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"Educating Rita" als moderne Version des Pygmalion-Mythos

Title: "Educating Rita" als moderne Version des Pygmalion-Mythos

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 17 Pages

Autor:in: Thomas Geisler (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Wenn in einem Drama eine junge Frau aus der working class bei einem Professor er-scheint und darum bittet ausgebildet zu werden, so ist dies für alle, die mit der britischen Theatertradition vertraut sind, als eine direkte Anspielung erkennbar. Denn mit der glei-chen Bitte sucht in George Bernard Shaws Pygmalion die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle Professor Higgins auf (Reitz 123).

Diese Behauptung zumindest stellt Bernhard Reitz in seinem Nachwort der Reclam-Ausgabe Educating Rita von Willy Russell auf.
Wenn der Kern des Inhaltes dieses Dramas mit Literatur früherer Generationen verglichen werden soll, so erscheint es in der Tat unausweichlich, sich Pygmalion anzunähern. Allerdings werden unter genanntem Titel zwei verschiedene Literaturwerke assoziiert, welche zwar insofern parallele Handlungen aufweisen, als es sich in beiden Fällen um eine Verwandlung handelt. Aber der mythische Stoff des Pygmalion, nämlich Ovids Fassung in seinen Metamorphosen, ist dem von Shaws Pygmalion umgekehrt.
So weist das Mythos, das von einem Mann erzählt, der sich eine Frau nach seinen Vorstellungen und Wünschen erschafft, meiner Meinung nach erheblich mehr Parallelen zum Drama Educating Rita auf, als das von Reitz angeführte Stück Shaws. Dessen Handlung läuft geradlinig auf das exakte Gegenteil hinaus, nämlich die Entpersonifizierung einer Frau - die Verwandlung der natürlichen Eliza, in eine entwurzelte, gekünstelte Figur.
Verstanden? Nein? Kein Problem. Ziel der folgenden 11 Seiten ist es, diesen Wirrwarr von Frau, Mann, Verwandlung etc. und weitere Thematiken von heute und gestern aufzulösen.
Doch bevor wir Willy Russells Drama Shaws Pygmalion gegenüberstellen, möchte ich es mir des besseren Verständnisses und der Bedeutung wegen erlauben, vorweg einen kleinen Einblick in Ritas sich veränderndes Leben zu gewähren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Hauptfiguren und ihre Entwicklung

3 Die Mann-Frau-Beziehung und deren unterschiedliche Ausprägungen

4 Die Interpretationen der Schöpferrolle des Mannes, oder „Wie bildet man die beste Frau?“

5 Das Erscheinungsbild der Frau

5.1 Galatea – nicht mehr als ein Kunstwerk?

5.2 Der feministische Aufstand bei Shaw

5.3 Rita – die moderne Version Ovids und Shaws Frauenbild

6 Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Willy Russells Drama "Educating Rita" als eine moderne Adaption des antiken Pygmalion-Mythos. Dabei wird analysiert, wie sich die Darstellung der weiblichen Entwicklung und der männlichen Schöpferrolle im Vergleich zu George Bernard Shaws "Pygmalion" sowie dem Ursprungsmythos von Ovid verändert hat, insbesondere im Hinblick auf soziale Schichten und gesellschaftliche Emanzipation.

  • Vergleichende Analyse der Protagonisten Rita, Eliza Doolittle und Galatea
  • Untersuchung der Mann-Frau-Beziehung in den jeweiligen Epochen
  • Dekonstruktion der "Schöpferrolle" des Mannes in pädagogischen und partnerschaftlichen Kontexten
  • Die Rolle der Bildung als Emanzipationswerkzeug versus soziales Zwangsinstrument
  • Kulturelle und gesellschaftliche Einordnung der Frauenbilder im 20. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

Die Hauptfiguren und ihre Entwicklung

Bevor Ovids Pygmalion größere Aufmerksamkeit zuteil werden soll, möchte ich zunächst grundlegende Berührungspunkte bzw. Diskrepanzen bei der Veränderung der Charaktere Russells im Vergleich mit Shaws aufzeigen.

Reitz` Aussage zufolge ist bei Russell eine direkte Anspielung auf Shaw erkennbar, da sowohl in Educating Rita als auch in Shaws Pygmalion eine junge Frau aus der working class bei einem Professor erscheint und um Ausbildung bittet. Jedoch ist bereits in diesem frühen Stadium der Handlung eine wesentlicher Unterschied festzustellen. Anders als Eliza, die junge Frau bei Shaw, setzt sich Rita bei Willy Russell als Unterrichtsziel, Bildung zu erlangen („I wanna know“, Russell 13) und ihrer als „pissed or on valium“ (50) bezeichneten working class den Rücken zuzukehren.

