Die Wortbildung des Verbs mit einem Schwerpunkt der Partizipienbildung


Hausarbeit, 2017
17 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Algemeine Informationen zu der Wortart Verben

2.1 Funktionen

2.2 Wortbildung des Verbs

3 Stammformen

4 Verbtypen

4.1 Schwache Verben

4.2 Starke Verben

4.2.1 Der Ablaut

4.2.2 Der Umlaut

4.3 Unregelmäßige Verben

5 Partizipienbildung

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit Die Wortbildung des Verbs mit einem Schwerpunkt der Partizipienbildung, beschäftigt sich mit der Fragestellung: Welche Schwierigkeiten können bei der Abgrenzung zwischen adjektivisch verwendeten Partizipien und Adjektiven auftreten?

Im Fokus befindet sich die Wortart Verben, die gegen Ende mit der Partizipienbildung verbunden wird. Verben sind sehr vielfältig, da sie viele Personal- und Zeitformen beinhalten (vgl. Menzel, 2009, S. 15). Das Thema der Hausarbeit ist bedeutsam, da es bei der Differenzierung zwischen Partizipien und Adjektiven Komplikationen geben kann. Hierbei geht es wie in der Fragestellung aufgeführt, um Partizipien die zum Teil aus Verben abgeleitet werden können.

Im Haupteil geht es zu aller erst um die allgemeinen Informationen, genauer gesagt um die Funktion und Wortbildung von Verben. Im Anschluss werden die drei Stammformen vertieft, da sie wichtig sind, um die schwachen und starken Verben näher betrachten zu können. Darauf aufbauend geht es als drittes um die zwei Verbtypen schwache und starke Verben. Anschließend werden die Ablaute und Umlaute thematisiert, da sie dazu beitragen, dass sich die Stammformen verändern. Danach werden die unregelmäßigen Verben thematisiert die in einigen Grammatiken als Synonym zu den starken Verben aufgefasst werden. Der Hauptteil schließt mit der Partizipienbildung und der oben aufgeführten Abgrenzung. Hierbei geht es u.a. um eine Arbeit von Kirsi Pakkanen-Kilpiä.

Anschließend wird in der Schlussreflexion überprüft, ob die Fragestellung der Hausarbeit hinreichend beantwortet wurde und ob darüber hinaus weitere Fragestellungen entstanden sind.

2 Algemeine Informationen zu der Wortart Verben

2.1 Funktionen

Nach Hoffmann wird „das Verb, auch Tuwort, Tätigkeitswort oder Zeitwort genannt“ (Hoffmann, 2015, S. 38). Diese Wortart ist bedeutsam, da sie die Handlung eines Textes nach vorne trägt und ihn lebhaft erscheinen lässt (vgl. ebd.). Verben sind konjugierbar und beschreiben neben Tätigkeiten auch Zustände oder Vorgänge (vgl. Elsen, 2011, S. 175).

2.2 Wortbildung des Verbs

Die Wortbildung der Verben lässt sich auf die drei Haupttypen: Modifikation, Entwicklung und Komposition zurückführen. Die Modifikation ist die gängigste und konstruktivste Methode. Hierbei bleibt der Wortstamm des Verbs erhalten, dieser wird lediglich erweitert (vgl. Hentschel, 2013, S. 79). „Zu diesem Wortbildungstyp gehören im Deutschen außerordentlich viele Verben“ (ebd.). Hierbei erwähnt Hentschel (2013) Verben wie: „abstehen, anstehen, aufstehen (ebd.)“ etc., die sich von dem Verb stehen ableiten lassen. Diese Verben entstehen, indem die Ausgangsform des Verbs ein Präfix erhält. Fleischer & Barz fassen die Präfixderivation als „eine linkserweiternde verbale Wortbildungsart“ (2012, S. 373) auf. Neben der Modifikation wird der zweite Haupttyp von der Entwicklung gebildet. Hierbei finden sich Verben wieder, die ursprünglich einer anderen Wortart abstammen (vgl. Hentschel, 2013, S. 79). Verben wie beispielsweise kellnern oder frühstücken „sind von komplexen Substantiven abgeleitet“ (ebd.) und werden desubstantivische Verben genannt. Das Verb frühstücken fügt sich aus dem Adjektiv früh und dem Substantiv Stück zusammen. Des Weiteren werden deadjektivische Verben von einem Adjektiv abgeleitet. Beispiele hierfür sind: „kränkeln […], schärfen, bräunen, trocknen usw.“ (ebd.). Hierbei ist zu erwähnen, dass die faktitiven Verben, „die ausdrücken, dass der als Objekt genannte Gegenstand mit der Eigenschaft versehen wird, die das zugrunde liegende Adjektiv audrückt“ (ebd.) sehr oft bei diesem Typen vorkommen.

