In der vorliegenden Diplomarbeit möchte ich darlegen, dass sich Capoeira als ein hervorragendes Medium in der psychomotorischen Förderung mit Jugendlichen eignet und positiv auf das jugendliche Selbstbewusstsein einwirken kann, da sie ein den Jugendlichen ansprechendes Medium ist.
Jugendlichen eine starke Persönlichkeit geben ist Ziel der Psychomotorik und der Sozialpädagogik im Jugendalter. Hier kann die Capoeira einen großen Beitrag leisten.
Einen Einblick in die Capoeira gebe ich im ersten Kapitel. Der Ablauf in einer Roda (Kreis, mit welchem und in welchem Capoeira eigentlich statt-findet) wird kurz erklärt, und ich erläutere die Aspekte Geschichte und Kultur, Philosophie, Musik und Kampftanz der Capoeira. Optimal wäre natürlich die Teilnahme an einer Trainingseinheit und einer Capoeira Roda.
Da Bewegung die aller erste Basis menschlichen Daseins und natürlich sportlicher Aktivitäten ist, behandele ich im zweiten Kapitel die Grundlagen der menschlichen Bewegung und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit Wahrnehmung und Entwicklung des Selbstkonzeptes. Wissenschaftlich stütze ich mich dabei auf einige Erkenntnisse der Motologie.
Die Lebensphase Jugend skizziere ich im dritten Kapitel. Hier wird dargelegt, wie diese Lebensphase definiert wird, welche Entwicklungsaufgaben Jugendliche zu bewältigen haben und welche körperlichen und sozial emotionalen Veränderungen durchlaufen werden. Der Identitätsentwicklung wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Das vierte Kapitel behandelt die Grundlagen der Psychomotorik und gliedert sich in Ursprünge, Ziele und Inhalte und Ansätze der Psychomotorik. Einen weiteren Unterpunkt dieses Kapitels bildet die Bedeutung der Psychomotorik im Jugendalter, da sich Psychomotorik sonst fast ausschließlich mit Kindern befasst.
Im fünften Kapitel stelle ich die wesentlichen Punkte der Gemeinsamkeiten der Capoeira und der Psychomotorik zusammen. Ein weiterer großer Begriff aus dem Titel ist die ‚Sozialpädagogik’. Im sechsten Kapitel stelle ich deren allgemeine Aufgaben und Ziele im Jugendalter zusammen und definiere verschiedene Bereiche und Ansätze der Jugendarbeit.
Ob Capoeira der Definition eines Mediums bzw. der Medienpädagogik entspricht, wird in Kapitel 7 untersucht, um dann mit allen Erarbeitungen und unter dem kompletten Titel „Capoeira als Medium der Sozialpädagogik – Ein Ansatz psychomotorischer Förderung im Jugendalter“ zu einer übergreifenden Zusammenfassung und einem Ergebnis zu kommen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Capoeira
1.1 Herkunft des Begriffs
1.2 Historischer und kultureller Hintergrund
1.3 Philosophischer Aspekt
1.4 Musikalischer Aspekt
1.5 Der Aspekt Kampftanz
1.6 Regeln
2. Die menschliche Bewegung
2.1 Bewegung und Wahrnehmung
2.2 Die Bedeutung von Bewegung
2.3 Die Bewegung und das Selbstkonzept
3. Die Lebensphase Jugend
3.1 Körperliche Veränderungen in der Jugendphase
3.2 Soziale Entwicklung in der Jugendphase
3.3 Identitätsentwicklung in der Jugendphase
3.4 Motivationen des Sporttreibens im Jugendalter
4. Grundlagen der Psychomotorik
4.1 Ursprünge und Geschichte
4.2 Ziele und Inhalte der Psychomotorik
4.3 Ansätze der Psychomotorik
4.4 Bedeutung der Psychomotorik im Jugendalter
5. Psychomotorische Dimensionen in der Capoeira
6. Aufgaben/Ziele sozialpädagogischer Arbeit im Jugendalter
7. Capoeira als Medium der Sozialpädagogik – Ein Ansatz psychomotorischer Förderung im Jugendalter
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die Diplomarbeit untersucht das Potenzial von Capoeira als Medium der Sozialpädagogik und der Psychomotorik zur Förderung von Jugendlichen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Capoeira als psychomotorischer Ansatz Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, Identitätsfindung und sozialen Integration unterstützen kann.
- Grundlagen der Capoeira (Geschichte, Philosophie, Musik)
- Die menschliche Bewegung und das Selbstkonzept
- Entwicklungsaufgaben in der Lebensphase Jugend
- Psychomotorische Ansätze und deren Anwendung im Jugendalter
- Verbindung von Capoeira mit sozialpädagogischen Zielen
Auszug aus dem Buch
1. Capoeira
Capoeira, ein afrobrasilianischer Kampftanz, wird in einem Kreis Roda gespielt, den alle Spieler zusammen bilden, um in dessen Mitte den Kampftanz (das Spiel Jogo) zu praktizieren. An einer Seite befinden sich die Instrumente, drei Berimbaus (einsaitiges Instrument mit einer Kalebassse als Klangkörper), eine Fasstrommel Atabaque, ein Tamburin Pandeiro und ggf. eine Doppelglocke Agogó und eine Ratsche Recoreco. Der Ausgangspunkt der Roda ist die Bateria (die Instrumente zusammen). Das Spiel in der Mitte wird von zwei Capoeiristas vollzogen. Es besteht aus Angriffen z.B. durch Fußtritte, Ausweich- bzw. Abwehrbewegungen und auch akrobatischen Bewegungen. Diese defensiv und offensiv Bewegungen kreisen wie ein Frage- Antwortspiel zwischen Kampf und Tanz umeinander. Genauso wichtig, wie die zwei Spieler Jogadores und die Bateria ist die gesamte Roda. Alle sind mit einem Klatschrhythmus und als Chor, als Antwort auf den leitenden Sänger, am Ganzen beteiligt. Das Zusammenspiel aller hat dynamische Effekte, welche nicht nur die Spieler in der Mitte bestärkt, sondern sich auch auf die Gesamtheit aller auswirkt.
Wie das Spiel in seiner physischen Aktion aussieht bestimmen der Rhythmus und die Lieder, ob hoch, schnell und aggressiv oder eher bodennah und spielerisch. Alle Spieler warten darauf sich von der Bateria aus „in das Spiel einzukaufen“, einen der Jogadores abzulösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Capoeira: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung, den historischen und kulturellen Hintergrund, die Philosophie sowie die musikalischen Aspekte und Regeln der Capoeira.
2. Die menschliche Bewegung: Hier werden die Grundlagen der menschlichen Bewegung, ihre Verbindung zur Wahrnehmung sowie ihre Bedeutung für das Selbstkonzept unter Berücksichtigung motologischer Erkenntnisse behandelt.
3. Die Lebensphase Jugend: Dieses Kapitel skizziert die Lebensphase Jugend, definiert Entwicklungsaufgaben und untersucht die körperliche und soziale Identitätsentwicklung sowie Motivationen zum Sporttreiben.
4. Grundlagen der Psychomotorik: Es werden die Ursprünge, Geschichte, Ziele und Inhalte der Psychomotorik sowie sechs verschiedene Ansätze und deren Bedeutung im Jugendalter diskutiert.
5. Psychomotorische Dimensionen in der Capoeira: In diesem Kapitel werden die Gemeinsamkeiten zwischen Capoeira und Psychomotorik analysiert sowie der am besten passende psychomotorische Ansatz für Capoeira ermittelt.
6. Aufgaben/Ziele sozialpädagogischer Arbeit im Jugendalter: Hier werden die allgemeinen Aufgaben und Ziele der Jugendarbeit definiert und verschiedene Bereiche der Jugendarbeit erörtert.
7. Capoeira als Medium der Sozialpädagogik – Ein Ansatz psychomotorischer Förderung im Jugendalter: Dieses Kapitel untersucht Capoeira auf seine Eignung als medienpädagogisches Medium und führt alle vorherigen Erkenntnisse zu einer übergreifenden Zusammenfassung und einem Ergebnis zusammen.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse und der Einschätzung, dass Capoeira ein hervorragendes Medium für die sozialpädagogische und psychomotorische Arbeit mit Jugendlichen darstellt.
Schlüsselwörter
Capoeira, Sozialpädagogik, Psychomotorik, Jugendalter, Identitätsentwicklung, Selbstkonzept, Motologie, Körpererfahrung, Bewegungsbildung, Roda, Medienpädagogik, Selbstwirksamkeit, Kampftanz, Persönlichkeitsentwicklung, Handlungsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Anwendung von Capoeira als Medium in der Sozialpädagogik, insbesondere im Kontext einer psychomotorischen Förderung für Jugendliche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Theorie der menschlichen Bewegung, die Entwicklungspsychologie des Jugendalters, die Grundlagen der Psychomotorik sowie die praktische und theoretische Verknüpfung dieser Konzepte mit der Praxis der Capoeira.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Capoeira ein exzellentes Medium ist, um die soziale, kognitive und motorische Entwicklung Jugendlicher zu fördern und zur Stärkung ihres Selbstkonzepts beizutragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse fachwissenschaftlicher Literatur aus den Bereichen Psychomotorik, Motologie und Sozialpädagogik, um die Eignung der Capoeira methodisch zu fundieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis zu Capoeira, Bewegungstheorien, die Spezifika des Jugendalters, psychomotorische Ansätze sowie den abschließenden Transfer der Capoeira-Praxis in die sozialpädagogische Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Capoeira, Sozialpädagogik, Psychomotorik, Identitätsentwicklung, Selbstkonzept und Motologie.
Warum ist die Identitätsentwicklung für Jugendliche in dieser Arbeit so wichtig?
Die Arbeit legt dar, dass Jugendliche in einer komplexen Phase der körperlichen und sozialen Umwandlung nach Halt suchen. Capoeira dient hier als Mittel, um diese Suche durch Körpererfahrung positiv zu unterstützen.
Inwiefern beeinflusst der Begriff "Malícia" das Konzept?
Die Malícia (List und Tücke) wird als strategisches Element der Capoeira verstanden, das soziale Wahrnehmung und taktisches Handeln schult und somit als "Lebenstraining" auf den Alltag übertragbar ist.
Wie unterscheidet sich Capoeira Regional von Capoeira Angola?
Capoeira Regional wird als schnellerer, akrobatisch geprägter Stil beschrieben, während Capoeira Angola den Fokus auf Tradition, Spiritualität und ein langsameres, bedächtigeres Spiel am Boden legt.
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- Barbara Guntermann (Author), 2004, Capoeira als Medium der Sozialpädagogik zur psychomotorischer Förderung im Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43583