„Lachen ist die beste Medizin“ – dieses alte Sprichwort ist weitläufig bekannt. Doch was steckt dahinter und was sagt die Wissenschaft zum Thema Humor und Lachen? In dieser Arbeit möchte ich näher darauf eingehen, welche Auswirkungen Lachen und Humor auf den Körper und die Psyche haben und ob dem Humor tatsächlich auch eine heilsame Wirkung zuzuschreiben ist. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Tätigkeit von Klinikclowns wie den Roten Nasen. Die Roten Nasen oder „Clowndoktoren“, die bei kranken und leidenden Menschen in sozialen Einrichtungen oder Krankenhäusern regelmäßig Visite machen um durch Fröhlichkeit und Unbeschwertheit den Aufenthalt zu verschönern und den Genesungsprozess zu fördern, sind vermutlich den meisten Menschen ein Begriff. Im Folgenden werde ich nach einer Begriffsklärung des Wortes „Humor“ die Entstehung und Arbeit von Klinikclowns genauer erläutern und darauf eingehen, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse deren Tätigkeit zugrunde liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Humor und Lachen
2.1 Definition(en) von Humor
2.2 Lachen ist nicht gleich Humor
2.3 Therapeutischer Humor
3. Klinikclowns
3.1 Die Entstehung und Einsatzbereiche von Klinikclowns
3.2 Die Philosophie und Ausbildung von Klinikclowns
3.3 Die Visite
3.4 Forschung im Zusammenhang mit Klinikclowns
4. Persönliches Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftlichen Hintergründe von Humor und Lachen sowie deren Anwendung und Wirkung im medizinischen Kontext, insbesondere durch die Tätigkeit von Klinikclowns in Gesundheitseinrichtungen.
- Grundlagen des Humorbegriffs und Abgrenzung zum Lachen
- Die gesundheitsfördernde Rolle von Humor in der therapeutischen Praxis
- Entwicklung, Arbeitsweise und Philosophie von Klinikclowns
- Wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Clownvisiten
- Soziale und psychologische Funktionen von Humor in Krankenhäusern
Auszug aus dem Buch
2.3 Therapeutischer Humor
Anfang der 1970er Jahre sorgte ein Fall in den U.S.A. für viel Aufsehen in den medizinschen Fachkreisen. Der Amerikaner Norman Cousins erhielt zu dieser Zeit die Diagnose Spondylitis, eine schmerzhafte rheumatische Erkrankung, mit der die Versteifung der Gelenke einhergeht. Die Erkrankung wurde als unheilbar und progressiv verlaufend eingestuft. Der renommierte Wissenschaftsautor wusste aus früheren Recherchen um den unheilvollen Einfluss negativer Gemütszustände auf das innersekretorische System und verordnete sich kurzerhand eine „Lachtherapie“. Er war überzeugt davon, dass Optimismus und gute Laune seine Selbstheilungskräfte am ehesten ankurbeln würden und hilfreicher seien, als eine klassische medikamentöse Behandlung.
Obwohl er durch die Entzündung seiner Wirbelsäule motorisch bereits sehr eingeschränkt war, zog Cousins aus dem Krankenhaus in ein hübsches Hotel. Seine selbstverordnete Behandlung umfasste unter anderem Sketche von Monty Python, Witzbücher und Comedy-Serien. Für den Rest der Zeit lud er Freunde ein, mit denen er sich besonders gut amüsieren konnte. Er berichtete, dass ihm zehn Minuten intensives Lachen weitgehend die Schmerzen nahm und er anschließend für zwei Stunden schmerzfrei schlafen konnte. Auch durch Laborbefunde konnte medizinisch eine allmähliche Genesung nachgewiesen werden. Nach wenigen Wochen konnte Norman Cousins wieder joggen, die Entzündungen heilten ab und Knorpel in Rückgrat und Gelenken begannen sich zu erneuern. Als er nach einigen Monaten an seinen Schreibtisch zurückkehrte, verfasste Cousins ein Buch über seine Selbstheilung mit dem Titel „Der Arzt in uns selbst“. Dieser Fall löste Ende der 1970er Jahre eine regelrechte Forschungsflut aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Sprichwort „Lachen ist die beste Medizin“ und führt in die wissenschaftliche Betrachtung von Humor sowie die spezifische Arbeit von Klinikclowns ein.
2. Humor und Lachen: Dieses Kapitel definiert den Humorbegriff aus verschiedenen Perspektiven, unterscheidet zwischen Lachen und Humor und erläutert den therapeutischen Nutzen.
3. Klinikclowns: Hier werden die Ursprünge der Klinikclown-Bewegung, ihre Philosophie, die Ausbildung der Künstler sowie die praktische Durchführung von Visiten dargestellt.
4. Persönliches Fazit: Die Autorin reflektiert ihre Erkenntnisse über das enorme Potential von Humor für die Lebensqualität und den Heilungsprozess in medizinischen Settings.
Schlüsselwörter
Humor, Lachen, Klinikclowns, Gelotologie, Gesundheitswesen, Stressbewältigung, Immunabwehr, therapeutische Anwendung, Norman Cousins, Clowndoktoren, Patientenwohl, psychologische Wirkung, Lebensfreude, medizinische Ethik, Komplementärmedizin
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem wissenschaftlich belegten Nutzen von Humor und Lachen im Krankenhausumfeld und untersucht die spezifische Rolle, die Klinikclowns bei der Genesungsförderung spielen.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert auf Definitionen von Humor, die Unterscheidung zum Lachen, die therapeutischen Effekte (insb. auf das Immunsystem) und die organisatorische Einbettung von Klinikclowns.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die heilsame Wirkung von Humor kritisch zu hinterfragen und zu zeigen, dass die Arbeit von Klinikclowns weit über bloße Unterhaltung hinausgeht und medizinisch relevante Effekte erzielt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung relevanter wissenschaftlicher Studien zur Gelotologie und zur Wirksamkeit von Klinikclowns.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Humor und Lachen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Geschichte, Ausbildung und Forschung rund um Klinikclowns.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Humor, Lachen, Klinikclowns, Gelotologie, therapeutische Wirkung, Stresshormone und Patientenunterstützung.
Welche Rolle spielt Norman Cousins in dieser Arbeit?
Cousins dient als prominentes Fallbeispiel, dessen Selbstheilung durch eine humorbasierte Therapie Ende der 1970er Jahre eine Welle der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der Gelotologie auslöste.
Wie unterscheiden sich die Bedürfnisse von Kindern und Senioren bei Clownvisiten?
Laut der Arbeit bevorzugen Kinder eher körperliche Komik und Tollpatschigkeit, während bei Senioren der Fokus auf Sprachwitz, Doppeldeutigkeiten und musikalischen Erinnerungen aus ihrer Jugend liegt.
- Citation du texte
- Silvia Brunelli (Auteur), 2018, Klinikclowns. Humor in der Medizin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436641