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Intersexualität. Ein Leben im Dazwischen

Title: Intersexualität. Ein Leben im Dazwischen

Term Paper , 2016 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Müzeyyen Küccükoruc (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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In unserer Gesellschaft besteht die Annahme, dass Menschen sich in zwei Geschlechter einteilen lassen (Heteronormativität), das Denken ist demnach von dem binären Geschlechtersystem geprägt und jedes Individuum ordnet sich in dieses Binärsystem ein und verhält sich gemäß der Anforderungen, die von der Gesellschaft gestellt werden. Es gibt geschlechtsspezifische Unterschiede, die uns in vielen Lebensbereichen begegnen. Ein banales Beispiel wäre der Besuch einer öffentlichen Toilette: Eine Tür für weibliche Personen und die andere für männliche. Was aber ist mit den Geschlechtern, die zwischen diesen beiden sind?

Hierbei wird in der Medizin von Intersexualität, Hermaphroditismus, Disorders of Sex Development (DSD), Zwitter, etc. gesprochen. Es gibt mehrere Begriffe, die diese biologischen Besonderheiten bei der Geschlechts-differenzierung beschreiben. Intersexuellen Menschen können aufgrund unterschiedlicher Faktoren, wie zum Beispiel der Chromosomen, der Keimdrüsen oder der jeweiligen Hormonproduktion, kein eindeutiges Geschlecht zugeordnet werden. In Deutschland leben schätzungsweise etwa 80.000 intersexuelle Menschen (Stern). Diese stoßen oft auf Diskriminierung und verletzende Aussagen, da dieses Thema in unserer Gesellschaft tabuisiert wird und oftmals auf Intoleranz stößt.

Diese Hausarbeit wird sich mit diesen Themen beschäftigen und sie unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchten. Zunächst werden die Definition von Intersexualität, die Diagnose und die medizinische Behandlung erläutert. Anschließend wird die historische Entwicklung der Zweigeschlechtigkeit und die Chancen zur Dekonstruktion der binären Geschlechternorm erörtert. Hierbei werde ich Bezug zu der Theorie von Judith Butler nehmen und die wesentlichen Aspekte herausarbeiten. Ein weiterer Punkt dieser Hausarbeit werden die sprachlichen Aspekte zu Geschlecht und deren Schwierigkeiten sein. Im abschließenden Fazit werde ich die zentralen Aspekte der Herausarbeitung zusammenfassen und reflektieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intersexualität

2.1 Was ist Intersexualität?

2.2 Die Diagnose

2.3 Die Behandlung

3. Dekonstruktion von Geschlecht mittels Intersexualität

3.1 Historie der Heteronormativität

3.2 Geschlecht ist konstruiert – Judith Butler

3.3 Dekonstruktion der binären Geschlechternorm

4. Sprachliche Aspekte und deren Schwierigkeiten

4.1 „Geschlecht“ in der deutschen Sprache

4.2 Möglichkeiten zur sprachlichen Freiheit – Geschlecht(er) in der Sprache sichtbar machen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht und analysiert, inwiefern Intersexualität als Ansatzpunkt zur Dekonstruktion der binären Geschlechternorm dienen kann. Zudem wird hinterfragt, wie der Begriff "Geschlecht" in der deutschen Sprache verwendet wird und welche sprachlichen Möglichkeiten existieren, um nicht-binäre Geschlechteridentitäten angemessen abzubilden.

  • Medizinische und soziale Definitionen von Intersexualität
  • Theoretische Grundlagen zur Konstruktion von Geschlecht nach Judith Butler
  • Kritische Analyse der Heteronormativität
  • Die Rolle der Sprache bei der Zementierung binärer Geschlechtersysteme
  • Strategien zur sprachlichen Inklusion nicht-binärer Identitäten

Auszug aus dem Buch

3.2 Geschlecht ist konstruiert – Judith Butler

Vorerst ist es wichtig, die Konstruktion der Geschlechter zu betrachten, um anschließend die Dekonstruktion der binären Geschlechternorm thematisieren zu können. Dabei werde ich Bezug auf Judith Butlers Theorie nehmen, die aus der Annahme besteht, dass Geschlechter konstruiert sind. Wie bereits erläutert, besteht in unsere Gesellschaft die alltagstheoretische Grundannahme, dass nur zwei Geschlechter existieren und dies in der Natur des Menschen immanent ist, was als Heteronormativität bezeichnet wird (vgl. Degele, 2008, S.21). Judith Butler ist eine amerikanische Philosophin, und Professorin für Rhetorik und Literaturwissenschaft in den USA (vgl. Klein, 2015, S.21). Der theoretische Kontext von Butlers Arbeiten lässt sich dem Poststrukturalismus zuordnen, wie auch die Arbeiten von Michel Foucault, an die Butler in ihren Werken anknüpft. Der Begriff Poststrukturalismus ist eine philosophiegeschichtliche Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von geistes- und sozialwissenschaftlichen Ansätzen und Methoden, die sich Ende der 1960er Jahre in Frankreich herausbildete. Er setzt sich damit auseinander, dass die Sprache die Wirklichkeit nicht bloß abbildet, sondern anhand unterschiedlicher Kategorien und Unterscheidungen auch formt und prägt (vgl. Jäger, 2001).

