Die Kindertageseinrichtungen haben enorm an Bedeutung gewonnen und sind im Zuge vergangener und aktueller bildungspolitischer Debatten sowie neuster entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Forschungsergebnisse über das frühe kindliche Lernen in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Sie sind eingebettet in ein System der Kindertagesbetreuung, das als Teil der Kinder- und Jugendhilfe in öffentlichem Auftrag und mit öffentlich regulierten Ressourcen arbeitet. Ihre Kernaufgabe ist die Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern im Alter von null bis ca. zwölf Jahren vor und außerhalb der Schule. Die Arbeit der Kindertageseinrichtungen gewährleistet in erheblichem Umfang das Recht junger Menschen auf Förderung ihrer Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Kinder- und Jugendhilfe und somit auch in ihrem Auftrag arbeitende Kindertagesstätten, sollen zur Verwirklichung des Rechts beitragen, insbesondere junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen.
Kindertageseinrichtung bilden demnach einen wesentlichen Grundstein im deutschen Bildungssystem. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Arbeit in den Einrichtungen transparent nach außen darzustellen und deren Qualität vereinbarten Standards und Kriterien messbar und überprüfbar zu machen.
Unter Qualitätsmanagement soll in dieser Arbeit ein Sammelbegriff für alle Führungs- und Steuerungsaufgaben zur Qualitätssicherung und -verbesserung verstanden werden. Im Allgemeinen umfasst Qualitätsmanagement die Entwicklung und Fortschreibung von Qualitätsstandards, die Förderung ihrer Umsetzung und die Überprüfung der Ergebnisse. Um diesen Rechtsanspruch gerecht zu werden empfiehlt es sich ein Qualitätshandbuch zu verfassen in dem die vereinbarten Kriterien festgeschrieben sind und welches auf die jeweilige Institution und deren Konzept ausgerichtet ist und keinen bundesweiten standardisierten Vorgaben folgt.
Um die Qualität der pädagogischen Arbeit näher bestimmen zu können, ist eine Differenzierung in verschiedene Qualitätsbereiche nötig.
Inhaltsverzeichnis
1. Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtung
1.1 Qualitätsmanagement in der Kindertagesbetreuung
1.2 Qualitätsbereiche
2. Management und Leadership – Effiziente und effektive Unternehmensführung
2.1 Management als kundenorientierte Unternehmensführung in Kindertageseinrichtungen
2.2 Leadership und Selbstbestimmtes Lernen
3. Verfahren der Qualitätssicherung
3.1 PDCA Kreislauf
3.2 Qualitätsaudit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und Umsetzung eines Qualitätsmanagements in Kindertageseinrichtungen, um pädagogische Prozesse angesichts gestiegener gesellschaftlicher Anforderungen transparent und messbar zu gestalten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie eine effiziente Unternehmensführung durch die Kombination von Management- und Leadership-Kompetenzen gelingen kann, ohne die pädagogische Freiheit zu gefährden.
- Grundlagen der Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung
- Unterscheidung und Synergie von Management und Leadership
- Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation als Führungsinstrument
- Methoden der Qualitätssicherung (PDCA-Kreislauf und Qualitätsaudits)
- Strategien zur Professionalisierung der Fachkräfte
Auszug aus dem Buch
3.2 Qualitätsaudit
Audits haben die Intention, zur Lösung eines Problems zu führen und damit zur Verbesserung beizutragen, es wird verglichen ob ein bestimmter IST-Zustand auch wirklich dem geplanten Ziel, SOLL-Zustand entspricht. Die Definition nach ISO 19011 lautet:
„Systematischer, unabhängiger und dokumentierter Prozess zur Erlangung von Auditnachweisen und zu deren objektiven Auswertung, um zu ermitteln, inwieweit Auditkriterien erfüllt sind“ (ISO 19011 in Gietl & Lobinger, 2016, Kap. 1.2, Abs. 3).
Allen Audits liegt die gleiche Zielsetzung zur Sicherung der Planung und Durchführung der Unternehmens-/Einrichtungsabläufe zugrunde, um die Kundenanforderungen zu erfüllen. Ein Qualitätsaudit vollzieht sich in drei Schritten, dem Input, der Durchführung und dem Output. Die Auditkriterien sind ein Input für den Auditprozess, sie sind der SOLL-Zustand der Einrichtung und werden als Referenz verwendet, anhand derer ein Vergleich mit dem Auditnachweis erfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen und bildungspolitischen Grundlagen sowie die Notwendigkeit, pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten transparent und qualitätsorientiert darzustellen.
