Frauen in Fuhrungspositionen. Frau-Mann im Vergleich


Term Paper, 2018
15 Pages, Grade: 2,3

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition
2.1 Führungspositionen
2.2 Frauenquote

3. Geschichtliche, politische Aspekte und die Frauenquote
3.1 Die Frauenbewegungen
3.2 Positionen der Parteien zur Frauenquote
3.3 Frauenquote – ja oder nein?

4. Frauen in Führungspositionen
4.1 Eigenschaftsanforderungen
4.2 Derzeitige Situation – Zahlen und Fakten
4.3 Vorurteile gegenüber Frauen
4.4 Frau – Mann im Vergleich
4.5 Frauen in Führungspositionen mit Kindern

5. Erklärungsansätze
5.2 Biologische Erklärung
5.2 Die sozialtheoretische Erklärung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bereits seit einigen Jahren wird in der Öffentlichkeit immer wieder das Thema „Mann und Frau“ und die dazugehörige Chancengleichheit diskutiert. In den vergangenen letzten Jahren hat sich einiges in diesem Bereich getan, besonders betroffen davon ist der Arbeitsmarkt. Seit der Einführung des Gesetzes zur Chancengleichheit hat sich für Frauen und Männer im Erwerbsleben einiges verändert. Durch die Veränderung des Rollenbilds der Frau und die Frauenrechte wollten viele Frauen zur heutigen Zeit ihren Wunschberuf erlenen, beruflich auf eigenen Beinen stehen und dafür die vielfältigen Bildungsmöglichkeiten nutzen. Trotz dieser positiven Veränderung gibt es in Deutschland noch einige Unterschiede zwischen Frauen und Männer. Besonders groß sind diese Tendenzen in den Führungspositionen. Frauen sind hier deutlich unterpräsent und noch keine Selbstverständlichkeit. In dem Buch „Das dämliche Geschlecht“ schreibt Barbara Bierach, dass der Anteil der Frauen in Führungspositionen sehr gering ist und viele qualifizierte Frauen später doch den Weg der Hausfrau und Mutter wählen.

Doch welche Aufstiegshindernisse haben Frauen zu überwinden und warum gibt es so wenige Frauen in Führungspositionen? Welche Faktoren erschweren oder verhindern den beruflichen Aufstieg? In dieser Ausarbeitung soll den Fragen auf den Grund gegangen werden.

Die Ausarbeitung beginnt mit den Definitionen, später folgen die geschichtlichen und politischen Aspekte, unter anderem die Frauenbewegung, welche aufzeigen soll, wann sich in Deutschland etwas verändert hat. Der Hauptteil umfasst die Führungspositionen mit den aktuellen Zahlen, Anforderungen und Vorurteilen gegenüber Frauen, mit welchen Frauen auch heute noch unbewusst zu kämpfen haben. Danach folgt der Vergleich zwischen der Karrierefrau und dem Karrieremann, sowie auch der dazugehörigen Erklärungsansätze. Und zum Schluss folgt mein Fazit.

2. Begriffsdefinition

Zu Beginn meiner Ausarbeitung möchte ich vorab einige Begriffe erklären, welche im weiteren Verlauf aufgegriffen und erläutert werden.

2.1 Führungspositionen

Eine Führungsposition beinhaltet eine strukturelle, formale und informale kommunikationsspezifische Ebene. In der Literatur gibt es unterschiedliche Definitionen über Führungstheorien. Rosenstiel definiert diese wie folgt:

„Führung ist die bewusste und zielbezogene Einflussnahme auf Menschen“[1] -Rosenstiel

In der betriebswirtschaftlichen Organisationstheorie bezeichnet man als Führungsposition „alle Stellen, die als Instanzen zu bezeichnen sind.“[2] Somit deckt der Begriff „Führungsposition“ unterschiedliche Arbeitsbereiche ab. Damit kann also eine Stelle im Bereich des Top- Managements gemeint sein indem ein großer Anteil die Leitungsaufgabe ist. Aber auch Bereiche im Lower- Management bei denen es um die Anordnung und Realisationsaufgaben geht. Wird der strukturelle Organisationsaspekt außer Acht gelassen, kann man die Führung in zwei Hauptaufgaben aufteilen:

1. So wird unter Führung eine Instanz verstanden, welche bewusst und zielorientiert andere Personen beeinflussen kann. Ihr Ziel ist es ein gewünschtes Verhalten zu erlangen. Dies ist eine Führung durch unmittelbare Kommunikation, welche die Mitarbeiter lenken und motivieren soll.
2. Bei der zweiten Hauptaufgabe liegt der Hauptmerk auf der Leistungsbereitschaft und auf der Zufriedenheit der MitarbeiterInnen.

Beide Aspekte sollen gefördert und erhalten werden um für das Unternehmen den höchstmöglichen Gewinn zu erwirtschaften.

