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Das interaktionistische Erklärungsmodell zum Erstspracherwerb

Title: Das interaktionistische Erklärungsmodell zum Erstspracherwerb

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mirja Schnoor (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Modelle, die den Erstspracherwerb von Kindern interaktionistisch erklären, gehen davon aus, dass das Erlernen von Sprache im gegenseitigen Austausch mit Bezugspersonen vonstatten geht.
Die interaktionistischen Erklärungsmodelle zum Erstspracherwerb sind die heute in der Wissenschaft anerkannten Modelle. Die früheren Modelle, wie beispielsweise nativistische und kognitivistische Modelle, sind heute schon zumindest teilweise widerlegt und als unschlüssig verworfen.
Sowohl Nativismus als auch kognitivistische Erklärungen gehen von falschen biologischen Voraussetzungen aus oder lassen wichtige Punkte außer acht.
Der Interaktionismus dagegen ist kein geschlossenes Modell, das wichtige Erkenntnisse anderer Wissenschaften ausschließt oder ihnen sogar widerspricht, sondern enthält Beiträge aus vielen Wissenschaften. Dadurch wird es zu einem sehr vielseitigen und komplexen Konzept, dessen Grundzüge und wichtige Erkenntnisse zum Erstspracherwerb hier vorgestellt werden sollen. Dabei ist zu beachten, dass die zahlreichen Einzelwissenschaften und auch die verschiedenen Wissenschaftler, die zu diesem Modell beigetragen haben, zum Teil recht divergierende Vorstellungen von den Details des Spracherwerbs im Austausch mit Bezugspersonen haben, sodass ich hier keine konkurrierenden Theorieansätze, sondern die gemeinsamen Ansätze und Modelle der Forschung zum Erstspracherwerb durch Interaktion darstellen werde. Eine Sonderstellung kommt dabei dem Linguisten Michael Tomasello zu. Er ist ein wichtiger Vertreter der Interaktionismus-Verfechter, und deshalb stelle ich seine Überlegungen zum Erstspracherwerb etwas ausführlicher dar; beispielhaft für all die anderen zahlreichen Vertreter dieser Denkrichtung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Abgrenzung zu anderen Theorien

2. Komplexität der interaktionistischen Modelle zum Erstspracherwerb

3. Gemeinsame Grundzüge der interaktionistischen Modelle zum Erstspracherwerb

4. Sprache lernen in der Interaktion

4. 1 Die Partner der Interaktion

4. 1. 1 Das Kind und seine Kompetenzen als Interaktionspartner

4. 1. 2 Die Bezugsperson und ihre Kompetenzen als Interaktionspartner

4. 2 Das Zusammenspiel der Partner bei der Sprachentwicklung

4. 2. 1 Vorsprachlicher Bereich

4. 2. 2 Sprachlicher Bereich

4. 3 Spracherwerb nach Tomasello

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das interaktionistische Erklärungsmodell des Erstspracherwerbs, welches den Erwerb von Sprache als Ergebnis eines wechselseitigen Austauschs zwischen Kind und Bezugsperson betrachtet. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie diese interaktive Umgebung und die darin enthaltenen Kompetenzen beider Partner den Spracherwerbsprozess steuern und ermöglichen.

  • Vergleich des Interaktionismus mit nativistischen und kognitivistischen Theorien
  • Gemeinsame Grundzüge interaktionistischer Forschungsansätze
  • Die Rolle der Interaktionspartner (Kind und Bezugsperson) und ihre jeweiligen Kompetenzen
  • Das Zusammenspiel bei der lautlichen und sprachlichen Entwicklung
  • Der Ansatz des Spracherwerbs nach Michael Tomasello

Auszug aus dem Buch

4. 1. 1 Das Kind und seine Kompetenzen als Interaktionspartner

In der Verhaltensforschung wurde früher davon ausgegangen, dass Säuglinge nur extrem begrenzt ihre Umwelt wahrnehmen können und nichts davon verstehen. Man nahm an, de Außenwelt sei für sie im höchsten Maße verwirrend und die ersten Kontakte damit schockähnlich.

