Argumente gegen die Staatsform der Demokratie. Die wichtigsten Aussagen von Jason Brennan aus dem Text "Gegen Demokratie"


Referat (Handout), 2018

4 Seiten, Note: ++ (mit Erfolg teilgenommen)


Leseprobe

Die wichtigsten Aussagen von Jason Brennan aus dem Text "Gegen Demokratie"

-Warum wir die Politik nicht den Unvernünftigen überlassen dürfen-

Der berühmte Moralphilosoph John Stuart Mill erklärte im 19.Jahrhundert: Bei der Entscheidung für bestimmte Regierungsformen (z.B. Monarchie, Aristokratie, Demokratie) sollte man generell sämtliche Folgen für die jeweilige Form der Regierung abwägen, wie:

-Schutz der bürgerlichen Freiheitsrechte
-Förderung des Wirtschaftswachstums
-Auswirkungen auf die intellektuellen und moralischen Tugenden der Bürger (manche Regierungsformen können entweder geistig träge oder intellektuell aktiv machen)
-Mill war der Ansicht, dass politische Teilhabe unseren Verstand schärfer und unser Herz weicher machen könnte.

Ist rückläufige politische Teilhabe als gut oder als schlecht zu bewerten?

Einerseits: Die Bürger sind nicht mehr bereit, selbst politische Verantwortung zu übernehmen. Außerdem macht Politik uns zu besseren Menschen und die Demokratie versetze den Einzelnen in die Lage, sein Schicksal selbst zu bestimmen.

Andererseits: Wenn die Bürger sich weniger mit Politik befassen, dann könnten sie mehr Zeit mit Aktivitäten wie Malerei, Poesie, Musik, Architektur verbringen. Das würde wiederum mehr Vielfalt in der Gesellschaft bedeuten. Dadurch würde es gesellschaftlich gesehen spezifischer und interessanter.

Unterschiedliche Typen von Demokratischen Bürgern...

Manche Menschen klammern sich jahrelang an dieselbe Ideologie, während andere ihre politische Meinung leicht ändern.

Manche Menschen haben in sich geschlossene, kohärente Ansichten. Andere haben vielschichtige, widersprüchliche Überzeugungen.

Für manche Menschen sind politische Gegner Teufel, andere glauben, Andersdenkende seien im Irrtum. Einige denken wiederum, dass die politischen Gegner durchaus vernünftig sind.

Manche sind besessen von der Politik. Andere haben sich noch nie für Politik interessiert und werden es auch nie tun.

3. Typen von Bürger in einer Demokratie...

Hobbits: politisch apathisch und besitzen keinerlei oder geringe sozialwissenschaftliche Kenntnisse.

Hooligans: Haben klare unveränderliche politische Ansichten. Sie nehmen viele politische Informationen auf, wobei sie jedoch sehr voreingenommen sind. Die politischen Meinungen sind ihrer Identität und sind stolz darauf, einem politischen Lager anzugehören. Sie neigen zu Geringschätzung gegenüber Personen, die nicht ihrer Meinung sind.

Vulkanier: Sind in politischen Dingen wissenschaftlich und rational. Sie interessieren sich für Politik, sind dabei jedoch leidenschaftslos, was teilweise daran liegt, dass sie sich aktiv bemühen, vorurteilsfrei zu denken und nicht irrational zu werden.

Gegen den Demokratischen Triumphalismus

Es gibt verbreitete Vorstellungen über den Wert und Nutzen der Demokratie:

-Demokratie ist beliebt bei analytischen politischen Philosophen und politischen Theoretikern, sowie bei zahlreichen politischen Laien.
-Demokratie ist weniger beliebt bei den empirisch denkenden Ökonomen/Philosophen und Politikwissenschaftlern.

Triumphalismus = Die Demokratie ist eine einzigartige Form der gesellschaftlichen Organisation. Die politische Aktivität festigt die Brüderlichkeit und das Gemeinsamschaftsgefühl.

ABER: Demokratie verwandelt uns in Feinde unserer Mitbürger. Politische Teilhabe trübt unser Urteil und korrumpiert uns. Es gibt kein Grundrecht auf Wahlbeteiligung oder auf die Bewerbung von öffentlichen Ämtern. Das universelle Wahlrecht verleitet mitunter zu ignoranten und irrationalen politischen Entscheidungen daher ist die Demokratie keine einzigartig oder wesensmäßig gerechte Regierungsform!

