Die Bedeutung von Social Media für die Soziale Arbeit


Hausarbeit, 2016

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Social Media

3. Zwei ausgewählte Beispiele zu sozialer Arbeit mit sozialen Medien
3.1 Cybermobbing und soziale Arbeit
3.2 Soziale Arbeit über soziale Medien

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Soziale Medien “ besitzen in den modernen Gesellschaften aktuell einen Stellenwert, der noch vor 15 Jahren nicht abzuschätzen war. Dabei ist anzumerken, dass sich diese Affinität insbesondere bei den jüngeren Generationen zeigt und teilweise auch erhebliche Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Betroffenen zeigt, insbesondere weil 92% aller Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren ein Smartphone besitzen (vgl. Jim-Studie, 2015, S. 7).

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, diese neue Entwicklung derart darzustellen, dass die notwendigen und fast zwangsläufig ablaufenden Mechanismen in Hinblick auf den Bereich der Sozialen Arbeit deutlich werden.

Für die Soziale Arbeit ist die Einordnung der Bedeutung der neuen sozialen Medien nicht eindeutig, sondern es ergeben sich gedanklich zwei Konsequenzen:

1) Die Sozialen Medien schaffen Risikofelder und Problembereiche, die es bis zu deren Etablierung noch nicht gegeben hat. Somit sieht sich die Soziale Arbeit diese neuen Risiken und Problemfeldern ausgesetzt, z.B. hinsichtlich Themen wie die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen zum Wohle von Kindern und Jugendlichen, die Problematik der umfänglichen Verfügbarkeit von Inhalten, die der Zielgruppe altersgemäß nicht gerecht werden und ebenso die Erweiterung von hergebrachtem Mobbing hin in den Bereich des (schwer zu kontrollierenden) Cybermobbings.
2) Die sozialen Medien bieten den Kindern und Jugendlichen darüber hinaus die Möglichkeit, diese derart zu nutzen, dass neuen Kommunikationswege und Möglichkeiten erschlossen werden können. Diese Änderung des Kommunikations- und Informationsverhaltens bietet der sozialen Arbeit auch neue Chancen, ihrem Auftrag nachzukommen:

a) So erfolgt die Erkennung, anhand von virtuellen Diskussionen, welche Themen wichtig sind;
b) Es erfolgt ein schnellerer Informationsaustausch z.B. bei einer Termin- oder Planänderung;
c) So können Angebote ziel- und gruppengerecht und zeitnah online aufbereitet werden;
d) Spezielle Angebote können über diese Kanäle den Adressaten zukommen lassen werden; und
e) Die Kommunikation mit den Adressaten kann altersgerecht und lebensweltnah erfolgen.

Folgende Arbeit unternimmt den Versuch, diesen Sachverhalt zu präsentieren. Zunächst soll der Begriff der „ Sozialen Medien “ genauer definiert werden. Im Anschluss werden anhand zweier Beispiele die Risiken und Chancen der Sozialen Arbeit hinsichtlich der Existenz dieser Sozialen Medien aufgezeigt. Es wird dargelegt, inwieweit die Soziale Arbeit dem Phänomen des Cybermobbings entgegenwirken kann. Außerdem wird dargestellt, welche Möglichkeiten die Soziale Arbeit hat, die neuen sozialen Medien zu nutzen.

2. Definition Social Media

Die Expertin für eGovernment beim ver.di Annette Mühlberg sieht die Erscheinung der Social Media eher differenziert: „ Soziale Medien sind mehr als Facebook, eine Handvoll Blogs, Twitter und was über sie in den traditionellen Medien berichtet wird. Sie bieten die Chance auf mehr Arbeitszufriedenheit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gut eingesetzt sorgen sie für mehr Transparenz und Beteiligung in der Betriebsratsarbeit “ (Böker et al., 2013, S. 9).

Diese Einschätzung hat zunächst eine rein positive Konnotation. Allerdings vorenthält sie die eher negativen Aspekte dieser modernen Erscheinung, schließlich betrifft diese Entwicklung die gesamte Gesellschaft: „ Technik ist Politik “ meint Klotz (2010, S. 13, zit. n. Böker et al., 2013, S. 9), eine Einschätzung, die daran erinnert, dass „ wie immer bei der Einführung neuer Medien “ (Böker et al., 2013, S. 9) ein solcher Prozess von der Gesellschaft begleitet werden muss.

Der Begriff der Sozialen Medien umschreibt „ Internetanwendungen […], die der Zusammenarbeit und dem Austausch dienen. Nutzerinnen und Nutzer stellen ihre Inhalte ins Netz. Diese so genannten „nutzergenerierten Inhalte“ (user-generated contents) können gemeinsam mit anderen weiterentwickelt werden. Einen wesentlichen Bestandteil bildet zudem der Austausch der Nutzenden untereinander bei diesem Prozess “ (Böker et al., 2013, S. 9).

