Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filosofía - Filosofía del presente

Wie wird die Gleichzeitigkeit von Wahrnehmen und Sprechen in künstlerischen Arbeitsgesprächen realisiert? Über lautes Denken und das Schweigen beim Sehen

Título: Wie wird die Gleichzeitigkeit von Wahrnehmen und Sprechen in  künstlerischen Arbeitsgesprächen realisiert? Über lautes Denken und das Schweigen beim Sehen

Trabajo Escrito , 2016 , 15 Páginas , Calificación: 2,7

Autor:in: Marie Welsche (Autor)

Filosofía - Filosofía del presente
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick/ Beavin/ Jackson). Doch was ist Kommunikation? Wie entwickelt sie sich bei Kindern? Und wie können komplexe künstlerische Objekte verbal erfasst werden?
Um diesen Fragen nachzugehen, werden als Basis der Arbeit Tomasellos Theorie einer geteilten Wahrnehmung von sich selbst und einer anderen Person vor einem Objekt und die Entwicklung der Kommunikation von Kindern skizziert, sowie zwei grundlegende Spracherwerbstheorien der Nativisten und Empiristen vorgestellt. Diese im Kindesalter erlernten Methoden dienen dann als Grundlage für die eigentliche Frage nach der Wahrnehmung von künstlerischen Objekten und ihrer Versprachlichung.

Wie genau diese Verbalisierungen realisiert wurden, wurde im Rahmen von Arbeitsbesprechungen in einer Kunsthochschule dokumentiert und ausgewertet, um folgend in kurzen kontextlosen Beispielsätzen und -Wörtern das Erfasste exemplarisch belegen zu können. Darüber hinaus wird diese Analyse von Literatur über das Sprechen über Kunst im Allgemeinen unterstützt. Bei dieser Arbeit soll der Schwerpunkt auf der Sprache liegen, durch die Wahrnehmung ausgedrückt wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Geteilte Wahrnehmung und Spracherwerbstheorien

3. Wahrnehmung des Kunstwerkes

4. Verbalisierung des Wahrgenommenen

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Dynamik zwischen der visuellen Wahrnehmung künstlerischer Objekte und deren anschließender verbaler Erfassung in Arbeitsgesprächen. Ziel ist es, zu analysieren, wie die Gleichzeitigkeit von Sehen und Sprechen realisiert wird und welche Rolle sprachliche Strategien wie das "laute Denken" oder die Personifikation bei der Überbrückung der Distanz zwischen dem betrachteten Werk und dem Diskurs spielen.

  • Grundlagen der geteilten Wahrnehmung und Intentionalität nach Tomasello.
  • Spracherwerbstheorien im Vergleich: Nativismus versus Empirismus.
  • Die Rolle der Stille und des "lauten Denkens" bei der Kunstrezeption.
  • Methoden der Verbalisierung: Von der Reizüberflutung zur Strukturierung durch Sprache.
  • Soziale Praktiken und habituelle Sprachmuster in der Kunsthochschule.

Auszug aus dem Buch

3. Wahrnehmung des Kunstwerkes

Noch bevor das Sprechen über Kunst beginnt, wird das Werk mit den Sinnen erfasst und als solches klassifiziert (vgl. Hausendorf 2007:27). Nimmt man bei einer Arbeitsbesprechung ein Kunstobjekt wahr, treffen dieser Gegenstand und der Betrachter aufeinander und eine rezipierende Auseinandersetzung beginnt. Bei dieser ersten Begegnung mit dem Werk tritt Stille ein, die den Betrachter einen individuellen Zugang ermöglicht. „Daher ist die Bedingung des Sehenkönnens des Sich-Zeigens, dass man nicht spricht. Nicht darüber spricht, sondern darüber schweigt“ (Gebauer 2010:86, Hervorhebung im Original). In diesem wortlosen Moment sind alle Rezipienten auf das künstlerische Objekt fokussiert. In der Stille spricht das Werk. Es tritt mit dem jeweiligen Beobachtenden in einen Dialog ein. Dabei steht das Wahrnehmen durch das Sehen im Zentrum; jeder widmet sich den Worten in den eigenen Gedanken. Diese Perzeption kann laut Marin von einem mentalen „sprachlichen Gemurmel“ begleitet werden.

„Oder auch dieses >visuelle Geräusch<, fast ein Netzhautgeräusch, das ich im Auge habe, wenn ich Bilder anschaue und dabei diesem sprachlichen Gemurmel ausgesetzt bin […], und das bewirkt, dass in das jetzt und hier angeschaute Bild ein anderes geleitet und noch ein anderes, von jenem herbeigerufen, obwohl ich schon bedient bin, und alle nur das erstere verunklaren […]“ (1997:16).

