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Warum Meditation doch mehr ist als Rumsitzen und Nichtstun

Neurophysiologische Korrelate meditativer Bewusstseinszustände oder was sich durch Meditation (nachhaltig) verändern kann

Title: Warum Meditation doch mehr ist als Rumsitzen und Nichtstun

Essay , 2008 , 12 Pages

Autor:in: Dipl. Bio. Stefanie Tangeten (Author)

Sociology - Medicine and Health
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Haben Sie sich schon einmal gefragt, was im Gehirn eines Meditierenden vor sich geht, während dieser vermeintlich einfach nur so dasitzt? Oder wollten Sie immer schon einmal wissen, wozu Meditation eigentlich „gut“ ist beziehungsweise welche Wirkung die Praxis auf das Gehirn und den Körper hat? Wenn Sie eine der Fragen mit ja beantworten können, dann könnte Sie der folgende Artikel interessieren. Hier soll nämlich ein kurzer Überblick darüber gegeben werden, was unter Meditation (im wissenschaftlichen Kontext) verstanden wird, welche neurophysiologischen Effekte eine regelmäßige Meditationspraxis haben kann und welche wissenschaftlichen Befunde es hierzu gibt.

Lassen Sie sich entführen auf eine kleine Reise, in die Welt der Achtsamkeit und Meditationsforschung - und lernen Sie welche Effekte regelmäßige Meditationspraxis auf das Gehirn und den Geist haben kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einsatz von Meditation

2. Meditationsmethoden

3. Zustandsveränderungen & Wesenszugveränderungen

4. Meditationsforschung

5. Hirnfunktionelle Veränderungen durch Meditation

6. Hirnstrukturelle Veränderungen durch Meditation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die neurophysiologischen Korrelate meditativer Bewusstseinszustände und analysiert, wie regelmäßige Meditationspraxis sowohl kurzfristige Zustände als auch langfristige strukturelle Gehirnveränderungen bewirken kann.

  • Wissenschaftliche Definition und Klassifizierung von Meditationstechniken
  • Unterscheidung zwischen Zustandsveränderungen (States) und Wesenszugveränderungen (Traits)
  • Neuroplastische Effekte von Achtsamkeitspraxis auf Hirnareale
  • Zusammenhang zwischen Meditationserfahrung und kognitiver Leistungsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

Zustandsveränderungen & Wesenszugveränderungen

Um die durch meditative Praxis induzierten neurophysiologischen Wirkungen in Kurz- und Langzeiteffekte unterscheiden zu können, ist eine Einteilung in Zustandsveränderungen (State effects) und Wesenszugveränderungen (Trait effects) (nach Cahn & Polich, 2006) sinnvoll. Erstere beziehen sich auf veränderte sensorische, kognitive und selbstreferenzielle Bewusstheit während der Meditation, wohingegen die Wesenszüge dauerhafte Veränderungen in diesen Dimensionen sind, die dem Meditierenden auch in nichtmeditativen Zuständen erhalten bleiben (Cahn & Polich, 2006; siehe auch Shapiro & Walsh, 1984). Regelmäßige meditative Praxis kann sowohl zu kurzzeitig veränderten Zuständen als auch zu lang anhaltenden Wesenszügen führen.

Als Zustandsveränderungen durch meditative Praxis nennen die Autoren: friedliche Gelassenheit, Beendigung oder Verlangsamung des inneren Dialoges und Erfahrungen von perzeptueller Klarheit und bewusster Wahrnehmung. Eine übliche Erfahrung vieler verschiedener meditativer Techniken ist ein meta-kognitiver Shift in Beziehung zu den Gedanken und Gefühlen. Diese werden als aufsteigende Phänomene bezeugt und somit objektiviert, sodass eine Des-Identifikation stattfindet (Cahn & Polich, 2006). Wesenszugveränderungen durch Langzeit-Meditation beinhalten den Autoren zufolge: innere und äußere Gelassenheit, ein Anstieg des allgemeinen Wohlbefindens, erhöhte Bewusstheit des sensorischen Feldes und ein Shift in der Beziehung zu Gedanken, Gefühlen und zum Selbst. Das „Zeugenbewusstsein“ wird verstärkt, d.h. das reine, absichtslose Beobachten innerer Vorgänge und aufsteigender Gedanken und Gefühle, ohne diese zu bewerten, zu beurteilen oder mit ihnen identifiziert zu sein. Eine generelle Offenheit für gegenwärtige Erfahrungen und deren Akzeptanz wird geübt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einsatz von Meditation: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln sowie den therapeutischen Kontext von Meditation, insbesondere im Rahmen der Stressreduktion (MBSR).