Gerade der letzte Satz macht den Unterschied zum herkömmlichen Internetangebot deutlich. Es geht nicht mehr alleine um den reinen Konsum von präsentierten Inhalten, sondern Firmen wie Facebook oder YouTube stellen nichts weiter als eine reine Infrastruktur (vgl. Böker et al., 2013, S. 10), da die Inhalte selbst von den Nutzern generiert werden.

Dabei stehen gerade die sog. Sozialen Netzwerke im Vordergrund. Diese „ dienen im Wesentlichen dazu, Kontakte aufzubauen und zu pflegen.

Dies schlägt sich deutlich in der Struktur der Anwendungen nieder: Hier steht die eigene Person und ihre Verbindung zu anderen Menschen im Vordergrund. Über ein Profil stellt man sich vor, über Kontaktlisten ist mehr oder weniger einsehbar, mit wem man auf der Plattform verknüpft ist “ (Böker et al., 2013, S. 14).

Viele Jugendliche nutzen nicht nur die sozialen Netzwerke „(…) um soziale Bezüge (Familie, Freundschaft, Partnerschaft) (…)“ (Kutscher 2014, S. 2) zu pflegen, sondern auch um sich mit verschiedenen Themen aufzuklären, sich zu beraten oder einfach nahe zu bleiben. Darüber hinaus geht es auch um die „ (…) Selbstdarstellung / Selbstauskunft (Körper, Alltag, Interessen und Fähigkeiten) (…)“ (ebd.).

3. Zwei ausgewählte Beispiele zu sozialer Arbeit mit sozialen Medien

Im Folgenden sollen nun zwei ausgewählte Beispiele beschrieben werden, die den Einsatz neuer Medien in der sozialen Arbeit verdeutlichen. Speziell wird dabei auf den Bereich der Kinder- und Jugendsozialarbeit eingegangen, die auch die Schulsozialarbeit und die Jugendarbeit an Schulen (JaS) mit einschließt.

Die beiden Beispiele, die für die vorliegende Arbeit ausgewählt wurden, sind zum einen das Phänomen des Cybermobbings, das sich unter Jugendlichen in den vergangenen Jahren mit der zunehmenden Verbreitung des Internets und sozialer Medien zu einem ernst zunehmenden Problem entwickelt hat. Zum anderen wird auf die Nutzung sozialer Medien im Rahmen der Sozialen Arbeit eingegangen und es werden Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung sozialer Medien für die Soziale Arbeit aufgezeigt werden.

3.1 Cybermobbing und soziale Arbeit

Mit der Ausbreitung des Internets und der Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche, hat sich auch deren Kommunikationsverhalten verändert. Wie Behar-Kremer (2012) betont, wohnen der verstärkten Nutzung computerbasierter Kommunikation und sozialer Netzwerke durch Jugendliche auch Gefahren inne. Hierzu gehört das Phänomen des Cybermobbings.

Cybermobbing stellt dabei eine Sonderform des herkömmlichen Mobbings dar, bei dem eine Person (z.B. im Schulkontext ein Schüler) „ wiederholt über einen gewissen Zeitraum den negativen Aktivitäten von einem oder mehreren Mitschülern ausgesetzt ist “ (Olweus, 2009, S. 247). Mobbing ist daher eine spezifische Form der sozialen Ausgrenzung.

Sowohl Mobbing als Cybermobbing werden mit folgenden Merkmalen charakterisiert: „ die Absicht der Schädigung, die Wiederholung des schädigenden Verhaltens über einen längeren Zeitraum und das asymmetrische Kräfteverhältnis zwischen Opfer und Täter, welches es dem Opfer erschwert, sich erfolgreich gegen das schädigende Handeln zu wehren “ (Mathiesen, 2014, S. 3).

Cybermobbing bedient sich anders als das „ traditionelle “ Mobbing nicht der direkten Kommunikation und Interaktion, sondern findet computerbasiert, meist über soziale Medien, statt.: „Das "Cybermobbing" oder auch "Cyberbullying", also das Mobbing im Internet, kann z.B. in Chats, Foren und per E-Mail passieren, aber auch in Social Communities wie schülerVZ und Wer-kennt-wen und auf Videoplattformen wie Youtube, auch wenn die Betreiber diesen Seiten sich bemühen, gegen Mobbingattacken vorzugehen und Diffamierungen schnell zu löschen“ (BMFSFJ, 2011).

Dementsprechend bezeichnet Cybermobbing das „ Beleidigen, Bedrohen oder Verunglimpfen Anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel “ (Jim-Studie, 2010, S. 48). Die Verlagerung des Mobbings vom Schulhof (o.ä.) ins Internet hat erhebliche Auswirkungen auf den Wirkkreis des Mobbings, da die Schmähungen so zum einen einem größeren Publikum zugänglich, zum anderen nicht mehr vergänglich, sondern dauerhaft gespeichert sind: „Die Einträge sind nun dauerhaft gespeichert und für die Lehrer selbst sowie für einen theoretisch unbegrenzten Personenkreis einsehbar“ (Fawzi, 2009, S. 2).