Judith Butler beschäftigt sich mit der feministischen Theorie und versteht die Geschlechter als soziale Konstruktion. In der feministischen Debatte werden Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf soziale Praktiken zurückgeführt und erscheinen somit nicht als biologische Tatsachen (vgl. Meissner, 2008, S. 2), dies bildet auch den Kern von Judith Butlers Werk „Gender Trouble“, der 1990 erschien und in Deutschland unter dem Titel „Das Unbehagen der Geschlechter“ bekannt ist (vgl. Ullrich, 2005, S.1). In ihrem Werk erörtert Butler kritisch die Unterscheidung zwischen „Sex“, also dem biologischen Geschlecht, und „Gender“, der kulturell entwickelten Geschlechtsidentität und fasst die Entwicklung der Gender Studies zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Intersexualität ein, skizziert die Problematik der gesellschaftlichen Heteronormativität und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Intersexualität: Dieses Kapitel erläutert medizinische Begrifflichkeiten, Diagnosewege sowie die Praxis angleichender Operationen und deren psychische Belastung für Betroffene.

3. Dekonstruktion von Geschlecht mittels Intersexualität: Hier wird der theoretische Rahmen durch die Historie der Heteronormativität und Butlers Konstruktionsthese aufgespannt, um Intersexualität als Argument gegen binäre Normen zu nutzen.

4. Sprachliche Aspekte und deren Schwierigkeiten: Das Kapitel analysiert die Problematik des Begriffs "Geschlecht" im Deutschen und diskutiert Ansätze für eine geschlechtergerechte Sprache, die auch nicht-binäre Menschen einschließt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die noch bestehende Lücke zwischen der theoretischen Erkenntnis der Geschlechtervielfalt und der sprachlichen bzw. gesellschaftlichen Praxis.

Schlüsselwörter

Intersexualität, Heteronormativität, Geschlechterkonstruktion, Judith Butler, Binärsystem, Geschlechtergerechte Sprache, Medizinische Behandlung, Diskriminierung, Enttabuisierung, Gender Studies, Poststrukturalismus, Lann Hornscheidt, Identität, Soziale Konstruktion, Zweigeschlechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Intersexualität und dessen Potenzial, die in der Gesellschaft fest verankerte binäre Geschlechternorm kritisch zu hinterfragen und zu dekonstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die medizinischen Aspekte der Intersexualität, die soziologische Theorie der Geschlechterkonstruktion nach Judith Butler und die Analyse sprachlicher Strukturen hinsichtlich ihrer Ausgrenzung nicht-binärer Identitäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit zielt darauf ab, die Brüchigkeit der Zweigeschlechtigkeit durch das Beispiel Intersexualität aufzuzeigen und zu klären, inwiefern der deutsche Begriff "Geschlecht" fehlinterpretiert wird und welche sprachlichen Möglichkeiten bestehen, Intersexualität sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die Literaturanalysen, die Diskussion soziologischer Theorien sowie eine linguistische Reflexion miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinisch-biologische Einordnung, eine theoretische Dekonstruktion von Geschlecht anhand von Judith Butlers Thesen sowie eine sprachwissenschaftliche Untersuchung zur Inklusion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Intersexualität, Heteronormativität, Geschlechterkonstruktion, binäres System und geschlechtergerechte Sprache.

Wie steht die Autorin zur medizinischen Praxis der Geschlechtszuordnung?

Die Autorin kritisiert die medizinische Praxis angleichender Operationen scharf, da diese oft auf einer gesellschaftlichen Normvorstellung basieren und nicht aus medizinischer Notwendigkeit erfolgen.

Welche Rolle spielt die "x-Form" nach Lann Hornscheidt in dieser Untersuchung?

Die "x-Form" wird als innovativer, wenn auch kontrovers diskutierter Vorschlag zur sprachlichen Inklusion von Personen vorgestellt, die sich nicht in die Kategorien Mann oder Frau einordnen lassen.

Warum wird Judith Butler in der Arbeit zitiert?

Judith Butler wird herangezogen, um das theoretische Fundament dafür zu liefern, dass Geschlecht keine biologische Gegebenheit, sondern ein durch soziale Diskurse konstruiertes Produkt ist.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der deutschen Sprache?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es aktuell keine zufriedenstellenden Bezeichnungen für zwischengeschlechtliche Menschen gibt und die deutsche Sprache bei der Abbildung nicht-binärer Identitäten an ihre Grenzen stößt.

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Details

Title
Intersexualität. Ein Leben im Dazwischen
College
University of Marburg  (Erziehung- und Bildungswissenschaften)
Grade
1,7
Author
Müzeyyen Küccükoruc (Author)
Publication Year
2016
Pages
21
Catalog Number
V437248
ISBN (eBook)
9783668775671
ISBN (Book)
9783668775688
Language
German
Tags
Intersexualität Sexualität Bildung Gender Heteronormativität Geschlecht Gesellschaft Judith Butler Geschlechternorm Binär Sprache Diagnose Medizin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Müzeyyen Küccükoruc (Author), 2016, Intersexualität. Ein Leben im Dazwischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437248
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