2. Meditationsmethoden: Hier werden diverse Techniken kategorisiert, wobei vor allem die Differenzierung zwischen fokussierter (konzentrativer) und defokussierter (Achtsamkeits-) Meditation im Mittelpunkt steht.

3. Zustandsveränderungen & Wesenszugveränderungen: Der Abschnitt erläutert die Unterscheidung zwischen kurzzeitigen Bewusstseinsveränderungen während der Praxis und langfristigen, dauerhaften Persönlichkeits- und Strukturveränderungen.

4. Meditationsforschung: Dieses Kapitel kritisiert die Heterogenität bisheriger Studiendesigns und betont die Notwendigkeit einer einheitlichen operationalen Definition von Achtsamkeit.

5. Hirnfunktionelle Veränderungen durch Meditation: Hier werden aktuelle Studien besprochen, die mittels fMRI und EEG neurophysiologische Aktivitätsmuster während meditativer Zustände nachweisen.

6. Hirnstrukturelle Veränderungen durch Meditation: Das Kapitel präsentiert Forschungsergebnisse zur Neuroplastizität, welche aufzeigen, dass regelmäßiges Training die Dichte der grauen Substanz in gehirnrelevanten Arealen verändern kann.

Schlüsselwörter

Meditation, Achtsamkeit, Neurophysiologie, Gehirnaktivität, Neuroplastizität, MBSR, Konzentrative Meditation, Zustandsveränderungen, Wesenszugveränderungen, graue Substanz, Emotionsregulation, Aufmerksamkeit, Interozeption, kognitive Leistung, Bewusstseinszustand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Meditation das Gehirn und das Bewusstsein sowohl kurzfristig während der Praxis als auch langfristig durch strukturelle Anpassungen verändert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Kategorisierung von Meditationstechniken, die neurophysiologischen Korrelate und der Nachweis von Neuroplastizität durch regelmäßige Meditationspraxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu Meditationstechniken und deren wissenschaftlich belegbare Effekte auf die Hirnstruktur und -funktion zu systematisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse aktueller Forschungsstudien, die bildgebende Verfahren (fMRI, sMRT) und EEG-Untersuchungen anwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Kategorisierung von Meditation, die begriffliche Einordnung von Zustands- und Wesenszugänderungen sowie die Darstellung aktueller neurobiologischer Studien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Meditation, Achtsamkeit, Neuroplastizität, graue Substanz, Gehirnfunktion und Aufmerksamkeitssteuerung.

Welche Rolle spielt die "graue Substanz" in diesem Kontext?

Die Forschung zeigt, dass sich die Dichte der grauen Substanz in Hirnarealen, die für Aufmerksamkeit und Interozeption zuständig sind, durch regelmäßige Meditation messbar verändern kann.

Was unterscheidet "fokussierte" von "defokussierter" Meditation?

Fokussierte Meditation nutzt die konzentrierte Versenkung auf ein Objekt oder einen Punkt, während defokussierte Meditation (Achtsamkeitsmeditation) auf ein offenes, bezeugendes Beobachten der gesamten Umgebung und inneren Vorgänge abzielt.

Wie beeinflusst Meditation laut den Ergebnissen den Alterungsprozess des Gehirns?

Studien, wie die von Pagnoni und Cekic, deuten darauf hin, dass Meditation einen neuroprotektiven Effekt haben und die altersbedingte Abnahme der grauen Hirnsubstanz verlangsamen kann.

Was bedeutet der Begriff "Zeugenbewusstsein" in der Meditation?

Es beschreibt den Zustand des reinen, wertungsfreien Beobachtens eigener Gedanken und Gefühle, bei dem sich der Meditierende vom Ego und den aufsteigenden Phänomenen distanzieren kann.

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Details

Title
Warum Meditation doch mehr ist als Rumsitzen und Nichtstun
Subtitle
Neurophysiologische Korrelate meditativer Bewusstseinszustände oder was sich durch Meditation (nachhaltig) verändern kann
College
Medical University Hanover
Author
Dipl. Bio. Stefanie Tangeten (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V436293
ISBN (eBook)
9783668778740
ISBN (Book)
9783668778757
Language
German
Tags
warum meditation rumsitzen nichtstun neurophysiologische korrelate bewusstseinszustände
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Bio. Stefanie Tangeten (Author), 2008, Warum Meditation doch mehr ist als Rumsitzen und Nichtstun, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436293
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