Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Literatura alemana moderna

Sind die Frauenfiguren Kleists typische Frauen ihrer Zeit?

Drei ausgewählte Frauenfiguren

Título: Sind die Frauenfiguren Kleists typische Frauen ihrer Zeit?

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2014 , 52 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Christina Kienlen (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die drei zu untersuchenden Werke, "Die Marquise von O….", der "Zweikampf" und "Amphitryon", haben von ihrer Grundstruktur gewisse Gemeinsamkeiten, weshalb sie sich sehr gut eignen, um die Bandbreite der Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen aufzuzeigen, die Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts zugeschrieben und zugestanden wurden.

Die weiblichen Hauptfiguren der drei ausgewählten Werke geraten auf Grund eines sexuellen Fehltritts, sei er bewusst oder unbewusst, wirklich passiert oder nur scheinbar angenommen, von langer Hand geplant oder ganz spontan, in eine Notlage, die ihr Leben verändert und sie selbst in arge Bedrängnis bringt. Ein zweites Merkmal, das Julietta, Littegarde und Alkmene verbindet, ist ihre Schuldlosigkeit. Sie tragen alle drei keine Schuld an dem entstandenen Unglück und dieses kommt für sie plötzlich und unerwartet. Sie haben sich in ihrer Vergangenheit keine moralischen Verfehlungen erlaubt, sondern haben im Gegenteil ein tugendhaftes, vorbildliches Leben geführt.

Doch nun werden sie von ihrem scheinbaren Lebensretter, ihrem um ihre Gunst buhlenden Verehrer oder sogar Gott selbst so getäuscht, dass in ihrem Leben nichts mehr so ist, wie davor. Die Schicksale dieser Charaktere weisen gewisse Parallelen auf, die es möglich machen, die Frauenfiguren miteinander zu vergleichen, um so schließlich eine Aussage über das Frauenbild Kleists treffen zu können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Familienbegriff im Wandel

2.1. Der Familienbegriff vor 1800

2.2. Der Familienbegriff ab 1800

2.3. Der Familienbegriff in Bezug auf Kleist

3. Die Rolle der Frau um 1800

3.1. Die Geschlechtscharaktere

3.2. Die Bedeutung der Ehe um 1800

3.3. Kleists Frauenbild und seine Erwartungen an die Ehe

4. Die Marquise von O… - eine Analyse der Figur Juliettas

5. Der Zweikampf- eine Analyse der Figur Littegardes

6. Amphitryon- eine Analyse der Figur Alkmenes

7. Fazit

7.1. Inwiefern ist es wichtig, das Frauenbild dieser Zeit zu kennen, um die Werke richtig verstehen zu können?

7.1.1. Die Marquise von O….

7.1.2. Der Zweikampf

7.1.3. Amphitryon

7.2. Sind die analysierten Frauenfiguren typische Frauen ihrer Zeit?

7.2.1. Die Marquise von O….

7.2.2. Der Zweikampf

7.2.3. Amphitryon

7.3. Gesamtfazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild von Heinrich von Kleist in drei ausgewählten Werken ("Die Marquise von O...", "Der Zweikampf" und "Amphitryon") und setzt dieses in Bezug zu den gesellschaftlichen Wandlungsprozessen des Familienbegriffs und der Frauenrolle um 1800.

  • Historische Untersuchung des Familienbegriffs um 1800
  • Analyse der zeitgenössischen Geschlechtscharaktere und Rollenbilder
  • Detaillierte Charakteranalyse der weiblichen Hauptfiguren Juliettas, Littegardes und Alkmenes
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit individueller Emanzipation und gesellschaftlicher Normen
  • Gegenüberstellung von Kleists persönlichem Frauenbild und dem allgemeinen Ideal der Zeit

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Geschlechtscharaktere

Der heute nicht mehr gebräuchliche Begriff Geschlechtscharakter wurde im 19. Jahrhundert dazu verwendet, die „mit den physiologisch korrespondierend gedachten psychologischen Geschlechtsmerkmale zu bezeichnen. Ihrem Anspruch nach sollten Aussagen über die Geschlechtscharaktere die Natur bzw. das Wesen von Mann und Frau erfassen.“ Den Männern und Frauen wurden also verschiedene Charakteristika zugewiesen, die sie auf Grund ihrer biologischen, physiologischen und natürlichen Veranlagung auszubilden hatten und die für das jeweilige Geschlecht dann als ideal galten. In dem folgenden Lexikoneintrag von 1904 wird deutlich, welche Tugenden dem jeweiligen Geschlecht zugeordnet wurden:

„In der Form des Mannes [offenbart sich] mehr die Kraft, in der Form des Weibes mehr die Idee der Schönheit. Der Geist des Mannes ist mehr schaffend, mehr aus sich heraus in das Weite hineinwirkend, zu Anstrengungen, zur Verarbeitung abstracter Gegenstände, zu weitaussehenden Plänen geneigter; unter den Leidenschaften und Affecten gehören die raschen, ausbrechenden dem Manne, die langsamen, heimlich in sich selbst gekehrten dem Weibe an. Aus dem Manne stürmt die laute Begierde; in dem Weibe siedelt sich die stille Sehnsucht an. Das Weib ist auf einen kleinen Kreis beschränkt, den es aber klarer überschaut: es hat mehr Geduld und Ausdauer in kleinen Arbeiten. Der Mann muß erwerben, das Weib sucht zu erhalten; der Mann mit Gewalt, das Weib mit Güte oder List. Jener gehört dem geräuschvollen, öffentlichen Leben an, diese dem stillen, häuslichen Cirkel. Der Mann arbeitet im Schweiße seines Angesichtes und bedarf erschöpft der tiefen Ruhe; das Weib ist geschäftig immerdar, in nimmer ruhender Betriebsamkeit. Der Mann stemmt sich dem Schicksal selbst entgegen, und trotzt schon zu Boden liegend noch der Gewalt; willig beugt das Weib sein Haupt und findet Trost und Hilfe noch in seinen Tränen.“

Die Frau wird als Gattungswesen definiert. Als zentrale Eigenschaften werden ihr die Passivität, die Abhängigkeit und die Emotionalität zugeschrieben. Der Mann hingegen wird als gesellschaftlich- kulturelles Wesen definiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Untersuchung von Kleists Werken im Kontext des sozialen Wandels um 1800 dar und definiert das Ziel der Analyse weiblicher Hauptfiguren.