Eliza ist in den slums aufgewachsen, und dieser Ursprung ist in Akt I in jedem Satz ihres Dialektes offensichtlich. Sie will nach einem zufälligen Aufeinandertreffen mit dem Professor für Phonetik, Higgins, mit dessen Hilfe ihren Cockney-Dialekt an die korrekte englische Sprache anpassen. Während bei Rita das Verlangen nach Bildung im Vordergrund steht, sieht Eliza das Ziel ihrer Ausbildung einzig und allein in dem Erlangen eines Jobs als Verkäuferin in einem gehobenen Blumengeschäft („I want to be a lady in a flower shop stead of sellin at the corner of Tottenham Court Road“, Shaw 688).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Verbindung zwischen "Educating Rita", "Pygmalion" und dem Ovidschen Mythos ein und definiert das Ziel, Russells Werk als neuzeitlichen Pygmalionstoff zu untersuchen.

2 Die Hauptfiguren und ihre Entwicklung: Dieses Kapitel stellt die Charaktere Rita und Eliza einander gegenüber und analysiert deren unterschiedliche Motivationen für die Aufnahme einer Ausbildung.

3 Die Mann-Frau-Beziehung und deren unterschiedliche Ausprägungen: Hier werden die Vorerfahrungen und Haltungen der männlichen Protagonisten Frank und Higgins bezüglich des anderen Geschlechts in den Kontext ihrer jeweiligen Lebensentwürfe gesetzt.

4 Die Interpretationen der Schöpferrolle des Mannes, oder „Wie bildet man die beste Frau?“: Das Kapitel hinterfragt, inwiefern der Mentor tatsächlich als "Schöpfer" agiert und zeigt auf, dass der Prozess bei Russell durch wechselseitige Beeinflussung charakterisiert ist.

5 Das Erscheinungsbild der Frau: Dieser Abschnitt analysiert das Frauenbild durch den Vergleich der historischen Figuren mit der "modernen Rita" und beleuchtet Aspekte wie Emanzipation und Selbstbestimmung.

6 Schluß: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass Bildung zwar soziale Aufstiegschancen bietet, aber auch entfremdende und einengende Wirkungen haben kann, was den Schöpfungsprozess prekär macht.

Schlüsselwörter

Educating Rita, Pygmalion, Willy Russell, George Bernard Shaw, Ovid, Frauenbild, Emanzipation, Mentorschaft, Bildung, Literaturgeschichte, Sozialstruktur, Geschlechterrollen, Schöpfungsmythos, working class, Phonetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Drama "Educating Rita" von Willy Russell und setzt es in einen literaturhistorischen Kontext zum antiken Pygmalion-Mythos und George Bernard Shaws "Pygmalion".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Entwicklung der weiblichen Hauptfiguren, die Machtdynamik in der Lehrer-Schüler-Beziehung sowie die gesellschaftlichen Vorstellungen von Bildung und Emanzipation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, inwieweit "Educating Rita" als zeitgenössische Interpretation des Pygmalion-Stoffes fungiert und wie sich die Darstellung der "Schöpfung einer Frau" über die Jahrhunderte gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der literaturwissenschaftlichen Analyse und des komparativen Vergleichs zwischen den Texten von Russell, Shaw und Ovid.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Charakterentwicklung, den unterschiedlichen Motivationen der Protagonisten, der kritischen Reflexion der Schöpferrolle des Mannes und dem Wandel des Frauenbildes von der Antike bis in die 1980er Jahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Educating Rita, Pygmalion, Schöpferrolle, Bildung, Emanzipation, Geschlechterrollen und soziale Schichten.

Wie unterscheidet sich die Motivation der Hauptfigur Rita von der von Eliza Doolittle?

Während Eliza vorrangig Bildung anstrebt, um beruflich in einem Blumengeschäft aufzusteigen, sucht Rita nach persönlicher Entwicklung, Selbstfindung und dem Ausbruch aus ihrer Herkunftsschicht.

Welche Gefahren sieht der Autor in Bezug auf den Schöpfungsprozess?

Der Autor warnt davor, dass der Mentor durch pädagogische Unfähigkeit oder den Versuch, das "Objekt" nach eigenen Idealen zu formen, das Individuum entfremden oder die menschliche Entwicklung behindern kann.

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Details

Title
"Educating Rita" als moderne Version des Pygmalion-Mythos
College
University of Augsburg  (Philosophische Fakultät II)
Course
Übungen zum englischen Drama seit 1956
Author
Thomas Geisler (Author)
Publication Year
1998
Pages
17
Catalog Number
V4371
ISBN (eBook)
9783638127080
ISBN (Book)
9783638770842
Language
German
Tags
educating rita pygmalion mythos shaw galatea
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Geisler (Author), 1998, "Educating Rita" als moderne Version des Pygmalion-Mythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4371
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