Kommunikationspolitik für Softwareentwicklungen. Usability als Unique Selling Proposition


Hausarbeit, 2017

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis II

Abbildungsverzeichnis III

Abkürzungsverzeichnis IV

1 Einleitung

2 Grundlagen Software und Marketing
2.1 Das Produkt Software und Softwaremarketing
2.2 Kommunikationspolitik als Teil der 4 P’s
2.3 Was versteht man unter Unique Selling Proposition?

3 Einführung in den Begriff Usability
3.1 Definition
3.2 Usability-Methode auf Basis der ISO 9126 Norm

4 Kommunikationspolitik für Software
4.1 Usability als USP für Softwareprodukte
4.2 Kommunikationspolitik für Softwareprodukte

5 Fazit und Ausblick

Anhang

Anhangsverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bestandteile des Marketing Mixes

Abbildung 2: Eigenschaften von Usability

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der ehemahlige Vice President der Entwicklungsabteilung von Apple, Jakob Nielsen, beschreibt Usability wie folgt: „Usability is like cooking: everybody needs the results, anybody can do it reasonably well with a bit of training, and yet it takes a master to produce a gourmet outcome.“[1]

Dieses Zitat macht deutlich, wie wichtig Usability in unserer heutigen Zeit ist. Im Rahmen dieser Arbeit soll die Frage beantwortet werden, ob ein hohes Maß an Usability ein USP für Softwareentwicklungen sein kann und wie die Kommunikationspolitik für ein solches Produkt gestaltet werden kann. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurde die Methodik der Literaturrecherche gewählt.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage, wurde die Arbeit in drei Kapitel unterteilt. Zu Beginn sollen die relevanten Methoden und Definitionen des Marketings vorgestellt werden. Im ersten Schritt soll das Produkt Software und dessen Besonderheiten genauer beleuchtet werden. Darauf aufbauend, wird auf die Kommunikationspolitik als Bestandteil des Marketing Mixes eingegangen. Hierbei soll erläutert werden was man unter Kommunikationspolitik versteht und wie diese eingesetzt werden kann. Nachfolgend, wird der Begriff Unique Selling Proposition eingeführt. Zusätzlich wird auf die Möglichkeit der Positionierung durch eine Unique Selling Proposition eingegangen.

Im nächsten Schritt soll der Bereich Usability genauer betrachtet werden. Hierfür werden zwei Definitionen des Begriffes vorgestellt. Nachfolgend wird an Hand einer der Definitionen die Eigenschaften von Usability genauer untersucht und beschrieben.

Zum Schluss soll die Forschungsfrage beantwortet werden. Dies soll in zwei Schritten erfolgen. Hierbei soll das Wissen aus den vorhergegangenen Kapiteln verwendet werden. Im ersten Schritt soll die Frage beantwortet werden, ob ein hohes Maß an Usability eine Unique Selling Proposition sein kann. Darauf aufbauend, soll beispielhaft ein strategisches Kommunikationskonzept für ein Softwareprodukt erstellt werden. Ein Augenmerk soll dabei auf den Besonderheiten des Produktes Software liegen.

2 Grundlagen Software und Marketing

Die Idee des Marketings gibt es bereits sehr lange, der Begriff jedoch wurde erst mit Beginn des letzten Jahrhunderts geprägt. Im deutschsprachigen Raum ersetze Marketing den vorher verwendeten Begriff Absatzpolitik. Im Zeitverlauf gab es sehr viele Definitionen für Marketing, welche weiter angepasst und erweitert wurden.[2] Die American Marketing Association definiert Marketing wie folgt: „Marketing is the activity, set of institutions, and processes for creating, communicating, delivering, and exchanging offerings that have value for customers, clients, partners, and society at large.“[3] Aus dieser Definition folgt, dass Marketing die Zusammenfassung unterschiedlicher Aspekte ist. Im Laufe dieses Kapitels sollen zwei konkrete Aspekte des Marketingbegriffs genauer betrachten und auf die Softwarebranche bezogen werden.

