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Sollen Straßennamen aus der Kolonialzeit geändert werden?

Titre: Sollen Straßennamen aus der Kolonialzeit geändert werden?

Essai , 2018 , 7 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Tim Heise (Auteur)

Sociologie - Divers
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Ein Essay über die Sinnhaftigkeit der Änderung von kolonialrelevanten Straßennamen.

Der kommunale Ausländerbeirat in Frankfurt am Main möchte den Namen zweier Apotheken die den Begriff Mohr im Namen haben ändern lassen. Die Namen der Mohren Apotheke und der Zeil Apotheke zum Mohren seien rassistisch und der Stadtrat solle sich um eine Umbenennung bemühen. Die Inhaber der Apotheken argumentieren dagegen und wehren sich mit Unterschriftenlisten gegen potenzielle Forderungen. Die Apotheke existiert seit 99 Jahren unter diesem Namen. Die Befürworter des Antrag unterstellen den Inhabern kein rassistisches Gedankengut, vielmehr denken sie, dass den Besitzern der historische Kontext nicht bewusst ist und sie sich nicht im Klaren darüber sind, welche Stereotypen sie damit verbreiten. Das problematische an einer einfachen Umbenennung ist, dass sich die Apotheke in einem historischen Gebäude befindet und der Straßenname Zum Mohren in die Fassade eingemeißelt ist. Diese Problematik findet sich in allen Teilen Deutschlands wieder, ob direkt heutzutage als rassistisch empfundene Namen wie die Mohrenstraße oder die Erinnerung an Kolonialisten wie Lüderitz

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Sollen Straßennamen aus der Kolonialzeit geändert werden?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche und juristische Debatte um die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Bezug oder diskriminierenden Begriffen. Dabei wird analysiert, inwieweit eine historisch gewachsene Namensgebung mit heutigen Werten des Grundgesetzes vereinbar ist und welche Herausforderungen eine flächendeckende Umbenennung für die Erinnerungskultur und die Verwaltung mit sich bringt.

  • Historischer Kontext der deutschen Kolonialgeschichte und deren Manifestation in Straßennamen.
  • Spannungsfeld zwischen notwendiger Sensibilität für Diskriminierung und der Bewahrung des historischen Gedächtnisses.
  • Juristische Einordnung der Namensänderung unter Berücksichtigung von Grundgesetz und Persönlichkeitsrechten.
  • Kritische Beleuchtung von "politischer Korrektheit" anhand von Analogien zur Literaturgeschichte.
  • Lösungsansätze durch Expertenkommissionen statt pauschaler Umbenennung nach aktuellem Zeitgeist.

Auszug aus dem Buch

Sollen Straßennamen aus der Kolonialzeit geändert werden?

Der kommunale Ausländerbeirat in Frankfurt am Main möchte den Namen zweier Apotheken die den Begriff Mohr im Namen haben ändern lassen. Die Namen der Mohren Apotheke und der Zeil Apotheke zum Mohren seien rassistisch und der Stadtrat solle sich um eine Umbenennung bemühen. Die Inhaber der Apotheken argumentieren dagegen und wehren sich mit Unterschriftenlisten gegen potenzielle Forderungen. Die Apotheke existiert seit 99 Jahren unter diesem Namen. Die Befürworter des Antrag unterstellen den Inhabern kein rassistisches Gedankengut, vielmehr denken sie, dass den Besitzern der historische Kontext nicht bewusst ist und sie sich nicht im Klaren darüber sind, welche Stereotypen sie damit verbreiten. Das problematische an einer einfachen Umbenennung ist, dass sich die Apotheke in einem historischen Gebäude befindet und der Straßenname Zum Mohren in die Fassade eingemeißelt ist.

