Zunächst wird das Phänomen der Migration und die Beweggründe der Auswanderung näher betrachtet, um auf die schwierige Situation der Migranten hinzuweisen, die sich mit völlig neuen ökonomischen, politischen, kulturellen und sozialen Gegebenheiten zurechtfinden müssen.
Folgend wird die Haltung Deutschlands als Aufnahmegesellschaft gegenüber der Migranten aufgezeigt, denen lange Zeit überhaupt nicht bewusst war, dass sie sich zu einem Einwanderungsland entwickelt haben. Dementsprechend gab es neben den Forderungen nach Integration lange Zeit kein Entgegenkommen der deutschen Gesellschaft.
Im nächsten Punkt wird die Schwierigkeit des Begriffes Integration anhand der Systemtheorie von Luhmann herausgearbeitet, die davon ausgeht, dass eine übergreifende Integration in die moderne heterogene Gesellschaft nicht mehr möglich ist. Stattdessen kann den Migranten die Teilhabe an Teilsystemen entweder ermöglicht oder verwehrt werden. Eine Exklusionsgefahr liegt in dem Fall vor.
Des Weiteren werden Erscheinungsformen der Exklusion wie Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus thematisiert, die als negative Einstellungen in den Köpfen der Menschen entstehen.
Der letzte Punkt geht auf die Maßnahme einer Interkulturellen Erziehung und Bildungsarbeit im Elementarbereich ein. Der pädagogische Ansatz ist vor allem für Kinder von hoher Bedeutung, da Vorurteile und die damit einhergehenden Feindbilder vorgebeugt und ein Verständnis für unterschiedliche Perspektiven unterstützt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung der Migration
3. Deutschland als Aufnahmegesellschaft
4. Integration und Diversity
5. Erscheinungsformen der Exklusion
5.1 Vorurteile
5.1.1 Begriffsbestimmung
5.1.2 Bildung und Festigung von Vorurteilen
5.2 Fremdenfeindlichkeit
5.2.1 Dimensionen der Fremdheit
6. Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erscheinungsformen der Exklusion gegenüber Migranten in der deutschen Gesellschaft. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Vorurteile, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit entstehen, welche Rolle die Aufnahmegesellschaft dabei spielt und durch welche pädagogischen Ansätze im Elementarbereich ein vorurteilsbewusstes und respektvolles Miteinander gefördert werden kann.
- Analyse der historischen und sozialen Hintergründe von Migration in Deutschland
- Untersuchung der psychologischen Mechanismen bei der Bildung von Vorurteilen und Stereotypen
- Darstellung der verschiedenen Dimensionen von Fremdheit und Exklusion
- Evaluation von Maßnahmen der Interkulturellen Pädagogik in Kindertageseinrichtungen
Auszug aus dem Buch
5.1.2 Bildung und Festigung von Vorurteilen
Die Bildung von Vorurteilen wird durch zahlreiche Komponente beeinflusst, sodass ihre Entstehung nicht nur auf eine Ursache zurückzuführen ist. Generell hat der Mensch die Tendenz alles zu Verallgemeinern. Erfahrungen, die nur mit einzelnen Personen gemacht wurden oder Aussagen, die gehört worden sind und nur auf bestimmte Individuen zutreffen, werden auf alle Menschen z.B. einer ethnischen Gruppe bezogen. Auf diese Weise kann ein Mensch eindeutig als Mitglied oder Nichtmitglied der Gruppe zugeordnet werden. Die Kategorisierung hat den Nachteil zufolge, dass Unterschiede zwischen Menschen einer Gruppe nicht wahrgenommen und Unterschiede zwischen Menschen verschieden zugehöriger Gruppen überbetont werden.
Ein konkretes Beispiel lässt sich aus dem Dritten Reich entnehmen, als die Nationalsozialisten den Judenhass durch bestimmte Merkmalzuschreibungen angestachelt haben. Dementsprechend galten Juden unter anderem als reich, heimtückisch und geizig. Hinter diesem Stereotyp „Jude“ wurde nicht die Person an sich gesehen, sondern die an ihm haftenden Charakteristika. Über den Vorgang der Stereotypisierung gelangt man auf kürzerem und einfacherem Weg zur Personenwahrnehmung, ohne dabei den Umweg einzugehen, bei dem zuerst Informationen über die Person gesammelt werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Migration und Exklusion ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des gesellschaftlichen Miteinanders in Deutschland.
