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Gyburg. Kriegerische Amazone, liebende Ehefrau oder christliche Heilsbringerin?

Título: Gyburg. Kriegerische Amazone, liebende Ehefrau oder christliche Heilsbringerin?

Trabajo de Seminario , 2014 , 20 Páginas , Calificación: 1,5

Autor:in: Christina Kienlen (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Die Figur der Gyburg ist äußerst interessant und vielschichtig angelegt und es lohnt sich diese genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie verlässt ihren Mann, ihre Kinder und ihr gesamtes Herrschaftsgebiet, konvertiert zum christlichen Glauben und beginnt ein neues Leben mit Willehalm. Sie ist der Mittelpunkt eines groß angelegten Rachefeldzugs und Glaubenskriegs zwischen Heiden und Christen. Im einen Augenblick ist sie kämpferische Amazone, die mutig ihre Heimat verteidigt, im nächsten Moment liebende Ehefrau, die zärtlich in die Arme ihres Gatten sinkt und nur wenige Verse später christliche Heilsbringerin, die vehement für ihren Glauben einsteht.

Wer ist diese Frau? Welche Stellung nimmt sie innerhalb des Kampfes zwischen Heiden und Christen ein? Und welche ihrer Rollen füllt sie am besten aus? Auf diese Fragen soll im Folgenden unter Einbeziehung des mittelalterlichen Frauenbildes eingegangen werden. Als methodische Grundlage dieser Arbeit dient die Theorie der Gender-Studies, weshalb an erster Stelle eine kurze Einführung in diese steht, die unter anderem die Fragen beachtet, wie Gyburg Weiblichkeit zugeschrieben wird und vor allem welche Weiblichkeit Gyburg zugeschrieben wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie der Gender- Studies

3. Das Frauenbild im Mittelalter

3.1. Theologisch begründetes, negatives Frauenbild

3.2. Theologisch begründetes positives Frauenbild

3.3. Die soziale Stellung der Frau

3.4. Verhaltensnormen und Verhaltensformen

3.5. Das Frauenbild in der höfischen Epik

4. Gyburg- kriegerische Amazone, liebende Ehefrau oder christliche Heilsbringerin?

4.1. Gyburg als kriegerische Amazone

4.1.1. Verteidigung von Oransche I

4.1.2. Verteidigung von Oransche II

4.2. Gyburg als liebende Ehefrau

4.3. Gyburg als christliche Heilsbringerin

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die vielschichtige Figur der Gyburg in Wolfram von Eschenbachs "Willehalm", um zu analysieren, wie ihr verschiedene Rollen und Weiblichkeitskonzepte zugeschrieben werden und inwieweit diese dem mittelalterlichen Frauenideal entsprechen.

  • Analyse von Geschlechterrollen auf Basis der Theorie der Gender-Studies
  • Untersuchung des mittelalterlichen Frauenbildes im Kontext theologischer und gesellschaftlicher Vorgaben
  • Charakterisierung Gyburgs als kriegerische Amazone, liebende Ehefrau und christliche Heilsbringerin
  • Deutung der Ambivalenz zwischen männlich konnotiertem Verhalten und weiblicher Zuschreibung
  • Reflektion der Vorbildfunktion und der Problematik der "idealen Frau"

Auszug aus dem Buch

Gyburg als kriegerische Amazone

Gyburg verteidigt Oransche während der Abwesenheit Willehalms nur mit Hilfe ihrer Burgfrauen. Ihre einzige männliche Unterstützung ist der Kaplan Stefan. Dieses mutige Unterfangen soll nun genauer analysiert werden.

Als Willehalm nach dem Kampf nach Oransche zurückkehrt, wird er von seiner Frau nicht erkannt. Sie hält ihn für einen Heiden und gewährt ihm zuerst keinen Einlass. Sie fordert ihn auf, seine Identität unter Beweis zu stellen, indem er eine Schar gefangener Christen befreit:

Waeret ir herre dises landes, ir schamt iuch maneges pfandes, als iuwer volc dort lidet. ob ir helfe bi den midet, so weiz ich wol, daz ir’z niht sit.29

