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La statuomanie parisienne Rodins "Monument à Balzac" als Denkmal der Dritten Republik

Titre: La statuomanie parisienne  Rodins "Monument à Balzac" als Denkmal der Dritten Republik

Dossier / Travail , 2018 , 13 Pages

Autor:in: Lena Kurz (Auteur)

Art - Architecture / Histoire de l'architecture, Entretien des monuments
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Résumé Extrait Résumé des informations

In den Jahren von 1870 bis 1917 werden in Paris über 150 Denkmäler erbaut, es herrscht „Statuomanie“ – Statuenwahn. Insbesondere die Kritiker des Denkmalbaus verwenden diesen Begriff, um zu beschreiben, was in der dritten Republik in Paris und der übrigen Nation zu beobachten ist. Seit dem Entstehen der Republik 1870 in Folge der Niederlage Napoleons bei Sedan werden öffentliche Denkmäler zunehmend vielzähliger und gesellschaftlich relevant. Denn die laizistische, liberale Republik will sich nach ihrer Niederlage gegen die preußischen Nachbarn durch Fortschritt in Bildung, Technik und Zivilisation behaupten, wodurch ein forschungsorientiertes meritokratisches System entsteht. Wer einen Beitrag zum Wohl und Modernisierung der Nation leistet, wird darum durch Ehrungen belohnt und dient anderen als Vorbild.

Das öffentliche Denkmal wird zum Medium für diese Ehrungen. Grund dafür ist, dass ein Denkmal eine Person im öffentlichen Raum sichtbar machen und in einen Kontext einordnen kann. Der Prozess des Denkmalbaus wird zudem demokratisiert und ritualisiert. Komitees initiieren Denkmäler, Künstler werden durch Wettbewerb ausgesucht, Finanzierung funktioniert über öffentliche Subskription und die Einweihungsfeiern werden symbolisch aufgeladene Ereignisse. Insbesondere in Paris werden Denkmäler relevant, da die Stadt bereits damals das kulturelle Zentrum der Nation darstellt, der urbane Raum viele freie Plätze für Denkmäler bietet und die stark republikanische Stadtverwaltung sich in öffentlicher Repräsentation ausdrücken will. Viele Werke aus der Zeit der dritten Republik lassen sich offensichtlich als stellvertretend für den Denkmalbau verstehen, während bei anderen ein Bezug fern zu liegen scheint. Ein Beispiel ist Auguste Rodins umstrittenes Monument à Balzac, das aufgrund der starken Kritik und seine formale Erscheinung wie ein Gegenbild zu anderen Pariser Denkmälern scheint.

Im Folgenden soll jedoch durch die Auseinandersetzung mit dem Denkmal sowie die Rekonstruktion seiner Entstehung und der Kritik der Balzac als wichtiger und repräsentativer Teil des Pariser Denkmalbaus herausgearbeitet werden. Dazu soll zuerst eine Beschreibung des Werkes sowie seiner Entstehung erfolgen, worauf dann im Einzelnen auf den Denkmalbau, die formalen Aspekte und die Kritik am Denkmal im Kontext der üblichen Praktiken und Formen der Dritten Republik eingegangen wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Statuomanie in der Dritten Republik

2. Beschreibung: August Rodins „Monument à Balzac“

3. Analyse: Der „Balzac“ als Pariser Denkmal

3.1 Der Prozess des Denkmalbaus

3.2 Formale Aspekte

3.3 Kritik und Statuomanie

4. Fazit: Das Monument à Balzac als Denkmal der Dritten Republik

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht Auguste Rodins „Monument à Balzac“ vor dem Hintergrund der sogenannten „Statuomanie“ im Paris der Dritten Republik. Ziel ist es, das umstrittene Werk trotz seiner formalen Abweichungen von zeitgenössischen Konventionen als integralen und repräsentativen Teil der damaligen Denkmalbaukultur zu verorten.

  • Kontextualisierung der Statuomanie und des staatlichen Denkmalbaus zwischen 1870 und 1917.
  • Detaillierte formale Analyse von Rodins Balzac-Plastik im Vergleich zu traditionellen Denkmalsformen.
  • Rekonstruktion des komplexen, durch öffentliche Kritik geprägten Entstehungs- und Beauftragungsprozesses.
  • Untersuchung der symbolischen Aufladung des Denkmals im Spannungsfeld der Dreyfus-Affäre.
  • Einordnung des Werkes als meritokratische Belohnung innerhalb des republikanischen Wertesystems.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Prozess des Denkmalbaus

Der Großteil des Entstehungsprozess des Monument à Balzac ist repräsentativ für den Denkmalbau in der Dritten Republik. Das Denkmal wird durch die Stiftung in Auftrag gegeben, was zur Zeit der Dritten Republik üblich ist. Denn 75% der Statuen vor 1914 werden durch Komitees initiiert, welche die gesamte Verantwortung für ein Denkmal übernehmen, den Auftrag und dessen Ausführung überwachen, sowie Finanzierung und Einweihung durchführen. Diese bestehen aus Freunden, Familie, Bewunderern oder verwandten Organisationen aber auch politischen Gruppen, also im Fall des Balzac aus der Societé des Gens de Lettres, die ihnen ihrer Gründer ehrt. Zudem dient auch dieses Denkmal als meritokratische Belohnung für den Beitrag des Schriftstellers und macht ihn zum sichtbaren Vorbild.