2. Begriffsbestimmung der Migration: Das Kapitel definiert den Migrationsbegriff, beleuchtet historische Wanderbewegungen und differenziert zwischen verschiedenen Motiven und Formen der Zuwanderung.
3. Deutschland als Aufnahmegesellschaft: Hier wird die Entwicklung Deutschlands zum Einwanderungsland und die damit verbundene gesellschaftliche Haltung gegenüber Migranten thematisiert.
4. Integration und Diversity: Basierend auf der Systemtheorie nach Luhmann werden gesellschaftliche Strukturen analysiert und die Konzepte der Integration, Inklusion und Diversität kritisch diskutiert.
5. Erscheinungsformen der Exklusion: Dieses Kapitel widmet sich den negativen Einstellungsformen wie Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus und analysiert deren Ursachen.
5.1 Vorurteile: Dieser Unterpunkt befasst sich mit der Definition von Vorurteilen und deren festigender Wirkung in der Gesellschaft.
5.1.1 Begriffsbestimmung: Hier wird der psychologische Einstellungsbegriff nach Allport erläutert und die Funktion von Vorurteilen und Stereotypen als spezielle Einstellungsformen geklärt.
5.1.2 Bildung und Festigung von Vorurteilen: Dieser Abschnitt untersucht, wie Kategorisierungsprozesse und das Sozialisationsumfeld zur Entstehung und Stabilität von Vorurteilen beitragen.
5.2 Fremdenfeindlichkeit: Das Kapitel analysiert den umstrittenen Begriff der Fremdenfeindlichkeit und ordnet Diskriminierung und Rassismus als Teilaspekte ein.
5.2.1 Dimensionen der Fremdheit: Es werden der kognitive und der positionale Aspekt der Fremdheit erläutert, die zur Ausgrenzung anderer Personen führen.
6. Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich: Das Kapitel erläutert, wie durch vorurteilsbewusste Bildungsarbeit in Kitas bereits im Kindesalter ein respektvoller Umgang mit Vielfalt gefördert werden kann.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Entstehungsbedingungen gesellschaftlicher Exklusion zusammen und plädiert für eine wertschätzende Haltung zur Überwindung von Schwarz-Weiß-Denken.
Schlüsselwörter
Migration, Deutschland, Exklusion, Integration, Inklusion, Diversity, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Rassismus, Stereotype, Interkulturelle Pädagogik, Elementarbereich, Sozialisation, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Erscheinungsformen der Exklusion von Migranten in der deutschen Gesellschaft und beleuchtet die Rolle von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Migrationsgeschichte, den psychologischen Hintergründen der Vorurteilsbildung sowie den pädagogischen Möglichkeiten, im Elementarbereich ein vorurteilsbewusstes Miteinander zu fördern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Ausgrenzung entsteht und welche Ansätze in der pädagogischen Arbeit dazu beitragen können, Vorurteile bei Kindern abzubauen und gegenseitige Wertschätzung zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und psychologischer Konzepte, etwa der Systemtheorie von Luhmann und psychologischer Einstellungsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Migration, die Analyse Deutschlands als Aufnahmegesellschaft, die theoretische Einordnung von Integration und Inklusion sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen der Exklusion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Migration, Exklusion, Integration, Inklusion, Diversity, Vorurteile, Diskriminierung, Rassismus und Interkulturelle Pädagogik.
Wie definiert der Autor das Konzept der Fremdheit?
Fremdheit wird in einen kognitiven Aspekt (Zusammenstoßen mit einer anderen Wirklichkeitsordnung) und einen positionalen Aspekt (Ausschluss durch ein Kollektiv) unterteilt.
Warum ist die frühkindliche Bildung für das Thema relevant?
Da Vorurteile bereits im frühen Kindesalter durch das soziale Umfeld geprägt werden können, spielen Kindertageseinrichtungen eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung von Werten wie Respekt, Toleranz und Anerkennung.
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- Esma Dursun (Autor), 2017, Migranten in Deutschland. Erscheinungsformen der Exklusion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437141