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Interferenzen von Natur- und Kulturkonzepten in Joseph von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts"

"Ich ging in mein Gärtchen und riß hastig alles Unkraut von den Beeten."

Título: Interferenzen von Natur- und Kulturkonzepten in Joseph von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts"

Tesis de Máster , 2018 , 69 Páginas , Calificación: 2,7

Autor:in: Bakk., Ba. Sophie Marie Scharner (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Diese wissenschaftliche Abschlussarbeit befasst sich mit Joseph von Eichendorff und seinem Umgang mit den romantischen Natur- und Kulturkonzepten in „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Da die Thematik ein sehr weites Feld umfasst, stellt die vermittelte Raumstruktur den angemessenen Rahmen zur Verfügung und begrenzt sie auf die räumlich-semantischen Gebiete des Werkes. Es soll aufgezeigt werden, wie Eichendorff romantische Natur- und Kulturkonzepte in „Aus dem Leben eines Taugenichts“ realisierte und welche Rolle dabei die Schauplätze auf der persönlichen Reise des Protagonisten spielen. In Erzählungen erfüllen Raumkonstruktionen nämlich viele verschiedene Funktionen, denn „es gibt kein seelisches und kein sittliches, kein soziales und kein religiöses Verhältnis, das sich […] nicht unwillkürlich in Raumwerte umsetzte.“ Außerdem erzeugen sie für die Leserschaft „nicht nur einen Realismuseffekt und tragen damit zur Illusionsbildung bei, sie stehen häufig auch in enger Wechselbeziehungen [sic!] zu den Figuren und der Handlung.“ Die Einsetzbarkeit von ‚Raum‘ ist komplex und eignet sich daher hervorragend für den Ansatz einer literaturwissenschaftlichen Untersuchung.
Den Mittelpunkt bildet die These, dass Joseph von Eichendorff romantische Natur- und Kulturkonzepte mit der räumlichen Positionierung des Protagonisten von „Aus dem Leben eines Taugenichts“ aktualisierte. Er schrieb sie fort und revidierte sie nicht. Eine Methode, um das zu prüfen, ist der erzähltheoretische Ansatz des russischen Literaturwissenschaftlers Jurij Michailowitsch Lotman. Seine Raumtheorie ist das passende literarische Instrumentarium, um den Taugenichts inhaltlich genau aufzuschlüsseln und etwaige Muster beziehungsweise Konzepte herauszuarbeiten. Dafür werden konkrete Textstellen auf Basis der eben genannten These untersucht und Kontextualisierungen veranschaulicht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. ‚Natur‘ und ‚Kultur‘ im literaturwissenschaftlichen Diskurs

1. Die Natur-Kultur-Dichotomie

1.1. Zwei geschiedene Seinsbereiche

1.2. Der naturalistische Ansatz

1.3. ‚Natur‘ als kulturelles Konzept

2. Die Natur- und Kulturauffassungen in der Romantik

III. Zur Raumkonstruktion in Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“

1. Grenzüberschreitung: Von der Heimat in die Fremde

2. Der Heimatort als wandelbares Konstrukt

2.1. Die Mühle

2.2. Das Schlossareal in Wien

2.2.1. Hinter dem Gemäuer

2.2.2. Der herrschaftliche Garten

3. Die Grenzmetaphorik der Übergangszonen

3.1. In der Wildnis

3.2. Eine idyllische Landschaft

4. Zu den Stationen der Fremde

4.1. Das italienische Schloss

4.2. Die Stadt Rom

4.3. Wirtshäuser – Orte der Durchreise

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Natur- und Kulturkonzepten in Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Dabei ist das primäre Ziel, aufzuzeigen, wie der Autor durch die räumliche Positionierung des Protagonisten romantische Konzepte aktualisiert, und dabei die Frage zu klären, ob die Novelle als Prototyp romantischer Literatur fungieren kann.

  • Analyse romantischer Natur- und Kulturkonzepte im literaturwissenschaftlichen Diskurs.
  • Anwendung der Raumtheorie von Jurij Michailowitsch Lotman zur Untersuchung des Primärwerks.
  • Untersuchung der Grenzüberschreitung und Raumkonstruktion in der Novelle.
  • Gegenüberstellung von Heimat- und Fremdenerfahrungen des Protagonisten.
  • Deutung der Schauplätze wie Mühle, Schloss, Wildnis und Landschaft.

Auszug aus dem Buch

Die Ambivalenz der Naturszenarien

Sieht man sich nun eine Auswahl der Werke verschiedener RomantikerInnen an, fällt auf „wie sehr die Naturszenarien auf Stereotypen basieren, auf allegorische Bedeutungen hin ausgelegt sind und wie ausgeprägt der Naturraum als Effekt einer Imaginationsleistung ausgewiesen ist.“ Letztlich bediente man sich immer wieder derselben stilistischen Modelle. Zwar änderte sich je nach Bedarf deren Reihenfolge in der Verwendung, aber nicht deren Form der Darstellung. Mehrere AutorInnen ähneln sich in ihrer inhaltlichen Wiedergabe von ‚Natur‘ derartig, als hätten sie die gleiche literarische Schablone benutzt.

