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Einflussfaktoren von Armut in deutschen Städten

Title: Einflussfaktoren von Armut in deutschen Städten

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tobias Schulenburg (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Die vorliegende Arbeit wird sich mit den Einflussfaktoren von Armut in deutschen Städten befassen und wurde im Hauptseminar: Themen zur Sozialgeographie angefertigt.
Zuerst soll der Begriff der Armut erklärt und definiert werden. Im weiteren Verlauf der Arbeit soll es um die allgemeinen Einflussfaktoren von Armut gehen. Es soll auch versucht werden, anhand von zwei Beispielen: der westdeutschen Stadt (Bremen) und der ostdeutschen Stadt (Leipzig) herauszufinden, wie sich Armut in diesen Städten entwickelt hat und ob es Unterschiede in der Armutsentwicklung gibt oder nicht.
Armut ist zur Zeit, in der deutschen Gesellschaft, ein „heißes“ Thema. Besonders durch die Diskussionen über die Reformen, die das Schlagwort „Hartz IV“ haben, kommt es in der Öffentlichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Thema Armut. Jahrelang wurde dieses Thema in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, da nach den Jahren des Wirtschaftswunders dieses Problem gelöst erschien. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts sah man sich in Deutschland mit der Neuen Armutkonfrontiert. Von der einsetzenden Massenarbeitslosigkeit der 70er Jahre waren nun auch die Bevölkerungsgruppen betroffen, die sich vorher, aufgrund ihres hohen Bildungsabschlusses, in Sicherheit wähnten (Alisch/Dangschat, 1998, S.19). Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Armut wieder thematisiert und mit Begriffen wie „Armut im Reichtum“ und „Zwei-Drittel-Gesellschaft“ bezeichnet. Der erste Begriff weist darauf hin, dass die Modernisierungsschübe der 80er Jahre dazu geführt haben, dass die Wohlstandsentwicklung und die Verarmungsprozesse voneinander entkoppelt wurden. Es kam in der reichen Bundesrepublik Deutschland gleichzeitig zur Zunahme von Armut und Wohlstand. Der Begriff Zwei-Drittel-Gesellschaft, eingeführt von Glotz, damals Parteisekretär der oppositionellen SPD, thematisierte erstmals, dass Armut nicht nur auf die ökonomischen Ressourcen bezogen wird, sondern auch auf eine soziale Ausgrenzung (Alisch/Dangschat, 1998, a.a.O.).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Definition von Armut

3.Einflussfaktoren von Armut

3.1.Ökonomische Umstrukturierung

3.2.Sozialer Wandel

3.2.1.Sozio-ökonomische Polarisierung

3.2.2.Sozio-demographische Ungleichheit

3.2.3.Sozio-kulturelle Heterogenisierung

4.Quartierseffekte

4.1.Das soziale Milieu

4.2.Die materielle Dimension

4.3.Symbolische Gewalt

5.Empirische Ergebnisse

5.1.Bremen

5.2.Leipzig

6.Fazit

7.Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussfaktoren von Armut in deutschen Städten und analysiert, inwieweit das soziale Wohnumfeld (Quartierseffekte) die Verfestigung von Armutslagen begünstigt. Anhand der Beispiele Bremen und Leipzig wird erforscht, wie sich Armutsstrukturen entwickeln und welche sozialen Dynamiken dabei eine Rolle spielen.

  • Definition von Armut (absolut vs. relativ)
  • Einfluss der ökonomischen Umstrukturierung auf städtische Lebensbedingungen
  • Analyse von Quartierseffekten (soziale Milieus, materielle Dimension, symbolische Gewalt)
  • Empirische Untersuchung der Sozialhilfedichte in Bremen
  • Betrachtung der sozialen Segregation und Arbeitslosigkeit in Leipzig

Auszug aus dem Buch

4.1. Das soziale Milieu

Häußermann beschreibt, dass sich die benachteiligten Effekte eines Milieus, welches aus Benachteiligten gebildet wird, sich aus den Sozialisationseffekten und den Beschränkungen sozialer Interaktion ergeben. Er geht davon aus, dass ein Quartier, welches überwiegend von Modernisierungsverlierern, sozial Auffälligen und sozial Diskriminierten bewohnt wird, von abweichendem Normen dominiert wird. Es entsteht dadurch eine Subkultur innerhalb der Gesellschaft, welche sich von den Normen der „normalen Gesellschaft“ distanziert (Häußermann, 2003, S.149).

