Aufgabenstellung war es gemeinsam mit einem anderen Mitstudierenden ein Tandem zu bilden, welches dann der Schulklasse einer Grundschule im Raum Baden-Württemberg zugeteilt wird. Dieses Tandem sollte 3 Resilienzstunden vorbereiten und diese dann durchführen um praktische Erfahrungen sammeln zu können. Gemeinsam mit meiner Kommilitonin wurden wir der 3b zugeteilt. Schon im Vorfeld trafen wir uns mit Frau Holle, der Schulsozialarbeiterin der Schule. Bereits bei diesem Besuch gab sie uns zu verstehen, dass in der 3b überwiegend Kinder mit Migrationshintergrund und Flüchtlingsvergangenheit sind, welche ziemlich schlecht die deutsche Sprache beherrschen. Dementsprechend bereiteten wir unsere Resilienzstunden niedrigschwellig mit vielen nonverbalen Übungen vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Reflexion
2. Die Resilienz Faktoren
2.1 Selbst- und Fremdwahrnehmung
2.2 Die Selbststeuerung
2.3 Selbstwirksamkeit
2.4 Soziale Kompetenz
2.5 Umgang mit Stress
2.6 Problemlösen
3. Krisen und Belastungen
3.1 Entwicklungskrisen
3.2 Akute Belastungssituationen
3.3 Kritische Lebensereignisse
3.4 Traumatische Krisen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert die praktische Durchführung von Resilienzstunden in einer Grundschulklasse und verknüpft diese Erfahrungen mit den theoretischen Grundlagen der Resilienz- und Schutzfaktorenforschung. Ziel ist es, durch die Analyse der Interaktionen und Krisenbewältigung bei Kindern ein tieferes Verständnis für deren tiefgründiges Verhalten zu entwickeln, anstatt dieses lediglich zu bewerten.
- Praktische Erprobung von Resilienzprogrammen in der Grundschule
- Analyse zentraler Resilienzfaktoren (wie Selbstwirksamkeit und Problemlösekompetenz)
- Klassifizierung kindlicher Krisenerfahrungen
- Förderung sozialer Kompetenzen und emotionaler Stabilität
- Reflexion der Rolle pädagogischer Fachkräfte in der Präventionsarbeit
Auszug aus dem Buch
3.4 Traumatische Krisen
Lebensbedrohliche oder traumatische Krisen können das Kind und dessen Familie existenziell erschüttern. Unfälle, lebensbedrohliche Erkrankungen, Gewalt und Misshandlung, Naturkatastrophen oder Kriegserfahrungen können diese Art von Krisen darstellen. Durch Angriff oder Flucht kann das Kind diesen Bedrohungen nicht aus dem Weg gehen. Der Körper reagiert besonders auf solche Erlebnisse und spaltet sich innerlich ab, versucht also die Erlebnisse zu verdrängen. In manchen Fällen tragen die Kinder posttraumatische Störungen davon und benötigen eine gesonderte Trauma Therapie. In solchen Therapien wird mit den Ressourcen der Opfer gearbeitet, welche ihnen helfen sollen, die Traumata zu verarbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Reflexion: Der Autor schildert die praktische Umsetzung von Resilienzstunden in einer 3. Grundschulklasse und reflektiert dabei die Interaktion mit den Kindern sowie die Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit dem Kollegium.
2. Die Resilienz Faktoren: Dieses Kapitel erläutert die sechs zentralen Resilienzfaktoren nach Rönnau-Böse und Fröhlich-Gildhoff, die Kindern helfen, Belastungen zu bewältigen und gestärkt aus Krisen hervorzugehen.
3. Krisen und Belastungen: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Arten kindlicher Krisen, von Entwicklungskrisen über akute Belastungssituationen bis hin zu traumatischen Erfahrungen, und diskutiert notwendige Unterstützungsansätze.
Schlüsselwörter
Resilienz, Resilienzförderung, Grundschule, Schutzfaktoren, Selbstwirksamkeit, Selbststeuerung, Soziale Kompetenz, Entwicklungskrisen, Krisenbewältigung, Prävention, Trauma, Belastungssituationen, Pädagogik, Reflexion, Stressbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Anwendung von Resilienzförderung in einer Grundschule und bettet diese in den theoretischen Rahmen der Resilienzforschung ein.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Förderung von Schutzfaktoren bei Kindern, der Umgang mit verschiedenen Arten kindlicher Krisen sowie die praktische Reflexion pädagogischer Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die praktische Arbeit und die theoretische Fundierung ein tieferes Verständnis für das Verhalten belasteter Kinder zu schaffen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie in ihrer Widerstandsfähigkeit gestärkt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte Reflexion, die auf der Anwendung von Programmen aus dem PRIGS-Manual basiert und diese durch wissenschaftliche Erkenntnisse der Resilienzforschung untermauert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen reflexiven Bericht über die Durchführung von Resilienzstunden in der Schule sowie einen theoretischen Teil, der die sechs Resilienzfaktoren und verschiedene Krisenarten bei Kindern detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Resilienz, Schutzfaktoren, Krisenbewältigung, Selbstwirksamkeit und pädagogische Prävention charakterisiert.
Warum war für die Arbeit mit der 3b eine „niedrigschwellige“ Herangehensweise wichtig?
Aufgrund der Sprachbarrieren der Kinder mit Migrations- und Fluchthintergrund mussten die Übungen so gestaltet werden, dass sie vorwiegend nonverbal und verständlich für alle Teilnehmer umsetzbar waren.
Wie unterscheidet sich eine „kritische Lebensereignis“-Krise von einer „Entwicklungskrise“?
Während Entwicklungskrisen als normaler Teil des Heranwachsens angesehen werden, erschüttern kritische Lebensereignisse das Kind in einem größeren Ausmaß und erfordern häufig über einen längeren Zeitraum Unterstützung, da sie nicht selten eine tiefgreifende Stabilisierung nötig machen.
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- Fabian Titsch (Author), 2014, Resilienzförderung in Grundschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437007