Im ersten Teil dieses Kapitels soll kurz betrachtet werden, was unter dem Begriff Software verstanden wird. Zusätzlich soll das Softwaremarketing vom klassischen Konsumgütermarketing abgegrenzt und Besonderheiten herausgestellt werden.

Im anschließenden Unterkapitel wird der Fokus auf die Planung der Marketingtätigkeit gelegt. Hierfür wird kurz auf den Begriff des Marketing Mixes eingegangen. Danach wird die Kommunikationspolitik als Teil des Marketing Mixes genauer beleuchtet.

Das dritte Unterkapitel wird die Frage nach dem Begriff der Unique Selling Proposition (USP) beantworten. Darüber hinaus wird die Thematik der Schaffung eines USP angeschnitten.

2.1 Das Produkt Software und Softwaremarketing

Der Begriff der Software wird je nach Autor und Betrachtungswinkel unterschiedlich definiert.[4] Es wird zwischen einem engen und einem weiten Softwarebegriff unterschieden. Unter Software im engeren Sinne versteht man ein Programm, wohingegen Software im weiteren Sinne das Programm mit all seinen zusätzlichen Serviceleistungen gemeint ist.[5] Im Rahmen dieser Arbeit soll Software als ein immaterielles digitales Produkt angesehen werden. Dieses Produkt bietet eine Lösung für eine konkrete Aufgabenstellung, die durch den Kunden formuliert wurde.[6] Zusätzlich soll von einer Zielgruppe ausgegangen werden, die in Bezug auf Software einen niedrigen Informationsstand hat, wodurch Software als erklärungsbedürftiges Produkt anzusehen ist.[7] Da es sich um ein immaterielles Gut handelt, kann es als Dienstleistung angesehen werden.[8]

Im Vergleich zum Konsumgütermarketing, gibt es im Bereich des Softwaremarketing Unterschiede, die vor allem von der Art des Produktes herrühren. Zum einen wird vielen Marketingansätzen ein Engpassdenken, bezogen auf personelle Ressourcen und Produktionskapazitäten, zu Grunde gelegt. Ein Spannungsfeld für die Vermarktung von Software ist jedoch die Erklärungsbedürftigkeit des Produktes. Auf Grund eines hohen Grad der Technisierung setzt ein Marketingkonzept für ein Softwareprodukt tiefgehende Fachkenntnisse voraus. Diese liegen bei Marketingexperten in den meisten Fällen nicht vor. Der Personenkreis, der die entsprechenden Fachkenntnisse besitzt, um das Produkt zu erklären, hat jedoch nur geringes Marketingfachwissen. Zum anderen wird Marketing im Bereich der Budgetplanung sehr niedrig priorisiert, wodurch in vielen Unternehmen mit Softwareprodukten kein strategisches Marketing stattfindet.[9]

Aus der Definition des Begriffes und der Abgrenzung zum Konsumgütermarketing folgt, dass es sich bei Software um ein besonders geartetes Produkt handelt, welches gesondert betrachtet werden muss. Damit das Marketing für ein solches Produkt effektiv sein kann, müssen die Besonderheiten beachtet werden und in die Marketingplanung einfließen.

2.2 Kommunikationspolitik als Teil der 4 P’s

Der Marketing Mix ist einer der wichtigsten Bestandteile des strategischen Marketings.[10] Die Idee, dass die Marketingaktivitäten eines Unternehmens ein Mischung aus unterschiedlichen Komponenten ist, wurde erstmals von Neil H. Borden entwickelt. In seiner Veröffentlichung benannte er unterschiedliche Aspekte, die die Marketingtätigkeit eines Unternehmens ausmachen.[11] Darauf aufbauend wurde das Konzept weiterentwickelt und auf vier grundlegende Strategien, die 4 P’s (Product, Price, Place, Promotion), reduziert welche in Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. dargestellt sind. Jedes P steht für einen Teilbereich des strategischen Marketings, welcher bei der Erstellung einer Marketingstrategie berücksichtigt werden soll.[12] Im Verlauf dieser Arbeit, soll nur eines der vier P’s – Promotion – genauer betrachtet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bestandteile des Marketing Mixes