Noch zwei Besonderheiten von Cybermobbing sind wichtig für die Verständnis ihrer Wirkung: Cybermobbing wird durch die Anonymität „ enorm begünstigt “, da der Täter „ (…) hinter einem virtuellen Synonym (falsche Identität) “ agiert, was die Opfer „ (…) zusätzlich belasten [kann] (…) “. Außerdem hat Cybermmobing „ einen hohen Öffentlichkeitsgrad und kann zur Endlosviktimiserung führen “ (Hentschel & Kappel, 2015, S. 141).

Cybermobbing ist dabei insbesondere unter Jugendlichen anzutreffen (vgl. Stephan, 2010, S. 17). Einer Studie des Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (MPFS) aus dem Jahr 2014 zufolge geben 17% der Internetnutzer an, bereits einmal im Internet beleidigt worden zu sein (vgl. MPFS, 2014, S. 40). Hinzu geben 14% der Internetnutzer, bereits ihrer Privatsphäre verletzt und gedemütigt worden zu sein (bspw. durch die widersprüchliche Veröffentlichung oder Weitergabe privater und/oder diffamierender Fotos oder Videos). Dabei sind Mädchen tendenziell stärker betroffen als Jungen;

Verletzungen der Privatsphäre durch die Weitergabe von privaten Fotos kommen vermehrt bei Jugendlichen ab dem Alter von 14-15 Jahren (13%) und 16-17 Jahren (18%) vor, bei jüngeren Heranwachsenden (12-13jährige: 4%) kommt dies seltener vor, wobei bei Volljährigen (20%) dies sogar öfters vorkommt (vgl. ebd.).

Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei Cybermobbing oftmals um die Ausweitung eines im privaten bzw. schulischen Umfeld entstandenen Konfliktes handelt (Li & Beran, 2005, zit. n. Behar-Kremer, 2012).

Die Aufgaben der Sozialen Arbeit im Bereich des Cybermobbings lassen sich in drei Bereiche einteilen: (1) Prävention, (2) Intervention und (3) Postvention (vgl. Kapitel 2.2). Immer zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass es sich bei Mobbing und insbesondere bei Cybermobbing um eine asymmetrische Konflikteskalation handelt. Durch diesen Umstand ist das Erkennen des Zustandes von Cybermobbing für alle Beteiligten (z.B. Eltern, Lehrer, Freundeskreis) deutlich erschwert (vgl. Behar-Kremer, 2012).

1. Prävention: Zu den wesentlichen Aufgaben der Sozialen Arbeit hinsichtlich der Erscheinung des Cybermobbing zählt es, präventiv zu agieren. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen zu nennen. Prävention soll zum einen dazu dienen, jedem Menschen gerechte Lebensverhältnisse zu ermöglichen und ihn in die Lage zu versetzen, seine Probleme selbstständig zu lösen. Zum anderen soll Soziale Arbeit dann aktiv werden, wenn es darum geht, absehbare Krisen zu entschärfen.

Bei der Prävention von Cybermobbing haben sich bspw. folgende Methoden bewährt: Aufklärung und Ausbildung von Medienkompetenz, die Thematisierung von Cybermobbing im Unterricht, die Integration von Themen wie „ Gewaltfreie Kommunikation “ und Konfliktlösung auf die schulische Agenda, Informationsveranstaltungen für Eltern und die Einsetzung eines Streitschlichterkonzeptes, damit erlebter Ärger auf den Pausenhof nicht in die virtuellen Realität getragen wird.

2. Intervention: Generell erscheint es „fraglich, ob ein gezieltes und akutes Intervenieren durch Sozialarbeiter und Pädagogen bei Vorfällen von Cybermobbing durchführbar ist“. Es scheint so zu sein, dass effektives Eingreifen durch Akteure der Sozialen Arbeit erst dann erfolgsversprechend ist, wenn die direkt Betroffenen es schaffen, sich Dritten mit dem Problem zu öffnen. Hilfreich dabei ist es, sich auf die Kriterien zur Erkennung von Mobbing zu beziehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung von Social Media für die Soziale Arbeit
Hochschule
Katholische Stiftungsfachhochschule München  (VHB)
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V436928
ISBN (eBook)
9783668795792
ISBN (Buch)
9783668795808
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, social, media, soziale, arbeit
Arbeit zitieren
Cristhina Sylvia Sedlacek (Autor), 2016, Die Bedeutung von Social Media für die Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436928

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Bedeutung von Social Media für die Soziale Arbeit



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden