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Kinderhexenprozesse in Süddeutschland

Title: Kinderhexenprozesse in Süddeutschland

Examination Thesis , 2018 , 79 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sina Ramsperger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Arbeit thematisiert das Phänomen der Kinderhexenprozesse an einschlägigen Beispielen im heutigen Süddeutschland in der Frühen Neuzeit. Heutzutage erscheinen Kinder, die unter dem Verdacht der Hexerei standen und deswegen hingerichtet wurden, unmöglich zu sein. Verbrechen gegen Heranwachsende gelten mit als die schlimmste Sorte, denkt man beispielsweise an den Amoklauf von Anders Behring Breivik in Norwegen im Jahr 2011, in dem vor allem Kinder und Jugendliche getötet wurden. Warum also wurden auch Kinder Opfer von Hexenprozessen? Über diese Frage herrscht in der Forschung keinesfalls Konsens. Das Ziel dieser Untersuchung soll es sein, durch eine Darstellung unterschiedlicher Hexenprozesse Gründe herauszuarbeiten, warum gerade auch Kinder eine nicht unerhebliche Rolle in Hexenprozessen gespielt haben. Dabei werden sowohl die Aktivitäten von Minderjährigen als Zeugen in Prozessen beleuchtet, also als Auslöser der Verfolgungen, wie auch ihr Dasein als Beklagte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen – Die Hexenverfolgung im Europa der Frühen Neuzeit