Promotion wird im deutschsprachigen Raum mit Kommunikationspolitik übersetzt.[13] Zerlegt man dieses Wort in seine Einzelteile bleiben die Begriffe Kommunikation und Politik übrig. Unter Kommunikation im Marketingkontext versteh man die Übermittlung von Information zur Beeinflussung und Steuerung von Meinungen und Verhaltensweisen gemäß einer spezifischen Zielsetzung.[14] Der Begriff Politik im Allgemeinen beinhaltet alle Regeln einer Gruppe für ein Zusammenleben mit dem Anspruch auf Verbindlichkeit.[15] Nimmt man nun beide Definitionen, fasst der Begriff Kommunikationspolitik alle Strategien und Maßnahmen zusammen, die ein Unternehmen ergreift um potentielle Kunden über ein Produkt zu informieren und von diesem zu überzeugen.[16] Elementar für die Planung und Durchführung der Kommunikation ist die Berücksichtigung der Zielgruppe, da der Informationsgehalt auf diese abgestimmt sein und die Bedürfnisse der Zielgruppe ansprechen muss.[17]

Die Instrumente, welche zur Umsetzung der Kommunikationspolitik eingesetzt werden können, werden auch als Kommunikationsmix bezeichnet. Der Kommunikationsmix für ein einzelnes Produkt kann sehr vielfältig sein (siehe Anhang 1) und besteht aus der Kombination der unterschiedlichen Instrumente.[18] Im Bereich des Konsumgütermarketing besteht Kommunikationspolitik häufig aus einer Kombination aus Werbung, Events und websitebasierter Kommunikation. In hoch technisierten Märkten ist dies jedoch nicht ausreichend, um Kunden von dem Produkt zu überzeugen. In diesem Fall bekommt die direkte Kommunikation mit dem Kunden über einen Berater eine grundlegende Bedeutung.[19]

2.3 Was versteht man unter Unique Selling Proposition?

Der Begriff Unique Selling Proposition, kurz USP, beschreibt den vom Kunden wahrgenommen Vorteil eines Produktes im Vergleich zum Konkurrenzprodukt. Ein USP ist somit eine Produkteigenschaft, die ein Produkt im Vergleich zu den Wettbewerbern begehrenswerter macht.[20] Im Rahmen der Kommunikationspolitik die ein USP häufig zur Anreicherung der Werbebotschaft. Deshalb wird ein USP in eine kurze und prägnante Werbebotschaft verpackt, um die Zielgruppe zu begeistern und das Bedürfnis nach dem Produkt zu erhöhen.[21] Am Ende kann diese Werbebotschaft auf einen Slogan reduziert werden, der die Emotionen des Kunden anspricht und nicht mehr aus dem Kopf geht.[22]

Der Begriff USP wird häufig mit dem deutschen Begriff Alleinstellungsmerkmal gleichgesetzt. In Bezug auf die Vermarktung eines Produktes, wird analysiert, was das Produkt von Konkurrenzprodukten differenziert. Es wird die Frage gestellt, welche Eigenschaft des Produktes einen einzigartigen Zusatznutzen für den Kunden bietet.[23]

Besonders häufig taucht der Begriff USP im Zusammenhang mit der Positionierung auf. Im Rahmen der Positionierung wird analysiert in welchem Teilbereich eines Marktes ein Produkt erfolgreich sein kann. Drauf basierten wird mit kreativen Methoden an der Entwicklung eines USP gearbeitet (siehe Anhang 2).[24] Ein USP ist dem entsprechend die Fokussierung auf die wesentlichen Aspekte für die Positionierung, wie z.B. der Nutzen für den Kunden.[25]

Zusammenfassend ist ein USP ein wichtiger Erfolgsfaktor für ein Produkt, welches genutzt wird damit das Produkt im Vergleich zur Konkurrenz heraussticht. Der sich ergebende Nutzenvorteil kann aus der Beschaffenheit des Produktes stammen oder die potentielle Zielgruppe rein auf emotionaler Ebene ansprechen.[26]