1.1 Qualitätsmanagement in der Kindertagesbetreuung: Der Abschnitt definiert Qualitätsmanagement als Führungs- und Steuerungsaufgabe und diskutiert die Herausforderung, einrichtungsindividuelle Standards ohne starre Vorgaben zu entwickeln.
1.2 Qualitätsbereiche: Hier werden die sechs Qualitätsaspekte nach DJI und WiFF vorgestellt, welche die Grundlage für eine wissenschaftlich fundierte und messbare pädagogische Arbeit bilden.
2. Management und Leadership – Effiziente und effektive Unternehmensführung: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel von Kitas hin zu professionell geführten Dienstleistungsorganisationen, die den Anforderungen des Bildungssystems gerecht werden müssen.
2.1 Management als kundenorientierte Unternehmensführung in Kindertageseinrichtungen: Dieser Teil beleuchtet die Notwendigkeit prozessorientierter Managementsysteme und die Schwierigkeit der Standardisierung in schöpferischen Organisationen.
2.2 Leadership und Selbstbestimmtes Lernen: Der Autor führt die Selbstbestimmungstheorie ein und erläutert, wie durch mitarbeiterorientierte Führung die intrinsische Motivation und Qualität pädagogischer Prozesse gesteigert werden kann.
3. Verfahren der Qualitätssicherung: Hier werden praktikable Werkzeuge vorgestellt, um die Qualität in Einrichtungen zu sichern, wobei der Fokus auf geringem Zeitaufwand und Alltagstauglichkeit liegt.
3.1 PDCA Kreislauf: Dieser Abschnitt beschreibt den Deming-Kreislauf als Instrument der kontinuierlichen Verbesserung, das durch Stichpunktnotizen im täglichen Betrieb angewendet werden kann.
3.2 Qualitätsaudit: Es werden die Ziele, der Ablauf und verschiedene Auditarten (intern, extern, System- oder Prozessaudit) als Mittel zur Fehlererkennung und Prozessoptimierung detailliert analysiert.
4. Fazit: Die Autorin resümiert, dass der Fokus derzeit auf der Etablierung einheitlicher pädagogischer Standards liegen sollte, bevor komplexe Verfahren zur Qualitätsmessung forciert werden.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Kindertageseinrichtung, Qualitätsaudit, Pädagogische Qualität, Management, Leadership, PDCA-Kreislauf, Frühpädagogik, Prozessqualität, Selbstbestimmungstheorie, Professionalisierung, Bildungsauftrag, Qualitätssicherung, Organisationsentwicklung, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie moderne Management-Methoden und Führungskonzepte in Kindertageseinrichtungen sinnvoll angewendet werden können, um die pädagogische Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Professionalisierung der Leitungstätigkeit, der Unterscheidung zwischen Management und Leadership sowie der praktischen Anwendung von Qualitätssicherungswerkzeugen im Kita-Alltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Kitas als professionelle Organisationen agieren können, ohne dabei ihre pädagogische Kernaufgabe durch bürokratische Überlastung zu vernachlässigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und theoretischen Herleitung, wobei aktuelle Ansätze der Qualitätsentwicklung und Managementlehre auf den pädagogischen Kontext übertragen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Qualitätsentwicklung, Unternehmensführung (Management/Leadership) und konkrete Qualitätssicherungsverfahren wie den PDCA-Kreislauf und Qualitätsaudits.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Qualitätsmanagement, pädagogische Qualität, Leadership, Prozessqualität, Selbstbestimmungstheorie und Qualitätssicherung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Management und Leadership für Kitas wichtig?
Nach Peter F. Drucker hilft diese Unterscheidung, sowohl Effizienz in bürokratischen Abläufen zu erzielen (Management) als auch die richtige pädagogische Ausrichtung und Motivation der Teams zu fördern (Leadership).
Wie kann der PDCA-Kreislauf im Kita-Alltag Zeit sparen?
Durch die Anwendung in Form kurzer Stichpunktnotizen anstatt komplexer Dokumentationen können kleine Fehlerquellen im Alltag mit minimalem Zeitaufwand identifiziert und behoben werden.
Was ist die Schlussfolgerung der Autorin bezüglich der Qualitätsmessung?
Die Autorin betont, dass der Fokus zunächst auf einheitlichen Qualitätsstandards für die pädagogische Arbeit liegen sollte, bevor man zu intensiv in aufwendige, komplexe Zertifizierungsverfahren investiert.
- Citar trabajo
- Stefanie Rolko (Autor), 2017, Qualitätsmanagement und -audits, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436476