Wahrnehmung kann also eine Reizüberflutung sein, die nicht nur im künstlerischen Objekt, sondern besonders im Kopf des Betrachters entsteht. Auf einen spontanen ersten Eindruck folgen diverse andere. Die Menge an mentalen Impulsen überfordert den Rezipienten, der sich wünscht, sich dieser Mannigfaltigkeit entziehen zu können. „Im Bild ist alles gleichzeitig.“ (Peez/Rathmann zitiert nach Adorno 2007:144), es stellt also eine Gesamtheit dar, die von allen Sinnen zeitgleich aufgenommen und verarbeitet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung der Kommunikation über Kunst ein und verknüpft diese mit Theorien zur geteilten Wahrnehmung und Spracherwerb.

2. Geteilte Wahrnehmung und Spracherwerbstheorien: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen menschlicher Interaktion und stellt nativistische sowie empiristische Spracherwerbstheorien gegenüber.

3. Wahrnehmung des Kunstwerkes: Hier wird der Prozess der ersten Begegnung mit einem Kunstwerk, die Bedeutung der Stille und die mentale Verarbeitung visueller Reize thematisiert.

4. Verbalisierung des Wahrgenommenen: Das Kapitel analysiert den Übergang vom wortlosen Betrachten zum sprachlichen Diskurs und die Verwendung rhetorischer Mittel wie der Personifikation.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Rolle der Sprache als kommunikativer Mittler, der soziale Wirklichkeiten in der Kunstpraxis konstruiert.

Schlüsselwörter

Kunstkommunikation, Wahrnehmung, Spracherwerb, lautes Denken, geteilte Intentionalität, Verbalisierung, Ästhetik, Kunstwerk, Diskurs, Personifikation, Semantik, soziale Praktiken, Rezeption, Sprachökonomie, Bildbeschreibung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Arbeitsgesprächen an Kunsthochschulen und der Frage, wie die simultane Wahrnehmung von Kunst und das Sprechen darüber funktionieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die menschliche Kommunikationsfähigkeit, Spracherwerbstheorien, die Phänomenologie der Kunstbetrachtung und die soziolinguistische Analyse von Fachgesprächen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ergründen, wie die Gleichzeitigkeit von Wahrnehmen und Sprechen realisiert wird und wie Rezipienten versuchen, komplexe visuelle Eindrücke in einen verbalen Diskurs zu übersetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die auf linguistischer Literatur und der Auswertung von Beobachtungen in Arbeitsbesprechungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Intentionalität, die Rolle der Sprache bei der Kunstrezeption und spezifische sprachliche Strategien wie Personifikationen oder Relativierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Kunstkommunikation, Wahrnehmung, lautes Denken, Verbalisierung und geteilte Intentionalität.

Welche Bedeutung hat die "Stille" in der Kunstbetrachtung?

Die Stille ist nach der Arbeit ein notwendiger, wortloser Moment der ersten Begegnung, der einen individuellen Zugang zum Werk ermöglicht, bevor der soziale Diskurs einsetzt.

Warum wird das rhetorische Mittel der Personifikation verwendet?

Personifikationen dienen dazu, leblosen Kunstwerken menschliche Eigenschaften zuzuschreiben, wodurch diese als ebenbürtige Subjekte in das Gespräch eingebunden werden.

Wie gehen Sprecher mit schwer zu beschreibenden Kunstwerken um?

Bei abstrakten Werken, für die keine Standard-Symbolsprache existiert, greifen die Sprecher auf Alltagstermini zurück, die sie dekontextualisieren und semantisch verschieben, um eine gemeinsame Basis zu schaffen.

Was ist die Funktion von Relativierungen in den Kunstgesprächen?

Relativierungen (z.B. "irgendwie", "vielleicht") dienen dem Selbstbezug und der Abschwächung, um zu verdeutlichen, dass es sich um eine subjektive Einschätzung und nicht um eine allgemeingültige Objektivität handelt.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Wie wird die Gleichzeitigkeit von Wahrnehmen und Sprechen in künstlerischen Arbeitsgesprächen realisiert? Über lautes Denken und das Schweigen beim Sehen
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz
Calificación
2,7
Autor
Marie Welsche (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
15
No. de catálogo
V435414
ISBN (Ebook)
9783668764477
ISBN (Libro)
9783668764484
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wahrnehmung Sprache Kunst lautes Denken Sehen Neurologie Nativismus Empirismus Tomasello
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marie Welsche (Autor), 2016, Wie wird die Gleichzeitigkeit von Wahrnehmen und Sprechen in künstlerischen Arbeitsgesprächen realisiert? Über lautes Denken und das Schweigen beim Sehen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435414
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  15  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint