Adipositas ist eine weltweit auftretende Krankheit, die in den nächsten Jahren noch mehr an Präsenz gewinnen wird. Eine deutschlandweite Erhebung (2008), ausgeführt vom Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, im Auftrag von dem Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ergab, dass 40,4% der Gesamtbevölkerung Normalgewicht besitzen, 37,4% übergewichtig sind und 20,8% an Adipositas erkrankt sind. Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung leidet also an Übergewicht. Adipositas ist auch längst nicht mehr nur in der älteren Schicht der Bevölkerung präsent. Immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leiden unter dieser Krankheit.
In dieser Ausarbeitung möchte ich mich also dem Krankheitsbild der Adipositas befassen, aber auch auf die Behandlungsmöglichkeiten und die Verbreitung eingehen. Den Beratungsprozess eines Sozial Arbeiters bei adipösen Patienten werde ich in dieser Arbeit außerdem betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Klassifikation
3.1 Klassifikation nach ICD – 10
3.2 Klassifikation nach DSM – 5
3.3 Ätiologische Klassifikation nach Bray (1992)
4. Untersuchungsmethoden
4.1 Anamnese
4.1.1 Familienanamnese
4.1.2 Gewichtsanamnese
4.1.3 Medikamentenanamnese
4.1.4 Anamnese zum allgemeinen Befinden und der Lebendqualität
4.1.5 Ernährungsanamnese
4.1.6 Aktivitätsanamnese
4.2 Körperliche Untersuchungen
4.3 Laboruntersuchungen
4.4 Apparative Untersuchungen
5. Ursachentheorien
5.1 Psychologische Ursachen
5.2 Genetische Ursachen
5.3 Positive Energiebilanz als Ursache
5.4 Veränderter Lebensstil als Ursache
6. Folgen
6.1 Folgen im Kardiovaskulären System
6.2 Folgen in der metabolischen (stoffwechselbedingt) und hormonellen Funktion
6.3 Folgen im respiratorischen System (Atmungssystem)
6.4 Weitere Folgen
7. Therapiemethoden
7.1 Chirurgische Therapie
7.2. Medikamentöse Therapie
7.3 Medizinprodukte
7.4 Diäten
7.5 Kognitive Verhaltenstherapie
8. Verbreitung und Entwicklung
8.1 Deutschland
8.2 Weltweit
9. Der Beratungsprozess
9.1 Erster Schritt: Verhaltensdiagnose
9.2 Zweiter Schritt: Zieldefinition
9.3 Dritter Schritt: Zielhierarchie
9.4 Vierter Schritt: Maßnahmenplanung
10. Schlusswort
11. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Krankheitsbild der Adipositas umfassend zu beleuchten, die Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Verbreitung der Erkrankung darzustellen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Beratungsprozess durch Sozialarbeiter bei adipösen Patienten liegt.
- Definition und Klassifikation der Adipositas
- Untersuchungsmethoden und Anamneseformen
- Psychologische, genetische und lebensstilbedingte Ursachen
- Therapeutische Ansätze und deren Wirksamkeit
- Beratungsprozess und praktische Interventionsschritte
Auszug aus dem Buch
5.2 Genetische Ursachen
Ob Adipositas im Zusammenhang mit der genetischen Veranlagung steht, untersuchte 1986 der anerkannte Adipositasforscher Albert Stunkard aus Philadelphia.
Der Forscher verglich in Schweden und Dänemark den Body Mass Index von in frühester Kindheit adoptierter Personen und deren Adoptiveltern. Er machte außerdem die biologischen Eltern der Kinder ausfindig und ermittelte bei ihnen ebenfalls den Body Mass Index.
Der BMI der Eltern und ihrer biologischen Kinder wies eine große Gemeinsamkeit auf, während beim BMI der Zieheltern zu ihren Adoptivkindern kaum eine Übereinstimmung festgestellt werden konnte.
Anhand dieser Studie kam Albert Stunkard auf das Ergebnis, dass es eine erhebliche genetische Disposition in der Gewichtsregulierung geben müsste. (vgl. Pudel u.a. 2003, S. 17)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die zunehmende Prävalenz von Adipositas in der Bevölkerung und skizziert das Ziel der vorliegenden Arbeit.
2. Definition: Dieses Kapitel definiert Adipositas anhand des Körperfettanteils sowie des Body Mass Index und erläutert ergänzende Messgrößen wie den WHR.
3. Klassifikation: Hier werden gängige Klassifikationssysteme wie ICD-10 und ätiologische Einteilungen nach Bray gegenübergestellt und erläutert.
4. Untersuchungsmethoden: Das Kapitel beschreibt verschiedene Anamnese-Formen sowie körperliche und apparative Untersuchungen, die zur Diagnostik herangezogen werden.
5. Ursachentheorien: Es werden die vielfältigen Ursachen der Adipositas, von psychologischen Faktoren über genetische Dispositionen bis hin zum Lebensstil, analysiert.
6. Folgen: Dieser Abschnitt thematisiert die körperlichen und psychosozialen Folgeerkrankungen, die mit Adipositas assoziiert sind.
7. Therapiemethoden: Das Kapitel bietet einen Überblick über chirurgische, medikamentöse und verhaltenstherapeutische Ansätze zur Gewichtsreduktion.
8. Verbreitung und Entwicklung: Hier werden statistische Daten zur Adipositas-Verbreitung in Deutschland und weltweit analysiert.
9. Der Beratungsprozess: Das Kapitel erläutert einen vierstufigen Beratungsprozess, um adipöse Patienten bei der Verhaltensänderung zu unterstützen.
10. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Notwendigkeit nachhaltiger Prävention und Therapieansätze sowie die Bedeutung der Eigenverantwortung.
Schlüsselwörter
Adipositas, Body Mass Index, Anamnese, Ursachentheorien, Folgekrankheiten, Therapiemethoden, Gewichtsreduktion, Beratungsprozess, Ernährungsverhalten, Prävention, Verhaltenstherapie, Energiebilanz, Übergewicht, Gesundheitsförderung, soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Krankheitsbild der Adipositas, analysiert deren Ursachen und Folgen und beleuchtet Ansätze für die Beratung und Therapie betroffener Patienten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition, Diagnostik, Ätiologie, medizinische und psychologische Folgen sowie die verschiedenen therapeutischen Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Vielschichtigkeit von Adipositas zu schaffen und aufzuzeigen, wie ein strukturierter Beratungsprozess adipöse Menschen unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf Fachliteratur, medizinischen Leitlinien und Studien basiert, um das Krankheitsbild und den Beratungsprozess zu fundieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Klassifikation, Untersuchungsmethoden, Ursachen, Folgekrankheiten, diverse Therapiemethoden sowie die aktuelle statistische Verbreitung der Erkrankung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind unter anderem Adipositas, Beratungsprozess, Gewichtsmanagement, Prävention und medizinische sowie psychologische Interventionen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen dem BMI und dem WHR wichtig?
Der BMI gibt lediglich ein allgemeines Gewicht an, während der WHR die Fettverteilung beschreibt, was für die Einschätzung des gesundheitlichen Risikos von großer Bedeutung ist.
Welche Rolle spielt die Eigenverantwortung im Beratungsprozess?
Der Beratungsprozess betont, dass nachhaltige Veränderungen nur dann erfolgreich sind, wenn der Patient aus eigenem Willen und eigener Kraft aktiv an seiner Situation arbeitet.
- Citation du texte
- Johanna Ida Blume (Auteur), 2018, Stoffungebundene Süchte. Adipositas in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/435499