Diese Problematik findet sich in allen Teilen Deutschlands wieder, ob direkt heutzutage als rassistisch empfundene Namen wie die Mohrenstraße oder die Erinnerung an Kolonialisten wie Lüderitz, der mit einem geschickten Schwindel viel Land in Afrika an sich riss. Jedoch ist die Kolonialtradition, wenngleich auch nicht so stark wie in anderen Teilen Europas, Teil der deutschen Geschichte. Gegner der Namen und Erhaltung der Tradition durch Straßennamen zur Erinnerung und Würdigung der Leistung Einzelner verlangen die Beseitigung solcher Straßennamen weil sie die Würde von Menschen mit afrikanischen Wurzeln beleidige, kolonialrassistisch aufgeladen sei und Integration behindere. Gegner der Beseitigung argumentieren dagegen. Denn obgleich die afrikanisch stämmigen sich heutzutage beleidigt und angegriffen fühlen, so dienten die Straßennamen zu früherer Zeit der Ehrung der Handelspartner in Afrika.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Sollen Straßennamen aus der Kolonialzeit geändert werden?: Dieses Kapitel führt in die Debatte um die Umbenennung historisch belasteter Straßennamen und Apothekenbezeichnungen ein und beleuchtet die konträren Positionen von Befürwortern und Gegnern sowie die Rolle des Zeitgeists und der Erinnerungskultur.

Schlüsselwörter

Straßennamen, Kolonialzeit, Umbenennung, Rassismus, Erinnerungskultur, Grundgesetz, Diskriminierung, Integration, Historischer Kontext, Geschichte, Identität, Namensrecht, Expertenkommission, Debatte, Wertevorstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kontroversen Diskussion über die Entfernung oder Umbenennung von Straßennamen, die aus der deutschen Kolonialzeit stammen oder diskriminierende Begriffe enthalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Umgang mit historischem Erbe, die Auswirkungen von Sprache auf die gesellschaftliche Integration sowie die juristische Abwägung zwischen dem Schutz der Menschenwürde und der Bewahrung historischer Bezeichnungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität der Debatte aufzuzeigen, ohne einfache Antworten zu geben, und zu hinterfragen, ob eine pauschale Tilgung von Namen aus dem Stadtbild der richtige Weg für den Umgang mit der deutschen Vergangenheit ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine argumentationsanalytische Herangehensweise, bei der historische Fakten, aktuelle politische Diskurse und grundgesetzliche Rahmenbedingungen gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Beispiele wie die „Mohrenstraße“ oder koloniale Denkmäler, reflektiert über die Analogie zu literarischen Werken und erörtert die Rolle des Grundgesetzes bei der Benennung öffentlicher Orte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text am besten charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Straßennamen, Kolonialzeit, Erinnerungskultur, Diskriminierung, Historischer Kontext und Grundgesetz.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Denkmälern und Straßennamen?

Der Autor argumentiert, dass diese als Teil der Geschichte verstanden werden sollten und dass eine Expertenkommission statt einer reflexartigen Umbenennung eine angemessene Lösung für den Umgang mit der Vergangenheit bieten könnte.

Welche Bedenken werden gegen eine flächendeckende Umbenennung geäußert?

Neben dem erheblichen Verwaltungsaufwand wird kritisiert, dass durch eine solche Politik die Gefahr einer Bevormundung durch Minderheiten besteht, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen könnte.

Wie zieht der Autor Parallelen zur Literaturgeschichte?

Anhand des Beispiels von Pipi Langstrumpf wird diskutiert, ob Werke und Bezeichnungen im Nachhinein an einen modernen Zeitgeist angepasst werden dürfen oder ob dies eine Verzerrung der Geschichte darstellt.

Welche Rolle spielt das Grundgesetz in der Argumentation?

Das Grundgesetz dient als Grenze: Es verbietet Namen, die den verfassungsrechtlichen Werten widersprechen, lässt aber gleichzeitig einen Spielraum für die Benennung nach historischen Persönlichkeiten, solange diese nicht explizit diskriminierende Handlungen verkörpern.

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Résumé des informations

Titre
Sollen Straßennamen aus der Kolonialzeit geändert werden?
Université
Humboldt-University of Berlin
Note
1,5
Auteur
Tim Heise (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
7
N° de catalogue
V435370
ISBN (ebook)
9783668777095
ISBN (Livre)
9783668777101
Langue
allemand
mots-clé
sollen straßennamen kolonialzeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tim Heise (Auteur), 2018, Sollen Straßennamen aus der Kolonialzeit geändert werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435370
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Extrait de  7  pages
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