3 Einführung in den Begriff Usability

Usability ist ein Begriff der im deutschsprachigen Raum noch nicht lange bekannt ist und verwendet wird. Heutzutage ist der Begriff weitläufig bekannt und wird in unterschiedlichen Umfeldern verwendet.[27] Besonders im Bereich des Software Engineering wird dieser Begriff häufig in Bezug auf Softwarequalität verwendet.[28]

Innerhalb dieses Kapitels soll der Begriff Usability eingeführt werden. Um dies zu erreichen wurde das Kapitel in zwei Unterkapitel untergliedert. Im ersten Unterkapitel soll mit Hilfe einer Begriffsdefinition die Grundlage für das Verständnis der Thematik gelegt werden. Da dieser Begriff im Rahmen dieser Arbeit eine elementare Bedeutung hat, wird in diesem Unterkapitel festgelegt, auf Basis welcher Definition die Betrachtung fortgesetzt wird.

Das zweite Unterkapitel wird auf ein Modell zur Ermittlung und Erhalt von Usability eingegangen. Ziel ist es, im Rahmen dieses Unterkapitels, die Ansatzpunkte von Usability zu vermitteln und zu beleuchten, um diese im Laufe der Arbeit einsetzen zu können.

3.1 Definition

Wie für den Softwarebegriff, gibt es auch für den Begriff Usability keine einheitliche Definition.[29] Im deutschen kann Usability mit Benutzerfreundlichkeit übersetzt werden.[30] Jedoch beinhaltet der Begriff Usability mehr als die reine Benutzerfreundlichkeit. Ein elementarer Bestandteil der Begriffsdefinition, ist die Erkenntnis, dass Usability ein wichtiger Bestandteil der Software- und damit der Produktqualität ist.[31] Die Definitionen können in prozessorientierte und produktorientierte Ansätze unterteilt werden. Beim prozessorientierten Ansatz wird die Usability im Hinblick auf die Ergonomie und die graphische Oberfläche definiert. Der produktorientierte Ansatz betrachte Usability vom Blickwinkel der Produktqualität. Sowohl für den prozess- als auch für den produktorientierten Ansatz wurden von der International Organization for Standardization (ISO) Normen entwickelt welche den Begriff Usability genauer beschreiben und definieren sollen. Die ISO 9241-11 Norm gehört zu den prozessorientierten Definitionen.[32] In Rahmen dieses Ansatzes werden die Eigenschaften Effektivität, Effizienz und Kundenzufriedenheit für Usability festgelegt.[33] In der ISO 9126 Norm wird Usability wie folgt definiert: „A set of attributes that bear on the effort needed for use and on the individual assessment of such use, by a stated or implied set of users.”[34] Auf Basis dieser Definition können die folgenden Eigenschaften von Usability identifiziert werden: Verständlichkeit, Lernbarkeit, Funktionsfähigkeit, Attraktivität und Usability Compliance. Diese beiden Beispiele machen deutlich wie unterschiedlich die Ansichten sogar innerhalb einer einzelnen Organisation sein können.[35]

Die Gründe für die Uneinheitlichkeit der Definition sind divers. Ein Grund weshalb sich viel unterschiedliche Definitionen entwickelt haben ist, dass Forschungsgruppen unabhängig voneinander gearbeitet haben. Jede Forschungsgruppe legte den Fokus anderes. Das Resultat ist ein unterschiedliches Verständnis des Begriffes.[36] Ein zweiter Grund ist, das Usability vom Anwender und dessen Betrachtungspunkt abhängt, das heißt von Kontext in dem das Produkt steht. Eine Software, die für eine Anwendergruppe hilfreich und benutzerfreundlich ist, ist es nicht zwangsläufig für eine andere. Durch den Kontextbezug ergeben sich unterschiedliche Betrachtungswinkel, die wiederum zu unterschiedlichen Definitionsausprägungen führen.[37]

Im Rahmen dieser Arbeit soll die ISO 9126 Definition weiter verwendet werden. Der Grund liegt darin, dass der produktorientierte Ansatz in Verknüpfung mit der Kommunikationspolitik zielführender ist. Darüber hinaus bietet diese Definition einen weiten Blick auf die unterschiedlichen Einflussfaktoren der Softwarequalität und somit auch auf die Usability.

3.2 Usability-Methode auf Basis der ISO 9126 Norm

Innerhalb der ISO 9126 Norm wurde ein Modell zur Schaffung und Erhaltung der Softwarequalität im Bereich des Software Engineerings entwickelt. Die Qualität einer Software wird in diesem Ansatz als eine Reihe von verscheiden Charakteristika gesehen (siehe Anhang 3). Einer diese Eigenschaft für Softwarequalität ist Usability.[38]

In Abbildung 2 sind die fünf Eigenschaften von Usability nach ISO 9162 Norm dargestellt. Im Folgenden sollen die fünf Eigenschaften kurz erläutert werden. Die Verständlichkeit bestimmt, inwiefern der Anwender in der Lage ist die Software zu verstehen. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass Bedürfnisse des Kunden gedeckt werden. Ist dies nicht der Fall, ist die Software für die Anwender weniger verständlich, da diese nicht den Erwartungen an das Produkt entspricht.[39]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Eigenschaften von Usability

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Abran et al. (2003), S. 6

Die Eigenschaft Lernbarkeit ist eng mit der der Verständlichkeit verbunden. Eine Software mit diesem Charakteristikum muss schnell erlernbar ein. Die Konfiguration und der Einsatz der Software müssen im besten Fall intuitiv für den Anwender sein. Um die Lernbarkeit zu erhöhen, kann eine Dokumentation hilfreich sein.[40]

Unter Bedienbarkeit wird zusammengefasst wie leicht es dem Anwender gemacht wird ein Programm zu bedienen. Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Behandlung von Fehlern und die Toleranz von Fehlern. Zusätzlich tragen Hinweise an den Anwender bei falscher Eingabe zu einer erhöhten Bedienbarkeit bei.[41]

Attraktivität bezieht sich auf den optischen Eindruck einer Software. Je ansprechender die Oberfläche gestaltet ist, desto höher ist das positive Gefühl bei der Verwendung der Software. Dieses positive Gefühl trägt zu Wahrnehmung einer erhöhten Qualität bei, wodurch auch der Grad der Usability gesteigert ist.[42]

In der Eigenschaft Usability Compliance wird darauf eingegangen, inwiefern innerhalb der Software geltende Standards, Konventionen und Regeln in Bezug auf Usability eingehalten werden. Werden diese nicht eingehalten, sinkt der Grad der Usability in Rahmen der ISO 9126 Norm.[43]

Zusammenfassend, ist Usability ein wichtiger Bestandteil der Software- und somit der Produktqualität. Auf Basis der Erkenntnisse dieses Kapitels muss bei der Entwicklung von Software zu Beginn die Zielgruppe definiert werden, da die Wahrnehmung von dem was „usable“ ist von den Kenntnissen, Erwartungen und Fähigkeiten der Anwendergruppe abhängt.[44]

4 Kommunikationspolitik für Software

Nachdem in Kapitel 2 die Grundlagen des Marketings gelegt wurden und in Kapitel 3 der Begriff Usability eingeführt wurde, kann nun damit begonnen werden die Themen zusammenzuführen. In Rahmen dieses Kapitels, soll zum einen die Besonderheiten der Kommunikationspolitik für Softwareprodukte dargestellt werden. Zusätzlich soll darauf eingegangen werden, wie diese Besonderheiten in eine strategische Kommunikationspolitik einfließen können.

Zum anderen soll auf Basis der Erkenntnisse aus Kapitel 3 untersucht werden, ob Usability ein USP für ein Softwareprodukt sein kann und wie diese eingesetzt und kommuniziert werden kann.

4.1 Usability als USP für Softwareprodukte

In Kapitel 2.3 wurde der Begriff der USP in Zusammenhang mit Marketing erläutert. Hierbei wurde herausgestellt, dass USP innerhalb der Kommunikationspolitik genutzt werden kann, um den Kunden zu begeistern und vom Kauf zu überzeugen. Der Begriff Usability wurde in Kapitel 3 eingeführt. Es wurde festgestellt, dass Usability aus der Kombination von fünf Eigenschaften besteht. Je höher der Erfüllungsgrad der einzelnen Charakteristika ist, desto höher ist der Grad der Usability. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob eine Fokussierung auf einen hohen Usability-Grad ein USP für ein Softwareprodukt darstellen kann.

Um diese Frage zu beantworten, müssen die Bestandteile von Usability (siehe Kapitel 3.2) betrachtet werden. Für jede Usability-Eigenschaft soll überprüft werden, ob ein Zusatznutzen für den Kunden geschaffen werden kann. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob die Charakteristika für sich genommen und gemeinsam zu einer positiven Abgrenzung von den Wettbewerbern dienen können.

Die erste beschriebene Eigenschaft von Usability ist die Verständlichkeit. Die Verständlichkeit eines Softwareproduktes hängt von dem Wissenstand der Zielgruppe ab. Im Rahmen der Softwareentwicklung muss dieser beachtet und mit einbezogen werden. Zusätzlich kann die Entwicklungsarbeit fokussiert an der Umsetzung der Wünsche und Bedürfnisse arbeiten. Durch diesen Prozess kann eine Positionierung der Software als einfach und verständlich vorgenommen werden. Allein durch die Formulierung einer solchen Differenzierung ist eine positive Abhebung von der Konkurrenz möglich. Durch eine Fokussierung auf die Kundenwünsche, kann klar der Nutzen des Kunden herausgestellt werden. Ein solches Softwareprodukt bietet den Anwendern einen Zusatznutzen.

Die Lernbarkeit von einer Software ist vom Wissenstand und Erfahrungshorizont der Anwender abhängig. Eine Software die so konzipierte wurde, dass ein Erlernen nicht mehr notwendig ist, bietet für den Kunden den Zusatznutzen, dass ab dem Zeitpunkt des Einsatzes produktiv und effizient gearbeitet werden kann. Wenn im Idealfall keine Eingewöhnungs- bzw. Lernzeit notwendig ist, entsteht hieraus ein enormer Vorteil. Durch eine solche Positionierung ist eine Abgrenzung vom Wettbewerb möglich.

Die Eigenschaft der Bedienbarkeit bezieht sich auf die Einfachheit der Bedienung. Zusätzlich dazu fällt auch die Fehlertoleranz in diesen Beriech. Ein USP in diesem Bereich ist, dass Fehler durch gut programmierte Software zu keinen Problemen führen. Noch weiter Abheben kann sich ein Produkt, wenn es direkt auf logische Fehler, z.B. bei der Eingabe, hinweist. Diese Fehlerbehandlung führt bei einem Anwender zu einem Zusatznutzen, da beispielsweise nicht das gesamte Formular neu ausgefüllt werden muss, nur weil ein Feld vergessen wurde auszufüllen.

Der Bereich der Attraktivität bezieht sich nicht direkt auf die Interaktion mit dem Produkt. Eine optisch ansprechend gestaltete Oberfläche kann trotzdem als USP verwendet werden. In Vergleich zu den anderen Eigenschaften werden hier primär die Emotionen des Kunden angesprochen. Dadurch kann der Anwender, auf Grund der optischen Begeisterung, die Software einer anderen vorziehen.

Einzig im Bereich der Usability Compliance ist es schwierig ein USP zu einwickeln, da es um die Einhaltung von Regeln und Konventionen geht. In Bezug auf die Einhaltung von Standards lässt sich als Anwender davon ausgehen, dass vorhandene Standards ein Mindestmaß für die Softwarequalität bilden sollten. Daraus folgt, dass die Eigenschaft der Usability Compliance kein Alleinstellungsmerkmal für eine Software ausmacht.