2. Der Familienbegriff im Wandel: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der Familie von der patriarchalisch geprägten Lebensgemeinschaft des 18. Jahrhunderts zur bürgerlichen Kleinfamilie ab 1800 nach und erläutert Kleists eigene familiäre Prägung.

3. Die Rolle der Frau um 1800: Hier werden die zeitgenössischen Vorstellungen von Geschlechtscharakteren, die Bedeutung der Ehe als gottgewollte Vereinigung und Kleists persönliche Erwartungen an eine zukünftige Gattin detailliert beschrieben.

4. Die Marquise von O… - eine Analyse der Figur Juliettas: Diese Analyse untersucht die Entwicklung von Julietta, die trotz einer Phase emanzipatorischen Handelns nach ihrer Vergewaltigung letztlich in ein patriarchales Abhängigkeitsverhältnis zurückkehrt.

5. Der Zweikampf- eine Analyse der Figur Littegardes: Der Fokus liegt auf der passiven Rolle Littegardes, deren Ehre durch männliche Bezugspersonen gerettet werden muss, was die Unmündigkeit der Frau im juristischen Kontext dieser Zeit verdeutlicht.

6. Amphitryon- eine Analyse der Figur Alkmenes: Die Analyse beleuchtet Alkmenes unerschütterliche Liebe und ihr Unvermögen, zwischen dem menschlichen Ehemann und dem göttlichen Geliebten zu unterscheiden, wobei sie zur Verkörperung von Kleists Frauenideal wird.

7. Fazit: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und bestätigt, dass alle drei Frauenfiguren sowohl den gesellschaftlichen Idealen ihrer Zeit als auch den persönlichen Vorstellungen Kleists entsprechen.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Frauenbild, Familie, Ehe, 19. Jahrhundert, Geschlechtscharakter, Emanzipation, Patriarchat, Marquise von O..., Der Zweikampf, Amphitryon, Passivität, Rollenverteilung, Tugend, Unschuld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des Frauenbildes in ausgewählten Werken von Heinrich von Kleist und dessen Übereinstimmung mit den gesellschaftlichen Normen und Familienmodellen um 1800.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der soziale Wandel des Familienbegriffs, die Konstruktion von Geschlechtscharakteren, die Bedeutung der Ehe sowie die Rolle der Frau als Gattungswesen im 19. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie sich die untersuchten Frauenfiguren im Spannungsfeld zwischen persönlicher Entwicklung und den zeitgenössischen Erwartungen an Gehorsam und Tugendhaftigkeit verhalten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die die ausgewählten Texte auf Basis historischer Kontextualisierung und unter Einbeziehung von Sekundärliteratur untersucht.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Novellen und des Dramas, wobei die individuellen Schicksale von Julietta, Littegarde und Alkmene im Hinblick auf ihr Handeln und ihre gesellschaftliche Einordnung analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kleists Frauenbild, der Wandel des Familienbegriffs, gesellschaftliche Geschlechterrollen und die moralischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts.

Warum kehrt die Marquise von O... nach ihrem emanzipatorischen Ausbruch wieder in patriarchale Strukturen zurück?

Da sie sich ein Leben am Rande der Gesellschaft für ihr ungeborenes Kind nicht vorstellen kann und ihre Identität eng mit den sozialen Hierarchien verknüpft bleibt, ordnet sie sich wieder ihrem Vater und später ihrem Ehemann unter.

Inwiefern ist Littegardes Verhalten im "Zweikampf" symptomatisch für ihre Zeit?

Ihre Passivität und die vollständige Abhängigkeit von einem männlichen Stellvertreter bei der Verteidigung ihrer Ehre spiegeln die rechtliche Unmündigkeit und die eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten der Frau im 14. und 19. Jahrhundert wider.

Welche Rolle spielt die Naivität bei Kleists Frauenbild, insbesondere bei Alkmene?

Alkmene verkörpert durch ihre kindliche Naivität und bedingungslose Treue Kleists persönliches Ideal, wobei sie den menschlichen Ehemann zu einem göttlichen Ideal überhöht, um ihre Weltordnung zu bewahren.

Final del extracto de 52 páginas  - subir

Detalles

Título
Sind die Frauenfiguren Kleists typische Frauen ihrer Zeit?
Subtítulo
Drei ausgewählte Frauenfiguren
Universidad
University of Würzburg
Calificación
1,0
Autor
Christina Kienlen (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
52
No. de catálogo
V437048
ISBN (Ebook)
9783668783942
ISBN (Libro)
9783668783959
Idioma
Alemán
Etiqueta
Heinrich von Kleist Frauenfigur Frauenbild Alkemene Marquise von O... Littegarde Der Zweikampf Amphitryon Vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christina Kienlen (Autor), 2014, Sind die Frauenfiguren Kleists typische Frauen ihrer Zeit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437048
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  52  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint