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Der Dreigroschenroman von Bertolt Brecht. Ein Kriminalroman?

Titel: Der Dreigroschenroman von Bertolt Brecht. Ein Kriminalroman?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dominik Höhl (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Traditionell galt der Kriminalroman in Literaturkreisen als wenig geschätzte Trivialliteratur, die mehr für ein breites und eher anspruchsloses Publikum geschrieben wurde. Doch gab es innerhalb des Genres des Kriminalromans auch immer wieder solche Verarbeitungen, die als literarisch anspruchsvoll gelten. Man denke dabei etwa an Fjodor Dostojewskis Roman Schuld und Sühne. Heutzutage erfreut sich der Kriminalroman großer Beliebtheit unter der Leserschaft. So scheint auch allseits bekannt, was man unter einem klassischen Kriminalroman zu verstehen meint. Ein zentraler Aspekt ist dabei sicherlich das Verbrechen, ohne das der Kriminalroman wohl schwer auskommt. Um Verbrechen geht es auch im Dreigroschenroman von Bertolt Brecht. Der Roman erzählt den Aufstieg zweier unterschiedlicher Geschäftsmänner und deren kriminellen Machenschaften im Londoner Großstadtmilieu zur Zeit des Burenkrieges. Jeder versucht sich in der Geschäftswelt einen Vorteil zu verschaffen und geht dabei auch wortwörtlich über Leichen.

Doch erweckt der Dreigroschenroman scheinbar den Anschein, dass es sich hierbei eher um die Kategorie Wirtschaftsverbrechen handelt als um jene Verbrechen, die im klassischen Kriminalroman üblich sind. In der vorliegenden Arbeit soll daher diskutiert werden, ob man den Dreigroschenroman in das Genre des Kriminalromans einordnen kann. Dabei soll zunächst versucht werden, das Genre Kriminalroman näher zu bestimmen. Hierfür werden zwei Typologien des Kriminalromans unterschieden, die des Thrillers und des Detektivromans. Im Anschluss daran soll kurz auf das von Brecht verfasste Essay „Über die Popularität des Kriminalromans“ eingegangen werden. Mit Hilfe dieser kurzen theoretischen Verortung sollen dann in einem weiteren Schritt die einzelnen Verbrechen betrachtet und schließlich eine Gattungsbestimmung vorgenommen werden. Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit muss auf eine inhaltliche Zusammenfassung des Romans verzichtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kriminalroman – Eine Begriffsbestimmung

2.1 Typologien des Kriminalromans

2.2 Brechts Theorie des Kriminalromans

3. Die einzelnen Verbrechen

4. Gattungsbestimmung

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob Bertolt Brechts „Dreigroschenroman“ in das Genre des Kriminalromans eingeordnet werden kann. Hierbei wird analysiert, inwiefern der Roman klassische Merkmale des Detektivromans oder Thrillers aufweist und inwieweit Brecht durch die Darstellung von Wirtschaftskriminalität eine systemkritische Perspektive einnimmt, die den Roman von traditionellen Gattungskonventionen abhebt.

  • Grundlegende Definition und Typologien des Kriminalromans.
  • Analyse von Brechts Essay „Über die Popularität des Kriminalromans“.
  • Untersuchung der im „Dreigroschenroman“ dargestellten Verbrechen.
  • Reflexion über Wirtschaftskriminalität als gesellschaftlicher Normalzustand.
  • Einordnung des Werkes als „umgekehrter“ oder „reflexiver“ Kriminalroman.

Auszug aus dem Buch

2.1 Typologien des Kriminalromans

Allgemein wird in einem Kriminalroman die Geschichte eines Verbrechers oder eines Verbrechens erzählt. Meist wird dabei das Verbrechen von einem Detektiv aufgedeckt, womit eine Sonderform des Kriminalromans zu nennen ist, nämlich die des Detektivromans. Jedoch gibt es nicht nur die Sonderform des Detektivromans. Im Kriminalroman kann der Fokus auf unterschiedliche Aspekte gelegt sein und die Perspektive variieren, sodass sich der Kriminalroman in verschiedene Untergattungen aufteilt. In der neueren Literaturwissenschaft wird der Kriminalroman aber meist in zwei idealtypische Gattungen unterteilt. Zum Detektivroman kommt hierbei die Gattung Thriller hinzu. Beide Gattungen sollen im Folgenden näher betrachtet werden.

Kriminalromane galten traditionell als Trivialliteratur, die eine einfache Erzählweise aufweisen, aber nicht selten wurden sie zu kompliziert gebauten und psychologisch komplexen Erzählgebilden. Ihren Ursprung hat die moderne Kriminalliteratur bei Edgar Allan Poe, der 1841 mit der Geschichte „The Murders in the Rue Morgue“ und mit dem Detektiv August Dupin den Begründer aller folgenden auftretenden Detektive und Ermittler schaffte. Bereits bei Poe wird also die starke Identifizierung mit der Figur des Detektivs deutlich. Im Zentrum bei Poe steht das Verbrechen, das „einmalig, ungewöhnlich mehr noch unstimmig“ ist und dadurch das Interesse des Lesers weckt. Allerdings erfährt der Leser nichts Näheres über die beiden ermordeten Damen und den Verbrecher, womit eine gewisse emotionale Distanz bewahrt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rezeption des Kriminalromans ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Einordnung des „Dreigroschenromans“ in das Krimi-Genre.

2. Der Kriminalroman – Eine Begriffsbestimmung: Es werden die idealtypischen Strukturen von Detektivroman und Thriller erläutert sowie Brechts theoretische Auffassung zur Funktion und Konstruktion von Kriminalliteratur dargelegt.

3. Die einzelnen Verbrechen: Dieses Kapitel analysiert exemplarisch die kriminellen Handlungen im Roman und stellt fest, dass diese weniger Rätselcharakter besitzen, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Wirtschaftsverhältnisse fungieren.

4. Gattungsbestimmung: Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der „Dreigroschenroman“ aufgrund seiner Abweichungen von der klassischen Rätselstruktur als „umgekehrter“ Kriminalroman zu klassifizieren ist.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Roman das kapitalistische System durch die Normalisierung des Verbrechens entlarvt und den Leser dazu anregt, die sozioökonomischen Hintergründe zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Dreigroschenroman, Bertolt Brecht, Kriminalroman, Detektivroman, Thriller, Wirtschaftskriminalität, Gattungsbestimmung, Kapitalismuskritik, umgekehrter Kriminalroman, Literaturwissenschaft, Verbrechensstruktur, Sozialkritik, literarische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Bertolt Brechts „Dreigroschenroman“ als Kriminalroman eingeordnet werden kann, obwohl er von den klassischen Konventionen des Genres abweicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Kriminalroman-Typologien, Brechts Theorie zur Kriminalliteratur sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit Verbrechen im Kontext der kapitalistischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, ob der „Dreigroschenroman“ in das Genre des Kriminalromans passt und welche spezifische Rolle das Verbrechen darin spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Gegenüberstellung von Gattungsmerkmalen (Detektivroman vs. Thriller) und einer inhaltlichen Untersuchung der Romanereignisse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Verortung des Kriminalromans, der detaillierten Betrachtung einzelner Verbrechen im „Dreigroschenroman“ und der daraus resultierenden Gattungsbestimmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Dreigroschenroman, Kriminalroman, Wirtschaftskriminalität, Kapitalismuskritik und Gattungsbestimmung.

Warum wird der Roman im Fazit als „umgekehrter Kriminalroman“ bezeichnet?

Weil der Roman die klassische Rätselstruktur und Rechtswiederherstellung vermeidet, um stattdessen die kriminellen Mechanismen des kapitalistischen Systems als gesellschaftliche Normalität offenzulegen.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Verbrechens im „Dreigroschenroman“ vom klassischen Krimi?

Im Gegensatz zum klassischen Krimi gibt es im „Dreigroschenroman“ kein Rätsel und keinen Detektiv; die Verbrechen dienen vielmehr zur Enthüllung der verdeckten Realität ökonomischer Interessen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Dreigroschenroman von Bertolt Brecht. Ein Kriminalroman?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Dominik Höhl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V436366
ISBN (eBook)
9783668766945
ISBN (Buch)
9783668766952
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brecht Kriminalroman Dreigroschenroman Bertolt Brecht Dreigroschen Thriller Detektivroman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Höhl (Autor:in), 2018, Der Dreigroschenroman von Bertolt Brecht. Ein Kriminalroman?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436366
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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