Doch das reicht ihr noch nicht. Zusätzlich verlangt sie, dass Willehalm seinen Helm auszieht, damit sie die für ihn charakteristische Narbe auf seiner Nase erkennen kann. Als sie ihn definitiv als ihren Ehemann erkennt, bricht die zuvor so starke und mutige Gyburg weinend zusammen.30 Willehalm berichtet ihr, dass ihr Vater Terramer in den Kampf eingegriffen habe und dass ihr Patensohn Vivianz den Kampf nicht überlebt habe. Daraufhin kommt wieder die entschlossene Gyburg zurück und „trotz ihres großen Schmerzes über Vivianz‘ Tod analysiert die Markgräfin zuerst die militärische Lage:“31 sie erklärt ihrem Gatten, wie mächtig die Heerscharen der Heiden sind und möchte sie direkt an den Burgtoren zum Kampf zwingen. In dieser Situation, in der ihr „der Konflikt zwischen leiblicher Verwandtschaft und christlicher Gemeinde, zwischen altem Ehemann und neuem Ehemann, zwischen Heidentum und Christentum regelrecht auf den Leib rückt, [wird sie] zum Mann im Geist:“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die komplexe Figur der Gyburg und die Fragestellung bezüglich ihrer Rollen und der Zuschreibung von Weiblichkeit.

2. Die Theorie der Gender- Studies: Theoretische Grundlegung zur Geschlechterdifferenz als soziale Konstruktion, die als methodisches Fundament dient.

3. Das Frauenbild im Mittelalter: Untersuchung der theologischen, sozialen und literarischen Rahmenbedingungen, die das Frauenbild im Mittelalter prägten.

4. Gyburg- kriegerische Amazone, liebende Ehefrau oder christliche Heilsbringerin?: Detaillierte Analyse von Gyburgs Verhalten in verschiedenen Rollen sowie ihre Verteidigung von Oransche.

5. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Analyseergebnisse und Einordnung von Gyburg als komplexe, aber nicht ideale Frauenfigur.

Schlüsselwörter

Gyburg, Willehalm, Wolfram von Eschenbach, Gender-Studies, Frauenbild, Mittelalter, Geschlechterrollen, Amazone, Ehefrau, Christentum, Weiblichkeit, Literaturanalyse, Ideale Frau, Minne, Religionskonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Figur der Gyburg in Wolfram von Eschenbachs Epos "Willehalm" hinsichtlich ihrer vielfältigen Rollen und der ihr zugeschriebenen Weiblichkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Gender-Theorie, das mittelalterliche Frauenbild, die religiöse Dimension in der Literatur sowie die Darstellung von Weiblichkeit und männlichem Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, wie Gyburg Weiblichkeit zugeschrieben wird, welche Rollen sie einnimmt und ob sie unter Einbeziehung des zeitgenössischen Frauenbildes als "ideale Frau" gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt als methodische Grundlage die Theorie der Gender-Studies, um Geschlechterdifferenzen als soziale und kulturelle Konstrukte zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das theoretische Frauenbild des Mittelalters sowie die konkrete Ausgestaltung von Gyburgs Rollen als Verteidigerin (Amazone), Ehefrau und Christin im Epos.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?

Wichtige Begriffe sind Gender-Studies, mittelalterliche Epik, Weiblichkeitskonstruktion, Religionswechsel und Rollenvielfalt.

Wie bewertet die Autorin Gyburgs Handeln im Hinblick auf das Idealbild?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Gyburg zwar nicht als "ideale Frau" im Sinne des damaligen Frauenbildes gesehen werden kann, aber durch ihre Vielschichtigkeit eine besondere, ambivalente Bedeutung erlangt.

Welche Rolle spielt der Religionswechsel für die Einschätzung der Figur?

Der Religionswechsel ist zentral, da Gyburg dadurch zur Brücke zwischen den Welten wird und ihre Handlungen, wie die Forderung nach Schonung der Heiden, eine starke religiöse Dimension erhalten.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Gyburg. Kriegerische Amazone, liebende Ehefrau oder christliche Heilsbringerin?
Universidad
University of Würzburg
Calificación
1,5
Autor
Christina Kienlen (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
20
No. de catálogo
V437043
ISBN (Ebook)
9783668771222
ISBN (Libro)
9783668771239
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gyburg Willehalm Wolfram von Eschenbach Amazone Ehefrau Heilsbringerin Analyse
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christina Kienlen (Autor), 2014, Gyburg. Kriegerische Amazone, liebende Ehefrau oder christliche Heilsbringerin?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437043
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