2.2 Frauenquote

Auch für die Frauenquote lässt sich keine wissenschaftliche Definition finden. Eine Quote ist ein Teil eines Ganzen. Der Begriff Quote stammt aus dem mittellateinischen Wort „quota“ ab[3] und wird prozentual angegeben und entfällt bei der Aufteilung eines Ganzen in mehrere Teile. In Bezug zu der Frauenquote beziehen sich die Angaben auf das Geschlecht in höheren Gremien von Unternehmen. Das bedeutet, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Verhältnis zur Gesamtpersonenanzahl gestellt wird wodurch ein IST- Zustand festgestellt werden kann. Somit bezieht sich die Frauenquote nicht auf Personen sondern auf die Positionen. Die Frauenquote ist somit eine frauenfördernde Maßnahme, die eine Chancengleichheit der Geschlechter unterstützen soll.[4] Das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ ist am 01. Mai 2015 in Kraft getreten. Es unterstützt, verbessert und fördert den Frauenanteil in Führungspositionen.[5]

3. Geschichtliche, politische Aspekte und die Frauenquote

In diesem Kapitel werde ich die Geschichte der Frauenbewegung erläutern. Die Frauenbewegung spielt in der heutigen Gesellschaft eine enorme Rolle, da wir sonst nicht an dem Punkt wären, an dem wir sind. Weiterhin werde ich auf die politischen Aspekte im Bezug zu der Frauenquote eingehen und eine kurze Diskussion bezüglich der Frauenquote erläutern.

3.1 Die Frauenbewegungen

Der ungefähre Zeitpunkt der Frauenbewegung war im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1865 ergab sich zum ersten Mal ein formaler Zusammenschluss im Rahmen einer Frauenkonferenz. Die Frauenbewegung kann in zwei Gruppierungen geteilt werden:

a) Proletarische Frauenbewegung

Die proletarische Frauenbewegung fordert das Recht der Arbeit für jede Frau sowie auch die Chancengleichheit im Beruf und Gehalt.

b) Bürgerliche Frauenbewegung

Diese Frauenbewegung diente dazu die Frau in der biologischen sowie auch psychischen Mutterrolle zu stärken aber auch für die politische Gleichstellung wurde sich eingesetzt.

Die beiden Frauenbewegungen unterscheiden sich von der Sichtweise und der Lebenssituation voneinander. Während die bürgerliche Frauenbewegung ihr Hauptmerkmal auf die Mutter- und Familienrolle legte, konzentrierte sich die proletarische Frauenbewegung auf den Lebensstandard. Zuerst erzielten beide Frauenbewegungen nur kleine, fast nicht wahrnehmbare Erfolge. Einer dieser kleinen, aber nicht unbedeutenden Erfolge, war zum Beispiel im Jahr 1895 als Frauen als Gasthörerinnen an Universitäten gestattet wurden. Mit diesen kleinen, aber ersten Schritt folgten weitere in die richtige Richtung, so durften sich Frauen im Jahr 1900 an Universitäten immatrikulieren und im Jahr 1908 trat die Vereinsfreiheit für Frauen in Kraft. Auf Grund des Nationalsozialismus gingen einige der erkämpften Rechte für die Frauen wieder verloren. Somit wurden ihnen bestimmte Berufe wie zum Beispiel Rechtsanwältin untersagt. Auch das Wahlrecht wurde ihnen entzogen. Die Frauenbewegung musste sich nach dieser Zeit neu finden und bilden.[6]

Die zweite deutsche Frauenbewegung entstand durch die Studentenbewegung im Jahr 1977/78. Ihre Vorstellungen und Ziele waren sehr verschieden, aber in einem Punkt waren sich die Frauen einig: Sie wünschten sich eine Veränderung der sozialen Lage für Frauen. Um ihr Ziel zu erreichen geschah dies unter dem Ausschuss von Männern. Ihr Beitrag sollte bedeutender sein, als das, was Männer je geleistet hatten. Zeitgleich wurden viele feministische Projekte wie zum Beispiel das Frauenhausprojekt in die Welt gerufen. In der heutigen Zeit wurden viele der Forderungen dieser Frauenbewegung eingelöst und von uns mittlerweile als selbstverständlich angesehen. Frauen dürfen wählen, sich politisch engagieren und einen individuellen Lebensweg gehen. Jeder Beruf ist für Frauen erlernbar, karrieretechnisch sollte dem also nichts im Weg stehen. Trotz dessen, dass Frauen in der modernen Gesellschaft hochqualifiziert sind, ist die Frauenquote in Führungspositionen nicht präsent.[7]

3.2 Positionen der Parteien zur Frauenquote

Der Bundestag legte fest, dass eine gesetzliche Frauenquote in Höhe von 30 Prozent ab dem Jahr 2020 erreicht werden soll. In diesem Abschnitt möchte ich kurz auf die Standpunkte der Parteien bezüglich der Frauenquote eingehen. Doch bevor dies geschieht, möchte ich noch den Begriff Flexi- Quote erläutern: Sie ist eine gesetzliche Regelung und dient als Pflicht für Unternehmen zur Selbstverpflichtung. Bei nicht Nennung der individuellen Frauenquote drohen Sanktionen. Sie dient zur Überbrückung der gesetzlichen Quote.