Dagegen tritt die Komposition – die drei Kompositionstypen enthält – eher selten auf. Der Kompositionstyp V + V wird aus zwei Infinitien wie stehenbleiben gebildet, wohingegen der Typ S + V aus einem Substantiv und einem Verb besteht. Zudem wird der Kompositionstyp A + V aus einem Adjektiv und einem Verbpartikel gebildet wird.

Diese Zusammensetzung wird von Fleischer & Barz (2012) als Partikelverben definiert (vgl. Fleischer & Barz, 2012, S. 425, zit. n. Hentschel, 2013, S. 77 f.).

Hierbei handelt es sich im Gegensatz zu der Präfixderivation um Verben, die sich syntaktisch trennen lassen (vgl. Fleischer & Barz, 2012, S. 373).

3 Stammformen

Die drei Stammformen des Verbs werden aus dem Infinitiv, dem Präteritum und dem Patizip ll gebildet (vgl. Scholze-Stubenrecht, 2011, S. 46). Der Infinitiv beinhaltet ein Verbstamm und endet sowohl auf -en als auch auf -n. Als Verbstamm wird die Form angesehen, „die übrig bleibt, wenn vom Infinitiv sowohl Präfix zw. Präverb als auch die Infinitivendung | en bzw.| n entfernt werden“ (Granzow-Emden, 2013, S. 125). Häufig tritt der Infinitiv zusammen mit den Modal- und Hilfsverben auf (vgl. Scholze-Stubenrecht, 2011, S. 35). Die zweite Stammform Präteritum besitzt mehrere Endungsmöglichkeiten. Die Endung hängt von dem Verbstamm ab. Schwache Verben die im Präteritum stehen enden auf -te (vgl. Luz, 2009, S. 339). Die dritte Stammform bildet das Partizip ll. Hierbei folgt nach dem Verbstamm regelmäßiger Verben die Endung -t oder -et. Unregelmäßigen Verben enden auf -en und besitzen zusätzlich einen anderen Stammvokal wie bei versinken – versunken. V erben deren Erstsilbe betont wird, besitzen das Präfix ge- (vgl. Helbig, 2011, S. 45). Dies zeigt sich „bei einfachen Verben und Verben mit einem untrennbarem Erstteil am Wortanfang“ (ebd.). Bei den Verben die einen trennbaren Erstteil haben, findet sich das Präfix ge- „zwischen dem Erstteil und dem Verbstamm wieder“ (ebd.).

4 Verbtypen

Laut Granzow-Emden (2013) beziehen sich die Stammformen auf die Verbtypen und sind für deren Wortbildung bedeutsam (vgl. ebd., S. 124). Darüber hinaus werden schwache, starke und unregelmäßige Verben unterschieden.

Es ist nützlich sich diese Verbtypen zu vergegenwärtigen, da Kinder die Wortbildung der schwachen Verben implizit verallgemeinern und auf starke sowie unregelmäßige Verben übertragen (vgl. ebd.).

4.1 Schwache Verben

Wie bereits oben erwähnt, werden schwache Verben mit dem Dentalsuffix -(e)t und dem Zirkumfix ge-t gebildet (vgl. Elsen, 2011, S. 178). Die Begrifflichkeit der schwachen Verben hängt stark mit den Stammformen zusammen, da sie bezüglich ihrer Wortbildung auf ein Suffix angewiesen sind (vgl. ebd., S. 179). Zudem verändert sich ihr Infinitivstamm nicht. Dieser bleibt in allen drei Stammformen gleich. Beispielhaft hierfür ist das Verb sagen. Der Infinitivstamm sag verändert sich in der zweiten und dritten Stammform nicht (sagte – gesagt) (vgl. Granzow-Emden, 2013, S. 124). Die meisten Verben des Deutschen sind schwach. Im Vergleich zu den starken Verben sind die schwachen Verben produktiv. Sie sind in der Lage neue umgangssprachliche Verben zu konstruieren. Hierbei bezieht sich Hentschel auf „Wortschöpfungen wie frusten (,frustrieren´) oder dem eindeutschenden Übernahmen aus dem Englischen wie dealen oder chatten vor“ (Hentschel, 2013, S. 44). Das oben aufgeführte Muster von Dentasuffix und Zirkumfix fungiert als Vorbild für weitere neue Verben. Hierzu vertritt Elsen die Ansicht, dass „englische Verben im Deutschen schwach [flektiert werden], ich googelte [und] ich habe gegoogelt“ (Elsen, 2011, S. 186). Die schwachen Verben werden nicht nur durch Anglizismen erweitert, sondern auch durch starke Verben, die zu schwachen Verben werden. Hierfür liefert Granzow-Emden folgendes Beispiel: „weben – wob/webte – gewoben/gewebt“ (Granzow-Emden, 2013, S. 126).

