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Marx und Rousseau, der Robinsonade

Title: Marx und Rousseau, der Robinsonade

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages

Autor:in: Tobias Krieg (Author)

Social Work
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Die vorliegende Hausarbeit trägt den Titel „Marx und Rousseau, der Robinsonade“. Er bezieht sich auf die Marxsche Schrift „Einleitung zur Kritik der politischen Ökonomie“. Dort bezeichnet Marx Rousseau als „Robinsonade des 18. Jahrhunderts“. Dieser „Spitzname“ bezieht sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf Defoes weltbekannten Roman „Robinson Crusoe“, in dem ein englischer Weltenbummler den Großteil seines Lebens auf einer einsamen Insel verbringen muss. Marx scheint mit dieser Titulierung Rousseau also vorzuwerfen, dass er den Menschen als einen einsamen Robinson auf einer von der Welt separierten Insel betrachtet. Diese Anspielung folgend, habe ich mich mit dem Werk Rousseaus beschäftigt und bin auf Stellen gestoßen, die Marx als Anlaß zu seiner Äußerung gedient haben können. Dabei stellte sich heraus, dass die Marxsche Kritik hauptsächlich auf der Geschichtsphilosphie Rousseaus basiert und es kam mir die zusätzliche Frage, was denn Marx zu diesem Thema zu sagen hat. Entspechend diesen Fragestellungen behandle ich im ersten Kapitel die Geschichtsphilosophie von Jean-Jacques Rousseau und stelle im zweiten Kapitel dann die Geschichtsphilosophie von Marx dar. Anschließend, im dritten Kapitel, gehe ich dann speziell auf den Vorwurf von Marx ein und schließe die Arbeit mit einer persönlichen Einschätzung der Gemeinsamkeiten und Unterscheide der Werke Rousseaus und Marx‘ ab.
Wie man leicht sieht, spielt der Begriff der „Geschichtsphilosophie“ eine bedeutende Rolle in dieser Hausarbeit. In der Regel bezeichnet man damit hauptsächlich ein System oder ein Gesetz, das jemand hinter dem Verlauf der Geschichte zu sehen meint. An dieser Stelle möchte ich diesen Begriff allerdings etwas allgemeiner fassen und benutze die Geschichtsphilosohie eher als Mittel zum Zweck. Ziel ist es dabei zu verstehen, worin Marx und Rousseau die Hauptprobleme ihrer Zeit sehen und wie sie sie in einem geschichtlichen Kontext zu erklären versuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Vorbemerkungen

1. Die Geschichtsphilosophie von Jean-Jacques Rousseau

1.1 „Diskurs über die Künste und Wissenschaften“

1.2 „Diskurs über die Ungleichheit“

2. Die Geschichtsphilosophie von Karl Marx

2.1 Grundgedanken

2.2 Die Basis der Geschichte

2.3 Die Teilung der Arbeit und das Eigentum

3. Rousseau und Marx

3.1 Der Robinsonade

3.2 Gemeinsamkeit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das von Karl Marx geprägte Diktum der „Robinsonade“ in Bezug auf das Werk von Jean-Jacques Rousseau. Ziel ist es, die geschichtsphilosophischen Grundlagen beider Denker gegenüberzustellen, den Ursprung des Marxschen Vorwurfs zu ergründen und die Gemeinsamkeiten in ihrer Kritik an den sozioökonomischen Verhältnissen ihrer jeweiligen Zeit aufzuzeigen.

  • Geschichtsphilosophische Konzepte bei Rousseau und Marx
  • Die Entstehung und Problematik von Ungleichheit und Privateigentum
  • Kritik an der zivilen Gesellschaft und ihren Machtstrukturen
  • Materialistisches Geschichtsverständnis versus spekulative Anthropologie
  • Vergleich der jeweiligen Problemanalysen gesellschaftlicher Krisen

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Robinsonade

Durch die Betrachtung der Geschichtsphilosophien Rousseaus und Marx wird nun klar, auf welche Stellen sich Marx mit seiner „Robinsonaden“-Kritik bezieht. Es geht ihm dabei um die Idealvorstellung, die Rousseau vom Leben des wilden und unzivilisierten Menschen hat. Er wirft ihm implizit vor, dass die Vorstellung des vereinzelten und dadurch glücklichen Menschen eine Utopie ist und man sich den Menschen nur in der Gemeinschaft vorstellen kann. Dabei entsteht bei mir der Eindruck, dass Marx die Geschichtsphilosophie Rousseaus vielleicht nicht konsequent genug studiert hat. Rousseau ist sich nämlich durchaus bewußt, dass seine Darstellung der menschlichen Entwicklungsgeschichte eher spekulativ als wissenschaftlich fundiert ist. In der Einleitung zum „Diskurs über die Ungleichheit“ schreibt er dazu: „Man darf nicht die Untersuchungen...für historische Wahrheiten halten, sondern nur für hypothetische und bedingte Überlegungen, die mehr dazu geeignet sind, die Natur der Dinge zu erhellen, als ihren wirklichen Ursprung aufzuzeigen.“1 Rousseau war sich bereits bewußt, dass man die wahre Natur der Menschen nur enthüllen kann, wess es möglich wäre, sie sich ohne die Urteile der aktuellen Zeit zu betrachten. Da er aber die Gesellschaft seiner Zeit als Ausgangspunkt seiner Überlegungen nahm – dabei speziell die moralische Verfassung derselben - hat er nicht den Anspruch, die menschliche Geschichte wissenschaftlich „objektiv“ zu beschreiben2.

Auf der anderen Seite könnte es sogar sein, dass Marx die Geschichtsphilosophie Rousseaus nicht aus mangelndem Wissen über ihre Voraussetzungen kritisiert, sondern gerade aus der Einsicht heraus. Der Anspruch von Marx stellt ja das absolute Gegenteil zu Rousseau dar. Er steigt „von der Erde zum Himmel hinauf“ und hat das Ziel, die Geschichte „wissenschaftlich objektiv“ zu beschreiben. Es könnte also durchaus sein, dass die „mangelnde Wissenschaftlichkeit“ Rousseaus zum Auslöser der marxschen Kritik geworden ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und Vorbemerkungen: Die Einleitung erläutert die Herleitung des Titels „Robinsonade“ aus der Marxschen Kritik an Rousseau und definiert die Zielsetzung, die Geschichtsphilosophien beider Autoren sowie deren Sicht auf gesellschaftliche Hauptprobleme zu vergleichen.

1. Die Geschichtsphilosophie von Jean-Jacques Rousseau: Dieses Kapitel behandelt Rousseaus Analysen in den Diskursen über Künste, Wissenschaften und Ungleichheit, wobei der Fokus auf der Vorstellung des Menschen im Naturzustand und der negativen Auswirkung der Zivilisation auf die Moral liegt.

2. Die Geschichtsphilosophie von Karl Marx: Hier werden Marx' materialistische Ansätze sowie seine Kritik an Hegel und Feuerbach dargelegt, wobei die materielle Produktion und die Teilung der Arbeit als Basis für geschichtliche Entwicklung und Klassenbildung identifiziert werden.

3. Rousseau und Marx: Das abschließende Kapitel untersucht den Vorwurf der „Robinsonade“ im Kontext der unterschiedlichen wissenschaftlichen Ansprüche beider Denker und stellt überraschende Gemeinsamkeiten in ihrer soziokritischen Perspektive fest.

Schlüsselwörter

Geschichtsphilosophie, Jean-Jacques Rousseau, Karl Marx, Robinsonade, Naturzustand, Zivilisation, Privateigentum, Ungleichheit, Materialismus, Bourgeoisie, Proletariat, Produktionsweise, Klassengesellschaft, Gesellschaftskritik, Entfremdung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem kritischen Vergleich der geschichtsphilosophischen Ansätze von Jean-Jacques Rousseau und Karl Marx, insbesondere im Hinblick auf den Vorwurf des "Robinsonaden"-Begriffs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Entstehung von gesellschaftlicher Ungleichheit, den Einfluss von Privateigentum auf die Moral sowie die Analyse materieller Lebensbedingungen als Grundlage der Geschichte.

Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?

Ziel ist es, den Kontext des Marxschen "Robinsonaden"-Vorwurfs gegen Rousseau zu verstehen und zu prüfen, ob die Kritik an Rousseaus spekulativem Ansatz berechtigt ist oder ob es fundamentale Gemeinsamkeiten in ihrer Gesellschaftskritik gibt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die primäre Texte beider Denker heranzieht, um deren Theorien zur Geschichtsphilosophie und Zivilisationskritik gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Rousseaus Diskurse über Moral und Ungleichheit sowie die Marxsche materialistische Geschichtsauffassung und seine Theorie der Produktionsweisen systematisch dargestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Geschichtsphilosophie, Privateigentum, Materialismus, Naturzustand, Klassengegensätze und die soziokulturelle Entwicklung des Menschen.

Warum bezeichnet Marx Rousseau als "Robinsonade"?

Marx wirft Rousseau vor, das Individuum in seinen theoretischen Modellen als isoliertes, einsames Wesen – vergleichbar mit Robinson Crusoe auf seiner Insel – zu betrachten, anstatt es als gesellschaftliches Wesen zu begreifen.

Wie bewertet der Autor den Marxschen Vorwurf am Ende?

Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass der Vorwurf nur bedingt trägt, da Rousseau sich des spekulativen Charakters seiner Arbeit bewusst war und Marx in seiner Analyse der sozialen Ausbeutung letztlich zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie Rousseau gelangt.

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Details

Title
Marx und Rousseau, der Robinsonade
College
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Course
Seminar "Wirtschaft und Gesellschaft"
Author
Tobias Krieg (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V43624
ISBN (eBook)
9783638413800
Language
German
Tags
Marx Rousseau Robinsonade Seminar Wirtschaft Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Krieg (Author), 2005, Marx und Rousseau, der Robinsonade, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43624
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