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Macht einmal andersherum. Eine retrospektive Entschlüsselung von Macht als Kritik-Werkzeug der postkolonialen STS an der ANT

Título: Macht einmal andersherum. Eine retrospektive Entschlüsselung von Macht als Kritik-Werkzeug der postkolonialen STS an der ANT

Trabajo Escrito , 2017 , 16 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Master of Arts Tobias Klöckner (Autor)

Economía - Economía industrial
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Die postkoloniale STS nimmt sich in ihrem Vorhaben gleich mehrerer, hochgesteckter Ziele an. Zum einen will sie aufzeigen, dass koloniale Herrschaftsstrukturen, auch nach der vermeintlichen Auflösung dieser, immer noch Einfluss auf ein Land, dessen Gesellschaft und Ökonomie haben. Zum anderen hat sich die postkoloniale STS auch der Kritik an den vorherrschenden Machtstrukturen zur Aufgabe gemacht und verfügt damit über beinahe aktivistische Grundzüge, wenn auch nicht vergleichbar mit der feministischen STS. Bauer, Heinemann und Lemke nennen die STS in ihrer Einführung zum Werk Science and Technology Studies eine „Neuakzentuierung der STS“. Die postkoloniale STS bildet also eine Neuausrichtung der klassischen STS und scheut sich infolge dessen nicht, auch die, auf klassischen Forschungsmethoden basierenden Erkenntnisse, auf demselben Forschungsgebiet zu kritisieren. Damit liegt auch der postkolonialen STS der revolutionäre Anspruch inne, dem sich alle Forschungsrichtungen dieser noch jungen Disziplin verschrieben haben. Doch inwiefern beansprucht die postkoloniale STS nicht nur einen „externen“ Originalitätsanspruch, indem sie die, auf klassischer Wissenschaftsphilosophie erbrachten Ergebnisse anzweifelt, sondern sogar ein intern gerichtetes Urteil gegen die Vertreter der Science and Technology Studies vornimmt? Inwieweit nimmt die postkoloniale STS die ANT, oft als Ursprung der Disziplin verstanden, in den Fokus ihrer Kritik? Diese Frage versucht die vorliegende Arbeit zu klären, indem zwei Texte, einer der ANT, einer der postkolonialen STS angehörig, verglichen werden sollen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zwei Geschichten über Macht

2.1 Michel Callon und die Muscheln

2.2 Verran und die Feuerregimes

3. Eine retrospektive Erzählung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung der postkolonialen Science and Technology Studies (STS) mit der klassischen Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT). Anhand eines vergleichenden Narrativs der Texte von Michel Callon und Helen Verran wird analysiert, wie diese Autoren Machtverhältnisse in ihren Fallbeispielen konzipieren, aufschlüsseln und darstellen, um eine theoretische Kritik an bestehenden Machtstrukturen innerhalb der Wissenschaftsforschung zu formulieren.

  • Kritische Analyse von Machtkonzepten in der Wissenschaftsforschung
  • Vergleich des ANT-Modells nach Michel Callon mit dem postkolonialen Ansatz von Helen Verran
  • Untersuchung narrativer Strategien zur Darstellung von Machtverhältnissen
  • Diskussion der Rolle des Forschers als beobachtende oder aktivistische Instanz
  • Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen symmetrischer Wissensformen

Auszug aus dem Buch

2.1 Michel Callon und die Muscheln

Im Text von Michel Callon wird die Geschichte dreier Meeresforscher erzählt, welche versuchen, in der St. Brieuc-Bucht, die Gründe für den Rückgang der Kammmuscheln zu finden und eine neue Regenerationsstrategie zu konzipieren. Das Vorgehen der Forscher, andere beteiligte Akteure in diesem Prozess davon zu überzeugen, sich ihnen bei der Neupopularisierung der Muscheln anzuschließen, bettet Callon in die „Soziologie der Übersetzung“ (Callon 2017, S. 293) ein. Damit stellt Callon die Forscher an die Spitze des Prozesses und will zudem aufzeigen, welchen Beitrag Wissenschaft und Technik zur Ordnung der Machtverhältnisse leisten (Vgl. ebd.).

Ausgangspunkt seiner Geschichte sind die drei Forscher, welche auf einer Reise in Japan die dortigen Kultivierungsmethoden von Kammmuscheln kennen gelernt haben und diese nun in St. Brieuc etablieren möchten. Für Callon sind Herkunft und Handlungsmotivation unwichtig, auch Identität und Handlungsspielraum der Forscher sollen im Prozess „ausgehandelt und abgegrenzt werden“ (ebd. S. 306). Die Forscher sind nach Callon Ausgangspunkt aller Aktivitäten und für den Prozess der Machtbildung unentbehrlich (Vgl. Ebd. S. 306f). Die Forscher wiederum definieren als „Vorsitzende“ des Prozesses die weiteren Zielgruppen selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die postkoloniale Kritik an der klassischen STS ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Konfrontation von Callons ANT mit Verrans postkolonialem Ansatz.