Heute weiß man, das diese Annahmen völlig falsch waren. Säuglinge, und darunter sind bereits Neugeborene zu fassen, verfügen über die verschiedensten Kompetenzen, über Möglichkeiten, ihre Umwelt wahrzunehmen und sogar darauf zu reagieren. Sie können bereits hören, laute von sich geben, sehen, sich mimisch ausdrücken, und sie sind sehr interessiert und lernbereit (vgl. KLANN-DELIUS 1999, 138).

Im Bereich der visuellen Wahrnehmung können Säuglinge schon sehr bald nach der Geburt einem Objekt mit den Augen folgen, wobei sie menschliche Gesichter präferieren und gerne genau betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die interaktionistische Perspektive auf den Spracherwerb und Abgrenzung zu veralteten Modellen.

1. Abgrenzung zu anderen Theorien: Kritische Auseinandersetzung mit dem Nativismus (Chomsky) und dem Kognitivismus (Piaget) als Begründung für die Notwendigkeit des Interaktionismus.

2. Komplexität der interaktionistischen Modelle zum Erstspracherwerb: Darstellung der historischen Entwicklung des Interaktionismus hin zu einem komplexen, systemtheoretisch geprägten Verständnis.

3. Gemeinsame Grundzüge der interaktionistischen Modelle zum Erstspracherwerb: Analyse der vier zentralen Säulen des Interaktionismus, darunter der Austausch und die Zone der nächsten Entwicklung.

4. Sprache lernen in der Interaktion: Detaillierte Untersuchung der Rollen von Kind und Bezugsperson sowie deren dynamischem Zusammenspiel bei der Sprachentwicklung.

5. Fazit: Zusammenfassende Würdigung des interaktionistischen Modells als umfassender Ansatz, der Sprache als soziales und historisches System in der Interaktion begreift.

Schlüsselwörter

Erstspracherwerb, Interaktionismus, Sprachentwicklung, Bezugsperson, Kind, Michael Tomasello, Nativismus, Kognitivismus, Interaktionspartner, Zone der nächsten Entwicklung, Kommunikation, Intuitive elterliche Didaktik, Sprachliche Kompetenz, Spracherwerbsforschung, Soziale Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das interaktionistische Erklärungsmodell für den Erstspracherwerb, welches den Prozess nicht als isolierte kognitive Leistung, sondern als Ergebnis der sozialen Interaktion zwischen Kind und Bezugsperson sieht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der Vergleich mit alternativen Theorien wie Nativismus und Kognitivismus, die Analyse der kindlichen und elterlichen Kompetenzen sowie die Bedeutung der Interaktion für die Sprachbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die gemeinsamen Ansätze der interaktionistischen Forschung darzustellen und aufzuzeigen, wie durch das Zusammenspiel der Partner der Spracherwerb erfolgreich gesteuert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf den Erkenntnissen führender Sprachwissenschaftler wie Michael Tomasello und Gisela Klann-Delius basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung, die methodischen Grundzüge sowie eine detaillierte Analyse der Interaktionspartner und der Stufen des Spracherwerbs.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Erstspracherwerb, Interaktionismus, Bezugspersonen, sprachliche Kompetenz, Kommunikation und das Modell von Michael Tomasello.

Was versteht man unter dem Begriff der "Zone der nächsten Entwicklung" in diesem Kontext?

Es bezeichnet die Fähigkeit der Bezugsperson, sich in ihrem Verhalten stets an einem etwas höheren Niveau als dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes zu orientieren, um das Kind zum nächsten Lernschritt zu motivieren.

Wie spielt die "Intuitive elterliche Didaktik" eine Rolle für den Säugling?

Eltern passen ihr Verhalten (Mimik, Blickkontakt, Baby Talk) automatisch an die Wahrnehmungsmöglichkeiten des Säuglings an, was diesem hilft, Erwartungen über Kommunikationsabläufe zu entwickeln und Freude am Lernen zu empfinden.

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Details

Title
Das interaktionistische Erklärungsmodell zum Erstspracherwerb
College
Bielefeld University
Course
Spracherwerb
Grade
1,0
Author
Mirja Schnoor (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V43539
ISBN (eBook)
9783638413077
Language
German
Tags
Erklärungsmodell Erstspracherwerb Spracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mirja Schnoor (Author), 2005, Das interaktionistische Erklärungsmodell zum Erstspracherwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43539
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