Die Verstärkung der Isolation des Quartiers wird durch die Migration von Familien gefördert, deren Normen und Verhaltensweisen nicht mit denen, der im Quartier vorherrschenden (negativen) Normen übereinstimmen. Diese Familien ziehen oft in ein anderes Quartier.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Kinder und Jugendlichen in diesen negativen Quartieren niemanden kennen, der einer „geregelten“ Erwerbstätigkeit nachgeht. Es bilden sich bei diesen Kindern also auch negative Verhaltensweisen heraus, da ihnen das Vorbild eines „normalen Lebens“ (regelmäßiger Schulbesuch, Pünktlichkeit, Aufrechterhaltung der äußeren Ordnung u.s.w.) fehlt. Die Gefahr ist, dass diese Kinder und Jugendlichen die Verhaltensweisen des Quartiers annehmen, welche von der übrigen Gesellschaft mit Ausgrenzung beantwortet werden (Vgl. Häußermann, 2003, S.150).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, Armut in Deutschland zu untersuchen.

2.Definition von Armut: Theoretische Abgrenzung zwischen absoluter und relativer Armut sowie Darstellung von Messmethoden.

3.Einflussfaktoren von Armut: Analyse struktureller Ursachen, wie ökonomische Umstrukturierung und soziologischer Wandel.

4.Quartierseffekte: Untersuchung, wie die räumliche Konzentration von Armut negative soziale Dynamiken in einem Viertel verstärkt.

5.Empirische Ergebnisse: Anwendung der Theorie auf die Städte Bremen und Leipzig mit Fokus auf Sozialdaten und Segregation.

6.Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz stadtplanerischer Maßnahmen gegen die Verfestigung von Armut.

7.Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Armut, Sozialgeographie, Quartierseffekte, Soziale Ausgrenzung, Bremen, Leipzig, Sozialhilfe, Segregation, Armutsrisiko, Wohlstandsgesellschaft, Stigmatisierung, Lebenslagenansatz, Ressourcenansatz, Stadtplanung, Soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Einflussfaktoren von Armut in deutschen Städten und untersucht, wie bestimmte städtische Quartiere die Lebenssituation benachteiligter Bevölkerungsgruppen prägen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Definition von Armut, die Auswirkungen wirtschaftlicher Umstrukturierungen, soziale Segregation und die Bedeutung von Quartierseffekten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen und Verstärkungsmechanismen von Armut in Städten zu identifizieren und aufzuzeigen, wie das Wohnumfeld zur Stigmatisierung und zum Verbleib in der Armut beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird genutzt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Daten, insbesondere Sozialhilfestatistiken für Bremen und Sozialatlanten für Leipzig.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden allgemeine Armutsursachen (Wirtschaftswandel, soziologischer Wandel) sowie die Mechanismen sozialer Ausgrenzung innerhalb von Quartieren theoretisch und praktisch beleuchtet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Benachteiligung, Quartierseffekte, Armutsrisiko, Segregation und soziale Ausgrenzung definiert.

Warum unterscheidet sich die Situation in Bremen von der in Leipzig?

Die Untersuchung zeigt Unterschiede in der historischen Entwicklung auf, insbesondere den Systemwechsel nach 1989 in Leipzig im Vergleich zur strukturellen Entwicklung in westdeutschen Städten wie Bremen.

Welche Rolle spielt die symbolische Gewalt laut dem Autor?

Symbolische Gewalt beschreibt, wie ein Quartier von außen und innen wahrgenommen wird. Ein negativer Ruf kann Bewohner stigmatisieren und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich einschränken.

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Details

Title
Einflussfaktoren von Armut in deutschen Städten
College
Humboldt-University of Berlin  (Geographisches Institut)
Course
Oberseminar Themen zur Sozialgeographie
Grade
1,7
Author
Tobias Schulenburg (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V43603
ISBN (eBook)
9783638413619
Language
German
Tags
Einflussfaktoren Armut Städten Oberseminar Themen Sozialgeographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Schulenburg (Author), 2005, Einflussfaktoren von Armut in deutschen Städten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43603
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