4.2 Starke Verben

Die starken Verben sind zeitlich gesehen älter als die schwachen Verben. Da diese Verben ihre verschiedenen Stammformen beibehalten, werden sie als starke Verben bezeichnet. Nach Hentschel (2013) werden Verben als stark bezeichnet, wenn „ein Wort „stärker“ […] als ein anderes“ (S. 41) ist. Dabei beruft sie sich auf Jacob Grimm, der diese Ansicht vertritt.

Starke Verben sind „diejenigen Wörter, die aus eigener Kraft, aus dem eigenen Stamm heraus die entsprechende Form bilden und dazu keine zusätzlichen Hilfsmittel benötigen“ (ebd.). Sie besitzen nicht ein und denselben Stamm, wie es bei den schwachen Verben üblich ist (vgl. Granzow-Emden, 2013, 126). Die gesamte Menge beruft sich auf ca. 170 starke Verben (vgl. Wöllstein, 2016, S. 458). Dabei besitzt „jedes starke Verb […] seine besondere Ablautbildung, die eigens gelernt werden muss“ (Granzow-Emden, 2013, S. 126).

Dadurch erscheint es für Lerner „im natürlichen Spracherwerb als auch in der Aneignung des Deutschen als Fremd- oder Zweitsprache“ (ebd.) anspruchsvoller. Die starken Verben sind quantitativ gesehen geringer als schwache Verben, jedoch sind sie sehr präsent (vgl. ebd.). Die geringere Anzahl lässt sich, wie oben erwähnt, darauf zurückführen, dass sich viele starke Verben zu schwachen Verben umwandeln, indem sie ihre Stammform anpassen. Der Wechsel zu den „schwachen Verben setzt beim Imperativ an (gib / geb; lies / les) “ (Bredel & Töpler, 2009, S. 831). Granzow-Emden (2013) gibt zu bedenken, „dass […] ein so frequentes Verb wie gehen seine eigenen Formen“ (S. 128) nicht entspringen wird. Nach Wöllstein (2016) „erhöht sich die Zahl der starken Verben beträchtlich; vgl. tragen – betragen, ertragen, vertragen, vortragen; schreiben – beschreiben, anschreiben, unterschreiben usw.“ (S. 458), wenn Präfix- und Partikelverben einbezogen werden. Zudem bilden die starken Verben das Präteritum und den Partizip ll anders als die schwachen Verben. Im Präteritum fügen starke Verben Präteritumendungen hinzu, die sich hinter dem eigenen Stamm befinden (vgl. ebd.). Dieser Präteritumstamm „hebt sich durch einen Wechel des Stammvokals vom Präsensstamm (Stamm des Infinitivs) ab“ (ebd.). Hinzu kommt die Endung -en, die im Partizip ll der schwachen Verben nicht existiert (vgl. ebd., S. 458 f.).

Hierzu führt Wöllstein u.a. folgende Beispiele auf: „reiten – ritt – geritten, fahren – fuhr – gefahren, singen – sang – gesungen“ (ebd.).

Es ist ersichtlich, dass neben „dem Ablaut […] auch Umlaut und e/i(e) -Wechsel im Stamm“ (S. 459) auftreten. Die Endungen der starken und schwachen Verben unterscheiden sich im Präsens und im Imperativ nicht (vgl. ebd.). Darüber hinaus sind nach Wöllstein „die Konjunktivendungen im Präteritum […] dieselben wie im Präsens“ (ebd.). Die Autorin fügt hinzu, dass sich „die Indikativendungen des Präteritums […] nur durch die Endungslosigkeit der 1. und 3. Pers. Sg. Von denen des Präsens“ (ebd.) absetzen. Dadurch ist der Stammvokalwechsel maßgebend für die Differenzierung zwischen Indikativ und Konjunktiv (vgl. ebd.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Wortbildung des Verbs mit einem Schwerpunkt der Partizipienbildung
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Deutsche Sprache und Literatur)
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V437121
ISBN (eBook)
9783668773042
ISBN (Buch)
9783668773059
Dateigröße
870 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wortbildung, verbs, schwerpunkt, partizipienbildung
Arbeit zitieren
Hagen Stelzer (Autor), 2017, Die Wortbildung des Verbs mit einem Schwerpunkt der Partizipienbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437121

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