Analyse von Online-Absatzkanälen (E-Commerce, M-Commerce, S-Commerce)
- Chancen und Risiken der Multi-Channel-Strategie
- Herausforderungen der Kanalintegration
- Praxisbeispiel: Die Multi-Channel-Entwicklung der Otto Group
Auszug aus dem Buch
3.2.1.3 Risiken des E-Commerce
Im vorherigen Kapitel wurde gezeigt, welche Vorteile der Online-Handel besitzt. Er hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und bietet den stationären Händlern viele Chancen. Nichtsdestotrotz ist ein Einstieg in den Online-Vertrieb auch mit Risiken verbunden, die manche stationären Händler davor abschrecken, sich mit einem eigenen Online-Shop einem breiten Kundenspektrum zu öffnen.
Besonders der Einstieg in das E-Commerce-Geschäft ist mit einem hohen technischen Aufwand verbunden, welcher in der Regel zu hohen Anfangsinvestitionen und einem enormen zeitlichen Aufwand führen. Je nach Größe des ausgewählten Shop-Systems schwanken die Kosten jedoch stark, sodass an dieser Stelle keine allgemeingültige Investitionsgröße genannt werden kann. Bei einer Studie des E-Commerce-Center Köln (ECC Köln) zum Thema: „Wie viel kostet Online-Vertrieb?“ gaben ein Viertel der Befragten an, dass die tatsächlichen Kosten über den erwarteten Kosten lagen. Bei einem Einstieg in diesen Bereich sind insbesondere fehlendes Personal bei gleichzeitig erhöhtem Personalaufwand und die Systemintegration kostentreibende Faktoren. Neben den zu tätigenden Anfangsinvestitionen für die Konzeption und Gestaltung des Online-Shops, zum Erwerb von Shop-Lizenzen, für die Programmierung, Software Instillation sowie die Einrichtung und Anpassung des Backend/Frontend, müssen auch die laufenden Investitionen berücksichtigt werden, die einen weiteren Nachteil darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die veränderte Wettbewerbssituation im deutschen Einzelhandel ein und definiert das Ziel der Arbeit: die Analyse von Chancen und Risiken des Multi-Channel-Handels.
2 Grundlagen und Definitionen: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen des Marketings und zentrale Begriffe wie Distributionspolitik, Absatzkanal und Multi-Channel-Handel definiert.
3 Multi-Channel-Handel: Der Hauptteil untersucht verschiedene Online-Absatzkanäle, deren Vor- und Nachteile sowie die spezifischen Formen, Chancen, Risiken und Herausforderungen von Multi-Channel-Systemen.
4 Multi-Channel-Handel am Beispiel der Otto Group: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand der Unternehmensgeschichte und Entwicklung der Otto Group die erfolgreiche praktische Umsetzung einer Multi-Channel-Strategie.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen des Handels im Kontext zunehmender Digitalisierung und mobiler Nutzung.
Schlüsselwörter
Multi-Channel-Handel, E-Commerce, M-Commerce, S-Commerce, Distributionspolitik, Einzelhandel, Otto Group, Kanalintegration, Online-Vertrieb, Kundenverhalten, Unternehmenserfolg, Wettbewerb, Digitalisierung, Channel-Hopping, Marketing-Mix.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Einzelhandels durch die Digitalisierung und untersucht, wie der Übergang von einem klassischen stationären Handel zu einem Multi-Channel-System Chancen und Risiken für Unternehmen bietet.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Marketing-Grundlagen, die detaillierte Betrachtung verschiedener Online-Absatzkanäle sowie die strategische Integration dieser Kanäle in bestehende Geschäftsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Chancen und Risiken des Multi-Channel-Handels – mit einem speziellen Fokus auf „Commerce“-Kanäle – zu analysieren und deren Potenzial für das Unternehmen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie ein Fallbeispiel (Otto Group), um die theoretischen Überlegungen in der unternehmerischen Praxis zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Offline- und Online-Absatzkanäle, die Analyse der spezifischen Multi-Channel-Formen sowie die Diskussion der damit verbundenen strategischen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Multi-Channel-Handel, E-Commerce, M-Commerce, Kundenbindung, Kanalintegration sowie die strategische Ausrichtung auf das veränderte, multioptionale Kaufverhalten.
Welche Rolle spielt die Otto Group als Fallbeispiel?
Die Otto Group dient als Paradebeispiel für die erfolgreiche Entwicklung vom traditionellen Katalogversandhandel zu einem weltweit führenden Multi-Channel-Konzern, um die theoretischen Erkenntnisse zu belegen.
Warum wird der M-Commerce als besonders wichtig hervorgehoben?
M-Commerce ermöglicht aufgrund der mobilen Natur von Smartphones eine noch engere Kundenansprache und Ubiquität, was laut der Prognose in der Arbeit den zukünftigen Trend im Handel maßgeblich treiben wird.
- Citar trabajo
- Jonas Gerlach (Autor), 2013, Online Vertrieb. Chancen & Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435184