In der vorliegenden Arbeit soll das Funktionieren der lösungsorientierten Beratung an einem konkreten Beispiel aus der Jugendsozialarbeit an der Schule dargestellt werden. Diesen habe ich während des 48-Stunden-Praktikums im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit an der Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg im Februar 2016 an einer Mittelschule erlebt.
Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: Zunächst wird in groben Zügen in Kapitel 2 der Beispielfall geschildert. Anschließend wird in Kapitel 3 die lösungsorientierte Beratung vorgestellt. Dabei wird auf die historische Entwicklung ebenso eingegangen wie auf den theoretischen Hintergrund und die Referenzmodelle. Außerdem werden die zentralen Prinzipien und Arbeitsweisen dieses Ansatzes vorgestellt. In Kapitel 4 wird schließlich der Beispielfall, der dieser Arbeit zugrunde liegt, konkret auf die lösungsorientierte Beratung bezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beispielfall
3. Die lösungsorientierte Beratung
3.1. Theoretischer Hintergrund und historische Entwicklung
3.2. Psychologische und psychotherapeutische Referenzmodelle
3.2.1. Kognitive Verhaltenstherapie
3.2.2. Hypnotherapie und neurolinguistisches Programmieren
3.3. Zentrale Annahmen bzw. Prinzipien
3.4. Grundsätzliche Methoden des lösungsorientierten Ansatzes
3.4.1. Probleme lassen sich nicht lösen, Lösungen lassen sich aber (er)finden
3.4.2. Wunderfragen, Skalierungsfragen, Ausnahmefragen
3.4.3. Zusammenhänge deutlich werden lassen
3.4.4. Hausaufgaben und Experimente
4. Eine mögliche lösungsorientierte Beratung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Grundlagen der lösungsorientierten Beratung darzustellen und deren praktische Anwendung durch ein konkretes Fallbeispiel aus der Jugendsozialarbeit an Schulen zu illustrieren und zu reflektieren.
- Grundlagen des lösungsorientierten Ansatzes (Geschichte und Theorie)
- Psychologische Referenzmodelle wie die kognitive Verhaltenstherapie und NLP
- Zentrale Prinzipien und Methoden (z. B. Wunderfragen, Skalierungsfragen)
- Reflexion eines realen Fallbeispiels einer Jugendsozialarbeiterin
- Konstruktive Anwendung von lösungsorientierten Interventionen
Auszug aus dem Buch
3. Die lösungsorientierte Beratung
Die lösungsorientierte Beratung stellt einen therapeutischen Zugang mit speziellen Techniken dar, aber es ist damit ganz explizit keine umfassende oder in sich geschlossene Methode mit universeller Begründung gemeint (vgl. de Shazer/Dolan 2008, S. 155 und Talmon 1996, S. 214).
Der Ansatz ist fallorientiert und für die Anwendung in der Praxis ausgelegt und wird daher durch Anwendungsergebnisse und -erfahrungen erweitert, ergänzt und verändert. Wie der Name schon sagt, stehen in der lösungsorientierten Therapie Lösungen im Mittelpunkt – ganz ausdrücklich im Gegensatz zu Problemen, die ansonsten häufig den Ausgangspunkt von Therapien darstellen. Dahinter steht erstens die Annahme, dass es zwischen Problem und Lösung einen Qualitätssprung gibt und Lösungen gegenüber Problemen etwas grundsätzlich Neues darstellen. Und zweitens steht dahinter die Annahme, dass Probleme sich nicht lösen lassen, weil in ihnen keine Lösungen enthalten sind, dass sich Lösungen aber (er)finden lassen. Probleme gelten im lösungsorientierten Ansatz als Symptome dafür, dass etwas nicht gelingt, während es nach Ansicht dieses Ansatzes sinnvoller ist, sich nicht auf das Nicht-Gelingende zu konzentrieren, sondern Prozesse des Gelingens zu unterstützen (vgl. Wolters 2004, S. 6 und S. 28).
Die lösungsorientierte Beratung ist kognitiv orientiert, klientenzentriert und in der Durchführung auf eine kurze Dauer angelegt. Sie basiert auf der Annahme, dass die Wahrnehmung eines Problems der erste Schritt zur Lösung des Problems ist. Es wird versucht, „die Aufmerksamkeit während eines Beratungsgesprächs auf Kompetenzen und Ressourcen von KlientInnen zu richten, um Ziele bzw. Lösungen zu erreichen“ (Geiling 2002, S. 81).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit, die praktische Anwendung der lösungsorientierten Beratung anhand eines Beispiels aus der Jugendsozialarbeit, eingeführt.
2. Beispielfall: Dieser Abschnitt schildert einen konkreten Konflikt zwischen drei Schülerinnen, der im Rahmen eines Praktikums in der Jugendsozialarbeit an einer Schule auftrat.
3. Die lösungsorientierte Beratung: Es werden die theoretischen Hintergründe, psychologischen Referenzmodelle, Prinzipien und spezifische Fragetechniken des Beratungsansatzes erläutert.
4. Eine mögliche lösungsorientierte Beratung: Der Autor reflektiert das ursprüngliche Vorgehen im Beispielfall und simuliert einen alternativen, konsequent lösungsorientierten Gesprächsverlauf.
Schlüsselwörter
Lösungsorientierte Beratung, Jugendsozialarbeit, Klientenzentrierung, Ressourcenorientierung, Wunderfrage, Skalierungsfragen, Konstruktivismus, Systemtheorie, Kognitive Verhaltenstherapie, NLP, Fallbeispiel, Interventionsmethoden, Problemfokussierung, Kompetenzstärkung, Kurzzeittherapie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die lösungsorientierte Beratung im Kontext der Sozialen Arbeit und zeigt deren theoretische Basis sowie praktische Anwendungsmöglichkeiten auf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Problem- zu Lösungsorientierung, der Einsatz spezifischer Fragetechniken und die Bedeutung von Eigenkompetenzen des Klienten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Darstellung der lösungsorientierten Beratung durch die Verknüpfung von Theorie und einem praxisnahen Fallbeispiel aus einer Schule.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu lösungsorientierten Ansätzen sowie der fallbezogenen Reflexion eines erlebten Beratungsprozesses.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Konzept, die Vorstellung methodischer Werkzeuge und eine anschließende praktische Fallanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ressourcenorientierung, Wunderfrage, Konstruktivismus und praxisnahe Interventionsstrategien.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Problem und Lösung für den Ansatz so wichtig?
Im lösungsorientierten Ansatz wird angenommen, dass eine zu starke Problemanalyse nicht zielführend ist, da Lösungen eine neue Qualität darstellen und der Fokus auf dem Gelingen liegen sollte.
Wie hätte der Fall V. lösungsorientierter beraten werden können?
Durch den gezielten Einsatz der Wunderfrage und die Aufforderung, die Hausaufgabe zur Erprobung der Lösung selbst zu definieren, anstatt direkt Ratschläge zu erteilen.
- Arbeit zitieren
- Cristhina Sylvia Sedlacek (Autor:in), 2016, Die Anforderungen an die Gestaltung des lösungsorientierten Beratungsprozesses dargestellt an einem konkreten Beispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436930