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Raum und Grenze in T.C. Boyles "The Tortilla Curtain"

Title: Raum und Grenze in T.C. Boyles "The Tortilla Curtain"

Seminar Paper , 2014 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Melanie Heiland (Author)

German Studies - Comparative Literature
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„Drei Drähte, auf denen Tortillas trocknen, und jeder kann durch“ – so beschreibt der US-amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle in einem Interview die „durchlässige“ Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten, umgangssprachlich auch „Tortilla Curtain“ genannt. Diese Grenze steht – sowohl in ihrer physischen als auch metaphorischen Bedeutung – im Vordergrund seines 1995 erschienenen gleichnamigen Romans; anhand ihr skizziert Boyle amerikanische Werte, die (teils paranoiden) Ängste und die Ausländerfeindlichkeit einer gehobenen weißen Mittelschicht gegenüber illegalen Einwanderern, aber auch Armut und Umweltzerstörung. Die Reaktionen auf Boyles Werk in den USA sind nach wie vor kontrovers; neben viel Zustimmung erhielt der in Kalifornien lebende Autor auch offene Ablehnung. Da das Thema „Raum und Grenze“ im Globalisierungsdiskurs einen wichtigen Platz einnimmt und einen ganz eigenen Zugang zu Fragen wie Identität und Differenz gestattet (vgl. Müller-Funk), soll auch in der vorliegenden Arbeit die Grenzthematik im Zentrum stehen. Dabei wird die in seinem Werk „Die Struktur literarischer Texte“ formulierte Raumtheorie des russischen Literaturwissenschaftlers und Semiotikers Juri Michailowitsch Lotman das theoretische Gerüst bilden, auf dem die Analyse des Romans und seiner Figuren aufbaut. Nach einer kurzen Darstellung der wesentlichen Punkte in „Die Struktur litararischer Texte“ sollen die verschiedenen im Roman beschriebenen Grenzen und –phänomene und deren Auswirkungen auf ihr Umfeld mit Hilfe dieser Theorie analysiert werden. Dabei wird vor allem die Frage, wie die ProtaginistInnen sich im (Grenz-)raum bewegen und welche Grenzerfahrungen sie machen, im Mittelpunkt stehen. Folgende Punkte gilt es im Rahmen der Untersuchung zu klären: Inwiefern ist das Phänomen „Grenze“ konstitutiv für das Denken und Handeln der Figuren und beeinflusst es die fortschreitende Veränderung der verschiedenen Charaktere? Welchen Beitrag kann der Roman zu einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit Grenzen und Grenzräumen beitragen und welche Perspektiven ergeben sich daraus? Und inwieweit ist Lotmans Theorie hier hilfreich?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Jurij Lotman: Die Struktur literarischer Texte

2.2. Grenzen in The Tortilla Curtain

2.2.1. Der “Tortilla Curtain”

2.2.2. Die Mauer um Arroyo Blanco

2.2.3. Die Straße am Canyon

2.3. Figuren und ihre Grenzerfahrungen

2.3.1. Figurenkonstellation

2.3.2. Bewegung im (Grenz-)Raum

3. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen „Grenze“ im Roman „The Tortilla Curtain“ von T.C. Boyle, wobei sie mittels der Raumtheorie von Juri Lotman analysiert, wie physische und soziale Barrieren das Denken und Handeln der Protagonisten prägen und deren Lebenswelten voneinander abgrenzen.

  • Raumtheoretische Analyse nach Juri Lotman
  • Physische versus soziale Grenzkonstruktionen
  • Figurenkonstellation und Grenzerfahrungen
  • Die Funktion von Grenzen als Identitätsstifter
  • Gesellschaftskritik am amerikanischen Traum

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Die Mauer um Arroyo Blanco

Eine weitere wichtige und für die Handlung konstitutive Grenze stellt die Mauer um Arroyo Blanco dar. Die reiche, weiße Wohnsiedlung, in der Delaney Mossbacher mit seiner Familie lebt, ist zu Beginn des Romans noch frei zugänglich, wird aber im Verlauf der Handlung Schritt für Schritt zu einer sogenannten „Gated Community“, die wie eine Festung durch eine hohe Mauer geschlossen und gesichert und zu einer symbolischen Barriere gegen die Menschlichkeit wird. Die Darstellung der fortschreitenden Ummauerung der Siedlung verleiht dem Roman satirische Züge: Delaney soll gegen seinen Willen eine Gruppe mexikanischer Arbeitskräfte hereinlassen, die dort genau die Mauer bauen sollen, die mexikanische EinwandererInnen wie sie selbst aus der Siedlung fernhalten sollen – letztendlich ist es also ironischerweise Cándido selbst, der die Mauer und damit die Grenze, die ihn und seinesgleichen ausschließen soll, errichtet.

Ironisch mutet auch die Tatsache an, dass im Canyon ein verheerendes Feuer ausbricht, dem die BewohnerInnen Arroyo Blancos nur durch Zufall knapp entgehen – kurz nachdem Kyra Mossbacher wiederholt ausdrücklich den Schutz durch die neue Mauer betont hat. Hier zeichnet sich ganz deutlich eine der Kernaussagen des Buchs ab, nämlich dass der (vermeintliche) Schutz durch die Errichtung von Grenzzäunen und –mauern ein Trugschluss ist. Das gilt nicht nur für Arroyo Blanco als weißes „Klein-Amerika“, sondern für die Vereinigten Staaten überhaupt. Die Mauer kann in diesem Sinne als „Miniaturversion“ des „Tortilla Curtian“ gesehen werden: weder hält letzterer illegale EinwandererInnen aus Mexiko davon ab, nach Kalifornien zu kommen, noch kann die Umzäunung bzw. Ummauerung der Wohnsiedlung vor Naturkatastrophen schützen oder wilde Tiere am Eindringen hindern, wie am Beispiel des Koyoten, auf den in Kapitel 2.3. noch genauer eingegangen werden soll, ersichtlich wird: „A coyote had somehow managed to get into the enclosure and seize one of the dogs, and there it was, wild nature, up and over the fence as if it were some sort of circus act.” Die Grenzenlosigkeit der Natur entlarvt hier die Absurdität der inneramerikanischen Grenze als Ort der kulturellen Konfrontation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Grenzthematik von Boyles Roman ein und etabliert Juri Lotmans Raumtheorie als analytisches Gerüst für die Untersuchung.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert auf Basis von Lotmans Theorie die verschiedenen physischen Grenzen (Tortilla Curtain, Mauer, Straße) und untersucht die spezifischen Grenzerfahrungen und Bewegungsabläufe der Protagonisten.

3. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die physischen Grenzen als durchlässig und absurd entlarvt werden, während soziale Grenzen für die Figuren unüberwindbar bleiben.

Schlüsselwörter

T.C. Boyle, The Tortilla Curtain, Juri Lotman, Raumtheorie, Grenze, Migration, American Dream, Gated Community, soziale Barrieren, Grenzraum, Identität, Arroyo Blanco, Literaturwissenschaft, Grenzerfahrung, Semiotik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert die Darstellung von Grenzen in T.C. Boyles Roman „The Tortilla Curtain“ unter Anwendung der Raumtheorie von Juri Lotman.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Raumkonzepte, die physische und soziale Trennung von Gesellschaftsgruppen, das Scheitern des amerikanischen Traums sowie die Symbolik von Mauern und Zäunen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Phänomen „Grenze“ das Handeln der Figuren beeinflusst und ob sich deren Umgang mit diesen Barrieren im Verlauf der Romanhandlung verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die literaturwissenschaftliche Raumtheorie des Semiotikers Juri Lotman, um die Struktur und Semantisierung literarischer Räume zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des „Tortilla Curtain“, der Mauer um die „Gated Community“ Arroyo Blanco sowie der Straße am Canyon und vergleicht die Grenzerfahrungen der Charaktere.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Grenzerfahrung, Raumtheorie, soziale Ausgrenzung, illegale Einwanderung und die symbolische Bedeutung von Grenzen in der Literatur.

Welche Rolle spielt die Figur des Koyoten im Roman?

Der Koyote fungiert als leitmotivisches Symbol, das die Absurdität menschlich errichteter Grenzziehungen verdeutlicht, da das Tier diese Barrieren mühelos überwindet.

Warum bleiben Cándido und América trotz ihrer Grenzüberschreitungen gefangen?

Obwohl sie physische Grenzen überwinden können, verhindern soziale und ökonomische Barrieren ihre Integration in die US-amerikanische Gesellschaft, weshalb sie im Grenzland gefangen bleiben.

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Details

Title
Raum und Grenze in T.C. Boyles "The Tortilla Curtain"
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Melanie Heiland (Author)
Publication Year
2014
Pages
14
Catalog Number
V436887
ISBN (eBook)
9783668773721
ISBN (Book)
9783668773738
Language
German
Tags
Raum Grenze The Tortilla Curtain T.C. Boyle Lotmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Heiland (Author), 2014, Raum und Grenze in T.C. Boyles "The Tortilla Curtain", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436887
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