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Praktiken der Grenzziehung. Soziale Grenzen, die unser jeder Leben bestimmen

Titel: Praktiken der Grenzziehung. Soziale Grenzen, die unser jeder Leben bestimmen

Essay , 2017 , 5 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Felix Busch (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird behandelt, wie sich verschiedene Grenzen in der Geographie auf das Leben ausüben.
Es geht dabei nicht nur um natürliche und sichtbare Grenzen sondern vor allem um soziale Grenzen, die unser jeder Leben bestimmen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und theoretische Einordnung

2. Natürliche Grenzen und ihre geodeterministische Betrachtung

3. Konzepte der Grenzziehung

3.1 Kulturerdteilprinzip nach Newig

3.2 Sozialgeografisch-kulturelle Perspektiven nach Simmel und Febvre

4. Der Prozess des Borderings

4.1 Makroebene: Grenzen auf Staats- und Länderebene

4.2 Mikroebene: Bordering im Alltag

4.2.1 Interaktionsordnungen nach Erving Goffman

4.2.2 Kapazitäten-Reichweite-System nach Benno Werlen

5. Fazit und Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Grenzziehungen in der Sozialgeografie und analysiert, wie räumliche Grenzen das alltägliche Leben strukturieren sowie gesellschaftliche Beziehungen beeinflussen. Dabei wird insbesondere der Übergang von einer geodeterministischen Betrachtungsweise hin zu einem Verständnis von Grenzen als menschengemachte, sozial konstruierte Praktiken beleuchtet.

  • Die theoretische Abgrenzung von natürlichen zu sozialen Grenzen.
  • Die Analyse des Prozesses des Borderings auf Makro- und Mikroebene.
  • Die Untersuchung sozialer Praktiken der Grenzziehung nach Erving Goffman.
  • Die Erläuterung des Kapazitäten-Reichweite-Systems nach Benno Werlen.
  • Die Bedeutung von Grenzen für die Strukturierung des alltäglichen Lebens.

Auszug aus dem Buch

Die soziale Welt als Theateraufführung: Interaktionsordnungen nach Erving Goffman

Als Beispiel für diese Praktik der Grenzziehung kann Erving Goffman genannt werden. Er setzte sich mit den Grundmechanismen sozialen Verhaltens auseinander und nannte als Kernbegriff seiner Forschung die „Interaktionsordnungen“ der Subjekte. Dies sind die „Sphären zwischenmenschlichen Alltagshandelns, in denen wir körperlich ko-präsent und mit Potential all unseren fünf Sinnen füreinander wahrnehmbar sind“ nach Raab, mit denen er die sogenannten Face-to-Face-Beziehungen veranschaulicht. Goffman beschreibt die soziale Welt als eine Art Theateraufführung mit Vorder- und Hinterbühne, bei denen die Akteure eine Rolle (vor einem Publikum auf einer Bühne mit verschiedenen Bühnenbilder) spielen. Es soll das Verhalten des Einzelnen dargestellt werden, der Zuschauer beeinflusst und auf eigene Handlungen (ggf. Handlungsfehler) aufmerksam gemacht werden. Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass an spezifischen Orten ein bestimmtes Verhalten geboten oder verboten ist, welches durch explizite und implizite Regeln begrenzt wird. Als Bespiel kann man ein Restaurant annehmen, bei dem die Vorderbühne der Gastbereich ist und die Hinterbühne die Küche. Im Gastbereich muss die Bedienung immer freundlich sein und der Gast sollte nicht mitbekommen, wenn in der Küche Stress oder schlechte Laune herrscht. Die Grenze stellt hierbei die Tür zwischen Gastraum und Hinterbühne dar, die nur für privilegierte Personen durchlässig sein darf. Dies ist ein Beispiel für die praktische Anwendung des Borderings im Alltag.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und theoretische Einordnung: Einführung in die Bedeutung der Grenzziehung für die Sozialgeografie und die Strukturierung gesellschaftlicher Prozesse.

2. Natürliche Grenzen und ihre geodeterministische Betrachtung: Diskussion des Geodeterminismus und der kritischen Auseinandersetzung mit der Vorstellung von naturgegebenen Grenzen.

3. Konzepte der Grenzziehung: Vergleich des Kulturerdteilprinzips mit sozialgeografisch-kulturellen Ansätzen, die Grenzen als menschengemachte Konstrukte definieren.

4. Der Prozess des Borderings: Analyse der räumlichen Grenzziehung auf staatlicher Ebene (Makro) und der alltäglichen sozialen Interaktionsordnungen (Mikro).

5. Fazit und Zusammenfassung: Abschließende Reflexion darüber, dass Grenzen keine statischen, sondern dynamische, anthropogene Praktiken der gesellschaftlichen Ordnung sind.

Schlüsselwörter

Sozialgeografie, Grenzziehung, Bordering, Geodeterminismus, Interaktionsordnungen, Kapazitäten-Reichweite-System, Alltag, Raum, Gesellschaft, Territorialität, soziale Konstruktion, Makroebene, Mikroebene, Raumproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Grenzziehungen in der Sozialgeografie und untersucht, wie Grenzen als strukturierende Elemente des menschlichen Alltags fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Grenzbetrachtung, der Übergang vom Geodeterminismus zur sozialen Konstruktion sowie die Ausprägung des Borderings im Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Grenzen nicht bloß natürliche Trennlinien sind, sondern menschengemachte Praktiken, die das Zusammenleben und die räumliche Ordnung maßgeblich mitgestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Diskussion raumtheoretischer Konzepte renommierter Sozialgeografen und Soziologen wie Erving Goffman und Benno Werlen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kritik natürlicher Grenzvorstellungen, die Vorstellung soziokultureller Grenzmodelle sowie die detaillierte Analyse von Bordering-Prozessen auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bordering, soziale Grenzziehung, Interaktionsordnung, Kapazitäten-Reichweite-System und die sozialgeografische Raumproduktion charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Makroebene von der Mikroebene beim Bordering?

Die Makroebene bezieht sich auf staatliche und administrative Grenzziehungen, während die Mikroebene die alltäglichen, oft informellen Abgrenzungen in sozialen Interaktionen beschreibt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Vorder- und Hinterbühne nach Goffman eine Rolle für die Geografie?

Sie illustriert, wie räumliche Barrieren genutzt werden, um soziale Rollenbilder zu wahren und spezifisches Verhalten in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten zu regulieren.

Inwiefern beeinflusst das Konzept von Benno Werlen unser Verständnis von Raum?

Werlen argumentiert, dass Raum eine Abstraktion ist, die erst durch menschliches Handeln, Aktivitäten und soziale Gruppenzugehörigkeiten entsteht und somit kein starrer Behälter ist.

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Details

Titel
Praktiken der Grenzziehung. Soziale Grenzen, die unser jeder Leben bestimmen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Geographie)
Veranstaltung
Sozialgeographie 1
Note
1,7
Autor
Felix Busch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
5
Katalognummer
V437041
ISBN (eBook)
9783668777903
ISBN (Buch)
9783668777910
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grenze Grenzziehung Naturraum anthropogene Grenzen natürliche Grenzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Busch (Autor:in), 2017, Praktiken der Grenzziehung. Soziale Grenzen, die unser jeder Leben bestimmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437041
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Leseprobe aus  5  Seiten
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