In den romantischen Naturdarstellungen kristallisiert sich ein charakteristisches Merkmal heraus, das sich den LeserInnen regelrecht aufdrängt. Es ist ein stets präsenter Anthropozentrismus zu erkennen, der das Bild verkörpert, dass ‚Natur‘ „fast ausschließlich für den Menschen“ da ist. Pflanzen, Tiere, Gewässer und andere Repräsentanten von ‚Natur‘ kommen in Liedern und Erzählungen ausnahmslos im Zusammenhang mit dem Menschen vor. Denn erst die Perspektive des Menschen macht das Auftreten von naturalistischen Gegebenheiten zugänglich, indem sie wahrgenommen und rezipiert werden. Im Vordergrund steht der Nutzen, der aus Naturvorkommnissen gezogen werden kann. Fast wie ein Gegenstand soll ‚Natur‘ zum Gebrauch zur Verfügung stehen und am besten allen Bedürfnissen des Menschen dienlich sein. Gerade, wenn der Wunsch nach Freiheit besteht, ist es durch ‚Natur‘ möglich, kulturellen Normen zu entkommen. Das ist zum Beispiel geeignet für „empfindsame, schwärmerische Gemüter, die in die berühmte ‚Waldeinsamkeit‘ flüchten, um dort den Geheimnissen ihrer eigenen Seele auf die Spur zu kommen.“ Eine reine Daseinsberechtigung besitzt ‚Natur‘ in romantischen Werken nicht, jene wird erst mit der menschlichen Komponente verliehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die romantische Natur- und Kulturauffassung ein, identifiziert den Taugenichts als Prototyp des Eskapismus und stellt die methodische Untersuchung mittels Lotmans Raumtheorie vor.

II. ‚Natur‘ und ‚Kultur‘ im literaturwissenschaftlichen Diskurs: Das Kapitel klärt grundlegende Begrifflichkeiten, diskutiert die Natur-Kultur-Dichotomie und ordnet diese Konzepte in den literarischen Kontext der Romantik ein.

III. Zur Raumkonstruktion in Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“: Hier erfolgt die Anwendung der Raumtheorie auf das Primärwerk, wobei die Reise des Protagonisten durch Heimat, Grenze und Fremde strukturiert analysiert wird.

IV. Fazit: Das Fazit fasst die ambivalente Prüfung der These zusammen und stellt fest, dass Eichendorffs Raumkonzepte je nach Szenario romantische Ideale mal erfüllen, mal revidieren.

Schlüsselwörter

Romantik, Joseph von Eichendorff, Natur, Kultur, Raumtheorie, Jurij Michailowitsch Lotman, Taugenichts, Heimat, Fremde, Anthropozentrismus, Literaturwissenschaft, Grenzüberschreitung, Raumkonstruktion, Landschaft, Garten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Verarbeitung von Natur- und Kulturkonzepten in Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ unter besonderer Berücksichtigung der Raumgestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen ‚Natur‘ und ‚Kultur‘, die Konstruktion von Räumen wie Heimat und Fremde sowie deren Bedeutung für die Identität des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu zeigen, wie Eichendorff romantische Konzepte durch die räumliche Positionierung des Taugenichts aktualisiert und ob das Werk als Prototyp der Epoche gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert primär auf dem erzähltheoretischen Raummodell des russischen Literaturwissenschaftlers Jurij Michailowitsch Lotman.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Grenzüberschreitungen des Taugenichts, seine Erfahrungen in den Heimatorten Mühle und Schloss Wien sowie die Stationen in der Fremde (italienisches Schloss, Rom, Wirtshäuser).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Romantik, Natur-Kultur-Dichotomie, Raumtheorie, Anthropozentrismus, Heimat, Fremde und literarische Raumkonstruktion.

Wie definiert die Arbeit den Begriff ‚Heimat‘ im Kontext des Taugenichts?

Heimat wird als ein wandelbares Konstrukt begriffen, das nicht nur an den Geburtsort gebunden ist, sondern durch persönliche Erfahrungen und emotionale Bindungen im Laufe der Reise neu definiert werden kann.

Warum spielt die Natur im italienischen Garten eine andere Rolle als im Schlossgarten in Wien?

Während der Wiener Garten als idealisierte, künstliche Idylle dient, fungiert der verwilderte italienische Garten als Gegenentwurf, der den Kontrollverlust des Menschen gegenüber der Natur symbolisiert.

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Detalles

Título
Interferenzen von Natur- und Kulturkonzepten in Joseph von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts"
Subtítulo
"Ich ging in mein Gärtchen und riß hastig alles Unkraut von den Beeten."
Universidad
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Calificación
2,7
Autor
Bakk., Ba. Sophie Marie Scharner (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
69
No. de catálogo
V436022
ISBN (Ebook)
9783668767003
ISBN (Libro)
9783668767010
Idioma
Alemán
Etiqueta
Joseph von Eichendorff Aus dem Leben eines Taugenichts Eichendorff Lotman Jurij Michailowitsch Lotman Raumtheorie Raummodell Natur Kultur Interferenzen von Natur- und Kulturkonzepten Naturkonzept Kulturkonzept Naturauffassung Kulturauffassung Interferenz von Natur und Kultur
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bakk., Ba. Sophie Marie Scharner (Autor), 2018, Interferenzen von Natur- und Kulturkonzepten in Joseph von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436022
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