2. Zwei Geschichten über Macht: In diesem Kapitel werden die Fallbeispiele von Michel Callon über Kammmuscheln und Helen Verran über Feuerregimes in Australien detailliert wiedergegeben und hinsichtlich ihrer Akteursdefinitionen analysiert.

3. Eine retrospektive Erzählung: Hier erfolgt der systematische Vergleich der beiden Erzählmodelle, wobei die unterschiedlichen narrativen Strategien und der Umgang mit Machtverhältnissen gegenübergestellt werden.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Verran durch die Umkehrung der Erzählperspektive und ihre aktive Rolle als Botschafterin eine fundamentale Kritik an der als starr empfundenen Machttheorie von Callon und der ANT übt.

Schlüsselwörter

Postkoloniale STS, Akteur-Netzwerk-Theorie, Macht, Wissenschaftsforschung, Helen Verran, Michel Callon, Übersetzung, Symmetrie, Machtverhältnisse, Narration, Mikrowelten, Akteure, Kooperation, Kritik, Wissenschaftstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die kritische Perspektive der postkolonialen Science and Technology Studies auf die klassische Akteur-Netzwerk-Theorie anhand zweier Fallbeispiele.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entschlüsselung von Machtbeziehungen, die Rolle wissenschaftlicher Akteure und der Vergleich zwischen zukunftsorientierten und historisch-politischen Erzählmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Kritik Verrans an der ANT aufzuzeigen, indem die unterschiedlichen Prozessdarstellungen bei Callon und Verran verglichen und als spezifische „Machtgeschichten“ dekonstruiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komparative, schematische und stilistische Analyse der Texte durchgeführt, um die narrativen Stadien „Definition der Akteure“, „Akteurs-Beziehung“ und „Sprecher-Zuhörer-Beziehung“ herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Wiedergabe der beiden Machtgeschichten und führt einen systematischen Vergleich durch, der aufzeigt, wie die Autoren jeweils Macht generieren oder aufschlüsseln.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Postkoloniale STS, Akteur-Netzwerk-Theorie, Symmetrie, Übersetzung und die Kritik an einer „starren“ Wissenschaftsmodellierung charakterisiert.

Was unterscheidet das Modell von Verran von dem von Callon?

Während Callon einen vorwärtsgewandten, prozessualen Machtaufbau beschreibt, betrachtet Verran Machtverhältnisse retrospektiv und versucht durch eine aktivistische Rolle Symmetrie und Kooperation zwischen den Entitäten zu stiften.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Forschenden?

Die Arbeit stellt fest, dass Callon als externer, beobachtender Analytiker agiert, während Verran selbst Teil ihrer erzählten Machtgeschichte wird und eine intervenierende, aktivistische Rolle einnimmt.

Warum wird das Konzept der „Sprecher-Zuhörer-Beziehung“ hervorgehoben?

Das Konzept dient als analytisches Werkzeug, um zu zeigen, dass in der hierarchischen Kommunikation zwischen Akteuren stets ein ontologisches Machtverhältnis innewohnt, das bei beiden Autoren unterschiedlich gehandhabt wird.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit?

Die Arbeit bestätigt die Hypothese, dass Verran eine fundierte Kritik an der ANT übt, merkt jedoch kritisch an, dass auch Verrans eigener Ansatz der Kritik bedarf, was als Impuls für weitere Forschung dient.

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Detalles

Título
Macht einmal andersherum. Eine retrospektive Entschlüsselung von Macht als Kritik-Werkzeug der postkolonialen STS an der ANT
Universidad
University of Siegen  (Philosophische Fakultät)
Calificación
1,7
Autor
Master of Arts Tobias Klöckner (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
16
No. de catálogo
V436867
ISBN (Ebook)
9783668777033
ISBN (Libro)
9783668777040
Idioma
Alemán
Etiqueta
Science and Technology Studies STS Akteur Netzwerk Theorie ANT Bruno Latour Michel Callon Helen Verran Postkoloniale STS
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Master of Arts Tobias Klöckner (Autor), 2017, Macht einmal andersherum. Eine retrospektive Entschlüsselung von Macht als Kritik-Werkzeug der postkolonialen STS an der ANT, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436867
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