Auf Basis dieser Erkenntnisse kann festgehalten werden, dass vier der fünf Eigenschaften für die Positionierung eines Alleinstellungsmerkmals denkbar sind. In Folge dessen ist es nachvollziehbar und logisch, dass auch das Gesamtkonzept der Usability für die Schaffung eines USP geeignet ist. Somit kann die Frage, ob Usability ein USP sein kann, positiv beantwortet werden. Für die Formulierung eins USP-Slogans ist sowohl die Fokussierung auf eine spezielle Eigenschaft, als auch die Verwendung der Gesamtheit der Eigenschaften denkbar.

[...]


[1] Jakob Nielsen (2009), Online im Internet.

[2] Vgl. Meffert et al. (2015), S. 6–13.

[3] American Marketing Association (2013), Online im Internet.

[4] Vgl. Lang (2004), S. 13ff.

[5] Vgl. Wimmer et al. (1993), S. 13f.

[6] Vgl. Abts und Mülder (2017), S. 55ff.

[7] Vgl. Wengler (2005), S. 112.

[8] Vgl. Haller (2010), S. 6–8.

[9] Vgl. Wolle (2005), S. 9–10.

[10] Vgl. Meffert et al. (2015), S. 22.

[11] Vgl. Borden (1964), S. 9ff.

[12] Vgl. McCarthy (1960), S. 45f.

[13] Vgl. Meffert et al. (2015), S. 22.

[14] Vgl. Bruhn (1997), S. 1.

[15] Vgl. List (2006), S. 13.

[16] Vgl. McCarthy (1960), S. 47.

[17] Vgl. Wolle (2005), S. 146.

[18] Vgl. Unger und Pepels (2000), S. 21–24.

[19] Vgl. Kim und Hyun (2011), S. 430.

[20] Vgl. Meffert et al. (2015), S. 55.

[21] Vgl. Großklaus (2015), S. 2–4.

[22] Vgl. Schüller und Fuchs (2013), S. 74.

[23] Vgl. Tropp (2011), 395–397.

[24] Vgl. Großklaus (2015), S. 2–4.

[25] Vgl. Schüller und Fuchs (2013), S. 73–74.

[26] Vgl. Großklaus (1982), S. 17–19.

[27] Vgl. Richter und Flückiger (2010), S. 3.

[28] Vgl. Abran et al. (2003), S. 1.

[29] Vgl. Dubey und Rana (2010), S. 4723.

[30] Vgl. Langenscheid (2005), S. 637.

[31] Vgl. Dubey und Rana (2010), S. 4723.

[32] Vgl. Abran et al. (2003), S. 3ff.

[33] Vgl. Dubey und Rana (2010), S. 4725f.

[34] Seffah et al. (2006), S. 161.

[35] Vgl. Dubey und Rana (2010), S. 4725f.

[36] Vgl. Abran et al. (2003), 5.

[37] Vgl. Bevan (2009), S. 16.

[38] Vgl. Abran et al. (2003), S. 5–7.

[39] Vgl. Zeiss et al. (2007), S. 235.

[40] Vgl. Zeiss et al. (2007), S. 235.

[41] Vgl. Zeiss et al. (2007), S. 235.

[42] Vgl. Bevan (2009), S. 20.

[43] Vgl. Zeiss et al. (2007), S. 234.

[44] Vgl. Abran et al. (2003), S. 3.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Kommunikationspolitik für Softwareentwicklungen. Usability als Unique Selling Proposition
Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach  (Wirtschaftsinformatik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V437316
ISBN (eBook)
9783668776036
ISBN (Buch)
9783668776043
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Usability, Marketing, USP, Informatik, Softwareentwicklung, User Experience, Marketing Mix, Promotion, Kommunikationspolitik, ISO 9126
Arbeit zitieren
Master of Arts Ann-Christine Bischoff (Autor), 2017, Kommunikationspolitik für Softwareentwicklungen. Usability als Unique Selling Proposition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437316

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