Die CDU und CSU haben sich im Jahr 2013 für die Flexi-Quote ausgesprochen. Allerdings haben sich viele Frauen in der Union, unter anderem Ursula von der Leyen dagegen gesprochen, ihnen war dies nicht ausreichend genug.[8] Im Regierungsprogramm 2017 hingegen spricht sich die CDU/CSU für die „ Gleichstellung in Führungspositionen im öffentlichen Dienst“ aus. Diese soll vorangetrieben werden und bis spätestens 2025 abschließend erreicht sein.[9] Im Gegensatz zu der CDU/CSU fordern die Sozialdemokraten eine Frauenquote von mindestens 50 Prozent. Ein Gesetzesentwurf beschreibt, dass die Mitglieder von Aufsichts- und Verwaltungsräten im Jahr 2018 ungefähr bei 20 Prozent sein soll. „Führungsgremien sollen jeweils zu 50 Prozent mit Frauen und Männern besetzt sein.“[10] Im Kontrast zu der SPD sprechen die Freien Demokraten in Ihrem Wahlprogramm zwar für die Chancengleichheit und mehr Frauen in Führungspositionen, lehnen aber die gesetzliche Frauenquote ab. Die FDP ist der Meinung, dass Frauen durch die Frauenquote „degradiert und nicht entsprechend ihrer Leistungen gewürdigt.“ werden.[11]

Zusammenfassend sei gesagt, dass die Parteien sich grundsätzlich zum Thema der Frauenquote unterschiedlich äußern und unterschiedliche Sichtweisen mit sich bringen. Während die CDU/CSU und die SPD die Frauenquote unterstützt, lehnt die FDP diese gewählt ab.

3.3 Frauenquote – ja oder nein?

In der Politik ist somit die Frauenquote umstritten. Auf den ersten Blick spricht vermutlich nicht viel gegen diese Frauenquote im Management. Aber bei detaillierter Betrachtung kann eine Pro und Contra- Liste angefertigt werden. Was spricht also gegen die Frauenquote im Management und was spricht für die Frauenquote? Damit der Rahmen dieser Hausarbeit nicht gesprengt wird, werde ich jeweils nur einen, für mich wichtigen Punkt, nennen.

Auch wenn die Frauenquote zu aller erst als Förderung der Chancengleichheit angesehen wird, ist es zeitgleich eine Diskriminierung. Die Einstellung einer Frau in einer Führungsposition auf Grund der Frauenquote würde an ihrem Ruf haften bleiben, so würde sie nicht auf Grund ihrer Qualifikationen eingestellt werden, sondern auf Grund der Quote und das passende Geschlecht. Dies widerspricht sich zur Chancengleichheit.[12]

Die Frauenquote dient jedoch zur Repräsentativität der Frauen in Führungspositionen und greift dort wo die freie Selbstbestimmung nicht vorhanden ist. Neben der Unterpräsenz von Frauen in Führungspositionen gibt es noch erhebliche Unterschiede in den Gehältern zwischen Frau und Mann. Dazu kommt, dass Frauen meist auch Kinder wollen und diese mit einem Beruf in einer höheren Position schwierig zu vereinbaren ist. Die Frauenquote zwingt somit das Unternehmen dieser Diskriminierung durch andere Arbeitsmodelle ein Ende zu setzen. Der Weg dahin führt über die Frauenquote.[13]

[...]


[1] Rosenstiel, L.: 3

[2] Bujnoch, S.: 13

[3] Lang, R.: 43

[4] Chernoruk, M.: 3

[5] BMFSFJ: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=88098.html

[6] Onnen-Isemann, C., Bollmann, V.: 17-22

[7] Schaufler,B.: 30

[8] hen/Reuters, Online unter: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/positionen-der-parteien-zur-frauenquote-a-894467.html

[9] CDS/CSU: 43

[10] SPD: 82

[11] FDP: 34

[12] Kmenta, R., Linhart, V. in Buchenau, P.: 59ff.

[13] Reinnarth, J. in Buchenau, P.: 160ff.

Excerpt out of 15 pages

Details

Title
Frauen in Fuhrungspositionen. Frau-Mann im Vergleich
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel; Salzgitter
Grade
2,3
Author
Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V435204
ISBN (eBook)
9783668762213
ISBN (Book)
9783668762220
File size
530 KB
Language
German
Tags
Frauen in Führungspositionen, Personalmanagement, Sozialpolitik, Soziale Arbeit
Quote paper
Jennifer Kuß (Author), 2018, Frauen in Fuhrungspositionen. Frau-Mann im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435204

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