2.1 Definitionen

2.2 Ausmaße, geographische Schwerpunkte und Phasen

2.3 Vorwürfe

2.4 Ursachen der Hexenverfolgung

2.5 Umgang der Justiz mit vermeintlichen Hexen

2.6 Opfer der Hexenverfolgung

3. Forschungsüberblick

4. Kindheit in der Frühen Neuzeit

4.1 Problematik der Definition von „Kindheit“

4.2 Kindheit im Mittelalter

4.2.1 Kinder aus Randgruppierungen

4.2.2 Kinder von Handwerkern und Bauern

4.2.3 Kinder aus finanziell besser gestellten Familien

4.2.4 Adlige Kinder

4.2.5 Kindheit in der geistlichen Laufbahn

4.3 Kindheit im 16. und 17. Jahrhundert

4.4 Kindheit im 18. Jahrhundert

5. Kinder in süddeutschen Hexenprozessen

5.1 Das Auftreten von Kindern in Hexenprozessen im Allgemeinen

5.2 Rottenburgen am Neckar – Denunziation durch ein Kind

5.2.1 Rottenburg am Neckar zur Zeit der Beschuldigung

5.2.2 Der Verlauf der Denunziation durch Maria Ulmerin

5.2.3 Mögliche Gründe für das Auftreten Maria Ulmerins

5.3 Ellwangen – Selbstanzeige einer Sechszehnjährigen

5.3.1 Die Fürstpropstei Ellwangen zur Zeit der Beschuldigung

5.3.2 Der Verlauf der Selbstdenunziation durch Maria Ostertegin

5.3.3 Mögliche Gründe für das Auftreten Maria Ostertegins

5.4 Reutlingen – der Fall von Margarethe Schirm

5.4.1 Reutlingen zur Zeit der Beschuldigung

5.4.2 Der Verlauf der Selbstdenunziation Margarethe Schirms

5.4.3 Mögliche Gründe für das Auftreten Margarethe Schirms

5.5 Augsburg – ein Vierzehnjähriger schließt einen Pakt mit dem Teufel

5.5.1 Augsburg zur Zeit der Beschuldigung

5.5.2 Der Verlauf der Beschuldigung von Johann Lutzenberger

5.5.3 Mögliche Gründe für das Auftreten Johann Lutzenbergers

5.6 Roßwälden bei Esslingen – eine Vierjährige auf dem Hexentanz

5.6.1 Roßwälden zur Zeit der Beschuldigung

5.6.2 Der Verlauf der Denunziation durch Anna Maria Hauber

5.6.3 Mögliche Gründe für das Auftreten Anna Maria Haubers

5.7 Calw – eine Denunziation zieht große Kreise

5.7.1 Calw zur Zeit der Denunziation durch Veit Jakob Zahn

5.7.2 Der Verlauf der Beschuldigung von Bartholomäus Süb

5.7.3 Mögliche Gründe für das Auftreten von Bartholomäus Süb

5.8. Freising – „Mäuselmacher“ vor Gericht

5.8.1 Freising zur Zeit der Hexenverfolgungen

5.8.2 Der Verlauf der Beschuldigung von Veit Adlwart

5.8.3 Mögliche Gründe für das Auftreten von Veit Adlwart

6. Strukturen von Kinderhexenprozessen im Vergleich

6.1 Herkunft und Hintergrund der im Prozess beteiligten Kinder

6.1.1 Schwierige Familienverhältnisse

6.1.2 Armut

6.2 Beweggründe

6.2.1 Freiwillige Selbstdenunziation

6.2.2 „Melancholie“ und „Besessenheit“ als Beweggrund

6.2.3 Phantasie und Schwindel

6.2.4 Denunziation aus Angst oder als Hilferuf

6.2.5 Spiel und Abenteuer

6.2.6 Aggression oder Rache

6.2.7 Machtstreben und Geltungssucht

6.3 Abläufe von Kinderhexenprozessen

7. Das Ende der (Kinder-)Hexenprozesse

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Phänomen der Kinderhexenprozesse in Süddeutschland während der Frühen Neuzeit, mit dem Ziel, die spezifischen Gründe für die aktive Rolle von Kindern als Zeugen, Denunzianten oder Beklagte in diesen Verfahren zu ergründen und die forschungsleitende These zu prüfen, inwieweit Kinder durch Erwachsene in diese Rollen gedrängt wurden.

  • Historische Aufarbeitung von Kinderhexenprozessen in Süddeutschland.
  • Analyse der Rolle von Minderjährigen in Hexenprozessen (Zeugen, Beklagte, Auslöser).
  • Einfluss der gesellschaftlichen Strukturen und der Kindheitskonzepte der Frühen Neuzeit auf die Verfolgung.
  • Vergleichende Mikrostudien zu verschiedenen Prozessverläufen (u.a. Rottenburg, Ellwangen, Reutlingen, Augsburg).
  • Diskussion psychologischer und soziologischer Erklärungsansätze für kindliches Verhalten in Hexenprozessen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die Begriffe „Kinder“ und „Hexerei“ werden in der heutigen Zeit primär im Kontext von Hörspielen wie „Bibi Blocksberg“ oder Otfried Preußlers Buch „Die kleine Hexe“ verwendet. Zu Beginn des neuen Jahrtausends begeisterte auch Joanne K. Rowlings Romanreihe „Harry Potter“ die Leser aus aller Welt gleichermaßen. Die ehemaligen, magischen Schreckensgestalten sind in der modernen Unterhaltungskultur selbst zu Kindern geworden. Dass dieser Thematik reale Fälle von Kinderhexenprozessen vorausgehen, ist hingegen der breiten Masse kaum bekannt. Doch die fantasievollen Abenteuer der Helden in Kinderbüchern haben mit der historischen Realität wenig gemein. Hexerei galt als schwerwiegendes Verbrechen in der Frühen Neuzeit, davon ist bei den Helden der Trivialliteratur nichts mehr zu spüren.

Heutzutage erscheinen Kinder, die unter dem Verdacht der Hexerei standen und deswegen hingerichtet wurden, unmöglich zu sein. Verbrechen gegen Heranwachsende gelten mit als die schlimmste Sorte, denkt man beispielsweise an den Amoklauf von Anders Behring Breivik in Norwegen im Jahr 2011, in dem vor allem Kinder und Jugendliche getötet wurden. Warum also wurden auch Kinder Opfer von Hexenprozessen? Über diese Frage herrscht in der Forschung keinesfalls Konsens. Das Ziel dieser Untersuchung soll es sein, durch eine Darstellung unterschiedlicher Hexenprozesse Gründe herauszuarbeiten, warum gerade auch Kinder eine nicht unerhebliche Rolle in Hexenprozessen gespielt haben. Dabei werden sowohl die Aktivitäten von Minderjährigen als Zeugen in Prozessen beleuchtet, also als Auslöser der Verfolgungen, wie auch ihr Dasein als Beklagte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Kinderhexenprozesse und Darlegung der Forschungsziele sowie der methodischen Vorgehensweise.