In der Dritten Republik werden – wie bereits erwähnt – Beiträge zu Kunst und Literatur, Wissenschaft und Zivilisation geehrt, sowie Vordenker der Republik, durch die eine republikanische Identität geschaffen wird. Also ist diese Ehrung für Honoré Balzac als Teil des meritokratischen Systems zu werten. Auch die Ausschreibung eines Wettbewerbs für den Künstler ist in der Dritten Republik üblich, als ein Beispiel unter vielen kann hier das Monument à la Republique und dessen Wettbewerbsausschreibung 1879 angeführt werden. Die Ausschreibung der Societé fällt ebenfalls in diesen Rahmen. Als weiterer typischer Aspekt ist die Finanzierung des Denkmals zu werten, da für den Balzac eine Subskription als Form öffentlicher – und somit auch demokratisch wirkender – Finanzierung zum Einsatz kommt. Die Subskription ist in der Dritten Republik nötig, weil Denkmäler zwischen 2.000 bis 350.000 Franc kosten konnten und deshalb Privatpersonen, Organisationen und Gruppen aller Art zur Teilnahme an der Finanzierung aufgerufen und durch Aufführung in Zeitschriften oder andere Formen der Anerkennung ihres Beitrages entlohnt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Statuomanie in der Dritten Republik: Dieses Kapitel führt in den historischen Kontext des ausgeprägten Denkmalbooms in Paris ein und legt die Forschungsabsicht dar, Rodins Balzac als repräsentatives Werk zu identifizieren.

2. Beschreibung: August Rodins „Monument à Balzac“: Das Kapitel liefert eine detaillierte physische Beschreibung der Bronzeplastik und diskutiert ihre formale Gestaltung sowie die ikonografische Vorlage durch zeitgenössische Fotografien.

3. Analyse: Der „Balzac“ als Pariser Denkmal: Hier werden der Entstehungsprozess, die formalen Brüche mit der Tradition und die zeitgenössische Kritik in den Kontext der sozio-politischen Verhältnisse der Dritten Republik eingeordnet.

4. Fazit: Das Monument à Balzac als Denkmal der Dritten Republik: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der Rodins Denkmal als Symbol einer Ära gewürdigt wird, die den Weg von der Statuomanie zu neuen künstlerischen Ausdrucksformen bereitet hat.

Schlüsselwörter

Statuomanie, Dritte Republik, Auguste Rodin, Monument à Balzac, Denkmalbau, Skulptur, Meritokratie, Dreyfus-Affäre, öffentliche Repräsentation, Naturalismus, Kunstgeschichte, Paris, Subskription, Symbolik, Denkmal.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Auguste Rodins berühmte Balzac-Skulptur und deren Verankerung in der kulturellen und politischen Landschaft des Paris der Dritten Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Praxis des Denkmalbaus, der Einfluss politischer Strömungen auf die Kunst und die formale Auseinandersetzung zwischen traditioneller Skulptur und Rodins modernem Ansatz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, dass Rodins Balzac trotz seiner starken zeitgenössischen Ablehnung ein Paradebeispiel für die Strukturen und Funktionen des damaligen öffentlichen Denkmalwesens ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische und kulturwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit einer detaillierten formalen Werksbeschreibung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung des Denkmals, die Untersuchung des langjährigen Entstehungsprozesses sowie eine Analyse der Kritik, die sowohl ästhetische als auch politische Hintergründe beleuchtet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Statuomanie, meritokratisches System, öffentliche Subskription, formale Abweichung und die Repräsentationsfunktion von Denkmälern.

Warum wurde die Balzac-Plastik von Rodin damals so stark kritisiert?

Die Kritik entzündete sich vor allem an der bewussten Abkehr vom Naturalismus, da das Werk als formlos empfunden wurde und nicht den gängigen Erwartungen an ein monumentales Porträt entsprach.

Welche Rolle spielte die Dreyfus-Affäre in diesem Kontext?

Die politische Polarisierung der Zeit übertrug sich auf die Wahrnehmung des Denkmals: Befürworter oder Gegner von Émile Zola (der den Auftrag an Rodin unterstützte) nahmen oft automatisch eine entsprechende Haltung gegenüber dem Balzac-Denkmal ein.

Wie endete die Geschichte des Denkmals in der Zeitgeschichte?

Nachdem das Werk zunächst abgelehnt wurde, erfuhr es eine spätere Anerkennung und wurde als erhaltenswertes Kulturgut eingestuft, was es heute zu einem repräsentativen Zeugnis der Denkmalkultur jener Epoche macht.

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Résumé des informations

Titre
La statuomanie parisienne Rodins "Monument à Balzac" als Denkmal der Dritten Republik
Auteur
Lena Kurz (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
13
N° de catalogue
V437205
ISBN (ebook)
9783668781863
ISBN (Livre)
9783668781870
Langue
allemand
mots-clé
rodins monument balzac denkmal dritten republik
Sécurité des produits
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Citation du texte
Lena Kurz (Auteur), 2018, La statuomanie parisienne Rodins "Monument à Balzac" als Denkmal der Dritten Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437205
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Extrait de  13  pages
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