Kontrast zwischen Liberalismus und Demokratiekritik

-Liberalismus heißt in der politischen Philosophie, in der individuellen Freiheit bzw. in den persönlichen Freiheitsrechten den grundlegenden politischen Wert zu sehen-

Das Wahlvolk ist etwas anderes als ein Individuum. Das Wahlvolk ist eine Ansammlung von Individuen mit verschiedenen Zielen, Verhaltensweisen und intellektuellen Fähigkeiten. Fällt die Mehrheit eine unvernünftige Entscheidung, so müssen auch alle, die nicht der Mehrheit angehören, die Konsequenzen dieser falschen Entscheidung tragen.

Der Wert einer Demokratie?

Die Demokratie funktioniert durchaus gut und bringt relativ gerechte Ergebnisse hervor. Manche Philosophen halten das demokratische Entscheidungsverfahren für inhärent gerecht.

ABER: In der Demokratie gibt es durchaus konkurrierende Antworten auf die Frage, wer Macht haben sollte. Und es gibt auch unterschiedliche Ansichten darüber, welche Kriterien man zur Klärung der Machtfrage anwenden sollte.

Der Prozeduralismus und der Instrumentalismus...und ihre radikalen Subtypen...

Prozeduralismus = Verschiedene Methoden zur Verteilung der Macht sind an sich gerecht oder ungerecht.

Reiner Prozeduralismus = Keine unabhängigen moralischen Maßstäbe für die Bewertung der Ergebnisse der für die Entscheidungsfindung zugängigen Institutionen

Instrumentalismus = Verteilung der Macht so, dass die Regierung verfahrensunabhängig den richtigen Zweck erfüllt, worin auch immer dieser besteht.

Reiner Instrumentalismus = Keine Methode zur Verteilung der politischen Macht an sich gerecht oder ungerecht ist. Vielmehr gibt es nach Ansicht der reinen Instrumentalisten eine verfahrensunabhängige Wahrheit darüber, welches die richtigen Ziele der Regierung sind, oder welche Ergebnisse die Regierung liefern sollte.

Mögliches Fazit: Eine teils prozeduralistische und eine teils instrumentalistische Lösung wählen.

Demokratieverständnis der Antike als Vorbild?

Laut Platon (ein antiker griechischer Philosoph) ist das Wahlvolk in einer Demokratie, zu dumm, irrational und unwissend, um eine gute Regierung herzustellen.

Daher = Platon hielt die Herrschaft eines edlen und weisen Philosophenkönig für die bessere Regierungsform.

Aristoteles (ebenso antiker griechischer Philosoph) stimmte darin mit Platon überein

Epistokratie = "Herrschaft der Wissenden"

Formen von Epistokratien = Beschränktes Wahlrecht, Pluralwahlrecht, Stimmrechtslotterie, Epistokratisches Veto, Gewichtetes Wahlrecht

Epistokratie zu autoritär?

Die Epistokratie beruht auf 3.Säulen: 1) Postulat der Wahrheit, 2) Postulat des Wissens, 3)Postulat der Autorität

zu 1: es gibt richtige Antworten auf politische Fragen

zu 2: Einige Bürger kennen diese Wahrheit besser als andere

zu 3: Wenn einige Bürger mehr wissen als andere und/oder die Wahrheit besser erkennen, dann steht ihnen die politische Autorität gegenüber anderen zu.

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Argumente gegen die Staatsform der Demokratie. Die wichtigsten Aussagen von Jason Brennan aus dem Text "Gegen Demokratie"
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Politische Wissenschaften)
Note
++ (mit Erfolg teilgenommen)
Autor
Jahr
2018
Seiten
4
Katalognummer
V437170
ISBN (eBook)
9783668772540
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
argumente, staatsform, demokratie, aussagen, jason, brennan, text, gegen
Arbeit zitieren
Julia Engels (Autor), 2018, Argumente gegen die Staatsform der Demokratie. Die wichtigsten Aussagen von Jason Brennan aus dem Text "Gegen Demokratie", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437170

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