2. Grundlagen – Die Hexenverfolgung im Europa der Frühen Neuzeit: Erläuterung der Begrifflichkeiten, der zeitlichen und geographischen Ausmaße sowie der rechtlichen und sozialen Hintergründe der allgemeinen Hexenverfolgung.

3. Forschungsüberblick: Kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschungsliteratur und den verschiedenen Thesen zum Phänomen der Kinderhexenprozesse.

4. Kindheit in der Frühen Neuzeit: Untersuchung der sich wandelnden Kindheitskonzepte vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert als notwendiger Hintergrund für das Verständnis der Prozesse.

5. Kinder in süddeutschen Hexenprozessen: Detaillierte Fallstudien zu spezifischen Prozessen in Süddeutschland (u.a. Rottenburg, Ellwangen, Reutlingen), die das Auftreten und die Rollen von Kindern beleuchten.

6. Strukturen von Kinderhexenprozessen im Vergleich: Vergleichende Analyse der Hintergründe, Beweggründe und Abläufe der untersuchten Fälle zur Identifikation struktureller Gemeinsamkeiten.

7. Das Ende der (Kinder-)Hexenprozesse: Analyse der Faktoren, die zur Beendigung der Hexenverfolgungswelle beitrugen, einschließlich rechtlicher, religiöser und aufklärerischer Einflüsse.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der historischen Erkenntnisse für das moderne Verständnis kindlicher Aussagen.

Schlüsselwörter

Kinderhexenprozesse, Frühe Neuzeit, Hexenverfolgung, Denunziation, Süddeutschland, Kindheit, Rechtsgeschichte, Hexensabbat, Teufelspakt, Inquisition, Mikrostudien, Sozialgeschichte, Hexenglaube, Zeugenaussagen, Kindheitsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Beteiligung von Kindern an Hexenprozessen in Süddeutschland während der Frühen Neuzeit und untersucht, aus welchen Gründen Minderjährige in diesen Prozessen als Zeugen, Angeklagte oder Auslöser fungierten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die soziale Stellung und das Verständnis von Kindheit in der Frühen Neuzeit, die rechtliche Praxis in Hexenprozessen sowie die verschiedenen psychologischen und sozialen Erklärungsmodelle für das Verhalten der beteiligten Kinder.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, Gründe für die aktive Teilnahme von Kindern an Hexenprozessen zu identifizieren und zu klären, inwieweit diese durch Erwachsene beeinflusst oder instrumentalisiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Untersuchung, die primär durch die Analyse von Quellen (Gerichtsakten, Protokolle) und eine vergleichende Mikrostudien-Methodik erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Fallstudien aus Städten wie Rottenburg, Ellwangen, Reutlingen, Augsburg, Calw und Freising detailliert analysiert, um Muster und Beweggründe für die Aussagen der Kinder nachzuvollziehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kinderhexenprozesse, Frühe Neuzeit, Denunziation, Süddeutschland, Rechtsgeschichte und Kindheitskonzepte charakterisiert.

Welche Rolle spielten die Eltern in den Fällen?

In vielen Fällen zeigt die Autorin, dass Eltern oder andere Erwachsene die Kinder entweder unter Druck setzten, sie unbewusst durch den omnipräsenten Hexenglauben beeinflussten oder dass Kinder die Situation nutzten, um Machtkonflikte mit den Eltern durch Anschuldigungen auszufechten.

Gab es einen Unterschied in der Behandlung von Kindern im Vergleich zu Erwachsenen?

Obwohl Kinder rechtlich aufgrund ihres Alters teils schonender behandelt wurden, zeigt die Arbeit, dass sie in vielen Fällen denselben drakonischen Regeln der Inquisition und des Ausnahmeverfahrens unterworfen waren, was in Einzelfällen zu Hinrichtungen führte.

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Details

Title
Kinderhexenprozesse in Süddeutschland
College
University of Tubingen
Grade
1,5
Author
Sina Ramsperger (Author)
Publication Year
2018
Pages
79
Catalog Number
V437306
ISBN (eBook)
9783668822122
ISBN (Book)
9783668822139
Language
German
Tags
Kinderhexen Hexenprozesse Süddeutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sina Ramsperger (Author), 2018, Kinderhexenprozesse in Süddeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437306
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